Bonus Kapitel : Der Piratenjäger
Bonus Kapitel : Der Piratenjäger
Ein lauer Abend auf einer kleinen Insel irgendwo im East Blue.
Die Sonne stand schon sehr tief. Ihre letzten, warmen Strahlen schienen über einen Waldrand. Die Nacht würde bald herein brechen.
Direkt am Waldrand war ein kleines Zelt aufgebaut. Davor brannte ein Lagerfeuer.
Einige Fische, aus dem nahen Fluss, waren auf Holzstecken gespießt und grillten über den Feuer.
Ein herrlich leckerer Duft lag in der Luft.
Drei gestalten saßen am Lagerfeuer. Alle drei sahen etwas lädiert aus.
Der erste von ihnen hatte eine Punk ähnliche Frisur und trug eine Sonnenbrille.
Er zweite hatte blonde Locken.
Und der dritte hatte kurzes, grünes Haar. An seiner Seite lagen drei Schwerter. Eines davon in einer weißen Schwertscheide.
„Wie geht es deinen Arm, Johnny?“ fragte der grünhaarige den Mann mit der Sonnenbrille.
„Geht schon, Zorro“ antwortete dieser „Und wie ist es bei dir, Yosaku?“'
„Ich bin nur müde“ antwortete der dritte, mit den blonden Locken „Und hungrig“
Zorro lachte
„Gleich gibt es etwas“ sagte er mit einen Blick auf den Fisch. „Und morgen gönnen wir uns ein richtiges Festessen. Dieser Dick hat uns ne ganze Menge Kohle eingebracht“
„Es ist dein Geld“ meinte Johnny „Du hast ihn besiegt“
„Mich interessiert das Geld nicht wirklich“ antwortete Zorro „Mir ist nur wichtig, dass ich etwas zu beißen habe. Ihr könnt das Geld haben, sobald ich meine Tasche voller Futter habe“
„Wow“ rief Yosaku „Bist du dir sicher?“
Der Grünhaarige nickte.
„Ich kann es kaum glauben“ der Mann mit der Sonnenbrille blickte in den Himmel. „Wir beide Yosaku, haben das Glück, ein Stück mit dem berühmt berüchtigten Piratenjäger Lorenor Zorro reisen zu dürfen! Und er teilt auch noch seine Beute mit uns“
„Ja, kaum zu glauben“ antwortete der Angesprochene.
Zorro winkte ab.
„Haltet mal die Luft an, Jungs“ sagte er „So besonders bin ich nicht“
„Und ob“ antworteten Beide gleichzeitig.
„Nur, eines würde mich schon interessieren“ meldete sich Yosaku zu Wort. „Wenn du nicht an dem Geld interessiert bist, warum bist du dann Kopfgeldjäger?“
„Damit ich mir was zu Futtern leisten kann“ antwortete der Grünhaarige und griff nach einem gegrillten Fisch. Diese waren inzwischen fertig.
„Greift zu“ sagte er zu den Anderen.
Diese ließen sich das nicht zweimal sagen.
„Jetzt erinnere ich mich wieder“ schmatze Yosaku, kaute dabei weiterhin auf dem Fisch herum.
„Als wir uns das erste mal begegnet sind. In dieser sinkenden Kneipe. Da sagtest du, du suchst Falkenauge. Richtig?“
„Richtig“ antwortete Zorro „Darum bin ich auf Reisen. Und von irgendetwas muss ich ja leben. Also bin ich Kopfgeldjäger. Außerdem … so kann ich meine Fähigkeiten weiter verbessern. Ist ein gutes Training. Bei Piraten funktioniert das am besten.“
„Du kämpfst mit drei Schwertern“ staunte Jhonny „Wie bist du auf die Idee gekommen?“
„Naja, zwei reichten mir nicht aus“ antwortete Zorro „Mit drei klappt es bei mir eben besser“
„Was hast du denn vor, wenn du bei Falkenauge angekommen bist?“ wollte Yosaku wissen. „Willst du, das er dich trainiert?“
Jetzt musste Zorro lachen.
„Nein“ antwortete er „Ich will ihn erledigen“
„Du willst ihn … erledigen?“ kam es von beiden Gleichzeitig.
Wieder nickte Zorro.
„Mein Ziel ist es nicht, ein berühmter Kopfgeldjäger zu werden. Ich wollte auch nie zum Piratenjäger ernannt werden. Mein Ziel ist es, Mihawk Falkenauge zu schlagen und mir seinen Titel, der beste Schwerkämpfer der Welt, zu holen“
„Das schaffst du nicht“ meinte Johnny „Und überhaupt. Wie kommst du auf so eine Idee?“
„Ich habe ein Versprechen gegeben“ antwortete der Schwerkämpfer „Und es ist mir egal, was alle anderen sagen. Wenn ich es nicht versuche, dann kann ich ihn auch nicht besiegen“
„Und was, wenn du dabei drauf gehst?“ fragte Yosaku weiter.
„Das werde ich nicht“ antwortete Zorro „Und wenn ich verliere, dann werde ich ihn noch einmal herausfordern.“
Jetzt musste der Grünhaarige an Kuina denken. Nicht nur wegen des Versprechens. Er dachte daran, wie oft er sie herausgefordert hatte.
„Ich werde nicht aufgeben“ sagte er „Bis ich mein Ziel erreicht habe“
„Das ist wirklich sehr mutig von dir“ meinte Johnny.
„Und wie sieht es bei euch aus?“ der Grünhaarige hatte keine Lust mehr, ausgefragt zu werden. Also stellte er jetzt die Fragen.
„Warum seid ihr Kopfgeldjäger?“
„Als ich klein war, lebte ich in einem sehr armen Dorf“ antwortete Johnny „So arm wie das, dem wir gestern geholfen haben. Wir hatten kaum etwas zu essen. Wir kamen gerade so über die Runden. Die Banditen merkten das schnell, dass wir keine Chance gegen sie hatten. Also haben sie uns angegriffen und uns das letzte bisschen Essen abgeknöpft. Genau wie Dick es gestern dort getan hatte.“
Der Mann mit der Sonnenbrille hielt kurz inne und blickte ins Feuer.
„Dann kam eines Tages ein Kopfgeldjäger“ erzählte er „Und ließ sich in unserem Dorf nieder. Er kümmerte sich um die Banditen. Auch wenn es für ihn nur ein Job war, für uns war er ein Held. Durch ihn konnten wir überlegen. Ich wollte genauso werden wie er“
„Verstehe“ antwortete Zorro „Und du, Yosaku?“
„Bei mir war es ähnlich“ antwortete der Blonde. „Ich komme ebenfalls aus einer ärmlichen Familie. Und vielen in meiner Heimat ging es genauso. Auch wir hatten immer wieder Schwierigkeiten mit Räubern und Banditen, die uns das letzte Hemd abknöpften. Bis die Kopfgeldjäger kamen. Und als ich sah, wie viel Kohle sie mit ihrer Arbeit verdienten, wollte ich das auch“
Zorro lachte.
„Wenn man euch zwei so sieht, traut man euch diese Art von Arbeit gar nicht zu“ sagte er. „Nehmt es mir nicht übel, aber ihr wirkt … etwas zarter besaitet“
„Zart besaitet?“ Johnny lachte laut auf.
„Mein lieber“ sagte er „Ich war zwar noch ein Kind, aber ich habe mitbekommen, wie sich die Banditen benommen haben. So mancher Unschuldiger ließ im Kampf sein Leben.“
Wieder blickte er in die Flammen.
„Die Banditen töteten Unschuldige, die ihre Familie und ihre Existenz beschützen wollten. Die Marine half uns nicht! Es mag ein schmutziger Job sein, doch die Banditen haben es nicht anders verdient“
Zorro nickte. Dann blickte er zu Yosaku.
„Wenn man Geld braucht, Zorro“ sagte dieser „Ist man zu viel bereit. Du hast eben erzählt, du wurdest auch nur zum Piratenjäger, um nicht zu verhungern?“
„Da hast du recht“ antwortete der Grünhaarige.
Die Nacht war endgültig herein gebrochen. Johnny und Yosaku hatten sich in das Zelt zurück gezogen.
Zorro lag direkt am Lagerfeuer, die Arme hinter den Kopf verschränkt und blickte in den Himmel.
Wado-Ichi-Monji direkt neben ihn.
Er legte eine Hand auf sein geliebtes Schwert.
Jeder von ihnen hatte also seine Gründe, warum er Kopfgeldjäger geworden ist.
Johnny, weil er den Unschuldigen helfen wollte, die Banditen zum Opfer gefallen waren.
Yosaku, weil er ein Leben in Armut satt war.
Und er? Er war Piratenjäger geworden, weil dies im Moment der einzige Weg war, sein Versprechen einzulösen.
„Ich finde ihn“ flüsterte er „Ich finde Falkenauge. Verlass dich darauf, Kuina“
Die Sonne war bereits aufgegangen
Das Feuer war erloschen.
Das Zelt wurde abgebaut.
Die kleine Gruppe setzte ihre Reise fort. In die nächste Stadt. Dort wollten sie noch einmal gemeinsam essen, ehe sich ihre Wege trennen sollten.
Gegen Mittag erreichten sie die Stadt. Und sie fanden ein gutes Wirtshaus.
„Falkenauge?“ fragte der Wirt, als Zorro nach ihm fragte. „Ja, der war vor kurzem hier. Frag am besten im Hafen nach.“
„Das werde ich, vielen Dank“ antwortete der Grünhaarige „Ach, und kannst du mir Proviant einpacken?“
Er reichte dem Wirt seinen Seesack.
„Kannst du auch bezahlen?“ wollte dieser wissen.
Alle drei Männer grinsten. Yosaku griff in seine Jackentasche und holte ein Bündel Geldscheine heraus. Noch hatten sie von ihrem Lohn genügend übrig.
Und.
Sie hatten sich dazu entschlossen, die Beute fair zu teilen.
Der Wirt bekam große Augen, als er die Berry sah.
„Natürlich meine Herren“ sagte er „Ich werde ihnen die leckersten Dinge einpacken“
Mit diesen Worten verschwand er in die Küche.
Alle drei lachten.
Zorro´s Blick fiel auf ein paar Steckbriefe, die an der Wand hingen. Gesucht waren ein paar kleine Piratenbanden.
„Jungs“ sagte er und blickte wieder zu seinen Kameraden „Es war eine kurze Zeit, aber eine schöne. Ich bin sicher, wir begegnen uns irgendwann wieder“
„Lass uns dich noch zum Hafen begleiten“ meinte Johnny.
„Warum?“ wollte der Grünhaarige wissen.
„Weil du dich sonst verläufst“ antworteten Beide wie aus einem Munde.
Sie hatten es noch gut in Erinnerung. Nachdem Zorro Dick besiegt hatte und sich das Kopfgeld abholen wollte … irrte er erst dreimal im Kreis, bis Yosaku ihn persönlich zum Marinestützpunkt gebracht hatte.
„Ach was, ich verlauf mich schon nicht“ meinte Zorro, etwas beleidigt.
„Wir kommen mit“ die beiden duldeten keine Widerrede.
„Falkenauge?“
Die Fischer am Hafen überlegten, als nach dem Samurai der Meere gefragt wurde.
„Ja“ antwortete Zorro „In der Stadt wurde mir erzählt, er sei wohl vor kurzem hier gewesen“
„Das Stimmt“ jetzt kam eine Fischerfrau aus einer der am Ufer liegenden Hütten.
„Mein Mann hat ihn vor etwa einer Woche auf seinen Schiff mitgenommen. In Richtung Süden, zum Felsenriff“
„Wirklich?“ der Grünhaarige freute sich über diese Information. „Wie komme ich dahin?“
„Steig ein“ meinte ein weiterer Fischer und zeigte auf ein kleines Schiff „Ich wollte eh in diese Richtung. Ich nehme dich mit. Allerdings sind wir nur sehr langsam unterwegs.“
„Das macht nichts. Vielen Dank“ antwortete Zorro und gab den Fischer ein paar Berry.
Dieser freute sich sichtlich.
„Gerne doch“ meinte er „Ich hätte dich aber auch so mitgenommen“
„Das weiß ich“ antwortete der Grünhaarige, stieg auf das Schiff und lehnte sich gegen die Reling.
„Johnny“ rief er „Yosaku. Macht es gut. Passt auf euch auf“
„Du auch auf dich, Aniki“ antworteten die Beiden.
So trennten sich ihre Wege.
Zorro hielt ein Nickerchen. Außer ihm und den Kapitän der Fischer, waren noch drei weitere Fischer an Bord. Sie hatten ihre Netze ins Wasser gesetzt und freuten sich auf Beute.
Der Tag war mild. Die Sonne warm, der Himmel nur leicht bewölkt.
Eine leichte Brise wehte.
Die Fischer zogen unterwegs zum Felsenriff reichlich an Bord. Schöne, schmackhafte Fische.
Es war friedlich, ruhig und entspannend.
Bis …
…
… „PIRATEN“ …
Einer der Fischer laut zu schreien begann.
„Kapitän“ rief er aufgeregt und ließ sein Fernglas sinken. „Ein Piratenschiff auf drei Uhr. Und … es kommt direkt AUF UNS ZU“
„Verdammt“ fluchte der Kapitän. „Die knöpfen und bestimmt gleich den Fisch ab“
Zorro gähnte laut und erhob sich.
„Darf ich mal?“ fragte er und deutete auf das Fernglas.
Der Fischer, der beim Anblick des Piratenschiffes sichtlich erschrocken war, nickte nur.
So nahm der Grünhaarige das Fernglas und suchte nach dem Piratenschiff.
Er entdeckte es.
„Ah“ sagte er „Die Piratenbande war auf einen Steckbrief abgebildet, der im Wirtshaus hing“
„Ja genau“ antwortete der Kapitän „Die Fishbone Piraten. Sie machen uns Fischern immer wieder Ärger. Aber die Marine …“
Der Kapitän seufzte.
„Wir haben keine Wahl. Wir werden ihnen den Fisch überlassen. Nur so lassen sie von uns ab“
„Nope“ sagte Zorro.
Alle Blicke waren auf ihn gerichtet.
Der Grünhaarige band sich sein schwarzes Kopftuch um, nahm ein Schwert in die linke, eines in die rechte Hand und das letzte klemmte er sich zwischen die Zähne.
„Heute ist euer Glückstag, Leute“ nuschelte er „Die mach ich fertig!“
„Du bist … du bist …“ stammelten die Fischer …
…
„Lorenor Zorro! Der Piratenjäger“ riefen sie alle wie aus einem Munde.
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Hier beende ich das Kapitel. Es ist kurz. Aber es ist okay so. Ich wollte unbedingt ein Kapitel schreiben, in dem Zorro mit Johnny und Yosaku unterwegs ist. Daher die Idee, dass er Mihawk auf den Fersen ist. Ich hoffe es gefällt euch.
Die Idee dazu entstand, als ich Folge 135 angesehen habe. In dieser Folge erinnert sich Zorro daran, wie er Johnny und Yosaku begegnet ist und wie er ihnen dabei geholfen hat, Dick´s Räuberbande in die Flucht zu schlagen.
In dieser Folge sprechen Johnny und Yosaku auch darüber, warum sie Kopfgeldjäger sind.
Ich denke für heute ist es genug. Ein weiteres, kurzes Bonuskapitel steht schon in den Startlöchern und wird dieses Projekt kommenden Donnerstag abschließen.
Ich sage einfach mal, bis dahin. Eure Mimi.