Plastic people don't got nothing to say
Plastic people don't got nothing to say
Meine erste Tage in meinem „neuen Zuhause“, fühlten sich unendlich lang an. Auch wenn sie nur 24 Stunden wie normale Tage hatten, aber irgendwie nahm ich sie anders wahr. Für mich verging die Zeit langsamer und träger als normal. Vielleicht weil ich alles verloren hatte, was meine Welt bis dato ausgemacht hatte. Vielleicht, weil dieses große Haus so still war. Keine Musik war zu hören und mir kam selbst mein eigener Atmen zu laut vor. Ich lernte recht schnell, wie die Tage hier abliefen. Oder eher, ich bekam es an meinem ersten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht in einem Bett wie aus Wolken, auf die Nase gebunden. Mein Dad verschwand schon früh ins Büro, immerhin leitete sich eine so riesige Firma wie die seine nicht von allein. (Dieses ganze Firmen Ding ist mir übrigens bis heute ein großes Rätsel und geprägt von Filmen. Bryce kann sagen was er will und mir versuchen zu erklären, was er da eigentlich den ganzen Tag treibt aber verstehen werde ich es wohl nie ganz. So wie er mein Business nie ganz verstehen wird.)
Chrishell war zwar oft im Haus, aber dann mit allem möglichen „geschäftlichen“ beschäftigt. Sie tat verdammt viel für das öffentliche Bild der Familie und arbeitet zu der Zeit hart an ihrer Makler Karriere. (Ja es gab tatsächlich eine Zeit vor ihrer Makler Netflix Karriere. Wie Hanako sich das ansehen kann werde ich im übrigen nie verstehen.)
Oft war sie deswegen in ihrem Arbeitszimmer, oder unterwegs. Bryce hatte eh lange Schule und war mit allem möglichen sportlichen Aktivitäten ausgelastet. Ergo, als ich an meinem ersten Morgen leise in die riesige Küche schlich war das Haus für seine Größe unfassbar leer. Nur das Hausmädchen und der Butler waren anwesend. Mal ganz davon abgesehen davon, dass welche Familie außerhalb Englands bitte einen Butler hatte?! (Erst Jahre später hab ich erfahren, dass mein Dad englische Wurzeln hatte und selber mit einem Butler und in England aufgewachsen ist. Er behielt sich so wahrscheinlich einfach ein kleines Stückchen Heimat.)
Zurück zum Thema. Ich schlich, um irgendwas nach 10 Uhr, auf Socken in die Küche und traf eine junge Frau Mitte Zwanzig an und einen Herren Ende Vierzig oder Anfang Fünfzig. Sie tranken herrlich duftenden Tee und sahen mich überrascht an.
„Ah, der junge Herr ist aufgestanden.“, sagte der Butler mit einem freundlichen Lächeln. Er sah nicht nur aus wie ein Butler, nein er sprach auch komplett so. Wenn Bryce DAMIT aufgewachsen war wundert mich nichts mehr. Und auch wenn dieser Mann mir die meisten meiner Manieren beibringen würde, die dann doch ab und zu zum Gebrauch kamen, sah ich ihn im ersten Moment wie ein Alien an.
„Junger Herr? Welchen Film fährst du den? Ich bin doch kein junger Herr“, und damit brachte ich beide zum Lachen. Sie hatten wohl mehr Humor als ihre Arbeitgeber.
„Man merkt also direkt in welchem Umfeld du groß geworden bist. Sehr erfrischend“, kommentierte der Mann meine verblüffte Aussage.
„Setz dich ruhig zu uns. Ich mach dir etwas zu Essen“, bot das Hausmädchen mir an und erhob sich bereits, um genau das zu tun. Misstrauisch beäugte ich die Beiden. Immer noch in Socken an der Tür stehend. Generell traute ich nichts und niemanden in diesem Haus. Nicht nach dem ersten Eindruck, den mein Vater und seine Frau bei mir hinterlassen hatten.
„Keine Sorge, es ist in Ordnung. Weder Romain noch Chrishell sind aktuell im Haus“, beruhigte mich der Butler, der sich im nächsten Moment auch endlich vorstellte:
„Mein Name ist übrigens James und die junge Dame hört auf den Namen Eliza“
Mein Blick huschte kurz von Butler James zum Hausmädchen Eliza, die mir ein Sandwich fertig machte. Beide schienen... okay zu sein. Also sprang ich über meinen Schatten und kam langsam näher. Setzte mich zu ihnen an den Tisch.
„Und ihr arbeitet wirklich freiwillig für die Eisklötze?“, kam mir die Frage über die Lippen, ehe ich darüber nachdenken konnte, ob das eine gute Formulierung war. Doch James schien ein überraschend lockerer englischer Butler zu sein, den er schmunzelte nur bei meinen Worten und nahm seine Teetasse, um einen Schluck daraus zu trinken.
„Nun, um meinen geliebten Beruf ausüben zu können und eine aussterbende Tradition zu wahren, muss man Kompromisse eingehen. Und seit der junge Herr Whitley geboren ist, ist meine Arbeit hier wesentlich schöner geworden“, erklärte er mir mit einem Lächeln. Ihn schien es zu amüsieren wie wenig ich mit seiner gehobenen Sprache zurecht kam. (Ich glaube heutzutage übrigens, dass er sich damit auf eine humorvolle Weise über all das lustig gemacht hat. Vor allem bei mir, eben weil ich damit so wenig anfangen konnte. Vielleicht war es genau das was ihn so sympathisch für mich gemacht hat.)
„Du meinst Bryce oder versteckt ihr hier noch einen jungen Herren im Keller?“, fragte ich ihn, schon etwas lockerer als noch zu Anfang.
„Ja ich meine Bryce, Jack“, lachte er leise in seine Teetasse. Eliza stellte einen Teller mit einem wirklich herrlich aussehenden Sandwich vor mir ab. Wann hatte ich eigentlich zuletzt etwas vernünftiges gegessen? Es war an dem Punkt so lange her, dass ich mich nicht mal mehr daran erinnern konnte. Zuerst beugte ich das Sandwich etwas misstrauisch. Versteht mich nicht falsch, ich dachte nicht daran, dass sie mich vergiften wollen würden. Nur hatte ich gelernt bei Nettigkeiten ohne Gegenleistung misstrauisch zu sein.
„Du kannst es ruhig essen. Du gehörst jetzt zur Familie“, ermutigte Eliza mich, mit einem herzlichen Lächeln. Yeah, sie hatte es sehr nett gemeint, aber komm schon als würde ich JEMALS zur Familie gehören!
„Als ob ich dazu gehören will. Romain und Chrishell sind schrecklich“, brummte ich leise zu mir selbst, ehe ich das Sandwich nahm. Komischerweise kommentierte weder James noch Eliza diese Aussage. Vielleicht stimmten sie mir also stillschweigend zu.
Nachdem mir Eliza noch ein weiteres Sandwich gemacht hatte und auch dieses von mir verdrückt wurde fühlte ich mich schon etwas besser. Immer noch unwillkommen und einsam, aber wenigstens nicht mehr hungrig. James und Eliza hatten sich in der Zwischenzeit über alle möglichen, für mich uninteressanten Dinge gesprochen. Doch plötzlich galt James Aufmerksamkeit wieder mir. Und noch war ich mir nicht sicher, ob und wie ich seinen Blick deuten sollte.
„Ich muss gleich los Bryce von der Schule abholen, vielleicht möchtest du ja mit kommen? Ablenkung tut dir bestimmt gut“, schlug er mir mit einem Lächeln vor. Ich weiß immer noch, dass ich mich im ersten Moment gefragt habe, warum mein Bruder nicht auch einfach Laufen könnte, oder mit dem Bus fahren könnte. So war ich immerhin auch immer zur Schule und zurück gekommen. Doch anscheinend fuhr kein Bus hier her. (Naja, wie ich später gelernt habe wäre ein Bus hier eine echte Verschwendung. Immerhin würde legitim KEINER der Anwohner hier auch nur einen Blick in das Innere eines Busses werfen.)
Und da ich eh nichts besseres, oder überhaupt irgendwas vor hatte, kam ich mit. Und was soll ich sagen? Allein als wir die Garage, nein den kleinen Fuhrpark, der Familie Whitley betragen war ich sprachlos und überfordert. Wir hatten NIE ein Auto gehabt. Nie hätte Mom sich so was leisten können. Nicht mal eine vor Rost strotzende Karre und hier standen Modelle rum die mehr kosteten als ALLES was meine Mom in ihrem Leben je besessen hatte. Ergo, ich war komplett sprachlos als James mich zu einem schwarzen Bentley führte. Wie er meinte, sein Lieblings Auto um Bryce abzuholen. (Klar, der Mann lebte seine Herkunft auch mit Leib und Leben.)
In diesem weichen Ledersitzen zu sitzen machte mich sprachlos und okay, ich gebs zu, schüchterte mich damals ganz schön ein. Das war eine völlig fremde Welt für mich. Eine von der ich nur am Rande gewusst hatte, dass sie überhaupt existiert und plötzlich war ich irgendwie... Teil von ihr. Gezwungenermaßen. Aber egal. Ich hatte mein fucking goldenes Schokoladenticket bekommen und lebte jetzt in einem Palast. Die komplette Fahrt über schwieg ich. Eingeschüchtert von all dem Luxus und einfach allem. Die Fahrt dauerte nur 30 Minuten und als Bryce Schule in Sicht kam war ich erneut... sehr beeindruckt. Sie war kein bisschen mit meiner Schule zu vergleichen. Nicht mal annähernd. Diese hier durfte man nur Besuchen, wenn die Eltern ordentlich drauf zahlten. Uniformen, Etikette und Leistung waren die drei Grundpfeiler dieses alten Gebäudes. Sie kam mir schon damals wie der Alptraum von Schule aus. War jetzt nicht so, dass meine alte Schule ein Traum war, aber dieses alte Gebäude und ich würden nie Freunde werden. Das ich sie überhaupt besuchen durfte werte ich Jahre später, als kläglichen Versuch meines Vaters mich in seine Welt zu ziehen. Ganz nach dem Motto „Vielleicht ist doch noch nicht alle Hoffnung verloren und etwas strenge Erziehung richtete den Jungen wieder.“ Yeah, wir wissen alle wie das enden wird oder?
Ich weiß noch genau, wie ich aus den getönten Fenstern starrte und die ganzen Schüler beobachtete. Die Reiche und Schöne Elite unserer Gesellschaft. Mittendrin mein Bruder. Er bewegte sich mit so einer Selbstverständlichkeit durch die Gruppen Schüler, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Was er zugegebenermaßen auch nie hatte. Er war darin aufgewachsen. Mit Hausmädchen statt liebender Mutter. Mit Geld statt Armut. Mit allem was er brauchte. Ich werde nie vergessen wie schäbig ich mir in diesem Moment vorkam. Dabei naja, irgendwann wäre ich wohl mit Abstand der coolste Schüler den diese Schule je gesehene hatte und gleichzeitig wäre ich der argumentative Alptraum jedes Lehrers hier. Frech und Clever waren eben diese besondere Mischung, die viele an den Rand der Verzweiflung brachte. Es hat doch nicht wirklich jemand hier gedacht ich würde es schaffen mich an dieser Schule anzupassen und der Liebling der Lehrer werden, oder? Ha!
Kurz bevor Bryce das Auto erreichte, dass wie so viele anderen auch natürlich fast direkt vor der Tür parkte (nicht das jemand noch mehr Schritte als nötig machen muss), blieb er noch mal stehen und verabschiedete sich von zwei Jungen, mit denen er befreundet zu sein schien. Beide sahen für mich auf den ersten Blick verdammt unsympathisch aus. Sie verkörperten perfekt das Bild von einem Sportler, dessen Hobby es ist andere zu mobben. Sportjacken mit dem Logo der Schule an, diese typischen Frisuren, die fast nur Kids wie sie trugen und eine arrogante Ausstrahlung die man direkt spürte. Und mein Bruder, naja der gehörte wohl zu ihrer Gang. Ob das jetzt was gutes, oder was schlechtes war konnte ich noch nicht beurteilen. Jedenfalls stieg mein Bruder kurz nach seiner Verabschiedung ins Auto.
„Hallo James, danke fürs Abholen“, bedankte er sich noch während der Begrüßung bei James, ehe sein Blick zu mir zuckte. Ich saß auf Beifahrersitz, direkt neben James und hatte mich zu Bryce umgedreht. Ein leichtes, ja fast schon unsicheres Lächeln auf den Lippen.
„Hey, Bryce“, begrüßte ich ihn und hoffte damals sehr, dass er mich immer noch in seinem Leben... tolerierte? Akzeptierte? Und tatsächlich lächelte er mich an.
„Hey, Jack. Das ist ja cool, dass du mitgekommen bist“, sagte er überrascht aber auch irgendwie wirklich erfreut über meine Anwesenheit. Was mir in diesem Moment unglaublich wichtig war. Im Nachhinein, mit dem Wissen wie sich unsere Beziehung noch wandeln würde, yeah es glich einem Wunder das er es sagte.
♫
Interviews hatten sich über die kurze Zeit meiner Berühmtheit bereits sehr gewandelt. Na gut, okay wenn man bedenkt wie lange ich doch schon mit dabei war, waren es schon einige Jahre. Allerdings immer noch eine kurze Zeit, wenn ich dran denke wie viele Jahre (hoffentlich) noch vor mir lagen. Nur war in diesen paar Jahren viel passiert und alle waren bequemer geworden. Man fuhr nur noch selten zu, zum Beispiel Radiosendern, um dort über die eigene Musik, das neuste Album und Co. Zu sprechen. Vieles lief über alle möglichen Social Media Seiten ab. Instagram und TikTok waren allgegenwärtig und auch für Radiosender eine wichtige Plattform geworden. Und weil Menschen eben bequem waren und der technische Fortschritt sie darin bestärkte, liefen auch Interviews mittlerweile oft von zu Hause aus. Einfach online. Verrückt oder? Ich meine yeah, es ist irgendwie cool und viel entspannter. Man kann entspannt auf seinem Sofa sitzen und von da aus „arbeiten“. Aber ein bisschen vermisse ich es doch, direkt vor Ort mit den Menschen zu sprechen. Es etwas zu genießen der Stargast zu sein und vom Buffet zu naschen. Hier zu Hause musste ich dann selbst für mein Buffet sorgen. Und weil ich eben ich bin, bestand das aus Kaffee und einem Stück Kuchen zum Frühstück.
(Falls sich jemand darüber wunder, dass ich gern Kuchen zum Frühstück esse, wenn einer da ist, dass hab ich von Mom. Kuchen war etwas sehr besonders bei uns. Den gab es nur bei besonderen Anlässen. Geburtstagen und so. Und wenn dann was übrig blieb, war es früher bei uns üblich gewesen die Reste als Frühstück zu essen. Ich hab es als Kind geliebt und liebe diese „Tradition“ immer noch. Also lasst mich verdammt noch mal Kuchen zum Frühstück essen. Cob fand es Anfangs auch immer amüsant, bis er es selber testete und lieben lernte. Probiert es mal aus, wenn ihr mir nicht glaubt.)
Worauf ich eigentlich hinaus wollte, heute Morgen hatten wir, nein hatten Nait und ich, ein Interview mit einem Moderator von IHeartRadio. Es war zwar eher eine Streaming-Plattform für Live-Radio und Co. Aber egal. So hatte sich das Ganze einfach entwickelt. Michael hatte die Anfrage vor zwei Tagen an uns weiter geleitet und weil alles eben so einfach geworden war, hatten wir recht schnell Zeit gefunden. Wir hatten als Band kurz überlegt wer das Interview führen sollte. Das ich dabei sein sollte, stand nicht mal zur Debatte. Das war allen klar gewesen. Nicht nur, weil ich für die Medien mit der spannendste Part war, sondern auch wegen meiner Erfahrung. Danach ging es darum, wer an meiner Seite sein sollte. Gale lehnte direkt ab, er hätte es zwar hinbekommen, doch riss sich nicht darum. Und eigentlich war er verdammt dankbar darüber, dass er nicht der einzige Frontmann war und ich so gern im Rampenlicht stand. Hardin hatte sich direkt darum gerissen an meiner Seite zu stehen. Das war total sein Ding, aber als Sebastian ihm zwei Testfragen stellte und Hardin so katastrophal darauf geantwortet hatte, hatte selbst er eingesehen das es keine gute Idee war. Sebastian hatte direkt abgelehnt, er würde neben mir eh nur schweigen. Also waren nur noch Hanako und Nait übrig geblieben. Zweiteres war allein bei dem Gedanken ganz blass geworden. Er stand immer noch nicht gern im Rampenlicht, war aber die logistische Wahl. Weil er einen Großteil der Songs schrieb und somit am meisten dazu zu sagen hatte. Auch wenn Hanako wohl besser damit umgehen konnte und es auch exzellent gemeistert hätte. Nur zu Naits Leidwesen fand sie den Gedanken viel süßer, dass wir beide zusammen das Interview führen sollten.
Und jetzt saß Nait unruhig und nervös neben mir auf dem Sofa im Wohnzimmer und starrte auf das große Tablet vor uns. Wir warteten gerade auf den Videoanruf des Typen, der mit uns das Interview führen würde. Mein süßer Freund hatte sich im Vorfeld noch ewig Gedanken gemacht. Was er sagen sollte, was er anziehen sollte und und und. Letztendlich trug er total casual ein T-Shirt (von mir geklaut) und eine dunkle Jeans. Ich selbst trug eines meiner Tanktop, damit man (und Nait) meine tätowierten Arme bestaunen konnte und eine meiner liebsten schwarzen Jeans. Dazu violette Socken mit schwarzen Katzenmotiv, die ich von Ella bekommen hatte. Sie hatte mir die Socken zu geschickt, die sie nach eigenen Worten im Laden gesehen hatte und direkt an mich denken musste. Also musste sie mir die einfach mitbringen. Fuck, ich liebte diese Frau jetzt schon tausendmal mehr, als die letzte Frau die eine Mutterrolle bei mir hätte einnehmen können.
Ergo, trug ich die Socken mit viel Stolz. Ich hatte es mir im Schneidersitz auf dem Sofa neben Nait gemütlich gemacht und hatte meine Hände, um meine Tasse Kaffee gelegt. Mein Frühstückskuchen stand neben dem Tablet.
„Entspann dich. Das wird ein Selbstläufer“, ermutigte ich Nait, der nervös am Saum seines Shirts spielte.
„Entspannen? Die streamen das gleich auf allen möglichen Plattformen. Kann Hardin das nicht doch machen? Er sagt schon nichts dummes“, versuche Nait noch im letzten Moment der Verantwortung zu entkommen.
„Yeah, schon klar. Setzt Hardin und mich hier hin. Klingt nach einer sehr guten Idee“,lachte ich leise und löste eine meiner Hände von meiner Tasse, um sie auf seinen Oberschenkel zu legen. Beruhigend über ihn zu streicheln.
„Du wirst das super machen. Wie immer. Erst bist du so nervös wie jetzt und dann rockst du das ganze Interview. Was soll schon passieren? Wenn ich neben dir sitze?“, fragend legte ich meinen Kopf etwas schief und sah in seine wunderschönen Augen.
Gequält verzog Nait sein Gesicht, rutschte noch etwas mehr an mich heran, bis sich unsere Beine berührten. Eigentlich hatte er nicht gewollt, dass man merkte was zwischen uns lief. Es war zwar kein Geheimnis in der Öffentlichkeit, aber nun mal auch keine ausgesprochene Tatsache. Unsere Freunde, Familien und Co wussten das mit uns. Aber die breite Öffentlichkeit? Der hatten wir das offiziell nicht gesagt. Warum auch? Die Beziehung zwischen uns war unsere Sache und ich würde sie weder abstreiten noch verstecken, aber eben auch nicht übertrieben an die große Glocke hängen. Wir hatten bisher noch nicht wirklich drüber gesprochen, da es so viele andere Themen gab. Aber irgendwann müssten wir drüber sprechen, in wie fern wir das mit uns öffentlich machen wollten. Wobei Nait sich da mehr Gedanken machte als ich. Aber mir war jetzt schon klar, dass es anders werden würde als mit Coby. Eben weil meine Beziehung zu Nait keine offene war wie mit Coby. Eben weil diese ganze Beziehung anders war. Die Frage war nur, wollte Nait es das sie öffentlich war? Oder wollte er es eben nicht? Und warum zerbrach ich mir gerade jetzt den Kopf darüber? Arg. Ungünstig.