Kapitel 1 / Die Ankündigung
Kapitel 1 / Die Ankündigung
Die Ankündigung
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Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien.
Ich sitze hinten rechts an meinem Platz und stützte mein Kopf auf meiner Faust.
Ich folgte nicht mehr den Unterricht, weil ich mich schon so auf die Sommerferien mich freue.
Während die Sonne durch das offene Fenster neben mir scheint, weht dabei der schöne Sommerwind durch die Klasse. Ich genieße den Anblick. Dabei wünsche ich mir paradoxer Weise im Moment nur zwei Sachen:
Das der Unterricht zuende gehen soll
Und
Das dieser schöne Anblick nie enden sollte.
Doch meine Gedanken wanderten zu etwas anderem ab.
Seit einem Jahr beobachte ich schon die Nachbarschule. Das ist eine Mädchenschule ist ja klar, aber warum sind die Gardinen zu? Und warum sieht man fast garkeine Schüler auf dem Schulhof von da? Sind das Zombies, oder warum gehen die bei so einem Wetter nicht einmal raus? Und die Frage die mich brennend interessiert ist, warum sind die Gardinen egal zu welcher Jahreszeit zu?
Denn egal ob Sommer oder Winter, die Gardinen sind immer zu. Was haben die da zu verbergen? Was für Schüler und oder Lehrer verbergen sich dahinter? Denn die Lehrer sieht man auch garnicht. In diesem einem Jahr, wo ich auf die Oberstufe gewechselt bin, habe ich nicht einmal ein Mädchen von der Schule gesehen, die nachhause gegangen ist.
Es ist wie ein ungelöstes Mysterium.
Dieses fantasieren über diese Schule ist eh überbewertet. Ich werde es eh nie herausfinden.
Weil… was hab ich… auf einer Mädchenschule verloren?
Ich glaube ich muss mal ab nächstem Jahr meine Noten mal mehr im Auge haben, als diese Mädchenschule.
Zu meiner Person. Ich bin Haruki Evanor, meine Freunde und Familie nennen mich auch gerne ‚Haru‘. Ich bin 16 Jahre alt und bin 1.75 m groß.
Er trägt eine breites Tshirt, breitere Jeans und weiße Sneaker.
Haru gähnt vor langweile und spricht zu seinem besten Freund.
„Wann ist diese Stunde zu Ende man?“
„Die Stunde endet gleich. Chill noch‘n bisschen.“ antwortet Mikail sein bester Freund.
Er ist 17 Jahre alt und ist 1.78 m groß. Er ist quasi das komplette Gegenteil von mir. Laut und redet wie ein Wasserfall.
Wir haben gerade Mathe… Mathe vor den Sommerferien. Hauptsache ist aber, dass unser Mathelehrer mein Lieblingslehrer an der Schule ist.
Er schreibt noch kurz die letzten Lösungen, der Vierfeldertafel auf.
Nachdem er es fertig geschrieben hat, dreht er sich um ohne den noch wenig verbleibenden Unterricht fortzuführen.
Ich bin im Moment wieder in meinen Gedanken vertieft und blicke auf die Gardinen der Mädchenschule.
Was wollen die vor uns verstecken? Was für arten von Mädchen gehen dorthin?
Irgendwie stelle ich mir vor, wie Mädchen aus wohlhabenden Familien dort hingehen.
So hübsche, schwer zu habende Mädchen mit guten Noten und …
Herr Winter klatscht aufeinmal laut mit seinen Händen auf. Er will sicherstellen, dass auch der letzte noch seine letzte Ansprache zu hören bekommt.
Die meisten Schüler zucken auf vor Schreck. Auch unser Haru.
Er wird davon ein bisschen genervt.
Was will der noch von uns? Lass mich doch ein bisschen träumen. Wir haben eh gleich Sommerferien.
Sein Mathelehrer räuspert, bevor er anfängt zu reden.
„Haru, ich habe eine Neuigkeit für dich.“
„Hm?“, entgegnet er unbewusst.
Herr Winter grinst und sagt daraufhin: „Undzwar… wechselst du auf die Schule nebenan!“
Er zeigt zur Seite. Direkt zur Mädchenschule.
Haru denkt im Moment, dass er sich verhört hat und ignoriert die Ansprache.
Währenddessen fühlt es sich an, als wäre kurz die Zeit im Klassenzimmer stehen geblieben.
Aufeinmal bricht der ganze Kurs in wildem Geschrei auf.
Man hörte Dinge wie:
„Warum denn der und nicht ich?“
„Ich würde alles tun, um dort hinzugehen!“
Die Mädchen schreien:
„Peversling!“
„Ihhhh!“
Die Blicke der Mädchen sind wie Dolche auf mich gerichtet.
„Hast du das gerade gehört?“, fragt Mikail und rüttelt mich energisch.
„Was ist denn?“, murmle ich zu ihm verwirrt.
„DU WECHSELST AUF DIE MÄDCHENSCHULE NEBENAN, WIE HAST DU DAS NICHT GEHÖRT?!“, schreit der gesamte Kurs zu mir.
„ICH HAB MIR DAS DOCH GRADE NUR EINGEBILDET, ODER NICHT?!“
„NEIN, HAST DU NICHT!“, schreit mich Mika an.
An seinem Gesichtsausdruck kann man sehen, dass ER derjenige sein wollte. Und Haru kann es sich auch denken warum.
Herr Winter amüsiert sich im Chaos nebenbei. Anstatt, dass er will das der Kurs leise wird, lächelt er nur und genießt die Show.
Er packt die Kreide in das Fach am Lehrerpult.
Der Klassenclown nutzt natürlich den Moment und schreit durch den ganzen Raum.
„Haru, Bro! Gib mal ein paar Tipps, wie man bei den Mädchen punktet!“
Die Klasse bricht in Gelächter auf.
Ich verdrehe bei dieser Bemerkung meine Augen.
Wow… wie witzig.
Ich höre kreuz und quer Sachen, wie:
„Ob er wohl, da klarkommen wird?“
„Die Mädchen sind dort bestimmt anders.“
„Diesen Typen wünsche ich jeden. Aber doch keine Mädchenschule.“
Ich sehe bei vielen Schülern, auch bei Schülerinnen, wie sie eigentlich an meiner Stelle, die Schule besuchen wollten. Als wäre dort irgendwas magisches. Streng genommen ja, aber…
Wenn ich sage das ich mich nicht darauf freuen würde, wäre das glatt gelogen. Deswegen wollte ich mal „vorspielen“, als würde ich mich darüber nicht freuen.
„Was ist schon dabei nur mit Mädchen Unterricht zu haben? Ist doch nichts dabei.“
Ich dachte Mikail reagiert als erster drauf, wegen „offensichtlichen“ Gründen. Jedoch reagiert meine Sitznachbarin rechts von mir drauf. Sabiha heißt sie.
„Ppffff, man merkt, dass du dich freust.“
Sie sagt es mit so einer arroganten Stimme, dass Haru die Lust verspürt hat, der eine zu klatschen.
Doch er versucht ruhig zu bleiben.
„Das war eine ganz normale Reaktion. Und… Warum bist du immer so arrogant zu mir?“
Sie wiederholt wieder ihr Geräusch. Als hätte sie garnicht vor ihn richtig zu antworten.
Ich atmete tief ein um die Beherrschung, zu behalten.
„Was pfff? Hast du mir was zu sagen?“
„Nee.“
„Dann Halts maul!“ platzte es aus mir heraus.
Danach drehe ich mich wieder zu Mika.
Er beobachtete unseren „Streit“.
Ich frage ihn nochmal, die selbe Frage: „Ey, bro. Es ist doch nichts dabei zu einer Mädchenschule zu wechseln, oder nicht?“
Ich versuche dabei es so unaufgeregt, wie möglich zu sagen.
Er sieht es aber ganz anders. Er stöhnt dramatisch auf und schreit weiter durch den Raum.
„Der falsche Junge wurde dafür ausgesucht! Ich hätte alles gegeben, um auf diese Schule zu wechseln!!“
Wie schon gesagt. Man sieht an, was er dort machen will. Und was er nicht machen will. Trotzdem bleibt der mein bester Freund.
Daraufhin schreit er nochmal einen Satz vor, der mich danach nicht mehr aus der Ruhe gelassen hat.
„Haru ist bestimmt Schwul!“
Die Klasse wird plötzlich Still. Die Mädchen die mir schon davor spöttische Blicke zuwerfen, sind noch intensiver geworden. Die Jungs haben währenddessen ein breites Grinsen.
„Bist du jetzt komplett bescheuert?!“
Die ganze Klasse fängt wieder an zu lachen. Selbst Herr Winter kann sich sein lachen nicht verkneifen. Man merkt das er seinen Job gerne macht.
Mika antwortet mit einer gespielten Unschuld und einem grinsen:„Was soll man denn denken, wenn du so tust als wäre das alles nichts besonderes?“
Selbst unter Freunden findet Haru das sowas garnicht klar geht. Vorallem es vor der Klasse zu sagen. Die Situation ist eh schon chaotisch.
„Halts Maul und lach alleine.“
„Ok lieber Kurs. Der Unterricht für dieses Jahr ist beendet. Ich wünsche euch schöne Ferien.“, sagt Herr Winter noch lachend.
Der Kurs wünscht ihn auch schöne Ferien.
Ach endlich. Die Ferien haben gestartet. Ich kann mich jetzt auf eine zweite Sache in den Ferien freuen. Die Situation war chaotisch, aber auch irgendwie entspannt. Ich habe die Zeit völlig aus den Augen vergessen.
Haru packt seine Sachen ein und will aus dem Klassenzimmer rausgehen, bevor…
„Haru, kann ich dich kurz sprechen?“
„Öhh… ja klar?“
Die Schüler sind fast alle draußen und haben ihre Zeugnisse bei den Beratungslehrern abgeholt.
„Das mit der Mädchenschule… Ich will dir noch ein paar Infos geben, die ich vor der ganzen Klasse nicht sagen wollte.—“
Aber vor der ganzen Klasse sagen, dass ich dorthin wechseln werde. Ist ja klar.
„—Ich sollte dir ausrichten lassen, dass du wohl da wie ein König behandelt wirst.—“
„Wie König? Werde ich in einem Sitz von vier Mädchen durch die Schule getragen, oder wie soll ich das verstehen?“
Er lacht erstmal wegen Harus einfühlsamer Fantasie.
„—Du hast glaube ich zuviele Filme gesehen, aber das trifft es schon gut.“
„Was meinen sie mit „sehr nah“?“
Also werde ich wirklich von vier Mädchen durch die Schule getragen?
Wenn das so ist, dann wäre ich ja der Star der Schule und nicht so ein Normalo wie hier.
„Und, was ich dir auch noch ausrichten solle ist… das dort zwei Wünsche hast. Streng genommen einen.“
Was meint der damit? Meint er sowas wie, ich kann mir ein Diener wünschen?
Oooooder. Ich blicke nach links zu den Gardinen.
Ich glaube ich weiß es.
„Der erste Wunsch soll in diesen Sommerferien schon umgesetzt werden.“
„Wissen sie auch was es ist?“
„Tut mir leid. Keine Ahnung.
Doch ich kann dir sagen, unser Direktor hier „Herr Graves“, hat wohl eine gute Bindung zu der Direktorin, der Nachbarschule. Aber wie sie heißt, weiß ich auch nicht. Ich bin genauso ahnungslos wie du.“
Ich schaue ihn mit lauter Fragezeichen im Gesicht an.
„Aber warum wurde ich ausgewählt?“
„Das weiß ich auch nicht. Ich hatte Graves auch nach dem Grund gefragt. Doch er wusste den Grund auch nicht. Du musst wohl die Direktorin dort fragen.
Oder…
Du findest es selber raus. Wie wärs? Ein Abenteuer in der Schulzeit.“
Er hat schon recht. Es würde viel mehr Spaß machen, dass selber herauszufinden. Ich werde es dann genauso machen. Die nächsten zwei Jahre werden die Jahre meines Lebens werden. Danke Herr Winter. Sie sind ein löwe!
„Ich werd‘s mir noch überlegen. Dann gehe ich mal. Für sie nochmal schöne Ferien.“
„Dir auch Haru.“
— Kurz nachdem Haru den Raum verlässt —
Herr Winter denkt immer noch an Haru, als er weggeht.
Man was hätte ich dafür gegeben im jungen Alter so eine Möglichkeit zu bekommen. Das Leben kann manchmal schon echt unfair sein. Manche bekommen die Chance in die Wiege gelegt. Ich hoffe ich kann dir dabei helfen. Es ist mir auch egal was für Ziele du dort haben willst.
An deinen Augen konnte ich eh schon sehen, dass du dich darauf freust.
— Harus Perspektive —
Jetzt kurz mein Zeugnis abholen und dann ready-to-go zu den Sommerferien. Mal gucken, ob wir dieses Jahr irgendwo hinfahren oder fliegen werden. Gerade wo ich aber so danach nachdenke: Ich werde einfach nach den Sommerferien auf die Mädchenschule wechseln! Ich werde einfach mit Mädchen chillen. Hoffentlich ist dort der Unterricht nicht so schwer.
Egal… Hauptsache die Mädels. Hehe. Und natürlich die Geheimnisse.
(Haru hatte fast gar keinen richtigen Kontakt zu Mädchen)
Aber… was wohl diese Überraschung sein wird?
Harus Zeugnis ist sehr durchschnittlich ausgefallen, so wie immer eigentlich.
In Sport hat er eine 1, üblich. In den Naturwissenschaften, wie Bio Chemie und Mathe hat er eine 3-, 4+ und 3+. Dann in den Sprachen, hat er in Englisch eine 2 in Deutsch eine 3- und in seiner zweiten Fremdsprache Türkisch eine 3. In den Gesellschaftlichen Fächern, wie Sowi, Philo und Geschichte bekam er überall eine 3.
„Im großen und ganzen bin ich zufrieden damit. Ich darf nur nicht schlechte werden.“
— Eine etwas andere Perspektive —
Ein Mädchen mit glattschwarzen mittellangen Haaren tretet aus dem Schultor aus. Dem Schultor der Nachbarsschule. Sie ist etwa mittelgroß. Neben ihr ist eine kleineres Mädchen mit einem blonden Wolfcut.
„Leyla wa—“
Sie hält dem Mädchen dem Mund zu, damit sie nicht entdeckt werden.
Währenddessen ist Haru aus dem Schultor raus. Direkt auf dem Weg nachhause.
Hab ich grad ein murmeln gehört?
Er bleibt kurz stehen.
„Hab mir das glaube nur eingebildet.“
Er läuft weiter, aber das Gefühl das er beobachtet wird lässt ihn nicht zur Ruhe kommen.
— Die beiden Mädchen —
„Natsu, ich glaube das ist der. Lass uns—“
„Psshhht!!“
— Zurück zu Haru —
„Ich bilde mir doch nicht dieses mUrmeln ein. Wer ist da?!“
Als er sich abrupt umdreht, ist er völlig überrascht. Er geht direkt in eine kurze Schockstarre über.
Er sieht Uniformen. Aber es passt zu keiner Schule die er kennt. Und in diesem Land trägt man normalerweise keine Schuluniform. Wir sind hier nicht in Japan, oder einem anderen Land.
Er nähert sich den beiden.
„Hey. Ich will euch was fragen.“
Doch bevor er ein paar Schritte zu ihn zurücklegt, sprinten die Mädchen weg von ihm.
Daraufhin verfolgt er sie.
„Ich will doch nur von euch etwas wissen!“
Wo er aber stoppt ist ein bisschen verdächtig gewesen. Denn es ist die Schule. Die eine. Bestimmte.
„Das ist doch diese Mädchenschule.
„Was wollten die von mir?“
Ich glaube ich werde das erst nach den Sommerferien herausfinden. …Warum so eine Szene man… Jetzt kann ich locker an nichts anderes mehr denken an als die beiden.
Enttäuscht verlässt Haru das Schulgelände und läuft Nachhause mit tausenden Gedanken die um sein Kopf schwirren.