Bis zur Erschöpfung
Bis zur Erschöpfung
„Autsch“
Wieder landete Zorro auf den Boden. Eines seiner Übungsschwerter war davongeflogen und landete neben Koshiro, der nicht weit entfernt stand.
Das zweite Übungsschwert lag dicht neben den grünhaarigen Jungen. Er wollte danach greifen … doch es war zu Spät.
Kuina dicht über ihn … holte aus … und zog ihn mit ihrem eigenen Übungsschwert eine über.
Ein dicker Striemen bildete sich in seinem Gesicht.
„Aus“ rief der Meister „Kuina hat gesiegt“
„Verdammt“ fluchte Zorro und hielt sich die Stirn.
„Du solltest besser zu Yuki-san gehen und das kühlen lassen“ meinte Kuina und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Wieder einmal“ fügte sie noch hinzu. Dann verließ sie den Übungsraum.
Es war ein offizieller Kampf gewesen, den Koshiro zugestimmt hatte. Dennoch … Zorro´s Prüfung dauerhaft zwei Schwerter führen zu dürfen, stand noch bevor.
Der grünhaarige Junge rappelte sich auf.
„Du bist besser geworden, Zorro“ bemerkte sein Meister „Ich bin zuversichtlich, dass du die Prüfung bestehen wirst.“
Doch der Junge konnte sich über das Lob nicht freuen.
„Warum …“ flüsterte er, den Tränen nahe. „Warum … kann ich sie einfach nicht besiegen?“
„Spielt das denn eine so große Rolle für dich?“ wollte sein Meister wissen. „Ist es nicht ebenso wichtig zu wissen, das du stärker geworden bist? Bald schon darfst du nicht mehr nur im Training zwei Schwerter führen, sondern dauerhaft“
„Es ist mir wichtig“ antwortete Zorro „Ich möchte einmal der beste Schwertkämpfer der Welt werden! Und um das zu erreichen, muss ich zuerst den stärksten Kämpfer des Dojo´s besiegen! Und das ist nun mal Kuina“
Frustriert lief Zorro am Stand der Insel entlang. Hin und wieder trat er nach einem Stein, der am Wegesrand lag.
Sein Gesicht geschwollen, er hatte den Striemen nicht kühlen lassen.
Das wäre gegen seinen Stolz gegangen. Erst gestern hatte Yuki-san gemeint „Wie oft denn noch, Zorro?“
Da ertrug er lieber die Schmerzen.
„Verdammt“ fluchte er laut und machte seinen Ärger damit Luft.
Wieder trat er gegen einen Stein.
„Aua“
„Mist“
Zorro blickte auf. Vor ihn am stand … da saß der alte Mann. Der, der die Prüfung für die Ein-Schwert-Technik mit ihm gemacht hatte. Wie war sein Name gewesen? Der Junge erinnerte sich nicht.
Der Mann saß dort und angelte. Der Stein hatte ihn getroffen. Er holte seine Angel ein und blickte zu Zorro.
„En … Entschuldige bitte“ stammelte dieser „Ich habe dich nicht gesehen“
„Ach, schon gut“ der alte Mann winkte ab. Dann blickte er auf Zorro´s geschwollenes Gesicht.
„Sie hat dich wieder besiegt?“ fragte er.
„Geht dich nichts an“ fluchte der Junge.
„Na Na, nicht frech werden“ antwortete der alte Mann.
Dann überlegte er kurz.
„Ich weiß“ sagte er plötzlich „Sunachi“
„Sunachi?“ wiederholte Zorro verwundert.
„Genau“ antwortete der alte Mann „Es ist ein Zauberspruch, um den Kampfgeist zu entfachen“
„Ich brauche keinen Zauberspruch“ antwortete der Junge empört. „Ich bin doch kein kleines Kind. Was ich brauche ist ein härteres Training“
Zorro wollte schon abmarschieren, doch da drehte der alte Mann sich noch einmal zu ihm.
„Nimm das hier mit“ sagte er „Für dein Training“
Er reichte ihn zwei alte Katana. ECHTE … keine Übungsschwerter.
Der grünhaarige Junge bekam große Augen.
„Ich kann sie haben?“ fragte er erstaunt „Aber, ich kann sie nicht bezahlen“
„Sie sind Stumpf“ antwortete der alte Mann „Darum kannst du sie so haben. Aber, du darfst sie nur zum trainieren verwenden. Um sie in richtigen Kämpfen führen zu dürfen, musst du erst die Prüfung dafür ablegen. Also, streng dich an!“
„Ich danke“ Zorro verbeugte sich und lief damit zurück zum Dojo.
„Du willst was?“ Saga blickte erstaunt auf, als Kuina ihre Bitte äußerte.
„Ja“ antwortete sie „Bitte trainiere mit mir. Lass uns einen Übungskampf machen“
„Warum?“ wollte der Junge wissen. „Wir wissen beide dass du stärker bist“
„Es geht mir nicht darum, dich zu besiegen.“ antwortete das Mädchen „Es geht darum, meine Ein-Schwert-Technik zu verfeinern“
„Noch mehr verfeinern?“ wunderte sich Saga.
Kuina nickte.
„Deine Ein-Schwert-Technik ist nahezu perfekt“ sagte der Junge „Warum willst du nicht endlich die zwei-Schwert-Technik erlernen?“
„Weil …“ das Mädchen blickte zu Boden.
„Koshiro-Sensei?“ wollte Saga wissen.
Wieder nickte das Mädchen.
„Mein Vater ist dagegen“ sagte sie.
Der Junge lachte.
„Es ist schon verzwickt“ meinte er „Einerseits sollst du Schwertkampf beherrschen und die Regeln verinnerlichen, damit du eines Tages das Dojo übernehmen kannst. Andererseits aber auch nicht mehr. Nicht darüber hinaus.“
„Richtig“ antwortete Kuina „Weil … es sich als Mädchen nicht schickt. Dabei … ich will verhindern, dass Zorro mich eines Tages besiegt. Also bitte Saga. Kämpfe mit mir“
„Wie du willst“ antwortete der Junge, stand auf und griff nach seinem Übungsschwert.
Beide verbeugten sich voreinander.
Dann vor den Wandschrein der Götter.
Sie gingen in Kampfstellung, zählten bis drei, und los ging es.
Zorro ahnte davon nichts. Während Saga und Kuina im Trainingsraum kämpften, befand er sich im Garten.
Er übte mit den neuen Schwertern die Bewegungsabläufe.
Rechts Bein nach vorne, Gewicht verlagern, rechter Arm mit Schwung nach vorne, Schwert mitziehen.
Linkes Bein nach vorne, Gewicht verlagern, linker Arm mit Schwung nach vorne, Schwert mitziehen.
Immer und immer wieder.
Seine Arme wurden langsam schwer. Die Katana hatten mehr Gewicht, als eine Übungsschwerter aus Bambus. Dennoch machte er unermüdlich weiter.
Sein Blick fiel auf eine der Strohpuppen, die zum Üben verwendet wurden. Irgendwer hatte vergessen, sie wegzuräumen.
Er lächelte. Ein Kampf gegen eine Strohpuppe würde ja wohl erlaubt sein.
Er stellte sich also vor die Puppe und wiederholte dort seine Bewegungen.
Die Puppe war auf einen Ast gespannt, der sich flexibel bewegte.
Zorro schlug rechts zu … schlug links zu … die Puppe peitschte immer in die entgegengesetzte Richtung, sobald sie einen Schlag abbekam.
„Ha“ Kuina schlug zu. Saga wich geschickt aus.
„Was?“ das Mädchen wischte sich den Schweiß von der Stirn. Es war aber auch ein sommerlich, warmer Tag. Die Luft im Übungsraum schien zu stehen.
„Du bist heute unaufmerksam“ rief Saga „So kenne ich dich ja gar nicht. Normalerweise hättest du mich längst Platt gemacht“
„Ich will ja auch die Technik verfeinern“ antwortete das Mädchen „Da habe ich nichts davon, dich schnellst möglichst Platt zu machen“
Wieder holte sie aus.
„Ha“ rief sie, verfehlte Saga nur um Haaresbreite.
„Ha“ rief dieser und schlug ebenfalls zu.
Kuina geriet ins stolpern, konnte sich aber noch abfangen. Sie atmete schwer.
„Lass uns für heute Schluss machen“ meinte der Junge „Es ist heiß und wir brauchen eine Pause“
„Nichts da“ rief das Mädchen „Wir machen weiter“
Wieder ging sie in Kampfstellung. Saga ebenfalls.
„Ha“ rief sie wieder und schellte nach vorne.
Ihr Trainingspartner wich aus.
„Ha“ Kuina ließ nicht locker. Doch dann …
„Kuina“ rief Saga erschrocken.
Das Mädchen war erschöpft zusammengesunken.
Ein kaltes Tuch wurde auf ihre Stirn gelegt. Jemand hob ihren Kopf und flößte ihr Wasser ein. Kuina schluckte. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie durstig sie gewesen war.
Langsam öffnete sie ihre Augen und blickte in die Augen ihres Vaters.
„Bist du wieder bei Sinnen?“ fragte dieser.
Das Mädchen nickte. Koshiro gab ihr nochmal Wasser.
„Du hast uns einen schönen Schrecken eingejagt“ sagte er.
„Entschuldige“ flüsterte Kuina.
Koshiro schüttelte den Kopf und lächelte sie an.
„Schon gut“ sagte er und erneuerte das Tuch auf ihren Kopf. „Aber das nächste mal musst du schon auf deinen Körper hören“ sagte er „Du hast es ganz schön übertrieben. Und das bei der Hitze. Wann hast du zuletzt getrunken?“
Das Mädchen überlegte …
Koshiro seufzte.
„Von jetzt an wird regelmäßig Pause gemacht.“ sagte er.
„Ich … ich wollte doch nur stärker werden“ flüsterte Kuina.
„Das kann ich verstehen“ antwortete Ihr Vater „Aber, um ein guter Schwertkämpfer zu werden, muss man auch auf seinen Körper achten. Nehmen wir mal an, das mit Saga wäre ein echter Kampf gewesen. Du hättest nicht auf deinen Körper gehört und wärst dehydriert in den Kampf gegangen. Was wäre dann passiert?“
Kuina schluckte … soweit hatte sie nicht gedacht.
„Wäre das ein echter Kampf gegen einen Samurai gewesen, hätte deine Unachtsamkeit ihn die Möglichkeit gegeben, dich zu töten“ sagte Koshiro.
„Ich habe verstanden, Vater“ sagte sie.
„Das ist gut“ der Vater streichelte seiner Tochter über das Haar.
Die Tür ging auf. Hazuki trat ein.
„Es geht ihr schon wieder besser“ sagte Koshiro zu seiner Frau. „Sie soll aber noch liegen bleiben, sich abkühlen und viel Trinken“
„Ich werde bei ihr bleiben“ antwortete Hazuki und kniete sich neben Kuina. Das Mädchen lag in ihrem Zimmer, auf ihrem Futon.
„Ich bin froh, das es dir schon wieder besser geht“ sagte die Mutter zu ihrer Tochter „Ich war in großer Sorge“
Hazuki griff nach der Hand ihrer Tochter und streichelte mit den Daumen darüber.
„Tut mir leid, Mutter“ antwortete Kuina.
Koshiro stand auf.
„Wo gehst du hin, Vater?“ wollte das Mädchen wissen.
„In den Trainingsraum“ sagte er „ Kozaburo sollte bald hier sein. Es wird Zeit für Zorro´s Prüfung“
„Zorro´s Prüfung“ flüsterte Kuina. Das hatte sie ganz vergessen. Dabei wollte sie doch zusehen …
„Kuina“ ihre Mutter erneuerte den kalten Umschlag. „Du hast Vater gehört. Du musst hier liegen bleiben, damit dein Körper sich erholen kann“
„Ja, Mutter“ antwortete das Mädchen niedergeschlagen.
Koshrio verließ den Raum.
Koshiro und Kozaburo saßen an der Wand des Übungsraumes. Neben ihnen ein Schüler des Dojo, Ren. Ren war ein älterer Schüler, der die zwei-Schwert-Technik bereits gemeistert hatte.
Alle drei sahen Zorro zu.
Dieser hatte wieder die Übungsschwerter aus Bambus in den Händen. Er führte die gelernten Bewegungsabläufe durch. Mit den leichteren Schwertern ging dies wesentlich einfacher. Das Training am Vormittag zeigte also schon die erste Wirkung.
„Sehr gut“ hörte er die Stimme des alten Mannes. Er nickte zufrieden, verlor aber kein Wort über die Katana, die er Zorro gegeben hatte.
Noch war es ein Geheimnis zwischen den Beiden.
„Kommen wir also nun zum Übungskampf“ sagte Koshrio und blickte zu Ren.
„Ich soll gegen Ren kämpfen?“ Zorro war sichtlich überrascht. Ren hingegen stand bereits auf, nahm zwei Übungsschwerter und stellte sich gegenüber von Zorro.
„Ja“ antwortete Koshrio.
„Ich dachte ich kann gegen Kuina oder zumindest gegen Saga antreten“ rief der grünhaarige Junge.
„Kuina und Saga haben heute beide sehr viel trainiert“ antwortete sein Meister „Sie benötigen eine Pause. Außerdem schadet es dir nicht, wenn du auch mal gegen jemand anderen antrittst“
Zorro nickte. Er durfte jetzt nicht widersprechen, sonst war die Prüfung futsch.
Ren war um einiges älter, als Zorro. Aber er wusste ja, dass es hier nicht auf das Gewinnen, sondern auf die Technik ankommt.
„Verbeugt euch voreinander“ rief Koshiro
Beide Jungs gehorchten.
„Verbeugt euch vor den Göttern“ sprach der Meister weiter.
Beide Jungs folgten.
„Ein … zwei … drei … los!“
Kuina ging es derweil besser. Sie saß aufrecht, ließ sich von ihrer Mutter den Nacken kühlen und trank Schluckweise kalten Tee, den Yuki-san gemacht hatte.
„Wie es Zorro wohl ergeht?“ flüsterte sie.
„Zorro macht das schon“ antwortete Hazuki „Ich kann verstehen, dass dich der Ausgang der Prüfung interessiert. Aber im Moment musst du an dich denken, mein Liebes“
Sie streichelte Kuina über das Haar.
„Wenn Yuki-san das Abendessen bringt, fragen wir sie. Sie weiß es dann sicher schon“
„Dann … muss ich den Rest des Tages in meinem Zimmer bleiben?“ wollte das Mädchen wissen.
„Ja Kuina“ antwortete Hazuki „Dein Vater und ich wollen, dass du dich den Rest des Tages hier ausruhst. Morgen kannst du wieder ins Dojo“
„Das war wirklich gut, Zorro“ sagte Ren. „Das hätte ich einen Knirps wie dir gar nicht zugetraut“
Die Prüfung war vorüber. Zorro hatte die zwei-Schwert-Technik gemeistert. Gemeinsam mit Ren ging er hinaus in den Garten. Koshiro hatte die Jungs angewiesen, eine Pause zu machen.
Draußen hatte Yuki-san für die Jungs kalten Tee bereit gestellt. Saga saß auf der Veranda, als die beiden Kamen.
„Da bist du ja, Saga“ rief Zorro und lief auf seinen eigentlichen Trainingspartner zu.
„Hast du bestanden?“ wollte dieser wissen.
„Ja“ antwortete der Grünhaarige „Aber warum waren Kuina und du nicht dabei?“
„Kuina ist heute Mittag aufgrund der Hitze umgekippt“ antwortete Saga.
„Umgekippt?“ riefen Ren und Zorro gemeinsam.
Saga nickte.
„Wir hatten einen Trainingskampf, als es passierte.“ erzählte er weiter.
„Ihr habt gekämpft? Wer hat gewonnen?“ Zorro war ganz aufgeregt.
„Darum ging es nicht Zorro“ antwortete Saga „Jedenfalls hat Meister Koshrio ihr Ruhe verordnet. Und auch ich sollte eine Pause machen und heute nicht mehr Kämpfen“
„Ich verstehe“ Ren setzte sich zu Saga und nahm einen Becher kalten Tee.
„Du solltest auch etwas trinken, Zorro“ sagte Ren.
„Ist gut“ Zorro setzte sich zu seinen Mitschülern.
Sein blick fiel auf Ren´s Ohr. Zwei längliche Ohrringe glänzten in der untergehenden Sonne.
„Wow“ rief er „Die sind ja schön. Aber Ohrringe? Als Junge?“
Ren lachte.
„Das erste habe ich bekommen, als Zeichen für die Ein-Schwert-Technik“ sagte er „Und das zweite für als Zeichen für die Zwei-Schwert-Technik“
„Dann will ich sowas auch haben“ rief der grünhaarige Junge.
Jetzt lachte Saga.
„Um dir Ohrringe stechen zu lassen, musst du sechzehn sein“ antwortete er „Da fehlen dir noch sechs Jahre“
„Ich bekomme dafür mal drei“ rief der Zorro.
„Drei?“ wollte Ren wissen.
Der Grünhaarige nickte.
„Ich will einmal mit drei Schwertern kämpfen“ rief er.
„Eine Drei-Schwert-Technik?“ fragte Ren verwundert, während Saga lachte.
„Ja“ sagte Saga „Zorro ist eben einzigartig“
„Und wie soll das aussehen?“ wollte Ren wissen.
„Ich zeig es dir“ der grünhaarige Junge lief zu einem Fass, welches hier im Garten stand. Dort hatte er seine beiden Katana platziert. Dann nahm er noch ein Übungsschwert.
„Wo hast du die denn her?“ rief Saga erstaunt auf.
„Ich habe sie geschenkt bekommen“ antwortete Zorro „Zum Üben. Und nun seht mal genau zu!“
Er nahm das Übungsschwert zwischen die Zähne, ein Katana links, ein Katana rechts und … rannte auf die Strohpuppe zu, die noch immer hier draußen stand.
„Sieht ganz gut aus“ meinte Ren „Aber für heute ist genug. Du solltest eine Pause machen“
„Gleich“ nuschelte Zorro hinter dem Übungsschwert hervor.
Dann führte er die Bewegungen der Zwei-Schwert-Technik aus.
Den Schritt rechts.
Den Schritt links.
Und als letztes noch einen Move mit den Kopf.
Puh … das war ganz schön anstrengend. Er merkte das noch ungewohnte Gewicht der Katana in seinen Armen.
Die Puppe wackelte ganz schön.
Saga und Ren lachten.
„Ich kann es noch besser“ nuschelte Zorro und wiederholte die Bewegungen.
Er brachte sogar die nötige Kraft auf, die Katana zu gegen die Puppe zu schwingen.
Die Puppe wackelte, biegt sich nach hinten und schellte mit Schwung wieder nach vorne …
… direkt auf Zorro zu …
Dieser verlor den Halt, seine Arme fühlten sich nach dem Tag unendlich schwer an.
Er stürzte nach hinten, keucht auf und ließ die Schwerter fallen.
Zum Glück war das Schwert zwischen seinen Zähnen nur aus Bambus.
Das Katana in seiner linken Hand klirrte, als es zu Boden fiel.
Und das Katana in seiner rechten Hand? Es wirbelte kurz durch die Luft und streifte seinen Arm.
„Hmpf“ ein unterdrückter Schmerzenslaut.
„Zorro“ aufgeregte Rufe von Saga und Ren.
Benommen blickte Zorro zu seinem Arm. Ein warmes Rinnsal Blut floss heraus. Der grünhaarige Junge schnappte nach Luft.
„Bleib ruhig liegen“ wies Ren seinen Schützling an. „Hol Koshrio“
„Ja“ Saga lief los.
Zorro hielt den Kopf gesenkt. Er saß in Yuki-San´s Zimmer.
„Hmpf“ wieder ein unterdrückter Schmerzenslaut. Die alte Dame säuberte die Wunde und legte einen Verband an.
Koshrio stand direkt vor Zorro und schüttelte nur den Kopf.
„Was hast du dir dabei gedacht Zorro?“ seine Stimme klang streng. „Ich sagte dir doch, du sollst eine Pause machen“
„Entschuldige Meister“ flüsterte der Junge, traute sich nicht, Koshrio in die Augen zu sehen.
Dieser seufzte nur.
„Erst Kuina und jetzt du“ sagte dieser „Und dabei dachte ich, ihr seid keine kleinen Kinder mehr“
„Was hat meine Verletzung mit Kuina zu tun?“ wollte Zorro wissen, kassierte für diese Antwort allerdings eine leichte Kopfnuss.
„Ihr habt Beide den gleichen Fehler gemacht“ antwortete sein Meister.
„Kuina, indem sie nicht auf ihren Körper gehört hat, als dieser erschöpft und durstig war. Und du, indem du nicht auf deinen Körper gehört hast, der dir signalisiert hat, dass du erschöpft bist“
„Ich bin nicht schwach“ protestierte Zorro.
„Das hat Koshrio-sensei auch nicht behauptet“ sagte Yuki-san. „Nach einem langen Tag müde zu sein, ist kein Zeichen von Schwäche, mein Junge“
Zorro schluckte. So hatte er das noch nicht gesehen.
„Zorro“ sagte Koshrio streng. Was wäre wohl passiert, wenn deine Katana scharf und nicht stumpf gewesen wären?“
„Wenn sie … scharf …“ der Junge schluckte erneut.
„Dann hättest du dich nicht nur leicht verletzt“ sprach sein Meister weiter „Dann hättest du wohl deinen Arm verloren. Ich habe heute auch schon zu Kuina gesagt. Ein guter Schwertkämpfer muss auch auf seinen Körper achten.“
„Ich verstehe, Meister“ antwortete Zorro.
„Gut“ Koshrio nickte zufrieden.
„Meister“ kam es jetzt von dem Jungen.
„Ja?“ wollte dieser wissen.
„Geht es Kuina gut?“ fragte Zorro.
„Ja Zorro“ antwortete Koshrio „Kuina geht es wieder gut. Sie kann morgen wieder am Training Teilnehmen. Und sie wird sich sicher freuen zu hören, dass du deine Prüfung bestanden hast“
„Sehr schön“ freute sich der Junge.
„Du hingegen hast morgen Pause“ sprach sein Meister weiter.
„Was?“ Zorro war entsetzt.
Koshrio nickte erneut. Ein strenger Blick zu seinen Schüler.
„Du wirst dich morgen ruhig verhalten und den Arm schonen“ wies er Zorro an.
„Aber, ich muss stärker werden“ antwortete dieser.
„Du bist unverbesserlich“ Koshrio schüttelte den Kopf. „Wenn ich sage Pause, dann heißt das Pause. Yuki-san? Bitte pass morgen auf ihn auf“
„Das werde ich, Koshrio-sensei“ antwortete die alte Dame.
„Ich habe schon verstanden“ Zorro gab nach „Morgen Pause“
Koshrio seufzte erleichter. Dann überließ der Zorro Yuki-san.
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Hier beende ich. Das Kapitel ist auch lang genug.
Ich lasse wieder ein paar Gedanken im letzten Absatz. Von allen, die hier schon fertig sind, verabschiede ich mich. Ich wünsche euch noch ein schönes, bevorstehendes Wochenende und wir lesen und dann nächsten Donnerstag wieder.
Liebe Grüße, Mimi
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So, da sind wir.
Ich baue hier also auf das auf, was wir im letzten Kapitel begonnen haben. Ein kleiner Wettlauf beim Training.
Zorro will so stark werden, wie Kuina. Und Kuina will verhindern, dass Zorro aufholt.
Auch das Thema Mädchen ist wieder mit dabei. Es wird auch im nächsten Kapitel noch einmal relevant werden. Aber darum ging es ja auch im Anime.
Jedenfalls, beide übertreiben es mit ihrem Training.
Kuina unterschätzt die Sommerhitze
Zorro unterschätzt seine eigene Kraft.
Auch eine wichtige Lektion für die Beiden.
Ren hieß zuerst eigentlich Tao. Ich hatte ihn für diese Geschichte erfunden. Ich brauchte einen weiteren Trainingspartner für Zorro. Doch dann fiel mir ein, dass es in Zorro und Aruna einen Ren gab, der gemeinsam mit Zorro im Dojo trainiert hatte. Also benannte ich Tao kurzerhand in Ren um. Außerdem konnte ich das Thema Ohrringe gleich noch einmal einfließen lassen. Ob es wirklich so ist, dass man für jede gemeisterte Technik einen Ohrring bekommt ist zwar nur reine Spekulation, aber wir sind ja auch in einer Fanfiktion.
Die stumpfen Schwerter bekommt Zorro ja auch im Anime von Kozaburo. Damals weiß er ja nicht, wer der alte Mann wirklich ist. Er hat es hier ja nicht nur mit Kuina´s Großvater zu tun, sondern auch mit einem Samurai und Schwertschmied. Kozaburo hat sowohl das Wado-ichi-Monji als auch Enma geschmiedet. Aber ich glaube, das erwähnte ich bereits im letzten Absatz des vorherigen Kapitels.
Diese Infos stammen übrigens aus der One Piece Folge 1060.