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Are they watching me

Harlekin — www.fanfiktion.de · All chapters

Are they watching me

Hey hey,

tatsächlich gibt es kurz Werbung in eigener Sache. Was es hier eher selten gibt und was schon ein oder zwei Kapitel eher kommen sollte, aber ich bin ein chaotischer und vergesslicher Mensch. Deswegen erscheint sie erst hier.

Ich habe mit der lieben 2034Arabella aktuell ein gemeinsames Projekt laufen. Auch hier geht es um zwei Musiker und viel Musik. Also wer Lust auf noch mehr Geschichten mit diesem Thema Lust hat, schaut doch gern mal rein. :D

The Last Breakdown

Manchmal fehlen selbst mir die Worte. Yeah, MIR fehlen auch mal die Worte. Unfassbar ich weiß. Sonst schaffe ich es auch immer alles zu kommentieren. Doch Ed hatte es geschafft, dass mir kurzzeitig die Worte fehlten. Und das durch ein kleines Kätzchen. Allein schon, weil er sie in Erinnerung an meine Mom, Amy genannt hatte. Er musste es nicht aussprechen damit ich wusste, dass genau dies sein Gedankengang gewesen war. Und jetzt lag das kleine Bündel in meinen Armen. Nait würde mich wohl erst Mal nicht wieder allein weglassen wenn ich jedes Mal mit einer Katze wieder kam. Allein der Gedanke an meinen Freund brachte mich zum Grinsen.

„Ich sag ja, Katzen Narr“, brummte Ed leise zu sich selbst, während er sich auf den Weg in den Verkaufsraum machte.

„Na komm Junge, die kleine Amy muss bald was essen und ich will meinen Mittagsschlaf machen. Aber vorher muss ich noch schauen, ob Imani ihren Job macht. Ich bezahl sie ja nicht fürs Magazine lesen“, fügte er etwas lauter hinzu. Also folgte ich ihm mit dem Kätzchen im Arm, dessen kleine Krallen sich in meine Haut bohrte. Doch es störte mich nicht im geringsten.

„Sie arbeitet also noch nicht all zu lange bei dir, hm?“, fragte ich ihn neugierig während wir wieder den Hauptraum betraten.

„Ist im dritten Monat und nimmt mir viel Arbeit ab, aber sieht nicht immer die Arbeit. Das muss sie noch lernen“, erklärte er mir grimmig, auch wenn ich durchaus den warmen Klang in seiner Stimme heraushören konnte. Er mochte sie.

Und Imani schien Gale zu mögen. Den als wir bei den beiden ankamen, lehnte die junge Frau fast schon aufreizend am Tresen und hörte Gale zu, der von unserem neuen Album sprach. In seinen Augen eine fast schon kindliche Freude darüber, über seine Leidenschaft zu sprechen. Das ganze Bild brachte mich zum Schmunzeln, den Gale schien in seinem Redefluss gar nicht zu merken wie Imani ihn anhimmelte.

„Arbeiten sollst du, nicht flirten“, brummte der alte Mann und riss Imani damit aus ihrem Gespräch mit Gale, der ziemlich ertappt aussah und nicht so aussah als hätte er gemerkt das mit ihm geflirtet wurde.

„Sorry Ed. Aber es war auch einfach nicht los“, verteidigt sie sich und hob entschuldigend ihre Hände.

„Schon gut. Aber jetzt wieder an die Arbeit. Ich mach ne Stunde Pause und unsere Stars hier müssen sich um Amy kümmern“, brummte er, fügte allerdings noch hinzu:

„Und lass dich hier bald wieder blicken, Junge“, Worte die mich rührten.

„Ich werd mir Mühe geben. Aber du weißt doch, das Leben als Star ist aufregend und voller Termine“, scherzte ich und erntete einen vielsagenden Blick von Ed. Das würde für ihn nicht als Ausrede zählen.

„Jaja und ich bin König vom Kongo“, grummelte er, doch auf seinen Lippen lag der Schatten eines Lächelns.

Nachdem Gale und ich wieder im Auto saßen, ergriff Gale irgendwann das Wort.

„Sie hat wirklich mit mir geflirtet oder? Und ich hab das nicht gerafft“, seinen Worten folgte ein tiefes Seufzten. Er klang richtig ernüchtert.

„Yeah, sie hat hart mit dir geflirtet und du hast es nicht gerafft. Willst du zurück ihre Nummer holen?“, neckte ich ihn amüsiert. Wobei mein Blick auf Amy lag, die ängstlich auf meinem Schoß saß. Ihren kleinen Körper eng an meine Hand geschmiegt. Ich liebte das kleine Ding jetzt schon.

„Nein das wäre verdammt armselig. Ich fahr nächste Woche einfach noch mal hin und hoffe, dass Ed sie bis dahin nicht gefeuert hat“, jammerte er und ließ seine Stirn auf das Lenkrad fallen.

„Kannst du mir nicht das nächste mal Bescheid geben wenn jemand mit mir flirtet? Ich schein da Blind für geworden zu sein“

„Ich bin doch nicht dafür zuständig, dass du ein Date bekommst“, jetzt wanderte mein Blick doch kurz zu ihm rüber. Gale hatte seinen Kopf etwas gedreht und sah mich gequält an. Versuchte sich an einem Hundeblick, den er bei weitem nicht gut beherrschte. Spöttisch hob ich eine Augenbraue und strich durch seine roten Haare.

„Naw versuchst du mich so rumzubekommen? Meine Nummer hast du doch schon“, scherzte ich. Woraufhin Gale erneut dramatisch seufzte.

„Nait würde mich töten wenn ich versuchen würde dich rumzubekommen. Ist dir klar oder?“, murrte er grinsend und setzte sich wieder vernünftig auf.

„Glasklar und ich liebe es, obwohl es nie mein Ding war nicht zu teilen“, mein Blick war wieder auf Amy gewandert, die ich liebevoll streichelte um sie zu beruhigen.

Und tatsächlich machte Nait große Augen, als wir wieder nach Hause kamen und er Amy in meinen Armen entdeckte.

„Träume ich, oder hast du da ein Kätzchen im Arm?“, waren seine ersten überraschten Worte nachdem ich ins Wohnzimmer gekommen war.

„Beides?“ Grinsend zuckte ich mit den Schultern, ehe ich mit Amy zu ihm kam. Das kleine Ding in meinem Arm ziemlich überfordert mit allem wirkte. Naits Blick wanderte erneut zu Amy, dann in mein Gesicht und zurück. Und selbst wenn er etwas sagen wollte, Amy war einfach zu süß. Was ich deutlich in seinem Blick ablesen konnte.

„Okay wow ist die süß. Wo hast du sie schon wieder her?“, seufzte er nachgebend, als hätte er da jetzt ein Mitspracherecht gehabt.

„Ed hat sie mir überlassen. Der alte Mann vom Plattenladen, den ich schon als Kind immer besucht habe“, erzählte ich ihm die Kurzform, die ausführliche Fassung würde er später im Bett bekommen.

„Sie heißt Amy und ich glaub wir müssen uns nachts abwechseln mit dem Füttern. Sie ist noch n Baby“, sprach ich schnell weiter und schiele zu Nait der amüsiert den Kopf schüttelte.

„Wer hat gesagt das ich mithelfe?“ Ich sah ihn gespielt empört an und schüttelte ganz langsam meinen Kopf über ihn.

„Wie kannst du nur? Sie ist doch jetzt unser Baby“, tadelte ich ihn scherzhaft und erhielt dafür einen leichten Schlag von ihm gegen meinen Arm.

„Wenn ich dich in einer Rolle so gar nicht sehe, dann ist es ne Vaterrolle“, war sein nüchternes Urteil, dass wenig überraschend für mich war.

„Deswegen helf ich dir wohl wirklich lieber bei der Kleinen. Ich hoffe Bel akzeptiert sie“, jetzt schlich sich doch ein Lächeln auf seine Lippen.

♫

Ich hasse es bis heute irgendwo neu zu sein. Wer hasst das eigentlich nicht? Es ist ein schreckliches Gefühl. Alle kennen sich, fühlen sich sicher dadurch das sie wissen in welchen dämlichen Raum sie müssen und wem sie vertrauen können. Es war nicht so, dass ich in meiner alten Schule sehr vermisst wurde. Ich war schon immer der verträumte Außenseiter gewesen, der nie Geld fürs Mittagessen hatte und mehr über Musik wusste als unser Musiklehrer. Der Einzige Grund, warum ich nicht schon auf meiner Alten Schule geärgert wurde, war dass ich verdammt noch mal ebenfalls austeilen konnte. Jeder meiner alten Klassenkameraden der es versucht hatte, hatte von mir Gegenwind bekommen. Bis sie es sein gelassen hatten. Doch wie zur Hölle würde ich mich in dieser Elite Schule machen? Wie zur Hölle sollte ich mich an Kids anpassen, die mit Geld und Reichtum aufgewachsen waren? Diese ganze Welt war noch viel zu neu für mich, als das ich mich dort auch nur annähernd zurecht gefunden hätte.

Tja, nur hatte mein Vater, warum auch immer, sich dazu entschlossen mich auf die selbe Schule wie Bryce zu schicken. MICH. Vielleicht hatte er zu dem Zeitpunkt noch so was wie Hoffnung in meinen Werdegang. Oder er war davon überzeugt, dass mich die strengen Lehrer schon hinbekommen würden. Oder er war der Meinung alle anderen Schulen für mich kämen schon aus Prinzip nicht in Frage. Darauf werde ich wohl nie eine Antwort bekommen. Zurück zu meiner aktuellen Misere. Ich war am Morgen zusammen mit Bryce, mit dem ich mich doch ganz gut verstand, aufgestanden. Hatte diese schreckliche Schuluniform angezogen und einen Toast zum Frühstück heruntergewürgt. Mein neuer schwarzer Rucksack stand bereits fertig gepackt neben mir und wartete auf sein Debüt. Und dann gings los. Nicht mit dem Bus, oder zu Fuß, so wie ich früher meinen Schulweg bewältigt hatte und zu dem ich gern wieder zurückgegangen wäre. Nein James fuhr uns. Natürlich. Alles andere wäre unter der Würde der Familie Whitley gewesen.

Bryce hatte mir auf der Fahrt bereits ein halbes Ohr abgekaut. Er sprach über die Schule im allgemeinen, über die Lehrer von denen ich mir keinen einzigen Namen merken konnte, von den Fächern und zum Ende hin auch etwas über seine Freunde. Ich war jünger als er und würde so zwei Klassen unter ihm sein. Es war mir schlichtweg ein Rätsel wie ICH mich jemals zwischen all diesen reichen Kindern zurecht finden sollte. Worüber sollten wir uns unterhalten? Das ich selbst durch ein tragisches Unglück in die hohen Ränge dieser Elite aufgestiegen war, wollte nicht so richtig in meinen Kopf gehen. Tut es bis heute nicht.

„Du hörst mir ja gar nicht mehr zu“, stellte mein Bruder plötzlich fest und stupste mich an der Schulter an. Riss mich somit aus meinen Gedanken und zwang mich dazu ihn anzusehen.

„Sorry, was hast du gesagt? Ich bin innerlich grad vor Nervosität gestorben“, gab ich leise zu und fuhr mir mit den Fingern durch meine Haare. Spürte dann seine warme Hand auf meinem Arm.

„Keine Sorge, dass wird nicht so schlimm wie du denkst. Ich bin ja auch noch da“, versuchte er mich zu beruhigen und hey er hatte Recht. Es wurde schlimmer, als ich es mir damals ausgemalt hatte.

„Yeah und wie erklärst du das mit dem plötzlichen Bruder? Ohne die Regel deines Alten zu brechen ja nicht darüber zu sprechen?“, um den Schmerz und Ärger in meiner Stimme zu überspielen legte ich besonders viel Spott hinein. Romain hatte uns beide gestern Abend extra noch mal zur Seite genommen und hatte uns eingetrichtert, dass keiner von uns ein Wort darüber verlieren sollte in welcher familiären Beziehung wir wirklich zueinander standen. Offiziell war ich also die arme Waise, die von Familie Whitley aufgenommen worden war und jetzt diese unglaubliche Chance auf ein besseres Leben hatte. Das sie mir damit von Anfang an einen Ruf in der Schule verpassten, den ich bis zu meinem Abschluss nicht wieder loswerden sollte, wussten sie nicht. Ich war von Anfang an ihr schmutziges Geheimnis, dass sie nicht wollten aber nun mal hatten. Ein Fremdkörper in ihrem Leben und ihrem Umfeld. Aber hey, so war das jetzt einfach. Also müsste ich mich wohl die nächsten Jahre mit dieser schrecklichen Schuluniform in Form von schrecklichen Stoffhosen, Hemd und Krawatte abfinden. (Versteht sich von selbst das ich mich nicht immer an den Dresscode hielt oder? Aber dazu kommen wir noch.)

An meinem ersten Tag hielt ich mich an den Dresscode. Auch wenn James meine Krawatte binden musste, weil ich absolut keinen Plan hatte wie man das machte.

„Ich weiß das es scheiße ist. Dad war sehr deutlich was die Familienverhältnisse angeht“, gab Bryce nach einem Moment des Schweigens bedrückt zu.

„Dennoch kann ich dich unterstützen. Dich zum Sekretariat begleiten. Dir zeigen wo deine Räume sind. Schauen das du Anschluss findest“, versuchte er es und meinte es wirklich gut mit mir. Doch wollte ich der Waisenjunge der Familie Whitley sein, der von ihrem Mustersohn abhängig war? Auch sichtbar für alle anderen in Bryce Schatten stehen? (Ihr kennt mich, das ist keine Rolle die ich gut spielen würde.)

„Klar gib mir ne Führung und rette mich vor ihren anklagenden Blicken“, ich klang ehrlich gesagt nicht sonderlich überzeugt. Doch Bryce drückte brüderlich meinen Arm und strahlte mehr Zuversicht aus, als ich hätte aufbringen können. Selbst wenn ich es gewollt hätte. Als James vor der Schule parkte fühlte ich mich wie auf dem Präsentierteller. Für Bryce war es komplett normal, sein großer Auftritt am Morgen, doch für mich? Für mich war es die Hölle direkt vor der Schule aus dieser protzigen Karre auszusteigen. Es fühlte sich jetzt schon so an, als würden alle Blicke auf mir liegen. Wobei mich wahrscheinlich kaum einer beachtete.

„Beim ersten Mal ist das Gebäude wirklich einschüchternd. Es ist so alt und voller Geschichte. Mom ist hier schon zur Schule gegangen. Kaum zu glauben oder?“, erzählte Bryce mir, als wir die Stufen zum großen Hauptgebäude hinauf gingen. Das Gebäude war wirklich nicht mit meiner vorherigen Schule zu vergleichen. Das eine Gebäude war pragmatisch gebaut worden, alles hatte einen Sinn und bot wenig künstlerische Freiheit in der Architektur, doch meine neue Schule? Fuck, sie hatte überall in Stein gehauene Kleinigkeiten. Sie hätte von Außen auch ein Kloster, ein Gerichtsgebäude oder sonst was sein können. Aber es war eine Schule. Ein Ort zum Lehren und Leiden. Äh ich meine Lernen.

„Sie wirkt wie kein Ort den ich betreten sollte“, gab ich leise zu, als ich mit Bryce zusammen die steinernen Stufen hinauf ging.

„Wie kommst du darauf?“, stellte mein Bruder amüsiert, die offensichtliche Gegenfrage. Mittlerweile waren wir am Ende der Stufen angekommen und folgten dem Strom an Schülern ins beeindruckende Innere.

„Weil ich einfach nicht hier her gehöre? Fuck, ich bin n Gossenjuge dagegen“, meine Nervosität kehrte mit einem Schlag zurück. Am liebsten wäre ich direkt wieder umgedreht und abgehauen. Stadtessen kratzte ich vor Nervosität über meinen Handrücken.

„Bist du nicht. Du gehörst jetzt genau so hier her wie ich. Wie alle anderen“, versuchte er mich zu beruhigen und griff ohne zu zögern nach meiner Hand, um sie bestärkend zu drücken.

„Klar, genau so wie alle anderen“, murmelte ich meinen leisen Kommentar dazu, in meinen nicht vorhandenen Bart. Bryce hatte es entweder nicht gehört, oder ignorierte es.

„Na los, ich zeig dir das Sekretariat“, schlug er vor und ließ meine Hand los, um sich auf den Weg zu machen. Und weil stehen bleiben die schlechtere Option war, folgte ich ihm den Gang entlang. Immer noch ganz erschlagen von all dem Neuen. All den neuen Schülern, zwischen denen ich mich komplett fehl am Platz fühlte. So begann also meine Schulische Karriere im Whitley Duo. Bryce der Part zu dem man aufsah, ich der Part über den man die Gerüchte flüstern würde. Weiß und schwarz eben. Licht und Schatten. Ordnung und Chaos. Ach sucht euch einfach was aus. Ich sag nur so viel, meine Schulzeit wurde erst schlimmer als gedacht, doch dann hatte ich doch so was wie Spaß. Nur nicht beim lernen. Sie würden sich über mich die Haare rupfen und bis heute über mich fluchen.