Kapitel 23 / Du hast Versagt!
Kapitel 23 / Du hast Versagt!
Du hast Versagt!
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Die Schule is völlig dunkel. Kein Licht fällt. Nur das schwache Licht vom Mond fällt durch die Fenster.
Ein paar Leute in Umhängen stehen um der Ecke und lauern auf. Sie sehen wie Natsumi in Harus Zimmer geht.
„Ach, Natsumi… Ich dachte aus dir wird etwas besseres, nachdem du rausgeworfen wurdest.“
Du hast schon das letzte mal versagt, mein Täubchen, doch jetzt — jetzt stehst du auch auf meiner Liste. Jetzt sind’s schon drei Leute geworden. Dich mit eingeschlossen, versteht sich.
„Meisterin, was sollen wir machen?“
„Wartet erstmal… Lass es uns beobachten.“
Sie schauen um die Ecke und sehen wie die Tür zugeht.
„Ok… Wir müssen das mal festhalten. Sie ist wahrscheinlich jetzt in der Gruppe von den beiden.“
„Warum denkst du das?“
„Yuki meint, der Junge plant etwas gegen sie.“
„Wie er plant was?“
„Hattest du nicht mitbekommen, dass er gefoltert wurde von Yuki?“
Yuki — du hast damit ein großes Fass aufgemacht. Du hast mir schon immer gefallen. Du bist ja auch bekanntlich mein Liebling unter allen.
„Warum macht sie sowas? Ist die dumm?“
„Ich weiß es selber nicht. Aber sie macht es nicht zum ersten mal.“
Natürlich werde ich denen nichts erzählen, was wirklich hinter den Kulissen zwischen mir und Yuki passiert ist.
„Wie meinst du das?“
„Wir könnten das später bereden. Lasst uns erstmal zurück gehen und uns wieder sammeln.“
Ich kann mich eigentlich die zwei Jahre dann entspannt zurücklehnen. Denn der Junge ist mir eh nicht würdig genug. Der ist nur ein kleiner Hosenscheißer, der durch Zufall wegen der Direktorin auf diese Schule gekommen ist. Und wir haben ja gesehen wie es vor ihm schon ausgefallen ist.
Der wird dann auch ein Kinderspiel sein, ohne das ich mich ihm jemals zeigen muss.
— Im Versammlungsraum —
Im allgemeinen ist der Raum pechschwarz angemalt. Ohne Licht sieht man dort nichts. Dort gibts einen Thron der etwas weiter hinten im Raum ist und einen roten Teppich der bis hin zur außen Tür führt. Als wäre es ein Palast, was man in der Schule gebaut hat. Wenn man erst ein paar male den Raum alleine betritt, dann hat man ein ungutes Gefühl. Als würde man eingeengt werden. Überall schwarz, nur wenig beleuchtete Stellen. Doch den Thron sieht man immer. Egal ob Licht an oder aus ist. Man sieht seine Silhouette immer. Denn diese Farbgebung und das begrenzte Licht nutzt sie aus für ihre Verhörtechniken.
Auf dem Teppich — direkt vor dem Thron wird eine Fläche beleuchtet. Denn bei der beleuchteten Fläche ist ein Holzstuhl aufgestellt worden.
Sie setzt sich komplett schwarzbekleidet auf den Stuhl und wartet anschließend auf den bestimmten Gast. Ihre Schönheit und ihr gepflegtes Aussehen kann mich nicht übersehen. Von ihrer Silhouette nach zu urteilen trägt sie einen klassischen Chignon.
„Bringt sie her! Und stellt einen Stuhl vor mich hin!“
Sie wartet mit übereinander geschlagenen Beinen auf die besagte Person…
Aus dem Schatten kommen dann drei Personen angelaufen. Die gefangene und die zwei Handlanger. Das zweite Licht verfolgt die beiden bis sie bei der Meisterin angekommen ist.
Der Gast ist gefesselt. Die Hände zusammengebunden und eine Maske verdeckt ihr Gesicht.
„Wir haben sie Meisterin. Was wollen sie mit diesem Nichtsnutz?“, fragen die beiden.
„Setzt die erstmal hin.“
„Wird gemacht.“
Man hört währenddessen von der gefesselten Person nur stöhnen und ein bisschen Geheule.
„Fesselt ihre Beine!“
Ihre Beine werden gefesselt. Zugleich werden ihre Arme an den Armlehnen festgebunden.
„Zieht ihr die Maske ab!“
Die Person hinter der Maske ist keine unbekannte Person gewesen. Im Gegenteil — sie ist eine sehr bekannte.
„Willkommen mein Täubchen zu unserem Meeting.“, dabei macht sie eine einladende Geste.
„Was willst du von mir…?“
Man merkt ihr an, dass sie fix und fertig ist. Man hört an ihrer Stimme noch raus das sie vorhin noch geweint hat.
„Ich stelle hier die Fragen.—“
Sie steht auf und bewegt sich langsam zu ihr.
„—Denn… weißt du nicht wer ich bin?
…
YUKI!“
Gleichzeitig kommt sie mit dem Gesicht ganz nah an ihr ran.
Sie zuckt auf.
Man sieht allein von der Reaktion das Yuki Angst hat. Fürchterliche Angst vor ihrer Richterin. Denn Yuki kennt ihre Richterin sehr gut. Ihr Herz pocht und man sieht wie Angstschweiß von der Stirn tropft.
Sie läuft um Yuki herum und erzählt: „Ich habe nun diesen Haruki, oder Haru, wie du ihn nennst beobachten lassen. Und was soll ich sagen? Er ist Schwach.“, beginnt sie lachend.
„Du hast es in den ersten paar Tagen nicht geschafft ihn zu deinem Hund zu machen? Das war eine so einfach Aufgabe, meine liebe.“
Sie sieht währenddessen Yuki direkt in die Seele rein.
Ich habe es versucht… Ich habe ihn gefoltert. Aber es hat mir am Ende viel mehr mir wehgetan als ihn…
Sie fasst ihr danach an die Schulter.
„Aber keine Sorge, meine Versagerin. Ich habe schon einen Plan, was ich mit dir machen werde, weil du Versagt hast.“
Sie teilt es ihr mit einem lächeln mit.
Yuki schaut sie mit großen Augen und schweißgebadet an.
„Diese 4 Monate haben ausgereicht um zu sehen, was dieser Haruki für ein Typ ist. Und wir haben natürlich auch seine Beschützerin beobachten lassen.“
Sie schnippst.
Plötzlich wird eine weiße Tafel von der Seite zu ihr hingeschoben.
Auf der komplett weißen Tafel sind die Gesichter von Freya und Haru drauf abgebildet.
Sie nimmt sich den Stab in die Hand, der an der Tafel befestigt ist.
„Du hast ihn vielleicht ein bisschen Instabil gemacht.“, dabei zeigt sie auf Haru.
„Aber die — die hat dich noch mehr gedemütigt, als du Haru gedemütigt hast.“, dann zeigt sie auf Freya.
„Was sollen wir nun machen mit dir, mein liebes Kätzchen?“, sie versuchte dabei eine gewisse Traurigkeit vorzuspielen.
„Du tust mir fast schon ein bisschen leid.“
„Aber… ich habe doch alles, was in meiner Macht stehende getan, Meistern.“, sagt Yuki während sie am Stuhl zittert. Ihrer Tonlage nach zu urteilen hofft sie, dass sie keine schlimme Strafe bekommen wird.
„Du musst mir glauben!“
„Wer hat dir befohlen zu reden?!“
Zugleich hebt sie Yukis Kinn mit der Stabspitze.
„Dazu noch warst du seine Assistentin. Und du hast Versagt! Danach hast du ihn mit Natsu und Leyla noch versucht zu Foltern. Und hast wieder Versagt! Dann wiederum… hast du noch ein zweites mal versucht ihn zu Foltern. Und du hast wieder Versagt!“, äußert sie sich mit einer ernsten Stimme.
Sie wiederholt „du hast Versagt!“ drei mal in dem Abschnitt und geht jedesmal ganz nah an ihr Gesicht dran — während sie es sagt.
Yuki wird fast ohnmächtig von ihren ganzen Anschuldigungen. Aber die Meisterin ist schlau — sie weiß wann sie aufhören und wieder anfangen muss, damit Yuki nicht zu früh schon Knockout geht. Denn sie liebt es Yuki bloßzustellen.
„Aber was hätte ich denn—“
„Schweig!“
Sie lässt Yukis Kinn kurz los und schlägt in der selben Sekunde mit dem Stab an die Tafel.
„Du hast unsere ganze Gruppe gedemütigt.
Hast du jetzt verstanden, was du falsch gemacht hast in der ganzen Zeit?“
Dabei hebt sie wieder Yukis Kinn mit dem Stab.
„Ja…“
„Dann ist ja gut.“
Man merkt an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie froh darüber ist, das Yuki ihr wenigstens eine ehrliche Antwort gegeben hat.
Danach dreht sie sich ohne Grund weg von Yuki.
Die spielt glaube ich die Emotionen nur.
„Natürlich spiele ich die Emotionen nur mein Schätzchen“, und dreht sich wieder zu Yuki.
„Als Nächstes wirst du sagen: „Kann die jetzt etwa meine Gedanken lesen?““
„Kann die jetzt etwa meine Gedanken lese—“
Vor Fassungslosigkeit hält Yuki danach ihren Mund zusammen.
Aber wie… wie hat sie das gemacht…?
Sie lacht Yuki aus.
„Ach, mein süßes kleines Täubchen.“, währenddessen fasst sie sanft Yukis Wange an.
„Du hast Glück, dass ich heute gute Laune hab. Also enttäusch mich lieber nicht mehr.“
Sie dreht sich um und schnippst.
Kurze Zeit darauf verschwindet sie im Schatten des Raumes.
Und Yuki wird kurz dadrauf los gebunden.
„Danke schön Meisterin.“, flüstert sie mit schwerem Atem.
Ich muss jetzt anfangen Haru auf die Schliche zu kommen. Sonst bin ich geliefert.
Ich muss mir irgendwas einfallen lassen. Denk nach, denk nach!
Irgendetwas muss es doch geben, was ich gegen ihn machen kann mit meinen zwei Girls.
Ich dachte ich habe Haru fertig gemacht.
Ihr kommen wieder die Tränen.
Ich dachte… er… wird meine Schachfigur — eine Figur für meine Zwecke, damit ich etwas tun kann. Doch… er geht seinen eigenen Weg und ist nicht mehr auf mich angewiesen.
Sie wischt sich die Tränen weg und geht aus dem Versammlungsraum raus.