Das Versprechen
Das Versprechen
„Kozaburo, es schmerzt uns alle zu tiefst, dass du nun deine Heimreise angetreten hast. Du warst in diesem Dojo ein unverzichtbarer Meister, der unseren Schülern steht´s mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat und …“
Zorro hörte nicht weiter zu. Er seufzte und blickte in den Himmel.
Zusammen mit ein paar anderen Schülern stand er in einer Reihe, vor einem Grab, in den man gerade den alten Mann beerdigte.
Natürlich war der grünhaarige Junge über das ableben des alten Mannes erschüttert gewesen. Immerhin hatte er auch mit ihm zu tun gehabt. Die Prüfungen zu Ein-Schwert-Technik und die Zwei-Schwert-Technik hatte er bei ihm abgelegt. Von den beiden Katana, die er ihm geschenkt hatte, ganz zu schweigen.
Dennoch … seine Sorge galt im Moment … Kuina.
Sie stand ganz vorne am Grab, zwischen ihren Eltern.
Sie sah in ihrem schwarzen Trauerkleid so anders aus. Die Augen verweint. Unendlich traurig.
Erst heute hatte Zorro begriffen, dass Kozaburo der Vater seines Meisters Koshrio gewesen ist. Und somit der Großvater von Kuina.
Alle Schüler falteten die Hände und verbeugten sich vor dem Grab.
Mechanisch machte Zorro einfach mit.
Doch sein Blick lag weiterhin auf Kuina.
Koshoro legte seiner Tochter eine Hand auf die Schulter, als diese heftig schluchzte.
Er flüsterte ihr etwas zu. Dann nahm Hazuki die Hand ihrer Tochter und führte sie weg. Etwas Abseits stand die Familie von Aruna, um Beistand zu leisten.
Hazuki führte Kuina zu ihnen. Aruna nahm Kuina in die Arme. Dann gingen die beiden Mädchen nach nebenan. In den Garten von Aruna´s Familie. Dort, wo der Kirschbaum stand.
An diesem Nachmittag fand kein Unterricht statt. Yuki-San hatte im Garten des Dojo einen Tisch aufgestellt. Dort gab es Onigiri und kalten Tee.
Zorro saß etwas teilnahmslos unter den Schülern. Immer wieder suchte sein Blick den Garten ab.
Auf der anderen Seite des Gartenzauns war es ruhig geworden. Koshiro war schon vor einer Weile zu Aruna hinüber gegangen. Sicher holte er Kuina ab.
Da … endlich entdeckte er die Beiden.
Koshiro führte Kuina in das Dojo.
Der grünhaarige Junge wollte ihnen folgen. Doch Saga hielt ihn davon ab.
„Lass sie, Zorro“ sagte er „Sie braucht jetzt ihre Familie“
Zorro schluckte.
Er … hatte das Bedürfnis, Kuina ebenso beizustehen. Aruna durfte das ja auch. Aber … er war eben ein „Schüler“ und Arnua war Kuina´s „Freundin“
Der Tag schien sich endlos lange hinzuziehen. Aber, vielleicht bekam er Abends noch eine Chance.
Das Abendessen verlief schweigend. Die Schüler saßen an ihren Plätzen, hielten den Kopf gesenkt und nahmen Wortlos ihr Abendmahl ein.
Zorro´s Blick wanderte zum Tisch der Familie Shimotsuki. Doch … heute Abend saßen dort nur Koshrio und Yuki-san.
Kuina und ihre Mutter waren nicht anwesend. Vermutlich nahmen sie ihr Abendmahl alleine in der Wohnstube ein.
Für Zorro fühlte sich es sich wieder wie eine halbe Ewigkeit an, bis das Abendessen vorüber war.
Aber endlich war es soweit und die Schüler verließen den Speisesaal.
Koshiro stand an der Tür und wünschte jedem eine gute Nacht.
Nun war Zorro an der Reihe.
„Gute Nacht, Zorro“ sagte sein Meister und lächelte.
„Meister …“ der grünhaarige Junge suchte die passenden Worte. Etwas unbeholfen blickte er seinen Meister an. Dieser lächelte jedoch nur.
„Sie sollte draußen im Garten sein“ sagte er, als hätte er die Gedanken seines Schülers gelesen.
„Darf ich zu ihr?“ wollte Zorro wissen.
Koshiro nickte.
Zorro lief direkt nach draußen.
„Hei“
Schon vom weiten konnte er Kuina´s Kampfrufe hören.
„Hei“
Dort war sie. Die Sonne war noch nicht ganz untergegangen, der Garten war in Dämmerlicht getaucht. Am Gartenzaun sah er einen Schatten … und weg war er. Ob es Aruna gewesen war? Hatte sie auch nach Kuina gesehen?
„Beobachtest du mich etwa?“
Kuina´s Stimme holte den Jungen wieder in die Gegenwart zurück.
Das Mädchen ließ das Schwert sinken … ein … echtes Schwert! Ein weißes, blitzsauberes Katana. Es sah richtig edel aus.
„Kuina“ langsam kam Zorro näher. Er … er suchte nach den richtigen Worten.
„Entschuldige“ sagte er schließlich und verbeugte sich leicht. „Ich … ich weiß, wie du dich jetzt fühlen musst“
Einen Moment lang erinnerte sich der Junge an seine Mutter. Braune Augen … braunes Haar, zu einem Pferdeschwanz gebunden.
Er hatte lange nicht mehr an sie gedacht.
„Schon gut“ hörte er Kuina antworteten.
„Ich … ich würde“ Zorro suchte wieder nach Worten. Man … in so was war er echt nicht gut.
„Ich würde gerne etwas tun“ sagte er „Damit es dir besser geht“
„So?“ Kuina lachte „Wenn du etwas tun willst, dann fordere mich wieder zum Kampf auf. Für morgen?“
„Ja“ antwortete der Junge wie aus der Pistole geschossen. Erst jetzt blickte er wider auf. Kuina lächelte.
„Es tut zwar weh“ sagte sie „Aber es ist gut, wenn wir ab morgen wieder trainieren und kämpfen. Das lenkt mich ab“
„Ja“ sagte Zorro erneut. Dann fiel sein Blick wieder auf das weiße Schwert.
„Willst du es dir ansehen?“ wollte das Mädchen wissen.
Langsam kam der Junge näher.
„Wow“ sagte er. „Wie schön“
„Das Wado-Ichi-Monji“ sagte Kuina und steckte das Katana in die Schwertscheide. „Mein Erbe“
„Es gehört jetzt dir?“ Zorro bekam große Augen.
Das Mädchen nickte.
„Großvater hat es für mich geschmiedet“ sagte sie „Ich … habe es jetzt nur früher bekommen, als gedacht … weil …“
Wieder schluchzte sie.
Etwas betreten trat Zorro von einem Bein auf das Andere.
„Danke dass du hier bist“ sagte Kuina schließlich.
„Aber ich …“ stammelte der Junge „Ich weiß ja gar nicht, was ich sagen soll. Ich weiß ja … als damals meine Mutter gestorben ist … es gibt keine Worte, die trösten“
„Das ist wohl wahr“ antwortete das Mädchen und wischte sich die Tränen ab. „Aber das macht nichts. Du bist da. Das ist alles, was zählt“
„Das hier ist Arata“ sagte Koshiro. „Einige von euch kennen ihn. Er wird von nun an mein Gehilfe sein“
Die Schüler staunten.
Sie saßen alle im Trainingsraum, als Koshiro mit Arata eintrat.
Auch Zoro blickte auf. Ausgerechnet der Vater von Aruna? Er sollte Kozaburo´s Platz einnehmen?
„Ich bin Arata“ stellte sich der Mann nun selbst vor. „Ihr kennt mich sicher, da ich euer Nachbar bin. Auch ich habe in meiner Jugend verschiedene Schwerttechniken gemeistert und freue mich, die Anstellung hier in eurem Dojo antreten zu können. Auf gute Zusammenarbeit“
„Auf gute Zusammenarbeit“ antworteten die Schüler.
„Was steht heute morgen als erstes an?“ wollte er wissen.
„Zuerst Aufwärmtraining“ begann Koshrio „Und dann …“
„Eine Herausforderung“ rief Kuina dazwischen.
Alle blickten auf, als das Mädchen den Übungsraum betrat.
„Gestern Abend wurde ich von Zorro erneut zum Kampf aufgefordert. Und diese Aufforderung möchte ich heute annehmen“ sagte sie.
Alle Blicke wanderten zu Zorro. Dieser stand nun auf und verneigte sich.
„Das ist richtig“ sagte er.
„Also gut“ antwortete Koshrio „Wärmt euch auf und dann können wir Beginnen“
Verbeugt euch vor den Göttern“ sprach Arata.
Kuina und Zorro drehten sich zum Wandschrein und verbeugten sich.
„Verbeugt euch vor einander“ sprach er weiter.
Die Kinder taten, wie ihnen angewiesen wurde. Dann gingen sie in Kampfstellung. Mit Übungsschwertern. Kuina mit einem Schwert, Zorro mit zwei.
„Das ist unser 2000 Kampf“ sagte Kuina und grinste dabei.
„2000?“ Arata schluckte
„Das ist richtig“ bestätigte Koshrio. „1999 Siege für Kuina“
Wieder schluckte Arata.
„Dann zeigt mal, was ihr könnt.“ sagte er „Der Kampf beginnt“
Zorro kippte nach hinten. Ein dicker Striemen mitten im Gesicht, der deutlich anschwoll. Seine Übungsschwerter links und rechts neben ihn.
Kuina stand über ihn. Nach vorne gebeugt, das Schwert noch erhoben.
„Aus“ sagte Arata, der während des Kampfes aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen war.
Sowohl wegen Kuina … als auch wegen Zorro … er kannte Zorro nur als den kleinen Schwätzer, der nichts drauf hat. Doch hier hat er gerade, trotz seiner Niederlage, das Gegenteil von dem beweisen. Er war inzwischen ein starker, disziplinierter Schwertkämpfer.
„Der Sieger ist Kuina“ verkündete Arata „Mit 2000 Siegen“
„Mist“ fluchte Zorro, die Hand gegen die Stirn gepresst.
„Ha“ das Mädchen lachte „Bist halt ganz der alte schwächling, Zorro“
Der Junge blickte auf. Ja, so mochte er Kuina. Dennoch …
„Dass du dich nicht schämst, vor allem als Kerl“ sprach das Mädchen weiter.
Jetzt wurde Zorro doch wütend. Ja, er hatte verloren. Aber Kuina … war gerade wieder richtig überheblich.
Ren und Saga, die im Hintergrund saßen, blickten sich an.
Erst vor kurzem war es Zorro gelungen, den älteren, fast erwachsenen Ren zu besiegen. Zorro war nicht mehr der schwache Anfänger. Ganz und gar nicht!
„Dabei ist Zorro von den Jungs hier der stärkste“ flüsterte Saga, bereute dies aber sofort. Kuina´s Blick sprach Bände.
„Er ist aber schwächer als ich es bin“ sagte sie „Auch mit zwei Schwertern“
Damit verließ sie den Raum.
Zorro stand inzwischen wieder. Er rieb sich die Stirn.
„Du solltest zu Yuki-san gehen“ meinte Koshrio. Doch der Junge schüttelte den Kopf.
„Ich werde es selbst kühlen, Meister“ sagte er und wollte gehen.
„Zorro“ rief Arata „Wenn du dich etwas erholt hast, würde ich gerne in einem Übungskampf gegen dich antreten“
„Es wäre mir eine Ehre“ antwortete der Junge, verbeugte sich und ging nach draußen.
Draußen stand eine Waschschüssel. Zorro ließ mit dem Gartenschlauch Wasser ein. Dann nahm er ein Tuch, tunkte dies ins kalte Wasser und hielt es sich ins Gesicht.
„Dreck“ fluchte er erneut.
„Geht es dir gut?“ Saga kam aus dem Dojo, um nach seinen Mitschüler zu sehen.
„Mir geht es gut“ antwortete Zorro „Ist ja nicht das erste mal.
„Du hast dich gut gehalten“ sagte der ältere Junge und setzte sich zu Zorro. „Sogar Arata war beeindruckt“
„Das war er auch von Kuina“ antwortete der grünhaarige Junge „Ich muss … ich muss noch viel härter trainieren“
„Noch härter?“ wunderte sich Saga „Du hast doch sehr hart trainiert. Und du bist viel stärker geworden. Sogar unseren Ren hast du besiegt. Und Arata schaffst du mit Sicherheit auch“
„Aber Kuina ist ebenso viel stärker geworden“ antwortete Zorro.
„Ich … ich will einmal der beste Schwertkämpfer der Welt werden! Und darum … darum muss ich dran bleiben, hart trainieren und Kuina besiegen“
Kuina stand unbemerkt um die Ecke. Sie hatte die Unterhaltung der Jungen gehört.
Der beste Schwertkämpfer. Das hatte Zorro schon einige male gesagt. Aber, sie würde es ihm nicht leicht machen! Niemals!
„Zorro hat dich also besiegt?“ wollte Kshiro von Arata wissen. Beide Männer machten gerade eine Pause und tranken eine Schale grünen Tee zusammen.
„Ja“ antwortete Arata „Ich wundere mich darüber, wie stark er geworden ist. Du hast ihn gut trainiert, Koshiro“
„Er hat auch deswegen so viel an Stärke zugelegt, weil er derjenige ist, der am härtsten trainiert“ antwortete Koshrio „Er hat es sich hart erarbeitet“
„Dennoch schafft er es nicht, deine Tochter zu besiegen“ bemerkte Arata. „Ich würde ja selbst gerne einmal gegen Kuina antreten. Aber du weißt ja, was ich davon halte, dass Mädchen Schwertkampf ausüben. Deswegen habe ich es Aruna auch untersagt. Aber du brauchst Kuina für das Dojo“
„Weibliche Schwertkämpfer haben mit vielen Hürden zu kämpfen“ stimmte Koshrio den Worten von Arata zu.
„Seitdem sie das Wado-Ichi-Monji besitzt, blickt sie wieder auf die anderen Schüler herab. So lange sie nicht begreift, wie falsch das ist, kann ich ihr das Dojo nicht überlassen“
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen.
„Vater“ rief Kuina, die ungefragt eintrat.
„Kuina?“ rief Arata erschrocken auf.
„Du bist ungehorsam“ tadelte Koshrio seine Tochter „Lauschen gehört sich nicht“
Das Mädchen bebte vor Wut.
Sie … konnte so das Dojo nicht übernehmen?
„Ich bin stark genug, Vater“ sagte sie „Ich werde der beste Schwertkämpfer der Welt! Das wirst du schon sehen“
„Kuina“ sagte Koshiro, bemüht ruhig zu bleiben. „Als Mädchen wird das kaum möglich sein. Setzte die Lehren des Dojo fort! Damit du es eines Tages übernehmen kannst“
Kuina traute ihren Ohren nicht.
Sie … sie hatte doch das Zeug dazu.
Aber sie wusste, reden war hier sinnlos. Schließlich kannte sie auch Arata´s Meinung zu dieser Sache.
Und … auch die ihrer Mutter.
Der Einzige der ihr zugetraut hätte, die beste Schwertkämpferin der Welt zu werden, war ihr Großvater gewesen.
Schweigend verließ sie den Raum und lief in die dunkle Nacht hinaus.
Sie brauchte jetzt dringend einen ruhigen Ort zum allein sein.
Und noch jemand war so spät am Abend draußen unterwegs. Bereit noch stärker zu werden, hatte Zorro sich seine beiden Katana geholt und lief durch die beginnende Nacht. Um das Gewicht der Schwerter besser händeln zu können, lief er mit einem in der rechten und einem in der linken Hand am See entlang.
Schweiß lief ihn von der Stirn. Doch er hatte nicht vor, sein Training abzubrechen.
Dann … sah er etwas. In der Dunkelheit. Eine Gestalt. Ihre Bewegungen waren vertraut. Sie saß auf einer Bank am Wegesrand und wischte sich mit den Händen über das Gesicht.
„Zorro“ sagte die Gestalt mit leicht zitternder Stimme.
„Kuina?“ antwortete er, als er ihre Stimme erkannt hatte „Was treibst du denn hier draußen?“
„Das könnte ich auch dich fragen“ antwortete die Angesprochene. Sie hatte ein Taschentuch in den Händen. Die Augen verweint. Wieder … wegen der Sache mit ihrem Großvater???
Langsam ging Zorro auf das Mädchen zu.
„Ich will einen 2001. Kampf“ sagte er und hob seine Katana hoch. „Diesmal wird es unser letzter Kampf sein, denn ich werde Siegen! Kämpfe mit deinem Wado-Ichi-Monji gegen mich“
Kuina blickte Zorro in die Augen. Pure Entschlossenheit spiegelte sich darin. Dann blickte sie auf die beiden Katana in seinen Händen.
„Einverstanden“ sagte sie und stand auf, um ihr eigenes Katana zu holen.
Die Beiden standen sich am See direkt gegenüber. Beide in Kampfstellung. Beide voller Entschlossenheit. Ohne Zuschauer. Nur … sie beide.
Zorro sprintete los. Direkt mit beiden Schwertern auf Kuina zu. Diese konnte mit ihrem Schwert den Angriff Abwehren.
Zorro zog den linken Arm nach hinten, holte aus und schellte nach vorne. Wie beim Training. Dabei erwischte er ein paar von Kuina´s Haarspitzen, die im Wind davon trieben.
Nun holte Kuna aus, doch Zorro konnte mit der rechten Abwehren.
Beide Klingen lagen aufeinander, wurden gegeneinander gedrückt. Das Mädchen gewann an Kraft, konnte Zorro´s Angriff zur Seite wegschlagen. Dieser ging sofort wieder in Angriffsstellung. Dann sprintete er los.
Imme wieder prahlten die Klingen aneinander ab. Mal hatte Zorro die Oberhand, mal Kuina.
Schwer atmend stand Zorro nun vor ihr, die Klingen überkreuzt. Kuina hingegen stand ganz ruhig, das Schwert vor sich haltend. Aber auch ihr liefen Schweißperlen von der Stirn. Sie beobachtete ihren Gegner genau. Wie er sich bewegte … er sprintete auf sie zu, sie holte aus und …
Zorro fiel rücklings auf den Boden. Kuina direkt über ihn. Würde sie … würde sie ihn auch mit der scharfen Schwertklinge eines überziehen, so wie sie es bei den Übungskämpfen immer tat?
Sie holte aus, Zorro schloss vor Schreck die Augen und … das Schwert schnitt neben in in den Erdboden und blieb dort stecken.
Seine eigenen Schwerter landeten hinter ihn im Gras.
Kuina lächelte.
„Mein 2001. Sieg“ sagte sie, erhob sich und hielt den Kopf gegen den Wind.
„So ein Dreck“ kam es ganz jämmerlich von Zorro. Vor lauter Wut und Verzweiflung kamen ihn die Tränen.
„Scheiße“ schluchzte er. „Es ist so frustrierend“
Kuina beobachtete ihn ein paar Minuten. Dann blickte sie in den Himmel. Ihre Augen … sie wirkten so unendlich traurig.
„Ich bin diejenige, die hier vor Frust weinen sollte“ sagte sie plötzlich mit ruhiger Stimme.
Schlagarttag hörte der Junge auf zu weinen, setze sich auf und blickte zu seiner Rivalin.
„Was?“ er verstand nicht.
Das Mädchen blickte ihn nicht an. Sie schaute noch immer in den Himmel.
„Weißt du, wenn Mädchen heranwachsen, werden sie schwächer als Männer“ erklärte sie.
„Auch du wirst mich bald schon einholen …“
Jetzt erhob sie ihre Stimme und blickte in den See.
„Du posaunst immer, dass du der beste Schwertkämpfer der Welt werden willst“ sagte sie „Mein Vater sagte mir, für ein Mädchen sei das unmöglich. Was, wenn er recht hat? Es ist so frustrierend. Du kannst dich wirklich glücklich schätzen, als Junge zur Welt gekommen zu sein. Ich wäre auch gerne der beste Schwertkämpfer. Aber ich bin ein Mädchen. Und ich werde langsam zur Frau. Sogar meine Brüste wachsen langsam heran. Wäre ich … wäre ich doch auch nur als Junge zur Welt gekommen“
Inzwischen liefen ihr die Tränen über die Wangen.
Zorro stand auf. Er stellte sich direkt vor Kuina und blickte ihr fest in die Augen. Er hatte genug gehört.
„Jetzt heul nicht rum“ schimpfe er „Nicht, nachdem du mich zum 2001. mal besiegt hast. Das ist nicht fair! Du bist immerhin mein Ziel!“
„Zorro“ noch immer liefen die Tränen aus Kuina´s Augen.
„Was soll eigentlich der ganze Mist? Junge hier, Mädchen da … Wenn ich dich eines Tages besiege, willst du dich dann damit rausreden, dass du eben ein Mädchen bist? Du tust ja so, als hätte Schwertkampf rein gar nichts mit können zu tun! Du beleidigst mein hartes Training! Also red nicht so einen Quatsch“
Schweigen. Beide schauten sich einfach nur an. Zorro mit ernsthaften Blick, Kuina noch immer verweint.
„Versprich es mir“ sagte der Junge mit fester Stimme, brach damit das Schweigen. „Eines Tages wird einer von uns Beiden der beste Schwertkämpfer der Welt!“
Kuina wischte sich die Tränen aus den Augen.
„Dummkopf“ sagte sie „Dabei bist du so schwach“
Doch der Junge ließ sich nicht beirren. Er reichte Kuina die Hand.
Diese nahm die Hand an.
„Versprochen“ sagten sie gleichzeitig.
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Hier beende ich das Kapitel. Ich äußere mich gleich noch im letzten Absatz dazu. Wie immer verabschiede ich mich an dieser Stelle von allen, die hier fertig sind und verabschiede mich. Bis nächste Woche dann. Eure Mimi
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Puh … das war ein Kapitel.
Hier vermischen sich Szenen aus den Anime mit meiner eigenen Geschichte.
Davon, dass Kozaburo ungefähr zu diesem Zeitpunkt verstorben sein muss, erfahrt man ja erst in Wano Kunia. In Folge 1060 erinnert sich Zorro daran.
Im Anime war Kozaburo im Dojo nicht aktiv. Dafür aber einige unbekannte Lehrer und Gehilfen.
Als ich das Kapitel angefangen habe zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass Aruna´s Vater noch einen Namen bekommt und hier Lehrer wird. Ich habe mich dazu entschieden, um Kuina´s Situation noch ein wenig zu untermauern. Im Anime gibt es ein ähnliches Gespräch, mit einem der anderen Lehrer. Aber so, mit Arata, bekommt diese Szene nochmal eine ganz andere Bedeutung. Und diese Szene ist so unendlich wichtig für das Versprechen.
Arata bedeutet übrigens „Der Neue“ daher der Name.
Ich habe auch Aruna nochmal mit einfließen lassen. Zur Unterstützung für Kuina nach dem Tod ihres Großvaters und eben wegen der „Mädchen“ Sache. Ich wollte sowieso eine Freundin für Kuina einbauen, daher hat sich das noch einmal angeboten.
Ich fand es auch eine gute Szene, dass Kuina auf diese Weise ihr Schwert bekommt. Den Kampf 2001. Kampf habe ich dann aus dem Anime übernommen.
Ju, ich denke somit ist alles gesagt. Solltet ihr noch etwas wissen wollen, fragt einfach! Liebe Grüße, eure Mimi