Kapitel 1 - Übernachtungsparty
Kapitel 1 - Übernachtungsparty
Herzlich Willkommen zu meiner nächsten Geschichte, die gleichzeitig die "Fortsetzung" von meiner anderen Geschichte „Ziemlich beste Feinde“ ist, nur mit einem anderen Charakterfokus. Bei dieser Geschichte stehen Peter und Justus im Vordergrund. Trotzdem kommen Skinny und meine OC Casie weiterhin als Paar vor, ebenso Bob und Lesley.
Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich sehr über Favoriten, Empfehlungen und Reviews ❥
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Das neue und letzte Schuljahr an der Rocky Beach High war schon seit einigen Monaten für Peter, Justus und Bob angefangen. Die Themen im Unterricht haben für Peters Geschmack vom Schweregrad ziemlich angezogen, gerade Mathe brachte ihn noch mehr an den Rand der Verzweiflung, als jemals zuvor. Er hasste dieses Fach einfach und verstand in den meisten Fällen rein gar nichts. Da halfen auch keine Erklärungsversuche von Justus und Bob. Ersterer drückte sich einfach viel zu umständlich aus, wodurch der zweite Detektiv noch weniger durchblickte. Bob bemühte sich auch es ihm zu erklären, aber so ein Ausmaß an Geduld, welches für Peter vonnöten wäre, hatte er einfach nicht.
„Boar, zum Glück ist Freitagnachmittag und damit Wochenende. Scheiß auf die dämlichen Mathe-Hausaufgaben!", dachte Peter sich und klappte das dicke Schulbuch mit einem lauten Knall zu. Der Kugelschreiber wurde zurück in die Stiftebox auf seinem Schreibtisch geworfen.
Er ließ sich auf sein Bett plumpsen und machte es sich mit seinem Kopf auf dem weichen Kissen gemütlich. Im Hause Shaw war es ruhig, da seine Eltern arbeiten waren und Casie jetzt schon seit einem halben Jahr bei Skinny Norris wohnte. Er vermisste seine zwei Jahre ältere Schwester. Allgemein war ihm gerade ziemlich langweilig, weshalb er sein Handy aus der Tasche zog. Beim Blick auf die Uhr wusste er, dass Casie mittlerweile aus der Uni gekommen war, also wählte er ihre Nummer. Ein Tuten ertönte.
„Hey Brüderchen! Hast du Sehnsucht nach mir?", begrüßte ihn Casie mit einem humorvollen Unterton.
Er atmete schwer aus. „Ja, mir ist langweilig und wir haben uns jetzt schon ewig nicht mehr gesehen.", schmollte er etwas.
„Awww, mein kleiner Bruder ist anhänglich. Was hältst du davon, wenn ich heute Abend vorbeikomme und wir machen eine kleine Übernachtungsparty mit Playstation, Snacks und Quatschen?"
„Ja, das klingt verdammt gut. Ist das denn für Skinny okay?"
„Du weißt doch, dass er damit kein Problem hat. Außerdem hat er heute Nachtschicht, also wäre ich eh alleine.", erklärte seine Schwester.
„Okay cool, wann bist du dann hier?"
„20 Uhr?"
„Ist gut. Dann bis heute Abend und grüß Skinny."
„Mach ich. Bis nachher."
Peters Laune hob sich durch die bevorstehende Verabredung mit seiner Schwester schlagartig. Sie war nicht bloß seine Schwester, sondern neben Justus, Bob und Jeffrey, auch seine beste Freundin. Die beiden waren schon immer ein eingespieltes Team, egal ob bei Ungerechtigkeiten ihrer Eltern oder bei Ermittlungen der drei Fragezeichen. Wenn Peter seine große Schwester brauchte, war sie da. Zwar geriet ihr Verhältnis zueinander durch Casies Beziehung mit Skinny anfangs ins Schwanken, aber als Peter gesehen hat, dass Skinny es ernst mit ihr meinte und auch ihn besser kennengelernt hatte, näherten sie sich wieder an.
Gegen achtzehn Uhr kamen Mr. und Mrs. Shaw von der Arbeit, weshalb er ihnen direkt mitteilte, dass Casie nachher kommen würde. Auch seine Eltern freuten sich auf ihre Tochter und seine Mutter bereitete Casies altes Kinderzimmer für sie vor.
„Hey Family!", rief Casie, als sie durch die Eingangstür ihres Elternhauses trat.
Ein paar Sekunden später kam Peter um die Ecke in den Flur geschossen, rannte auf seine Schwester zu und zog sie in eine feste Umarmung.
„Woohw, Hilfe. Was ist los mit dir? So doll hast du mich noch nie vermisst.", lachte sie auf die Reaktion ihres Bruders.
„Stimmt, aber wir haben uns auch kaum noch gesehen, seit die Sommerferien um sind und mittlerweile auch schon das halbe letzte Schuljahr.", erklärte Peter.
Casie dachte kurz nach. „Verdammt, du hast recht! Die letzten sechs Monate waren wirklich ein bisschen wenig mit Bruder-Schwester-Action. Ich hatte durch das Studium viel um die Ohren und du natürlich durch die Highschool..."
„Ja und Fälle, wo wir deine Biologie- und Tierkenntnisse gebraucht hätten, gab es auch keine. Und du wohnst weiter weg."
„Ne die Ausrede mit "weiter weg wohnen" ist Blödsinn. Nach Little Rampart sind es fünfzehn Minuten mit dem Fahrrad, in deinem MG noch viel weniger. Außerdem war das für Skinny und mich auch nie ein Problem uns zu sehen.", meinte Casie mit verschränkten Armen.
„Na gut, okay. Aber ich bin froh, dass du jetzt hier bist. Wie geht's Skinny denn?"
„Ich bin auch froh hier zu sein. Ihm geht's gut. Er ist seit dieser Woche in Rocky Beach eingesetzt. Inspektor Cotta hat ihn mit Goodween zum Streifendienst eingeteilt.", lachte Casie.
„Wilde Kombination.", lachte Peter ebenfalls.
„Ja, er muss sich auch noch etwas an Goodweens zurückhaltende Art gewöhnen. Aber da gibt es immerhin keine Zweifel wer der "Good" und wer der "Bad Cop" ist.", sagte Casie amüsiert.
Lachend gingen die Geschwister ins Wohnzimmer, wo seine Schwester auch ihre Eltern begrüßte.Dann gingen sie nach oben. Casie stellte ihren Rucksack in ihrem alten Kinderzimmer ab und schaute sich kurz um - es war viel Zeit vergangen.In Peters Zimmer saß ihr Bruder bereits auf seinem Bett und stellte die Playstation ein. Von unten hatte er Snacks und Getränke geholt. Alles war vorbereitet für einen schönen Abend.
Sie begannen den Abend mit einer Runde "Need for Speed". Peter gewann das erste Rennen, aber Casie forderte eine Revanche.
„Sag mal, wie sieht's jetzt bei dir eigentlich aus?"
„Was meinst du?", hakte ihr Bruder nach.
„Na Beziehungsmäßig. Es kann doch nicht sein, dass da nach Kelly nichts mehr kam. Kein hübsches, nettes Mädchen an der Schule?"
„Da laufen genug hübsche Mädchen rum, aber meist sind die auch dumm wie Brot oder total eingebildet.", erklärte Peter.
„Na ja eingebildet muss nichts heißen. Vielleicht versuchen die nur was zu überspielen und sind eigentlich gar nicht so. Ich hab Skinny auch ziemlich handzahm bekommen."
„Skinny war nicht die Art von eingebildet. Er war eher so sarkastisch, aufmüpfig, überheblich. Die Mädels glauben wirklich, dass sie was Besseres sind, mit hundert prozentiger Überzeugung. Da gibt es gar nichts zu rütteln. Ne, das muss für mich direkt passen. Sowas Kompliziertes wie bei euch will ich nicht. Es muss direkt Klick machen."
„Von Abneigung zu Liebe ist doch nicht kompliziert. Ich bitte dich, meine Semesterferien waren pure Entspannung.", lachte Casie sarkastisch.„Okay Spaß beiseite. Ich kann dich verstehen. Also hättest du schon gerne wieder eine Freundin?"
„Ja, ehrlich gesagt so langsam schon. Ständig sehe ich Bob mit Lesley und dann dich mit Skinny. Da bin ich schon ab und zu neidisch.", gestand Peter.
„Also morgen ist Samstag. Wieso gehen wir nicht alle zusammen ins Planet Evil und feiern ein bisschen? Jeffrey ist doch eh jedes Wochenende da. Lesley und Bob haben bestimmt auch nichts dagegen. Skinny hat morgen frei und nach seiner ersten Woche Streifendienst mit Goodween, weiß ich, dass er dringend ein bisschen Ablenkung vertragen kann. Bei Justus sehe ich das einzige Problem, er ist schließlich nicht so der Partygänger..."
Peter dachte nach. Vielleicht hatte seine Schwester recht und sie sollten alle wirklich mal wieder zusammen feiern gehen. Die letzten Sommerferien waren turbulent genug und der Schulalltag war auch nicht besser. Also wieso nicht mal am Wochenende komplett abschalten und im Planet Evil war er auch schon länger nicht mehr. Aber da war immer was los und vielleicht würde er dort ja jemanden kennenlernen.
„Lust hätte ich schon..."
„Dann schreibe ich jetzt Skinny und du den anderen. Deal?"
Peter nickte mit einem Lächeln. Er hoffte, dass alle Zeit hatten. In ihm kam nämlich gerade ziemliche Vorfreude auf und so pausierte er das Autorennen, um schnell Nachrichten an seine Freunde zu tippen. Dann spielten sie weiter.
Casies Handy vibrierte. „Mach mal kurz Pause." Peter drückte auf den Controller.
„Also Skinny ist dabei. Ich zitiere: Hey Süße. Das ist eine fantastische Idee. Goodween treibt mich an den Rand der Verzweiflung. Ich brauche morgen unbedingt einen Drink, gute Musik und dich in meinem Arm auf der Tanzfläche." Sie grinste ihren Bruder an.
„Das, was dein Freund will, will ich auch, nur nicht meine Schwester im Arm.", lachte Peter und schaute auch kurz auf sein Handy. Er hatte ebenfalls neue Nachrichten.„Oh, Jeffrey und Bob haben geschrieben."Seine Augen liefen die Wörter von links nach rechts entlang. „Die sind auch dabei. Fehlt also noch Just. Gelesen hat er meine Nachricht. Wahrscheinlich erstellt er gerade eine komplizierte Pro-und-Contra-Liste, ob er mitkommen soll.", sagte er amüsiert, was auch Casie laut auflachen ließ.
Die beiden spielten weiter, bis nach dreißig Minuten dann wieder Peters Handy klingelte. Justus hatte sich wohl endlich eine Meinung gebildet und rief ihn an.
„Also ich weiß nicht, Zweiter. Die Musik da ist verdammt laut und Alkohol lässt einige Leute komplett ihren Verstand verlieren. Außerdem muss dir bewusst sein, dass wir beide dann von eng miteinander tanzenden Paaren umgeben sind. Jeffrey inbegriffen, obwohl der Single ist."
„Mensch Just, es ist der Sinn einer Discothek, dass man dort miteinander tanzt und eventuell auch etwas Alkoholisches trinkt. Aber zu beidem wird ja niemand gezwungen, also kannst du dich auch einfach an die Bar setzen und eine Cola trinken. Komm schon, das wird lustig!", versuchte Peter ihn zu motivieren. Casie saß grinsend neben ihm.
„Na wenn's unbedingt sein muss... Aber wenn es mir zu langweilig wird, verschwinde ich."
„Dir steht es jederzeit frei zu gehen. Aber vielleicht lernst du ja auch jemanden mit deinem Intellekt kennen." Justus konnte Peters Grinsen durch das Telefon hören.
„Mir sind bis jetzt nur wenige Menschen mit einem gleichwertigen Intelligenzquotienten begegnet und das heißt nichts. Ist jetzt nicht despektierlich gemeint, aber deine Schwester ist mit Skinny Norris zusammen, nicht der größte Intelligenzbolzen."
Casie hörte Justus Worte und war empört. Ihr Mund stand offen. „Danke für das Lob an meinen Verstand, Justus Jonas, aber mein Freund ist ähnlich intelligent wie ich, auch wenn du Skinny das nicht zutraust!", rief sie aufgebracht in Peters Handy.
„Mann, wieso sagst du mir denn nicht, dass sie neben dir sitzt?"
„Diese Aussage hast du ganz alleine getroffen. Außerdem stimme ich ihr zu, er ist nicht umsonst bei der Polizei angenommen worden. Aber was ist denn mit Jelena? Ich finde, sie ist geistig auf deinem Level und ihr zwei seid euch ziemlich ähnlich."
„Auf gar keinen Fall! Sie ist vielleicht intelligent, aber genauso selbstgefällig!", zischte der erste Detektiv. Er konnte Jelena Charkova, die er und Peter durch Bob kennengelernt hatten, absolut nicht leiden.
„Klingt nach Justus.", murmelte Casie leise zu Peter, welcher ihr mit einem Nicken zustimmte.
„Okay, Just. Dann suchen wir dir morgen jemand anderes. Ich freue mich, dass du mitkommst. Uhrzeit machen wir noch ab. Bis morgen.", sprach Peter schnell, um ihm keine Zeit zu lassen sich umzuentscheiden.
„Na gut... Bis morgen, Zweiter."
Als Peter aufgelegt hatte, lachte er mit den Worten. „Okay, er ist dabei."
„Also manchmal weiß ich wirklich nicht, was ich zu Justus noch sagen soll. Er ist echt "besonders".", meinte Casie mit einem Kopfschütteln.
„Ja das ist er, unser Erster.", lachte Peter.
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