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Kapitel 28 - Schmuckstück

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Kapitel 28 - Schmuckstück

Alles war vorbereitet und ein schöner Abend am Strand konnte starten.Die Freunde hatten sich auf den drei Bänken um die Feuerstelle herum verteilt. Lesley hatte sich bereits in Bobs Arm gekuschelt und Peter zündete das Lagerfeuer an. Justus stellte seine Kamera für das perfekte Bild ein und Casie war dabei ihre Gitarre zu stimmen. Ihre Hand prüfte jede Saite konzentriert. Liv schaute ihr interessiert dabei zu und auch Lesleys Blick lag auf Casies Händen an der Gitarre. Dabei fiel ihr etwas auf, was sie sehr neugierig machte. Am Ringfinger der linken Hand von Peters Schwester glitzerte ein silberner Ring mit einem kleinen Diamanten im Licht der untergehenden Sonne.

Lesley lehnte sich zu Bobs Ohr und flüsterte: „Ich glaube Casie und Skinny haben sich verlobt! Schau mal an ihrer Hand."

Ihr Freund runzelte die Stirn und schaute jetzt ebenfalls auf die Älteste in der Runde. Casie spürte die intensiven Blicke des Paares und schaute auf. „Ist es so interessant wie ich meine Gitarre stimme, oder warum starrt ihr beide mich so an?"

„Wir haben uns nur gerade gefragt was das da ist." Lesley deutete mit hochgezogener Augenbraue auf ihre Hand.

Casie schaute jetzt ebenfalls auf ihre Hand und grinste schief. „Das nennt sich Ring." Sie wendete sich an Justus. „Ey Just, kannst du mir einen Gefallen tun?"

Der erste Detektiv schaute von seiner Kamera auf. „Ja, was denn?"

„Wärst du so lieb und würdest Lesley und Bob erklären was genau ein Ring ist?"

„Ein Ring ist ein kreisförmiges Schmuckstück, das herkömmlicher Weise am Finger getragen wird. Er besteht meist aus Edelmetall, Edelsteinen oder anderen Werkstoffen und dient als dekoratives Accessoire, Statussymbol oder zur Darstellung von Bindung wie beispielsweise der Ehering. Durch seine geschlossene Form symbolisiert er Ewigkeit.", erklärte er fachmännisch.

„Vielen Dank!"

Lesley rollte mit den Augen. „Das ist mir schon klar, aber du trägst ihn an deiner linken Hand und auch noch am Ringfinger!"

„Ein Ring am linken Ringfinger symbolisiert traditionell Verlobung oder Liebe und Verbundenheit. Der Finger gilt als direkte Verbindung zum Herzen.", schob Justus daraufhin nach.

Liv verfolgte die Unterhaltung einfach nur und Peter bis eben auch. Doch nach der Erklärung seines Freundes wurde auch er hellhörig und verstand worauf Lesley hinaus wollte. Ihn überrumpelten diese Andeutungen und er entscheid sich seine Schwester zu konfrontieren. „Jetzt will ich aber auch wissen was das zu bedeuten hat! Du hast dich doch jetzt nicht ernsthaft mit Skinny verlobt, oder?!" Seine Worte waren scharf.

Dieser Aufschrei von ihren Freunden irritierte Casie sichtlich. Vor allem Peters Tonfall gefiel ihr gar nicht. „Was? Ist das jetzt dein Ernst?!"

„Ja ist es! Meinst du nicht, es wäre angebracht gewesen mal mit Mom, Dad und mir darüber zu reden, bevor er dir einen Ring an den Finger steckt?!"

Ein angefressenes Schnauben kam aus dem Mund seiner Schwester. „Komm mal runter! Das ist ein Ring, okay? Ein stink normaler Ring, ohne irgendeine Bedeutung. Ich habe ihn im Laden gesehen, fand ihn schön und habe ihn mir gekauft und ich trage ihn am Ringfinger, weil er da am besten passt! Ein Geschenk an mich selbst!" Sie kam sich vor wie in einem falschen Film und war so fassungslos, dass sie nur noch den Kopf schüttelte. Ihre Antwort ließ alle verstummen. Ihr Blick ging in die Runde, aber hauptsächlich zu Peter. „Das wäre also deine Reaktion, wenn Skinny und ich uns verlobt hätten? Wow... Ich sag dir jetzt mal was Brüderchen: Wenn Skinny mich fragen würde, wäre meine Antwort JA, egal ob heute, nächste Woche, in ein paar Monaten oder Jahren. Ob es dir passt oder nicht!", fauchte sie. Casie war sauer und enttäuscht, ja maximal enttäuscht von ihrem Bruder.

„Was ist denn hier los?", erklang es plötzlich von hinter ihnen. Es war Skinny. Anhand der Haltung und Mimik seiner Freundin hatte er schon von weitem gesehen, dass irgendetwas nicht stimmte.

Casie hielt ihm ihre linke Hand entgegen, wackelte mit dem Ringfinger. „Eine modische Entscheidung meinerseits hat hier gerade höhere Wellen als die da auf dem Meer geschlagen! Ich habe gerade gelernt, dass mein Bruder nicht begeistert wäre, wenn wir beide heiraten würden. Muss die Hochzeit wohl ohne ihn stattfinden...", pustete Casie geladen. Sie griff in Skinnys Jackentasche nach seiner Zigarettenschachtel. „Entschuldigt mich...", murmelte sie und entfernte sich von der Gruppe.

Skinny schaute seiner Freundin verdutzt hinterher, wendete sich dann an die Gruppe. „Kann mir mal jemand erklären, was hier gerade genau passiert ist?!"

Ein Seufzen kam von Lesley. „Das ist meine Schuld. Ich war neugierig wegen des Rings an ihrer linken Hand. Hätte ja sein können, dass der von dir ist und du sie gefragt hast. Aber hätte ich gewusst, dass das jetzt so endet, wäre ich lieber still geblieben...", erklärte sie bereuend mit leiser Stimme.

Peter atmete ebenfalls laut aus. „Ich habe das gar nicht böse gemeint! Ich würde es lediglich etwas früh finden, wenn ihr euch schon verlobt hättet."

Skinny fuhr sich mit seiner Hand durch die blonden Haare. „Ganz ehrlich, Shaw? Es ist mir ziemlich egal was man von mir hält, aber der Mensch da..." Er deutete auf Casie die mittlerweile unten am Meer stand und mit ihrem rechten Fuß gedankenverloren im Sand herumstocherte. Die Zigarette zwischen ihren Fingern glimmte vor sich hin und der Rauch verflüchtigte sich in der Luft. „bedeutet mir alles und irgendwann kommt der Tag, an dem ich ihr diese eine Frage stellen werde, ganz gleich was andere darüber denken! Merk dir das!", sprach er eindringlich und wendete sich von der Gruppe ab. Das Wichtigste für ihn war Casies Wohlbefinden. Um sie zu verteidigen und zu beschützen holte er auch gerne mal sein altes Ich wieder heraus.

Peter hatten seine Worte definitiv erreicht. Bereuend blickte er zu seiner Schwester, die sich jetzt eng in die Arme ihres Freundes kuschelte und auf das offene Meer hinaus schaute, auf dessen Oberfläche sich der beginnende Sonnenuntergang spiegelte.

Sanft fasste Olivia an seinen Arm. Sie konnte ihm ansehen, dass ihm seine Worte leid taten. „Du solltest mit ihr reden."

Vielleicht sollte er das wirklich. Peter überlegte. Ihm fiel ihr damaliger Streit wieder ein - der Tag, an dem er Casie aus Skinnys Auto steigen sah und dadurch komplett die Fassung verlor. Die Konfrontation, seine Wut und damit der versuchte Faustschlag gegen den damaligen Feind der drei Fragezeichen. Die beiden Geschwister hatten sich dadurch so zerstritten, dass sie tagelang nicht miteinander geredet hatten. Diese Tage waren mit die schlimmsten in Peters gesamtem Leben. Nie wieder wollte er das erleben, also gab er sich einen Ruck und stand auf. Olivia schenkte ihm ein bestärkendes Lächeln und so schritt er Richtung Ufer, wo seine Schwester immer noch von Skinnys Armen beschützt dastand und rauchte.

„Es tut mir leid!", sagte Peter direkt, als er neben ihnen zum Stehen kam. „Ich meinte das nicht so. Natürlich würde ich mich für euch freuen, wenn es irgendwann "Für immer" heißt. Das war dumm und unüberlegt von mir, ich wollte euch damit nicht verletzen." Das war aufrichtig und ernst gemeint.

Ein knappes Nicken kam von Skinny und damit nahm er Peters Entschuldigung an. Casie hingegen sagte nichts, schaute ihren Bruder auch nicht an, blickte einfach weiterhin auf den Pazifik.

Ihr Freund schmunzelte auf ihre Trotzigkeit, schüttelte sie leicht und versuchte sie mit einem liebevollen aber mahnenden „Süße!" zu animieren Peter wenigstens anzuschauen.

„Was?", grummelte sie.

„Sei nicht so zickig, guck deinen Bruder an!", forderte er amüsiert.

Sie verdrehte die Augen und richtete ihren Blick genervt auf Peter.

„Es tut mir leid, ich war ein Idiot. Bitte verzeih mir.", bat dieser mit ernster Stimme.

„Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.", nuschelte Casie und verschränkte ihre Arme vor der Brust.

Skinny seufzte. „Könnt ihr euch jetzt vertragen? Ich will ein Bier und Marshmallows!"

Dieser Kommentar brachte ihm einen mürrischen Seitenblick von seiner Freundin ein.

Peter musste ein Lachen unterdrücken. „Ich finde ja Skinny hat recht. Dazu würden noch Gitarrenklänge und die wunderschöne Stimme meiner talentierten Schwester den Abend zusätzlich aufwerten."

Casies Mundwinkel zuckten leicht, während sie den Kopf schüttelte. „Erst ist er unverschämt und jetzt schleimt er rum."

„Umarmung? Bitteee!", flehte Peter mit einem Schmollmund.

„Komm her, Blödmann!" Das ließ er sich nicht zweimal sagen und schloss seine Schwester fest in die Arme. Einen Kuss gab es auch noch auf den Kopf. „Jetzt übertreib nicht!"

„Ich habe meine Schwester einfach lieb."

„Jaja."

Zufrieden schauten sich die anderen Freunde die Szene am Wasser an. „Das sieht doch gut aus.", grinste Bob.

„Auf jeden Fall! Aber jetzt mal ehrlich: Es wäre so schön, wenn die beiden irgendwann heiraten würden!", meinte Liv aufrichtig.

Lesley nickte zustimmend. „Absolut, ich hatte zwar auch immer meine Bedenken bei Skinny, aber er ist der Richtige an Casies Seite, jetzt und auch in Zukunft!"

Ein simples Schulterzucken kam von Justus. „Gegen so ein Stück leckere Hochzeitstorte hätte ich nichts."

Bob lachte daraufhin. „Und ich sorge dafür, dass Death Planet auf der Feier spielt. Das würde Skinny gefallen."

Breit grinsend sprang seine Freundin von der Bank auf, als die Geschwister und Skinny wieder bei ihnen ankamen. „Wir haben schon Ideen für eure Hochzeit gesammelt! Justus übernimmt die Torte und Bob sorgt für die Musik. Liv und ihre Mom könnten sich um Blumengestecke und den Brautstrauß kümmern. Meine Wenigkeit hilft Casie bei ihrem Kleid und dem Rest. Ich sehe mich als eure persönliche Wedding-Plannerin."

Stumm blinzelte Peter seine Freunde an. Meinten die das ernst? Casie kuschelte sich sichtlich verlegen zurück in Skinnys Arme und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Er hingegen lachte laut auf. „Okay okay, ihr könnt das gerne dann übernehmen, aber noch sind wir nicht so weit."

„Aber wenn ihr es seid, könnt ihr euch auf uns verlassen!", nickte Lesley entschlossen.

Casie hob ihren Kopf wieder und schaute mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen zu ihrem Freund hoch. Wenn sie ehrlich war, hatte sie schon einige Details bildlich vor Augen. Ihr verliebter Gesichtsausdruck war das Schönste für Skinny und mit einem zärtlichen Kuss steigerte er diesen nochmal.

Die anderen gönnten den beiden diesen süßen Moment und Peter holte mehrere Flaschen aus der Kühlbox. Cola für Lesley, Liv, Justus und seine Schwester. Bier für Skinny, Bob und ihn. Beim Öffnen erklang ein Zischen und die Kohlensäure prickelte vor sich hin.

Der zweite Detektiv erhob sein Getränk und schaute in die Runde. „Dann wird es jetzt Zeit anzustoßen. Auf einen schönen Abend mit meinen besten Freunden!"

Klirrend stießen alle Flaschen aneinander und jeder nahm einen großen Schluck. Der herbe, aber angenehme Geschmack des Bieres verteilte sich in Peters Mund, kühl und erfrischend.

Justus stellte seine Cola nach dem ersten Schluck weg, schnappte sich seine Kamera und ging mit ihr zu seinem aufgestellten Stativ hinüber. Die Sonne hatte die Meeresoberfläche jetzt endgültig erreicht, das Wasser funkelte und der Himmel leuchtete in einem kräftigen Rot und Orange. Der Pier sah im Licht fast schwarz aus und bildete damit einen schönen Kontrast. Die Zeit war gekommen für das perfekte Foto.

Während Justus durch das Kameraobjektiv linste, schauten die anderen der Sonne beim Untergehen von den Bänken aus zu. Lesley saß auf Bobs Schoß. Skinnys Arm lag über Casies Schulter und ihre Hand ruhte auf seinem Oberschenkel. Olivia und Peter saßen dagegen normal nebeneinander, doch auch sie waren miteinander verbunden, denn ihre Hände berührten sich leicht. Diesen magischen Sonnenuntergang wollte er auch noch etwas mehr genießen können und so verschränkte er seinen kleinen Finger mit ihrem. Nur war Liv das nicht genug, also griff sie mit wild klopfendem Herzen ganz nach seiner Hand.So hielten sie schon zum dritten Mal heute Händchen, aber sich daran gewöhnen oder genug bekommen taten beide nicht. Dieser innere Funkenflug war einfach zu schön.

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