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'Cause I respond back to all the rudeness you spit

Harlekin — www.fanfiktion.de · All chapters

'Cause I respond back to all the rudeness you spit

Trouble and Mess wurden schnell zu den bekanntesten Spitznamen der Schule. Was ein wenig amüsant war, da wir noch recht jung waren. Aber wir waren frech und besonders ich zeigte mich von meiner rebellischen Seite. Eine für die ich auch oft Schläge von älteren Schülern bekam. Doch mit jedem Schlag, jeder Beleidigung lernte ich wie ich dem entkommen konnte, was ich kontern konnte, oder naja das ich schneller Rennen konnte als einige andere. Ironischerweise traute sich kaum einer mir körperlich entgegen zu treten wenn Bryce in der Nähe war. Den dieser konnte verdammt hart zuschlagen. Jedenfalls wenn die Diplomatische Art nicht zog. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Sondern eher darauf das Maddox und ich ganz schön für Chaos sorgten. Anfangs waren es echt „harmlose“ Dinge. Freche Antworten, Verweigerung von Aufgaben, das nicht korrekte tragen der Schuluniform. (Irgendwann gaben die Lehrer kollektiv auf mich für meine, sagen wir mal Interpretation der Schuluniform zu bestrafen. Sie merkten das es ein täglicher Kampf war den sie verloren und gaben einfach auf.)

Doch irgendwann kam auch Beschädigung von Schuleigentum hinzu. Ich würde es bis heute eher als künstlerische Bereicherung eines langweiligen Arbeitsumfeldes bezeichnen, aber naja die Lehrer und besonders der Hausmeister sah unsere Graffiti nicht als Kunst an. Dabei waren sie echt gut. Zeichnen und Malen konnte ich schon immer gut.

Besonders in der Zeit bei den Whitleys in denen ich selbst noch keine eigene Gitarre hatte zeichnete ich viel. Sonst hatte ich an manchen Tagen auch nicht wirklich etwas zu tun. Auch kam recht schnell hinzu, dass wir unliebsame Stunden schwänzten. Die freie Zeit verbrachten wir lieber Musik hörend im Park, oder in der Stadt. Das ich jemanden hatte mit dem ich über Musik reden konnte tat mir unglaublich gut. Es heilte nicht meine Probleme, aber ich konnte sie in dieser Zeit vergessen und verdrängen.

Auch heute war so ein Tag. Der Winter neigte sich langsam dem Ende entgegen und ich fror nicht mehr täglich wenn ich vor die Tür trat. (Kälte konnte ich noch nie so richtig gut ab. Und ja ja ich weiß in L.A. wird es selbst im Winter nicht mal sonderlich kalt. Was richtige Kälte ist hab ich erst auf unserer ersten Winter Tour mit Harlekin gelernt, als wir in den kälteren Regionen dieses großen Landes aufgetreten sind. Es tut mir immer noch leid wie ich den Jungs damals die Ohren voll geheult hab. Wenn ihr das lest.... sorry.)

Maddox und ich hatten uns an diesem Donnerstag Morgen dazu entschieden die Physik Stunden zu schwänzen. Zum einen weil sie wirklich langweilig waren und zum anderen weil der Lehrer uns zur Zeit besonders auf dem Kicker hatte. Wir hatten uns auf den hinteren Teil des Schulhofes zurückgezogen und ich beobachtete Maddox dabei, wie er die alt ehrwürdige Schulwand mit einem Graffiti verschönerte. Um genau zu sein versuchte er sich gerade daran einen gruseligen Wolfsschädel zu sprühen. Ein schwieriges Unterfangen.

Ich hingegen saß auf der Rückenlehne einer Bank, einen Kopfhörer im Ohr, Bryce Ipod in meiner Tasche und einen Zeichenblock auf dem Schoß. Mit Bleistift zeichnete ich das, was Maddox Bild wohl mal werden sollte. Wenn er den besser mit Sprühdosen hätte umgehen können.

„Das sieht aus wie ein Unfall“, kommentierte ich sein Werk, als mein Kumpel die Sprühdose absetzte und einen Schritt zurück ging. Sein Werk kritisch betrachtete.

„Geht. Fehlt noch mehr schwarz als Schatten“, überlegte er und brachte mich damit zum schmunzeln.

„Da fehlt alles, man. Mit Glück erkennen andere es als Mops Schädel mit Trümmerbruch“, lautete mein hartes Urteil. Maddox schnaubte empört und drehte sich zu mir um, kam dann doch rüber und setzte sich neben mich auf die Rücklehne der Bank. Nur um auf meinen Block zu starren. Beleidigung schnaubte er.

„Mit Bleistift ist das auch viel leichter, als mit sona Dose. Mir liegen eher die schriftlichen Sachen mehr. Vielleicht sprüh ich da noch ne Beleidigung neben oder so“, versuchte er sein Werk zu verteidigen.

„Eat The Rich?“, scherzte ich mit einem frechen Grinsen auf den Lippen und klappte meinen Block zu. Ließ ihn auf die Sitzfläche der Bank fallen und sprang von der Bank.

„Warte ich rette es“, rief ich ihm zu und hob die Sprühdose vom Boden auf, die er dort hatte liegen lassen. Mit schief gelegten Kopf betrachtete ich seine Kunst. Sammelte kurz Ideen, ehe ich anfing zu sprühen. Extra schief und extra so, dass die Farbe etwas mehr als nötig hinunter lief.

„Art Is Not A Crime“, las Maddox nachdenklich vor. Nickte dann jedoch zufrieden.

„Perfekt. Jetzt ist es Kunst“, lautete sein Urteil. Er lehnte sich etwas nach vorn und nahm meinen Zeichenblock in die Hände. Fing an darin herumzublättern. Ohne zu fragen. Und auch wenn Maddox mein Freund war, mein Zeichenblock war etwas persönliches. Etwas in das niemand sehen durfte. Jedenfalls nicht jede Seite.

„Du zeichnest manchmal echt verstörenden Scheiß“, lautete sein Urteil, als er bei einer Seite hängen blieb. Eine der düsteren Seiten, die eine gehörnte Gestalt zeigte deren leere Augen einen anstarrten. Hinter der Gestalt befanden sich Totenschädel und leere Gesichter, die über die Gestalt zu lachen schienen. In meinem Magen bildetet sich direkt ein großer Knoten. Maddox sollte nicht wissen wie gestört ich war, was für Gedanken tief in mir verborgen waren. Würde er es merken dann würde er bestimmt nichts mehr mit mir zu tun haben wollen und ich wäre wieder allein.

„Ach findest du?“, spottet ich deswegen und riss ihm mein Zeichenblock aus der Hand. Vielleicht etwas zu grob, etwas zu aggressiv. Maddox riss kurz die Augen etwas auf, schien sich dann allerdings wieder zu fangen und grinste schief. Allerdings auch unsicher.

„Ist aber irgendwie cool. Wenn meine Mom das bei mir finden würde, würde sie mich zum Psychiater schleifen. Dabei ist das einfach nur cooler düsterer Scheiß ohne Bedeutung“, meinte er unüberlegt, um die unangenehme Situation zu retten. Trat damit allerdings bei mir direkt auf einen Nerv. Den meinen „Eltern“ war es komplett egal was ich zeichnete, wie es mir ging. Sie wussten es nicht und würden es hoffentlich auch nie raus finden. Doch ich hatte keine Zeit Maddox deswegen anzugehen, den in dem Moment in dem ich meinen Mund öffnete hallte eine andere Stimme zu uns herüber. Eine die ich von der ersten Sekunde an hassen gelernt hatte und die mich noch einige Jahre an meine eigene Schwäche erinnern sollte.

„Hey ihr Freaks, was treibt ihr da?“ Ich weiß heutzutage nicht mal mehr wie der Typ hieß. Es hat über die Jahre an Relevanz bei mir verloren. Er war in Bryce Jahrgang und gehörte zu dem Typen die es lustig fand Typen wie uns zu drangsalieren. Und es komplett auskostete, dass er größer und stärker war als wir. Aber hey klar, du bist komplett cool wenn du zwei 13 Jährige verprügelst.

„Geht dich n scheiß an!“, fauchte ich zurück, geladen von Maddox Worten. Oder eher von dem was sie ungewollt in mir auslösten. Wut. Frust. All der Scheiß den ich nicht spüren wollte. Der Typ lachte auf und kam noch näher. Schnippte seine Kippe auf den Boden und trat sie aus.

„Ach ja? Sieht für mich so aus, als ob ihr die heilige Schulmauer verunstaltet“, meinte er und deutete auf unsere frische Kunst. Maddox rollte mit den Augen, doch konnte nichts dazu sagen. Ich war schneller, unüberlegter und frecher als er.

„Seit wann ist dir die Schulmauer heilig? Seit du da deine Unschuld verloren hast?“, höhnte ich über ihn. Scheiß egal, dass er mich um einen Kopf überragte. Scheiß drauf, dass ich wusste wie schmerzhaft seine Faust war. Ich wollte diese Reibung und den Konflikt. Maddox schloss wortlos seinen Mund wieder. Gespannt darauf was passieren würde, aber auch vorsichtig. Seine gesamte Körperhaltung war ungewohnt vorsichtig.

Der Typ, knackte mit seinen Knöcheln und war komischerweise gar nicht amüsiert über meinen Spruch. Dabei war er es der ständig respektlos zu mir war. Doch ich wich nicht vor ihm zurück. Immer noch meinen Zeichenblock in der Hand, den ich zuvor Maddox abgenommen hatte.

„Ich seh schon der Freak Nummer Eins will Stress“, seine Stimme war zu einem Knurren geworden und ehe ich reagieren konnte hatte er mir schon den Block aus der Hand gerissen. Er hielt ihn absichtlich etwas zu hoch für mich und fing an durch ihn hindurch zu blättern. Sah dabei meine Entwürfe, meine düsteren Zeichnungen und all das was ich niemanden hatte zeigen wollten. Heutzutage hab ich kaum noch ein Problem damit mein Innerstes nach Außen zu kehren und meine Kunst in jeder Form zu zeigen. Doch mit 13 Jahren? Da war es die Hölle für mich. Ich war unsicherer als ich je hätte zugeben wollen.

Und als ich sah, wie er durch meinen Block blätterte und angewidert das Gesicht verzog, da brannte etwas in mir durch. Da überschritt ich eine Grenze, die ich mich zuvor nicht getraut hatte in dieser Art und Weise zu übertreten. Ich hatte immer noch meinen Bleistift in der Hand. Die beste Waffe die ich gerade zur Hand hatte. Tja, als ich diese Grenze wütend überschritt landete leider mein Bleistift in seinem Oberschenkel. Oder um ehrlich zu sein, ich rammte ihm den Typen so fest ich konnte in den Oberschenkel. Was Maddox überrascht einige Schritte zurück stolpern ließ und den Typen dazu brachte vor Schreck meinen Block fallen zu lassen. Und als er ihn fallen ließ, zog ich mit zitternden Fingern den Stift aus seinem Bein und sah zu ihm hoch. Mit vor Wut funkelnden Augen, einem blutigen Bleistift in der Hand und fest entschlossen ihn erneut in sein Bein zu rammen. Sein dunkel-rotes Blut tränkte seine helle Jeans binnen Sekunden. Er war so überrascht darüber, dass wir uns einige Sekunden lang einfach nur anstarrten. Der große Mobber und der Freak der ihm gerade einen Bleistift ins Bein gerammt hatte. (Yeah, ich weiß was ihr jetzt denkt und DAS war noch harmlos. Glaubt mir es... hatte Gründe warum Dad sich die Mühe machte mich in eine Klinik einzuweisen. Nur hab ich darüber bisher eher geschwiegen. Nur Coby kennt die gesamte Geschichte. Bisher jedenfalls.)

„Spinnst du?!“, was das erste was der Typ wieder über die Lippen brachte, kaum hatte er sich aus seiner Starre befreit landete seine Faust in meinem Gesicht. Ich spürte wie meine Lippe unter seinen Knöcheln aufplatze. Fuck, dass tat weh und brachte mich zum stolpern. Doch er war vorsichtig geworden, den kaum hatte er mich geschlagen nahm er wieder etwas Abstand. Keuchend wischte ich mir das Blut von der Lippe und sah zu ihm hoch. In diesem Moment schien ich ihm unberechenbar vorzukommen. Den er schlug nicht noch mal zu. Stattdessen trat er auf meinen Zeichenblock und spuckte mit den Worten „Was ein Freak“ darauf. Dann drehte er sich um und ging. Oder eher humpelte davon.

„Fuck...“, hörte ich Maddox hinter mir sagen. Er war wieder etwas näher gekommen und starrte auf den blutigen Bleistift, den ich immer noch umklammert hielt.

„Das war... Metal“, lautete sein Urteil. Doch ich konnte nicht genau einschätzen was er wirklich davon dachte. Klar er war auch oft auf Streit und Konflikte aus. Prügelte sich und hatte den Namen Mess nicht umsonst. Doch Trouble hatte gerade eine ganz neue Bedeutung bekommen. Es änderte etwas in unserer Freundschaft. Um genau zu sein änderte es die Rangfolge. Zu vor hatte er sich in der Rolle des „Anführers“ gesehen. Doch jetzt? Jetzt stand ich über ihm. Führte unsere noch kleine Gang an.

♫

New York City.

Muss ich noch was sagen? Also außer den Kontext wie ich darauf komme und was wir dort machen? New York hat seinen ganz eigenen Vibe. Anders als Los Angeles und doch ähnlich. Genau so geschäftig und beschäftigt. Nur auf eine andere Art und Weise. Aber der Verkehr war genau so schlimm. Allein schon vom Flughafen runter zu kommen war eine eher langwierige Angelegenheit. Eine die den anderen Zeit zum Durchatmen gab und so ihre Aufregung etwas herunter schrauben konnte. Den heute Abend spielten wir in der Music Hall of Williamsburg. Einer der Konzerthallen, die man direkt vor Augen hatte wenn man an ein Konzert in New York dachte. Mit Harlekin hatte ich schon gern dort gespielt, eben weil sie auch nicht so riesig war. Michael hatte sie uns klar gemacht, als Teil einer kleinen Tour durch einige Städte im Osten.

Aktuell saßen wir im Bus, der am Flughafen auf uns gewartet hatte und uns zur Halle bringen sollte. Mit dabei auch Johnny und Dave, die ganz in ihrem Element waren. Dave saß schon wieder an seinem Laptop um Dinge für uns zu klären und dafür zu sorgen, dass alles rund lief und Johnny sorgte dafür, dass wir entspannt blieben. Was besonders Gale und Hardin betraf die beide ganz aufgeregt und aufgedreht waren. Hanako schien ebenfalls etwas nervös zu sein, schaffte es allerdings besser ruhig zu bleiben. Was wahrscheinlich auch an Sebastian lag, der die Ruhe in Person war. Und auch ich war überraschend ruhig. Unfassbar was Erfahrung alles ausmachte. Doch ich war ganz entspannt und sah aus dem Fenster, beobachtete den Verkehr und die Passanten auf den Straßen während Nait seinen Kopf an meine Schulter gelegt hatte und Dave bei der Arbeit beobachtete.

„Ich bin immer noch überwältigt davon, was für ein eingespieltes Team ihr seit“, sagte er plötzlich und seufzte leise.

„Hoffentlich sind wir das auch irgendwann mal“, fügte er hinzu.

„Das ist die Erfahrung. Glaub mir wir sind schon ein gutes Team. Da gibt es ganz andere Bands, die das selbst nach Jahren nicht so hinbekommen“, beruhigte ich ihn und drehte meinen Kopf zu ihm. Riss meinen Blick somit von der Kulisse der Stadt weg.

„Aber ihr habt schon Glück einen so coolen und entspannten Typen wie mich dabei zu haben“, scherzte ich grinsend und kassierte von Dave ein lautes Schnauben. Der das trotz seiner Arbeit genau gehört hatte.

„Klar entspannt ist immer das erste Wort das mir in der Zusammenarbeit mit dir einfällt. Immer total entspannt“, brummte er, wobei allerdings ein amüsiertes Grinsen auf seinen Lippen lag.

„Bis wir an der Location sind und die keinen Vanillesirup für seinen Kaffee haben. Dann wird er zur Diva“, meinte er und brachte Nait damit zum Lachen.

„Gut das ich welchen dabei habe“, meinte er mit einem fast schon liebevollen Ton in der Stimme.

„Hab auch welchen dabei. Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich wie wichtig der ist“, lachte Dave ehe er seinen Laptop zu klappte und sich in seinem Sitz etwas mehr zu uns drehte. Uns kurz betrachtete. Und allein an seinem Blick konnte ich erahnen, dass er an Coby dachte. Daran wie er und ich auf solchen Fahrten und Touren gewesen waren. Wie aufgeregt wir gewesen waren. Und kurz tauschten wir eindeutige Blicke, die genau das aussagten.

Doch der Moment dauerte nicht lange an und wurde von Hardin unterbrochen der plötzlich durch den kompletten Bus brüllte:

„Fuck! Da ist n riesen Plakat von uns! Seht ihr das? Wie gut ich in XXL aussehe?!“ Wobei er wie ein kleiner Junge an Weihnachten strahlte und einen entgeisterten Blick von Sebastian bekam.

„Deswegen brüllst du so?“, fragte dieser nach. Hardin schnaubte laut und verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.

„Ja deswegen brülle ich so. Weil wir verdammt noch mal auf einem riesen Plakat in fucking New York City hängen. Wir. Showbiz“, murrte er schmollend und fügte noch leise hinzu:

„Sebastian du bist manchmal so eine Spaßbremse“ Doch selbst die Spaßbremse Sebastian schien sich darüber zu freuen. Nur eben leiser. Etwas mehr für sich.