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Now that I'm breathin'

Harlekin — www.fanfiktion.de · All chapters

Now that I'm breathin'

Darüber nachzudenken welcher Song zu meinem Dämonen passte, machte mich richtig fertig. Mir kamen viele Songs in den Sinn, aber keiner schien so richtig zu passen. Ergo, kam ich auf keinen Nenner mit mir selbst. Dafür sprachen wir noch eine Weile über meine Kindheit. Jax konzentrierte sich dabei tatsächlich erst Mal auf die schöneren Dinge. Er schien zu merken, dass ich am Ende war. Aber so bekam diese ganze Sitzung noch einen positiven Touch für mich. Trotzdem fiel ich danach tot müde ins Bett und schlief ein, ehe Nait überhaupt die Chance hatte sich im Badezimmer fertig zu machen.

Tja, Seelen Striptease machen eben müde.

Also war es auch kein großes Wunder das mein nächster Tag recht spät startete. Mein Körper schien sich den Schlaf zu holen, den er brauchte. Dafür fühlte ich mich am nächsten Morgen.... Mittag, verdammt ausgeruht und gut. So gut hatte ich mich schon länger nicht mehr gefühlt. Als wäre eine große Last von meinen Schultern gerutscht, die dort schon einige Wochen (naja wahrscheinlich schon sehr viel länger) auf meinen Schultern gelegen hatte. Ganz in Ruhe ging ich duschen und zog mich an. Erst dann machte ich mich leise summend auf den Weg nach unten in die Küche, um Kaffee zu machen. Das Haus war dabei überraschend still. Anscheinend war keiner zu Hause. Oder alle die da waren, waren überraschend leise. Noch während ich mir meinen Kaffee machte dachte ich darüber nach wo Nait eigentlich war. Er hatte mir nicht mal einen Zettel hinterlassen, oder eine Nachricht geschrieben. Ungewöhnlich für ihn. Ich legte meine Hände um meine heiße Tasse und nahm sie mit nach Draußen an den Pool. Auch hier war niemand, außer Amy die sich auf einer Sonnenliege zusammengerollt hatte.

„Ungewöhnlich. Bin ich in eine Parallel Welt geraten?“, murmelte ich leise zu mir selbst und wusste nicht so ganz was ich mit dieser Stille anfangen sollte. Ich war es schlichtweg nicht mehr gewöhnt das NIEMAND da war.

„Wo ich doch so gut im allein sein bin und absolut nicht die Nase voll davon hab“, fügte ich leise hinzu. Ich hatte irgendwie schon immer die Angewohnheit gehabt, laut mit mir selbst zu sprechen wenn keiner da war. Jetzt konnte ich es immerhin auf die Katzen schieben, mit denen ich sprach.

Gerade trank ich den letzten Schluck meines Kaffees, als ich die Tür hörte. Gefolgt von vielen Stimmen, Schritten und Rascheln. Perplex tapste ich von der Terrasse zum Wohnzimmer und beobachtete die kleine Truppe dabei, wie sie Einkaufstaschen aus der Garage hinein trugen. Doch ich konnte nicht nur Hardin und Gale erkennen, sondern auch Jerry und seine Freundin die beide eine Tüte mit Essen in den Händen hatten. Auch Tony und Debora waren da. Wobei Tony ein Backblech Kuchen in den Händen hielt und Debora eine Box mit, hoffentlich, ihren köstlichen Vanille Keksen. Auch Tobin war da und unterhielt sich lachend mit Nait, der breit grinste. Sie alle liefen Richtung Küche und ließen mich erst recht verwirrt in der Terrassentür stehen. Was zur Hölle?

Und dann schlenderten auch noch Dave und Johnny aus der Garage. Sie trugen eine von diesen großen Styroporkisten zum kühlen von Lebensmitteln. Das war der Moment in dem ich mich aus meiner überraschten Starre löste und ihnen folgte. Die Küche war jetzt kein stiller Ort mehr. Überall standen Menschen und wuselten umher. Redeten, lachten und scherzten miteinander.

„Was macht ihr alle hier?“, fragte ich plötzlich verwirrt in die Runde und blieb mit meinem Blick an Hanako hängen, die mich breit anstrahlte.

„Verrückte Geschichte“, fing sie an und kramte aus einer der Taschen Maiskolben.

„Wir haben uns alle beim Einkaufen getroffen und spontan beschlossen Barbecue zu machen“, weihte sie mich ein und plötzlich spürte ich einen schweren Arm auf meiner Schulter. Johnny stand neben mir und lächelte unschuldig.

„Bock auf meine Rippchen? Verrückt das wir alle im selben Laden waren oder?“, fragte er unschuldig, wobei mein Blick auf die Tüten fiel, die nicht alle aus dem selben Laden waren.

„Yeah.... verrückt“, meinte ich gedehnt und schüttelte leicht meinen Kopf. Sie hatten es geplant und taten jetzt so als wäre es spontan gewesen. Wahrscheinlich weil es mir die letzte Zeit so schlecht ging.

„Ihr seit doch verrückt“, murmelte ich Johnny grinsend zu und lehnte mich an den großen Mann an. Welcher nur kurz auflachte und mir auf die Schulter klopfte.

„Haben dich halt alle lieb“

Die Stimmung zwischen all meinen Freunden war ausgelassen und gab mir Kraft. Nicht nur das ich Freunde hatte die teilweise echt gut kochen konnten, nein sie waren alle einfach... so herzlich. Erinnerten mich wieder daran, warum sie meine Familie waren und ich sie so brauchte. Um ehrlich zu sein, fühlte es sich zwischen meinen Freunden, zwischen meiner Familie, so an als würden sich meine Akkus wieder richtig aufladen. Sie waren die letzte Zeit nur auf Sparflamme gelaufen und das Ladekabel schien einen Wackelkontakt zu haben. (Guter Vergleich für meine Psychische Verfassung oder? Danke, finde ich auch.)

Wir saßen den ganzen Nachmittag zusammen. Erst wurde zusammen gekocht und gegrillt und danach saßen wir einfach noch zusammen. Hörten Musik, lachten und vielleicht schmiss jemand Hardin mit Klamotten in den Pool. (Ich schwöre daran trage ich keine Schuld. Nicht direkt.)

Gerade saß ich bei Jerry und Tobin, als Nait sich neben mich auf den Boden setze und mich zufrieden musterte.

„Du siehst aus, als könntest du endlich wieder richtig durchatmen“, stellte er fest. Klang dabei nicht nur sehr erleichtert, sondern auch zufrieden mit sich selbst.

„Liegt vielleicht daran, dass ich so viele meiner Lieblingsmenschen um mich habe. Zufall das ihr euch alle beim Einkaufen getroffen habt“, neckte ich ihn spöttisch, wobei ein dankbares Funkeln in meinen Augen lag.

„Riesen Zufall“, stimmte Nait mir grinsend zu und brachte Tobin damit zum Lachen.

„Ohman ihr seit herrlich zusammen“, lachte er und stellte seine Flasche Cola auf dem Boden, ehe er sie noch ausschütten konnte. Da lehnte sich Nait etwas mehr zu mir. Er kam meinem Ohr so nahe, dass sein heißer Atem meine Haut kitzelte und mir eine angenehme Gänsehaut verpasste.

„Hey, verschwinden wir von hier? Ich hab noch was mit dir vor“, raunte er mir zu und klang, wenn ich mich nicht irrte, etwas aufgeregt. Womit er direkt meine Neugier geweckt hatte.

Ich drehte meinen Kopf etwas zu ihm und sah ihn neugierig an.

„Hmh, das was ich denke?“, harkte ich grinsend nach und leckte anzüglich über meine Lippen. Wofür er mir einen leichten Stoß in die Seite verpasste.

„Lass dich überraschen“, seine Stimme hatte etwas geheimnisvolles angenommen und als er sich erhob sah er mich auffordernd an. Wie hätte ich da widerstehen können? Nait wirkte ein wenig nervös, nahm dann allerdings meine Hand und zog mich auf die Füße.

„Sorry, aber ich entführe ihn mal kurz“, erklärte er Jerry und Tobin, ehe er mich tatsächlich mit sich zog. Nur nicht wie ich erwartet hatte nach oben ins Schlafzimmer, sondern in die Garage.

„Sex auf der Motorhaube?“ Die Frage kam über meine Lippen, kaum hatte er die Tür hinter uns geschlossen. Kurz sah Nait mich perplex an, ehe er lachend den Kopf schüttelte und einen Schlüssel aus seine Hosentasche nahm.

„Nein, also nicht das ich das grad nicht wollen würde... aber wir haben erst Mal was anders vor“

„Erst Mal, klingt als ob wir über den Sex noch mal reden könnten“, neckte ich ihn und strich mit meinem Finger andächtig über seinen Hals. Spürte seine Gänsehaut, als Reaktion auf meine Berührung. Doch dann löste er sich von mir und trat mit einem leisen ausatmen zu unserem Sportwagen. Auf seinen Wangen konnte ich diese niedliche Röte erkennen, die sich dort immer wiederfand wenn es um versaute Dinge ging.

„Bestimmt, als ob ich dir widerstehen könnte. Aber tatsächlich hab ich mit dir noch was anderes vor“, fing er an und stieg in den Wagen. Startete den Motor noch ehe ich überhaupt darin saß. Ein Grund mehr ihm neugierig zu folgen.

„Und was hast du mit mir vor?“, fragte ich nach, kaum saß ich auf dem Ledersitz des Sportwagens. Doch Nait zuckte nur mit den Schultern und fuhr gekonnt aus der Garage. Seine Angst Kratzer in den Lack zu fahren waren zum Glück vorbei. Mittlerweile fuhr er mehr als sicher mit den Autos, die mehr gekostet hatten als seine letzte Wohnung.

„Lass dich überraschen. Es wird dir gefallen“, meinte er geheimnisvoll und machte die Musik etwas lauter. Wahrscheinlich damit ich ihn schlechter mit Fragen löchern konnte. Also schwieg ich und sah gespannt aus dem Fenster.

„Es geht zum Sunset oder?“, stellte ich kurze Zeit später fest. Den Weg konnte ich immerhin im Schlaf und mit Verbundenen Augen.

„Vielleicht, aber was wir da machen weißt du trotzdem nicht“, schmunzelte mein Freund und zwinkerte mir kurz zu.

„Uhh gehen wir zwei Feiern? Und am Ende bist du derjenige von uns der betrunken und scharf auf mich ist?“, riet ich weiter und legte meine Hand vielsagend auf seinen Oberschenkel. Nait zog scharf die Luft ein, schüttelte allerdings den Kopf.

„Ich hab nicht vor was zu trinken. Davon halte ich mich fern, bis ich mir sicher bin das du es erträgst und nicht selbst wieder was trinkst“, stellte er klar. Kurz verzog ich bei der Erinnerung an mein letztes Alkohol Abenteuer das Gesicht.

„Ohhh das werde ich nie wieder tun. Glaub mir du und Jax wart echt fies und ich will nie wieder so ekligen Kaffee trinken“, murrte ich und strich seinen Oberschenkel noch etwas weiter nach oben. Brachte Nait ganz kurz mit meiner Berührung etwas aus der Fassung, doch mein Freund fing sich leider viel zu schnell wieder und schob meine Hand von seinem Bein.

„Lass mal kurz die Finger bei dir, ich muss parken und das geht nicht wenn meine Konzentration wo anders liegt“, meinte Nait komplett klar und doch klang seine Stimme ein wenig atemloser und rauer als noch zuvor. Doch ich behielt brav meine Finger bei mir. Immerhin wollte ich keinen Bösen Blick von ihm bekommen, oder einen Kratzer im Lack. Wobei zweiteres mir tatsächlich recht egal war.

Als Nait den Motor ausmachte fuhr er sich kurz mit den Fingern durch die Haare. Sah mich dann an.

„Okay ich kenn mich hier nicht ganz so gut aus wie du, aber ich hab mir von Jerry und Tobin den Weg erklären lassen. Denke das bekomm ich hin“, erklärte er mir, ohne jedoch zu verraten wohin es eigentlich ging.

„Du spannst mich richtig auf die Folter. Nicht cool man“, grinste ich frech ehe ich ausstieg und die typische Dreckige Luft von L.A. tief einatmete. Es gab bessere Luft ohne Fragen, aber das hier war einfach meine Heimat. Die Stadt war im Grunde genau so kaputt wie ich, nur versteckte sie es teilweise noch besser hinter ihrer glänzenden Fassade. Ohne ein Wort zu sagen nahm Nait meine Hand, sah sich kurz in dem kleinen Innenhof um, auf dem wir geparkt hatten und ging dann, mehr oder weniger, selbstsicher los.

Tatsächlich schlängelten wir uns durch Seitengassen und Hinterhöfe. Wege die ich allesamt kannte, wodurch ich recht schnell raffte wohin er mich führen wollte. Doch Nait zu liebe tat ich so, als hätte ich keinen Schimmer.

„Wo führst du mich nur hin, Naity?“, fragte ich ihn gerade gespielt nachdenklich. Woraufhin er belustigt schnaubte und meine Hand drückte.

„Als ob du das nicht schon längst wüsstest, du kennst hier gefühlt jede Gasse“ Seine Worte brachten mich erneut zum Lachen.

„Yeah schon, aber ich hab trotzdem keinen Plan was du eigentlich vor hast“ Was nicht mal gelogen war. Ich hatte wirklich keinen Schimmer warum wir hier waren.

„Immerhin kann ich das vor dir geheim halten“, Nait klang zufrieden damit, legte dann allerdings seinen Finger an seine Lippen und bedeutete mir leise zu sein.

Neugierig folgte ich ihm, ohne ein weiteres Wort zu sagen, zum Hintereingang des Roxy. Jetzt war ich wirklich gespannt warum wir hier waren. Wenn wir an der Hintertür waren wollte er wahrscheinlich nicht das wir erkannt wurden. Doch Nait klopfte nicht an die Hintertür, wie ich es erwartet hatte, sondern sah sich noch mal nervös um ehe er etwas aus seiner Tasche zog und mir in die Hand drückte. Verwirrt starrte ich auf den Dietrich, den mir Nait in die Hand gelegt hatte. Mein Blick zuckte von meiner Hand zu Nait und zurück, ehe ich mein breites Grinsen nicht mehr unterdrücken konnte.

„Wir schleichen uns rein?“, flüsterte ich amüsiert und drehte den Dietrich in meinen Fingern. Nait biss sich nervös auf die Lippe, nickte dann allerdings und flüsterte zurück:

„Ja tun wir. Als kleines Abenteuer“, weihte er mich ein und sah sich nervös in der Gasse um. Das Nait noch nie irgendwo eingebrochen war wunderte mich an dem Punkt nicht wirklich. (Ich hab einen wirklich schlechten Einfluss auf ihn oder? Fuck, das macht ihn noch heißer.)

„Das macht dich grad unerwartet heiß, weißt du das eigentlich?“, fragte ich ihn leise und sah kurz von seinen Augen auf seine Lippen. Doch statt ihn zu küssen wand ich mich der Tür zu, ging vor ihr in die Hocke und machte mich an die Arbeit.

„Wer spielt heute Abend?“, fragte ich ihn leise, aber gespannt.

„Keine Ahnung. Kann mir den Namen der Band nicht merken, aber sie klangen gut und der Sänger hat grüne Haare. Das hat mich überzeugt“, gestand er mir und sah sich noch mal etwas nervös um.

„Oh wow“, lachte ich und stand im nächsten Moment wieder auf, drückte die Tür auf und sah Nait zufrieden an.

„Immer noch nicht Jack sicher“ Nait biss sich bei diesem Kommentar grinsend auf die Lippe. Er versuchte anscheinend sein Lachen zu unterdrücken.

„Seh ich. Ohman, ich war noch nie irgendwo ohne Eintritt zu bezahlen“, gestand er mir dann und schob sich an mir vorbei ins Innere des Clubs.

„Ich war öfter irgendwo ohne was dafür zu bezahlen, als das ich für Konzerte bezahlt hab“, gestand ich Nait grinsend. Welcher mich wenig überrascht ansah.

„Überrascht mich nicht wirklich“, meinte er und sah sich im Flur des Roxys um. Kurz erinnerte er mich dabei an Coby, als wir uns das erste Mal mit 16 Jahren hier hinein geschlichen hatten.

„Wo lang?“, fragte er mich leise. Anstatt es ihm zu sagen nahm ich seine Hand und zog ihn leise Summend hinter mir her. Den Weg von hier zur Bühne würde ich auch im Schlaf finden. Oder Blind.

Nait wirkte ein wenig angespannt, doch auch auf seinen Lippen war mittlerweile ein aufgeregtes Grinsen zu erkennen. Es machte ihm Spaß solche Dinge mit mir zu machen. Neue Seiten an sich zu entdecken.

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