Behind a cigarette
Behind a cigarette
Philadelphia war eines dieser Konzerte, die einen erschöpft und zufrieden zurück lassen. Eines, bei dem man alles gibt, weil die Crowd einen immer wieder neu fordert. Mit macht und man sich mit all diesen verschiedenen Menschen verbunden fühlt. Diesmal ließ mich der Auftritt nicht nachdenklich und verwirrt zurück, sondern erfüllt und erschöpft. So erschöpft, dass ich, kaum waren wir in unserem Bus, auch schon zusammengerollt in meiner Koje eingeschlafen war. Weder Gales gute Laune, die er viel zu laut für die Uhrzeit hatte los werden müssen, noch Hardins lautes Organ hatten mich wecken können. Ich war einfach unfassbar erschöpft von all den Eindrücken, den Gefühlen und all den Menschen. Den das kuriose bei mir war, ich liebte und genoss Menschenmengen, besonders bei einem Konzert, aber gleichzeitig saugten sie auch enorm meine Energie. Irgendwie brauche ich dieses Gefühl und gleichzeitig brauche ich danach auch immer ne Pause von allen. Einer der Gründe warum ich auf Tour so gern ein Buch las, oder mich mit Kopfhörern in den Ohren zurück zog. Vielleicht ist auch genau das der Trick, um lange durch zu halten. Es mit vollen Zügen genießen und danach auf seine Art wieder zur Ruhe kommen. Den mit langen Touren hatte ich tatsächlich nie meine Probleme. Viele meiner Musiker Kollegen sagen immer wieder, dass sie nach langen Touren genug haben. Das es sie langsam bricht und sie danach eine eben so lange Auszeit von Touren brauchen. Von ihrer Crew, mit denen sie so lange so eng zusammen gewohnt haben. Von den Reisen und dem nie lange Durchatmen. Besonders Touren im Winter nagen an der Psyche vieler meiner Kollegen. Der kalte Schneematsch, die dunkle graue Depression wenn kein Schnee alles hübsch verpackt. Meist sind sie dann ganz überrascht, dass ich nicht diese Probleme habe. Oder jedenfalls nicht in diesem Ausmaße. (Ironisch das gerade ich psychisches Wrack so wenig Probleme damit habe oder? Tja, vielleicht ist das der EINE Vorteil meiner gebrochenen Kindheit. Immer positiv sehen und so.)
Worauf ich eigentlich hinaus wollte, aktuell nahm ich mir diese kleine private Auszeit auf einem Rastplatz irgendwo zwischen Philadelphia und Baltimore. Die Fahrt war an sich nicht mal lang. Höchstens 3 Stunden. Jedoch hatten wir uns dazu entschieden eine Rast mitten im Nichts zu machen. Einfach weil wir es konnten und weil meine neuen Bandmitglieder noch nie in diesem Teil des Landes gewesen waren. Und während sie etwas die Natur genossen und die Snacks die Hanako auf dem Bauernmarkt gekauft hatte, saß ich an den Bus gelehnt da und las. Ganz unspektakulär, ganz für mich. Mit einer Zigarette zwischen den Fingern (was Nait noch nicht entdeckt hat, sonst sieht er mich wieder mit DIESEM Blick an und dem halte ich nicht lange stand) und einem Kaffee neben mir. Es fühlte sich so entspannend an, dass ich sogar ein Foto von diesem Moment machte und auf Sozial Media teilte. Dave meinte ich solle mal wieder etwas mehr posten und so. Für die Reichweite, bla bla bla. Ich meine, yeah ich war damit gut vertraut und früher echt aktiver. Immerhin hilft der ganze Scheiß dabei schnell Reichweite zu erlangen, aber.... offline ist besser für das Seelenheil. Eine Lektion die ich gelernt habe, durch Ronnie bestätigt wurde und ich bin zu faul um jeden kleinen Scheiß aus meinem Leben zu posten. Im Ernst, wenn ich was schönes sehe, oder erleben ist mein erster Gedanke nicht es für Fremde fest zu halten und zu teilen. Das ist nicht mal aktiv in meinen Top Ten Gedanken. Auch wenn es viele, sehr viele, Menschen da draußen gibt die sich für alles was ich tue brennend interessiere. Tja, nur teile ich ihr Interesse dahingehend nicht. Sorry an all meiner Stalker online, die wahrscheinlich recht schnell frustriert sind und aufgeben. Hab euch trotzdem alle lieb.
Gerade atmete ich den Rauch meiner Zigarette in die Luft, als Hardin sich neben mich fallen ließ und mir den fast abgebrannten Stummel aus den Fingern nahm. Er nahm selbst einen tiefen Zug und lehnte sich an die Außenseite des Busses.
„Ach man, ich dachte an dem Punkt der Tour hätte ich schon mindestens zwei heiße Frauen in meinem Bett gehabt. Aber den einzigen den ich bisher nackt gesehen hab war Gale unter der Dusche, weil der Penner nicht abschließen kann“, jammerte der Silberhaarige und brachte mich so zum Lachen. Hardin spuckte gern große Töne und hielt sich für den coolsten, aber eigentlich war er verdammt handzahm.
„Dachtest du echt, du hättest groß Zeit für so was?“, neckte ich ihn und schloss mein Buch, dass in meinem Schoß lag.
„Klar. Ich kenn die Geschichten über dich, ihr habt das damals auch geschafft“, murrte er und drückte die glimmenden Reste der Zigarette auf dem Boden aus.
„Hmh, gut alte Zeiten. Dave wurde wahnsinnig wegen den Mädels in unseren Hotelzimmern, oder im Bus“, seufzte ich verträumt und schielte zu Hardin, der sein Gesicht genervt verzog.
„Du musst mir unbedingt Tipps geben. Komm schon, bitte wie lande ich bei den Damen? Bisher bekomme ich nur Körbe und das obwohl ich in einer verdammt coolen Band spiele“ Er drehte sich zu mir herum und griff nach meinen Händen. Sah mich dabei wirklich flehend an.
„Ich meine du hast Nait die Spaßbremse rum bekommen. Wie machst du das?“, fragte er mich, oder eher flehte er mich an und entlockte mir so ein freches Grinsen.
„Sei du selbst und nicht so verdammt verzweifelt. Du schaffst es immer cool zu bleiben, aber beim flirten wirst du.... hm“, ich suchte kurz nach dem passenden Wort.
„Verzweifelt. Zu bemüht. Zu beabsichtigt. Mehr als Frauen die eh nur eine einzige Nacht wollen bekommst du so nie. Und glaub mir, diese Art von Sex wird schnell langweilig. Weil er nie was bedeutet“ Jetzt war es Hardin der nach den passenden Worten suchte. Er hatte seine Stirn nachdenklich in Falten gelegt und schien über meine Worte nachzudenken.
„Zu verzweifelt? Alter, ich bin nicht Gale der hinter Imani herläuft“, murrte er dann und ließ meine Hände los. Fügte dann doch noch mal hinzu:
„Aber vielleicht hast du ein wenig recht. Hm, ich sollte an meiner Taktik arbeiten und eigentlich geht’s hier auch nicht um Sex. Sondern um die Musik“, murmelte er vor sich hin. Kurz wirkte er sehr abwesend, ehe er bestätigend nickte.
„Ja doch du hast recht. Ich will nicht wie Gale enden, also halt ich mich zurück“, beschloss er dann und schob hinterher:
„Hast du noch eine für mich? Ich glaube ich brauch jetzt ne Kippe danach“ Mit einem amüsierten Funkeln im Blick reichte ich ihm die Packung aus meiner Hosentasche und legte direkt mein Feuerzeug dazu.
„Lass dich nicht von meinem Freund erwischen. Er hat mittlerweile einen richtig bösen Blick drauf“, scherzte ich und nahm mein Buch wieder in die Hände. Schlug es auf der Seite auf, in das ich einen alten Kassenzettel als Lesezeichen gelegt hatte. (Yeah, ich besitze ne Menge Lesezeichen, nur ist mein Problem, dass ich nie eines mit habe wenn ich lese. Ziemlich dämlich oder? Aber kommt schon, wer hat schon immer ein Lesezeichen dabei, wenn er lesen will? So organisiert bin ich einfach nicht. Meine gesamte Ordnung ist antrainiert und abgeschaut von Dave oder meinen Jungs.)
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In Baltimore spielten wir im „Rams Head Live“. Umgeben von Bars und Clubs, gehörte der Veranstaltungsort früher zu meinen und Cobys Favoriten. Eben weil man nach der Show einfach nur eine Tür weiter gehen musste, um weiter feiern zu können. Dass das im Nachhinein nicht gerade optimal für uns war, muss ich nicht erwähnen oder? Diesmal spielten wir auch eine etwas größere Show, ergo hatten wir diesmal eine Vorband. Eine Tatsache, die für mich komplett banal war, für meine neue Bandfamilie allerdings komplett neu war. Sonst waren sie immer die Vorband gewesen und diesmal spielten andere diese Rolle für sie. Und weil ich mich immer wieder gern an meine eigenen Anfänge erinnere und noch ganz genau weiß wie scheiße schwer es anfangs ist Fuß zu fassen, wie oft man Absagen von größeren Bands bekommt wenn man noch ein Niemand ist, hatte ich dafür gesorgt das vor uns eine kleine neue Band direkt aus Baltimore spielte. Eine Band die aus drei Frauen bestand, was Hanako als zusätzlichen Grund gesehen hatte sie zu nehmen. Ihre Worten waren „Sie sind nicht nur drei Power Frauen, sie machen auch unfassbar gute Musik“. Also war es schnell beschlossene Sache, dass die drei Mädels vor uns spielen sollten. Sie gingen musikalisch ein wenig in die Punk Szene hinein, allerdings mischten sie vieler ihrer Songs noch eine andere Note hinzu. Und fuck, waren die Drei dankbar und glücklich den Platz bekommen zu haben.
Wir haben uns vor dem Auftritt beim Soundcheck und allem auch wirklich gut mit ihnen unterhalten. Besonders Hanako hatte sich gut mit ihnen verstanden. Als Frau im Rampenlicht zu stehen, war noch mal was ganz anders als als Mann. Auch wenn es sie nicht so hart traf wie manch andere, war auch sie von all den Klischees denen einer Frau in unserer Branche begegnete nicht verschont. Sich also darüber mit Leidensgenossinnen auszutauschen tat ihr wirklich gut.
Für mich war der Auftritt in Baltimore allerdings aus einem andere Grund aufregend und prägend. Eigentlich war es eine verdammt spontane Sache. Während des Soundchecks hatte ich die fixe Idee Sebastian von seinem Drummsolo zu erlösen, dass er spielte um uns eine kleine Pause zu gönnen. Kurz durchatmen, was trinken, umziehen. Aber umziehen konnte ich mich auch flink auf der Bühne. War jetzt nicht so, dass ich mich noch nie vor Publikum oben frei gemacht hatte, um ein frisches Shirt anzuziehen. Ich wollte lieber ihm eine Pause gönnen und mir einen anderen Moment, um durch zu atmen. Also strichen wir spontan sein Drummsolo und bauten in den freien Slot ein „Jack mit seiner Gitarre“ Moment ein.
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Es gab viele Momente in denen Nait sich dachte, er würde sich neu in den chaotischen Musiker mit dem großen Herz verlieben. Momente, in denen er neue Facetten an seinem Freund kennenlernte. Alte Facetten noch mal in anderem Licht erschienen und dem Mann den er liebte noch mehr tiefe gaben. Doch als er an diesem Abend beobachtete wie Jack kurz von der Bühne ging, sich den Schweiß mit einem Handtuch aus dem Gesicht wischte und sich dann zu ihm drehte, um ihn innig zu küssen, verliebte er sich eventuell erneut in ihn. Bisher hatte er mit den anderen eine verdammt gute Show abgeliefert. Doch auf das was jetzt kam, war weder Nait noch das Publikum vorbereitet.
„Denk dran, dass was du gleich siehst gehört dir“, raunte der Musiker dunkel gegen Naits Lippen, ehe er noch einen Kuss auf sie hauchte und sich dann seine schwarze Akustik Gitarre schnappte. Auf der Bühne stand bereits ein Hocker mit einem Mikrofon für ihn bereit. Die Crew hatte das Licht auf der Bühne gedimmt, sodass eigentlich nur der Hocker beleuchtet waren. Niemand wusste was Jack gleich spielen würde. Er hatte einfach nur gegrinst und gesagt, dass würde er spontan entscheiden. Dieser Verrückte.
Jack trat selbstbewusst wie immer zurück auf die Bühne. In seinem durchgeschwitzten Shirt von Coby und mit bunten Regenbogensocken, die er von Nait selbst geklaut hatte. Niemand sah es, aber Nait wusste es und es ließ sein Herz höher schlagen. Indirekt setzte Jack ihn damit auf eine Wichtigkeitsstufe mit Coby. Der grünhaarige hob lächelnd seine Hand und ließ sich auf dem Hocker nieder. Fuhr sich kurz mit den Fingern durch die Haare.
„Fuck, ich bin immer wieder sprachlos wenn ich hier oben bin“, lachte er plötzlich auf. Auf diese Art und Weise, mit der er es direkt in die Herzen aller Leute schaffte. Jack war ein Meister darin andere um den Finger zu wickeln. Dass wusste er auch. Doch wenn er einfach er selbst war, war es noch mal etwas anderes. Und das war er komischerweise auf der Bühne, vor tausenden von Leuten.
Nait beobachtete, wie Jack das Mikro noch etwas richtet. Ganz ruhig. Fast so als wäre ganz allein zu Hause und hätte alle Zeit der Welt.
„Wisst ihr, die letzte Zeit war krass für mich“, fing er plötzlich an und erhielt zustimmende Rufe aus den Reihen des Publikums.
„Yeah, genau. Neue Band, neue Familie. Alte Band und alte Familie die wieder zusammen gefunden hat. Neue Liebe, nachdem ich dachte mein Herz wäre ebenfalls gestorben. Wisst ihr, ich hatte teilweise ne echt scheiß Kindheit. Meine Mom war Drogensüchtig und nach ihrem Selbstmord ging es nur Berg ab“, fuhr er ruhig fort. Komplett ehrlich, sodass sogar das Publikum leiser wurde. Ihm fasziniert lauschte und zu hörte.
„Das wird mir jetzt erst so richtig bewusst seit ich angefangen habe all das mal aufzuschreiben. Das ist wie eine fucking Therapie und gleichzeitig als würde ich zurück in die Hölle gehen. Und dabei bin ich noch nicht mal an dem Punkt angekommen, dass mir so richtig das Herz brechen wird“, kurz brach seine Stimme. Hatte diesen Unterton, der immer mitschwang wenn er von diesem Teil seines Lebens sprach. Wie von selbst wanderte seine Hand zu seinem Herzen und danach in die Luft. Eine Geste die das Publikum mit ehrlichem Jubel erwiderte. Für einen Moment an einen Menschen dachte den sie nicht persönlich gekannt hatten, aber der ihr Leben geprägt hatte. Der ihren Respekt verdient hatte.
Und jetzt das war der Moment bei dem Jack sich kurz ein paar Tränen aus dem Augenwinkel wischte.
„Fuck, dass beutetet mir so viel. Würde ihm so viel bedeuten....“, er machte eine kurze Pause, ehe er wieder die richtigen Worte zu finden schien.
„Wisst ihr, ich bin von der Gosse in einen Goldenen Palast gekommen und konnte nie offen drüber reden das mein Leben bei der perfekten reichen Familie ziemlicher Mist war. Das ich Hilfe gebraucht hätte die sie mir nicht gaben. Das ich einen Teil meiner Jugend in einer Klinik verbracht habe, die nicht nach meinen Bedürfnissen gehandelt hat, sondern nach den Wünschen meines Vaters. Das hat mich gebrochen. Also yeah, könnt ihr euch ein Bild davon machen wie froh ich bin jetzt hier zu stehen. Was ich all den Menschen zu verdanken habe die mich durch alle Zeiten begleitet haben, egal wie schwer es teilweise war“, sprach er, hatte das Publikum dabei komplett in seiner Hand. Doch auch hinter den Kulissen war es verdächtig still geworden. Lauschten alle seinen Worten. Wieder fuhr Jack sich durch die grünen Haare.
„Danke. Besonders dir Naity“, ein ehrliches Lächeln lag auf seinen Lippen.
„Und denkt daran, keiner ist allein. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Irgendwo ist immer Licht, ist immer jemand der einem die Hand reicht. Manchmal muss man nur über seinen Schatten springen und sie nehmen“, lachte er und senkte kurz andächtig seinen Kopf.
„Eine Lektion die ich auch erst mal lernen musste“
Nait hatte die gesamte Zeit eine Gänsehaut. Konnte einfach nicht den Blick von ihm nehmen. Jack hob wieder den Kopf und richtete die Gitarre auf seinem Schoß.
„Früher in dunklen Zeiten haben Cob und ich oft zusammen gesungen und Musik gemacht. Das hat uns Sicherheit gegeben, als wir keine hatten. Familiärenhalt, den wir nie zuvor gespürt haben. Einen Saveplace geschaffen, den wir so dringend brauchten. Einer der Songs die wir dabei verdammt oft gespielt haben war komischerweise Have Mercy on the Criminal von Elton John. In den letzten Tagen musste ich öfter an diese Momente denken und ich möchte ihn mit euch teilen. Vielleicht um uns alle ein wenig daran zu erinnern gnädiger mit einanderen zu sein. Mit jedem der denkt seine Gedanken wären kriminell oder zu düster. Wir sind nicht allein“, Jacks Worte hallten noch nach, begleitet von zustimmendem Applaus, da begann er bereits die ersten Töne zu spielen. Sanft und andächtig schlug er die Saiten an. Seine Augen waren geschlossen, als er sich etwas nach vorn zum Mikrofon lehnte und Naits konnte nichts gegen die erneute Gänsehaut und die Tränen in seinen Augen machen, als Jacks kraftvolle Stimme erklang.
Have you heard the dogs at night
Somewhere on the hill
Chasing some poor criminal
And I guess they're out to kill
Er sang mit so viel Gefühl, so viel Kraft in der Stimme, dass Nait kurz das Gefühl hatte alle würden die Luft anhalten. Kurz war es verdammt still in dem großen Saal. Nur Jack, seine Gitarre und seine Stimme waren zu hören. Jeder schien die Bedeutung dieses Momentes zu spüren. Den das war etwas das Jack noch besser konnte als andere um den Finger zu wickeln. Seine Gefühle durch die Musik weiterzutragen.
Oh, there must be shackles, on his feet
And mother, in his eyes
Stumbling through the devil-dark
Whit the hound pack in full cry
Have mercy on the criminal
Who is running from the law
Are you blind to the winds of change?
Don't you hear him any more?
Jack legte so viel Kraft, so viele Emotionen in seine Stimme. Gale neben ihm hatte einen anerkennenden Blick in den Augen. Den wo seine Stimme noch Pausen brauchte, drohte zu brechen, da beherrschte Jack die Töne meisterhaft. Etwas das die Jahrelange harte Übung mit sich gebracht hatte. Doch bei Jack war es noch ein anderer Aspekt. Er sang nicht einfach nur, er lebte die Musik. Lebte den Moment und ließ alle daran teilhaben.
„Ich weiß warum du das jetzt tust. Warum du den Song singen musst“, murmelte Nait ganz leise zu sich selbst, sodass ihn kein anderer hören konnte. Er hatte die letzten Kapitel gelesen, die sein Freund geschrieben hatte. Und er ahnte in welche Richtung es ging, welcher Abschnitt jetzt kam. Jack hatte noch nicht offen mit ihm über diese Klinikzeit gesprochen. Er verheimlichte sie nicht, schnitt sie an, aber erzählte keine Details. Doch er würde sie schreiben und es würde ihn treffen. Würde ihn immer wieder treffen. Seltsam, was sich alles hinter einem Lächeln verbergen kann.