Kapitel 13 / Wir werden sehen…!
Kapitel 13 / Wir werden sehen…!
Wir werden sehen...!
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Ich schlich mich wie ein Ninja ganz vorsichtig zur Tür und guckte durch den Türspion.
Ich kann nicht so gut sehen wer da war. Weil der Türspion komischerweise eine Weitwinkellinse hat und die Person dahinter sehr verzerrt zusehen ist. Obwohl sie vielleicht einen meter entfernt ist.
Ich öffnete die Tür und begrüßte die Person mit einer großen Brust und geschlossenen
Augen.
Aber es kam keine Antwort…
… Wer ist vor mir…? Ich hoffe kein Monster.
Ich öffne langsam die Augen und zitterte ein wenig am Körper.
Doch dann sehe ich es…
Es ist Yuki. Ich zuckte mit den Augen kurz auf und weichte nach hinten aus.
Sie hatte eine ganz andere Aura als Gestern.
Sie ist komplett mit nach unten zeigenden Augenbrauen dort.
Jetzt keine falsche Bewegung, sonst frisst sie mich noch auf.
In der Hand hielt sie etwas.
„Hast du nicht etwas vergessen Haru?“
Fragt sie mit einer ruhigen, aber intensiven Stimme.
„Ehh… Danke Yuki…, dass du mir meine Tasche gebracht hast.“
Meine Stimme zittert, genauso wie mein Körper.
„Haru—“
„Ehh, ja?“
„—was hast du die ganze Zeit dort drin getrieben?“
Sie fragte jetzt mit einer ernsten Stimme.
Dabei kam sie einen Schritt näher.
Ich lehnte mich leicht zurück aus Angst und ging ein Schritt dabei zurück.
Ich hielt die Hände vor mir, um mich im Ernst fall zu verteidigen.
Ich hab Angst von ihr…
Ich schluckte tief. Sie kam mit dem Kopf noch näher als würde sie mir eine Kopfnuss geben wollen.
„Gar… ni… chts.“
Ich antwortete mit Todesangst.
„Aha.“
Sie legt die Tasche ab. Dabei legt im selben Moment die Hände an die Hüfte.
„Ich habe schon 3 mal an die Tür geklopft. Mit dem von grade waren es schon vier.“
Ihre Augen scheinen mir direkt in die Seele zu blicken, und ich kann spüren, wie mein Herz schneller schlug.
Haru hatte nun das Pech, dass es grade noch Unterricht ist. Die Schüler sind logischerweise
alle in den Klassen. Die Lehrer auch. Das heißt keiner konnte Haru mehr retten. Das heißt auch, dass Yuki, wenn sie ihm was antun würde, es keiner hören oder sehen könnte.
Sie kam wieder ein Schritt näher und ich instinktiv ein Schritt zurück.
Aber meine Füße fühlten sich wie festgefroren an. Meine Angst wurde jede Sekunde immer größer.
Ich schluckte so tief, dass ich fast erstickt davon wäre.
„Also—“
Bis zu dem Zeitpunkt bin ich schon von oben bis unten Schweißgebadet gewesen.
Ich bekomme nicht mal mehr ein Wort raus wegen ihren Mordlüsternen Augen. Es fühlt sich so an als hätte sie mir den Hals zugeschnürrt.
Das einzige was ich konnte, ist es zu zittern.
„—warum hast du den UNTERRICHT GESCHWÄNZT!?“
Ihre Stimme durchschnitt mich schon. Sie löst danach ihre Hände von den Hüften und kommt blitzschnell ein Schritt näher, sodass während des Rücktritts ausrutschte und auf den Boden fiel.
Sie steht nun da. Vor der Tür mit einer Hand an der Hüfte. Und mit der anderen nehmt sie
meinen Rucksack, werft ihn auf mich und knallte die Tür zu.
Bevor sie die Tür zugeknallt hatte sagte sie noch.
„Auf Wiedersehen.“
Ihr letzter Satz hallte in meinem Kopf.
Ich fühlte mich als wäre ich von einem Boxer K.O. geschlagen worden und mein Kopf fiel nach hinten.
Man hat Haru angesehen das ihm schon Sterne um den Kopf kreisten.
Und so liegt er da. Mitten im Raum auf dem Laminat.
[einige Zeit später]
Haru kommt langsam wieder zu sich. Sein Kopf dröhnte, sein Körper fühlte sich schwer an.
Als er die Augen öffnete, sieht er eine Silhouette hinter sich.
Seine Augen waren noch nicht ganz offen. Es dauerte ein bisschen bis sein Blick glasklar wurde — und dann erstarrt er.
Yuki sitzt auf einem Stuhl hinter ihm mit übereinander geschlagenen Beinen und
verschränkten Armen.
Ihr Blick war das komplette Böse und eiskalt. Ich bekomme schon das Gefühl das ich gleichzeitig erfriere und abgestochen werde.
„Endlich wach?“
Ihre Stimme war ruhig, aber jedes Wort hat sich wie ein Dolchstoß angefühlt.
Das einzige was ich machen konnte ist es, mein Finger auf sie zu zeigen und geschockt zu
zittern.
Sie beugte sich vor.
„Ja, ich bin es Haru.“
Sie sagt es mit einem guten verspieltem Lächeln.
„Harulein, ich will mit dir über etwas reden.“
Mein Instinkt warnte mich sofort mit dem Befehl:
[Lauf. Sofort!]
Er springt auf, rennte zur Tür und riss an der Klinke.
Doch es passierte nichts...
Er rüttelte fester, aber es bewegte sich keinen Millimeter.
„Suchst du die hier?“
Sie zeigte die beiden Schlüssel von dem Zimmer.
„Ich will nur reden.“
Sie redet immer noch mit einer ruhigen Stimme.
Haru ignoriert sie. Seine Finger zitterten, als er gegen die Tür herumriss.
Sein Atem wurde hektischer.
[Schnipp]
Das Schnipsen ließ ihn erstarren.
Er drehte sich vorsichtig um. Mit dem Kopf zu erst, dann mit dem ganzen Körper.
Plötzlich öffnet sich die Tür Blitzartig und zwei Personen springen auf Haru rauf. Während
er am Boden legt hielt die eine Person ihre Hand am Kopf von Haru. Damit er keine Chance
mehr hatte zu fliehen.
„Wer seid ihr, ihr Schlampen!“
Die beiden heben mich hoch.
Haru ist jetzt auf Knien mit gebeugtem Oberkörper vor Yuki. Die beiden Personen halten seine Arme. Während sie dies tuen fängt Yuki die zwei Personen ihn bekannt zu machen.
„Das sind zwei Bekannte von dir.“
Ich realisiere etwas…, undzwar die einzigen die ich kenne waren Yuki und… und…—
Ich schaue nach oben und traue meinen Augen nicht…
Leyla…
und
Natsumi…
Leyla schaut ernst und versuchte mich in Position zu halten, doch Natsumi konnte mit mir
nicht mal Augenkontakt halten.
Ihr seid in meinem Zimmer… Aber zur falschen Zeit… Oder ich bin zur falschen Zeit am falschen Ort…
„Es ist ja eh grade Unterricht, also kann dich niemand hier retten.“
Schlau. Ein bisschen zu Schlau…! Warum ist so jemand in meinem Gegnerteam.
Ich versucht mich los zu reißen doch deren Griffe waren zu fest und sie haben
mich dort gegriffen, wo man nur sehr schwer wieder raus kann. Trotzdem versuchte ich es weiter.
Ich gebs nur ungern zu, aber ich wünschte ich hätte mehr trainiert. Vielleicht wäre ich dann rausgekommen.
„Halt ihn fest Natsu.“
Meint Leyla auch mit einem ersten Blick.
„Ich versuchs ja.“
Irgendwann gab ich vor Erschöpfung auf und konnte nur meinen Oberkörper und Kopf fallen
lassen als würde ich gleich geköpft werden.
„Bist du endlich fertig mit deiner Kinderkacke da, du Versager?“
Sie sagte es mit einer erbarmungslosen und überheblichen Ton.
Während sie es sagt hing ihr Kopf seitlich mit der Faust an der Schläfe stützend.
Als ich geschockt langsam mein Kopf hob und sie anschaue, fühlte es sich so an als würde sie
auf einen Hund herabblicken.
Sie steht danach auf und geht durch ihre Haare. Sie nehmt sich danach sich ein zweiten Stuhl, den sie direkt
gegenüber dem alten hintut.
„Setzt ihn hin.“
Leyla und Natsumi gehorchen sofort.
Haru wurde auf den Stuhl gedrückt und mit Seilen fixiert.
Sein Atem wurde schneller und sein Herz pochte.
Nun stehen sie rechts und links von mir mit den Armen hinter dem Körper. Als würde ich hingerichtet werden.
„Ich sag‘s noch einmal, ich will mit dir nur reden.“
Nach dem Satz versucht ich mich wieder durch rattern und springen zu befreien. Ich habe
alles was in meiner Macht war versucht.
Doch es half nix…
Ich bin zu erschöpft. Nach ein paar minuten hörte ich von selber auf.
Als würde sie es wissen.
Yuki steht auf und kam näher zu mir.
„Heb mal sein Kopf, Leyla.“
Sie hebt mein Kopf indem sie so doll an mein Haaren zog, dass ich wortwörtlich in der Hölle
grad gelandet bin. Doch ich wehre mich und ließ mein Kopf nicht nach oben ziehen lassen, trotz den
schmerzen.
Sie schubste Leylas Hand weg und zog noch stärker an meinen Haaren. Damit konnte sie mein Kopf
anheben.
Ihr Körpersprache war komplett von Mordlust übertont worden.
Sie kam langsam zum linken Ohr und sagte ganz ruhig und kalt.
„Es gibt kein Entkommen von hier. Du musst mir zuhören, ob du willst oder nicht.“
Ich blicke sie im Augenwinkel an mit Wut überrannt.
Nachdem sie die Drohung mir zuteilt, setzt sie sich wieder hin und schaut meinen Gesichtsausdruck an, der nur vor töten so strahlte.
„Oh soll mir das etwa Angst machen?“
Sie begleitet die Ansprache mit einer spöttischen Geste, indem sie die Hand leicht unter den Mund hält und dabei grinste.
Nach dieser Reaktion ist bei mir endgültig die Sicherung durchgeplatzt und ich versuchte mich mit all meiner Kraft loszureißen.
Sie stützt die Faust wieder auf ihrer Schläfe mit einem desinteressierten Gesichtsausdruck und schnippst mit der anderen Hand.
Ich hörte unbewusst auf… Ruckartig kommt Leyla vor mir.
Ich verfolgte sie mit meinen Augen.
Sie holt aus und klatscht mit voller Wucht auf meine rechte Wange.
Und ich hing dann einfach vom Stuhl ohne Reaktion.
Ohne eine Reaktion…
Natsumi erschreckte sich dabei und schloss die Augen.
Man sieht direkt nach dem Aufschlag das meine Wange komplett rot geworden ist.
„Du kannst dich wehren, so viel du willst, Haru. Aber du weißt doch, dass du hier keinen
Ausweg hast. Du bist der Gefangene, nicht ich.“
Warum tut sie das? Was habe ich ihr getan, dass sie mich so behandelt?
Der Gedanke bohrt sich in seinem Kopf.
Ich weiß nicht mal was ich machen soll. Ich fühle mich wie in einem Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt. Warum hat sie mich ausgesucht? Was habe ich falsch gemacht? Ich habe nie jemandem etwas getan... nie. Ich wollte einfach nur einen normalen Tag, vielleicht einen Freund finden, aber jetzt sitze ich hier, gefesselt, vor jemandem, dem ich vertraut habe.
Ich habe keine Kraft mich zu befreien.
Ich bin am Ende…
der letzte Satz hallt in Harus Kopf.
Was bringt ihr das mich so zu Foltern?
Heute… ist doch der erste Tag.
Ich dachte es wird so ein schöner Tag heute.
Ich habe gehofft, ich habe coole Lehrer, ich kann schonmal die ersten Freundschaften schließen und in der Pause Basketball spielen.
Ich hab nix von alldem bekommen. Womit habe ich das verdient lieber Gott? Wofür? Ich habe
nie jemanden etwas schlechtes getan. Ich habe immer versucht zu jeden Respektvoll zu sein
und jedem Menschen gleich zubehandeln.
Gestern war alles noch so anders. Sie war so nett zu mir, als wir heute gemeinsam die Sportplätze angesehen haben oder wo sie mir Gestern Tee serviert hatte...
Aber jetzt?
Was hat sich geändert?
Hat sie mir alles nur vorgespielt?
Der Gedanke schmerzt wie ein Stich in der Brust. Wie konnte sie mir das antun, nach allem, was wir Gestern geteilt haben?
Warum?
Warum jetzt?
War das alles ein Spiel?
Ein schreckliches Spiel, das sie mit mir gespielt hat?
Ich will nicht glauben, dass es so ist...
Aber was bleibt mir denn anderes übrig?“
Bevor die mich gefesselt haben, war es schon schlimm genug, dass sie mich wie ein Monster angeguckt hat und das ich wegen ihr ohnmächtig geworden bin.
Mit was habe ich das verdient? Ich VERSTEHE ES EINFACH NICHT.
Haru brach in Tränen aus.
Warum macht sie das?
Ich versteh‘s einfach nicht.
Ich bin doch meine ich ein guter Kerl.
Bin ich es etwa nicht?
Sollte ich kalt und Gefühlsloser sein, sodass ich nur in einer Tonlage reden kann?
… Ich bin zu erschöpft und Müde dafür…
Ich hoffe es geht schnell vorüber…
*HEY SCHLAF NICHT EIN!!!*
Ah,… wie gehts Gaid. Mir gehts grade nicht gut.
*Wen interessiert‘s, wie es mir oder irgendjemand anderen geht. Du musst handeln. Jetzt!*, schreit er ungeduldig in mein Ohr.
Ich wurde schon 3 oder 4 mal heute gebrochen. Ich habe aufgehört zu zählen. Ich kann nicht
mehr.
*Wenn interessiert‘s wie oft du gebrochen wurdest. Du bist immer noch am Stuhl gefesselt, hast du das vergessen?!*
Ich atmete auf mit Tränen übergossen und hebt mein Kopf.
„Ah, bist du endlich wach geworden?“
Sie sagt es während sie am Balkonfenster steht. Sie applaudierte kurz danach.
„Warum tust du… mir das an? …Und das… an meinem ersten Schultag.“
„Du willst also doch reden, nah sieh mal einer an.“, sagte sie während sie sich hinsetzte und
die Beine übereinander schlägt.
„Warum tust du mir sowas übertrieben an, OBWOHL ICH NOCH NEU AN DIES—“
Sie zeigt mit einer Kopfbewegung zu Leyla.
Sie holt aus und…
Diesmal schepperte der Klatscher noch stärker, sodass ich fast aus dem Stuhl gefallen bin.
Alles was ich noch tun konnte, ist es nur schwer ein- und auszuatmen.
Natsu ist schon fast ohnmächtig geworden von den Klatschern, weil sie nichtmal wusste das
sie so krasse Backpfeifen geben kann.
„Ich will das du leise redest, du Versager.“, sagte sie mit einer ernsten Stimme und nach vorne
gebeugten Oberkörper.
Ich hebt mein Kopf wieder an und drohte ihr.
„Ich werde dich noch umbringen du scheiß Assistentin. WAS DENKST DU WER DU BI—
Leyla hob mein Kopf aufeinmal nach oben. Sie drohte mit einem Todesblick mich mit
folgendem Satz an.
„Yuki hat doch gesagt das du leise spreche sollst.“
Yuki lachte dabei.
„Ich weiß nur eines. Ich werde euch die Hölle noch heiß machen.“
Er beendete den Satz mit einem Rotzer auf Leyla.
Fortsetzung folgt