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Kapitel 3 - Hormone überall

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Kapitel 3 - Hormone überall

Oben angekommen, wurden sie von lauter Musik und bunten Lichtern empfangen, die durch den sonst dunklen Raum wanderten.

Jeffrey steuerte mit Peter und Justus im Schlepptau als Erstes die Bar an. „Ihr beide müsst jetzt erstmal ein bisschen lockerer werden. Ich hole uns was Leckeres zu trinken und ihr wartet genau hier. Okay?"

„Nichts mit Alkohol bitte!", wandte Justus schnell ein. Er kannte Jeffrey nicht so gut wie Peter, aber er wusste, dass er sonst was mit Alkohol bestellen würde. Wenn Jeffrey Palmer feiern ging, dann nämlich so richtig.

„Mir reicht ein Bier.", sagte Peter zu seinem besten Freund und dieser ging die letzten Meter zur Bar.

Justus musterte den zweiten Detektiv skeptisch. „Bier? Ernsthaft?"

„Mensch Just, wir sind nicht mehr sechzehn, sondern neunzehn. Also entspann dich."

„Unter Alkoholeinfluss verliert man schnell die Hemmung.", schob Justus nach.

„Vielleicht tut mir ein bisschen Mut sogar ganz gut...", nuschelte Peter, dessen Blick wieder auf das blonde Mädchen gerichtet war, welche mit einer Freundin auf der anderen Seite des Raumes, nahe der Toiletten stand.

Justus unterdrückte wieder ein Seufzen. „Wieso sind eigentlich alle um mich herum so Hormon gesteuert?", dachte er sich.

Denn beim Blick durch den Raum, sah er alle seine Freunde, wie sie auf das jeweils andere Geschlecht fokussiert waren. Peter starrte noch immer zu dem Mädchen und Jeffrey flirtete offensichtlich gerade während seines Bestellvorgangs mit der Barkeeperin Mandy Robin.

Lesley und Bob tanzten eng umschlungen, ihre Arme waren um seinen Nacken gelegt und seine Hände ruhten bei ihr auf Hüfthöhe. Ihre Köpfe berührten sich und sie schauten sich tief in die Augen.

Casie und Skinny tanzten ebenfalls, sogar noch enger zusammen als das andere Paar. Casie hatte ihre Hände in Skinnys blonden Haaren vergraben, während seine Hände an ihrem unteren Rücken ruhten, wobei sie näher an ihrem Po als an ihrem Rücken waren. Zwischen ihren Körpern gab es nicht mal mehr einen Millimeter Platz. Sie bewegten sich in synchronem Rhythmus zueinander und berührten sich zu jeder Zeit. Die Reibung, die dadurch entstand, entzündete eine Hitze zwischen ihnen, die für jeden im Raum deutlich zu sehen war. Casies Lippen lagen auf Skinnys, wobei auch ihre Zungen innig miteinander tanzten.

Justus Blick war undefinierbar, den er Peter zuwarf und damit auf seine Schwester und ihren Freund deutete. Peter wandte jetzt ebenfalls einen Blick zur Tanzfläche und fing an zu Grinsen. „Jetzt guck nicht so. Das ist absolut normal zwischen den beiden. Die haben nur Augen füreinander und knutschen bei jeder Gelegenheit rum. Die Meinung anderer interessiert sie dabei überhaupt nicht."

„Also so ein komplexes biochemisches "Feuerwerk" habe ich selten zwischen zwei Menschen gesehen.", sprach Justus geschwollen.

Dieser wissenschaftlich ausgedrückte Kommentar ließ Peter in noch mehr herzhaftes Gelächter verfallen. „So beschreibst du also ein verliebtes Pärchen? Wow, Erster."

„Wieso, diese Beschreibung meinerseits ist absolut korrekt. Beim Küssen werden Glückshormone wie Dopamin und Endorphine freigesetzt, die für Glücksgefühle sorgen, während der Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt. Interessant ist auch, dass nach einer Kussdauer von sechs Sekunden zudem das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird, dass Vertrauen und emotionale Nähe fördert." Justus verfiel in einen seiner typischen fachlichen Monologe und mutierte zu Wikipedia in Person.

Peter schüttelte nur amüsiert seinen Kopf. „Also du brauchst dich wirklich nicht wundern, wieso du keine Freundin hast. Aber um auf die beiden zurückzukommen: Überrascht dich ihr Auftreten in der Öffentlichkeit so sehr? Ich meine, du kennst Skinny. Er hat schon immer gerne provoziert, egal wie und da lässt er nun mal auch gerne raushängen, dass meine Schwester ihm gehört, vor allem wenn andere Männer ein Auge auf sie geworfen haben könnten. Seit dem Vorfall mit Dylan ist er ein echter Wachhund ihr gegenüber geworden."

„Nein, so richtig wundert mich das nicht. Wir reden hier schließlich von Skinny Norris, dem ja bekanntlich überhaupt nichts peinlich ist. Und natürlich ist ihre Bindung durch alles, was in den Sommerferien passiert ist, enger geworden. Trotzdem stellt sich mir da die Frage, ob Casie das nicht manchmal stört, wenn Skinny so besitzergreifend ist.", hakte Justus nach.

„Absolut nicht, im Gegenteil sogar. Ich finde auch, dass besitzergreifend der falsche Ausdruck ist. Er gibt ihr einfach Sicherheit, beschützt sie und das nicht kontrollierend, sondern mit voller Liebe.", lächelte Peter. „Du weißt wie ich Anfangs zu dieser Beziehung stand, aber mittlerweile bin ich sehr froh, dass Casie Skinny an ihrer Seite hat. Und für uns hat das Ganze auch zwei gute Dinge: Skinny macht uns keinen Ärger mehr und wenn Cotta mal nicht da sein sollte, kann er uns jetzt sogar polizeilich helfen. Also wenn du mich fragst, ist es ganz gut, dass er sich durch Casie um 360 Grad gewandelt hat."

„Hm ja, vermutlich hast du damit recht. Er ist tatsächlich deutlich umgänglicher geworden, auch wenn ich mit ihm immer noch nicht so gut klarkomme."

Justus bekam von Peter ein zustimmendes Nicken. „Sag mal... Wo bleibt Jeffrey eigentlich mit unseren Getränken?", fragte er dann.

„Also gerade war er mit einer der Robin Schwestern am flirten."

Der zweite Detektiv schaute daraufhin näher an die Bar. Und tatsächlich, Jeffrey musterte die junge Barkeeperin vor ihm immer mal zwischendurch, wenn sie sich nicht gerade beim Reden tief in die Augen schauten.

„Mein bester Freund ist so ein Casanova. Für Mandy lässt er uns sogar verdursten.", sagte er amüsiert.

„Ich glaube, wir sollten mal intervenieren. Ich habe nämlich wirklich Durst so langsam.", meinte Justus.

Peter stimmte ihm zu und die beiden traten ebenfalls an die Bar. Es war recht voll, weshalb sie sich erst ihren Weg durch ein paar Personengruppen bahnen mussten, bevor sie bei Jeffrey ankamen.

„Hey, Mandy. Hält dich mein Kumpel hier gekonnt von der Arbeit ab?", grinste Peter mit einem Schlag auf die Schulter seines Freundes.

„Peter Shaw! Lange nicht gesehen.", begrüßte ihn die Barkeeperin.

„Ja, ich hab nicht so viel Kohle wie mein Freund hier um jedes Wochenende 30 Dollar Eintritt bezahlen zu können."

„Na ja, eigentlich komme ich nur jedes Wochenende für Mandy hier her.", erklärte Jeffrey mit einem Augenzwinkern in Richtung der dunkelhaarigen Schönheit.

Ihre Wangen wurden bei diesen Worten leicht rot und sie schaute ihn verlegen und trotzdem verführerisch an.

„Wir lassen euch zwei gleich wieder in Ruhe, aber vorher hätten wir gerne etwas zu trinken.", meinte Justus mit einem freundlich aufgesetzten Lächeln.

„Ähm ja natürlich. Eure Getränke kommen sofort." Mandy drehte sich schnell um, mixte Justus' alkoholfreien Cocktail und öffnete eine Bierflasche. Die beiden bedankten sich und Peter zwinkerte seinem Kumpel zu, bevor er mit Justus auf einen gerade frei gewordenen Tisch zusteuerte.

„Also Just, schieß mal los. Ist dir jetzt hier schon jemand interessantes ins Auge gesprungen?"

„Peter, ich bin dir zur Liebe hier, aus keinem anderen Grund. Wenn es nur nach mir gegangen wäre, würde ich jetzt vermutlich Zuhause auf der Couch liegen und mir einen Film bei einer Tüte Popcorn anschauen. Außerdem bezweifle ich, dass sich von den Leuten hier überhaupt jemand wortgewandt ausdrücken kann. Sieh dich um, im Grunde geht es hier jedem nur darum, jemanden zu finden, den man später mit nach Hause nehmen kann. Alleine unsere Freunde: Jeffrey wird Mandy nach ihrer Schicht mitnehmen. Von Casie und Skinny brauchen wir gar nicht erst anfangen und auch Bob nimmt mit Lesley Fahrt auf. Er ist förmlich in einer anderen Welt, so habe ich ihn noch nie tanzen sehen.", erklärte Justus, der den dritten Detektiv beim Schwingen seines Tanzbeines beobachtete.

Peter schaute sich ein weiteres Mal in der Discothek um und musste feststellen, dass Justus wirklich recht hatte. Von Jeffrey war er das schon gewohnt, ebenso von seiner Schwester und ihrem Freund, aber von Bob war er doch tatsächlich überrascht. Der sonst so schüchterne dritte Detektiv mit seiner Brille und seinen blonden, längeren Haaren legte da gerade Tanzmoves auf das Parkett, welche Peter selbst nicht mal drauf hatte. Sein Freund und Lesley zogen alle Blicke auf sich, sie waren gerade die Stars auf der Tanzfläche. Einige sahen den beiden gespannt zu, klatschten sogar im Rhythmus der Musik.

„Okay, ja du hast absolut recht. So wie Bob gerade abgeht, war nicht mal Amy Scream drauf als Norman Hammley hier als "Mann ohne Kopf" mit seiner Teufelsmusik die Menschen in Ekstase versetzt hat.", lachte Peter.

„Oh ja die alte Dame, war hier wirklich eine Legende.", bestätigte Justus.

„Aber nun zu dir. Mir ist direkt aufgefallen, dass du einen Blick auf das blonde Mädchen da vorne geworfen hast. Wieso sprichst du sie nicht an?"

Peter musste bei Justus direkter Frage schlucken. „Bevor ich mich zum Affen mache, wollte ich herausfinden, mit wem sie hier ist. Wenn sie einen Freund hat, kann ich mir den peinlichen Auftritt nämlich gleich sparen.", nahm er als Ausrede, obwohl er eigentlich nur Angst vor einer Abfuhr hatte.

„Und was hast du bis jetzt dazu herausgefunden?", wollte Justus Peters "Ermittlungsergebnisse" hören.

„Also ich konnte bis jetzt nur beobachten, dass sie mit einer Freundin hier ist, wobei..." Peter stockte, denn in dem Moment trat ein großgewachsener, muskulöser Typ an das blonde Mädchen heran und zog sie in seine Arme.

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