Kapitel 24 / Was machen wir jetzt?
Kapitel 24 / Was machen wir jetzt?
Was machen wir jetzt?
______
Sie steht vor der Tür zum Geheimraum. Der Raum befindet sich im Erdgeschoss neben dem Eingang zum Keller. Natürlich ist der Eingang zum Kultraum geheim. Niemand weiß in der Schule von diesem Raum außer die Kultmitglieder, Yuki, und sie.
Bin ich wirklich nur ein Versager?
Kurz darauf schlägt sie auf die Wand.
Man spürt an ihrer Tonweise und der Wucht des Schlages, dass viel Frust in der Luft liegt.
Sie erhält eine Nachricht
[Wo bist du Boss?]
[Du warst aufeinmal weg] Vor 1 Minute
Als Antwort schickt sie eine Sprachnachricht rüber:
„Ja — das war ein bisschen kompliziert, undzwar ich weiß selber nicht mal, wie die mich aufgesucht hatten. Doch die hatten uns Eiskalt erwischt. Dann wurd… ich zu ihr gebracht… Und sie hat Dinge gesagt die nicht gerade schön sind. Ich erzähl euch alles später und wir brauchen dringend einen neuen Plan!“
Zum Glück hat sie mich nicht voll ausgeschlachtet mit Fragen, sonst wäre ich schon ohnmächtig geworden vor Angst.
Ich muss erstmal Haru ihr bringen und danach gucken wir weiter, was ich mit ihr machen werde.
[2 min. später]
„Ich bin da.“
„Willkommen Boss.“, begrüßen sie die beiden.
„Hi Mary. Hi Leyla. Ich bin… außer Atem.“
Mary hat einen afrikanischen Migrationshintergrund. Sie hat offene Haare mit einem leichten Blowout.
Nach dem Satz kollabiert sie kurz zusammen an der Tür.
Wo die drei sich treffen kann man als kleinen Abstellraum bezeichnen. Der wurde allerdings seit Jahren nicht mehr benutzt und nun steht er frei. Die Tür stand mal zufällig offen und der Schlüssel hing auf der anderen Seite des Schlüssellochs. Sodass sie sich bei der Direktorin erkundigt hatten, ob sie den Raum benutzen dürften. Denn dieser Raum sah für die drei äußerst Interessant aus. Sie wollten ihn als Zentrale benutzen.
Der Raum besteht im großen und ganzen aus einem Tisch und ein Fenster, was gegenüber der Tür ist. Das Licht funktioniert nicht mehr und bringen deswegen immer ein paar Kerzen mit, um sich dort gemütlich hinzusetzen. Sie hatten mal drei Schulstühle unbemerkt nach der Schulzeit geklaut und in den Raum hingelegt. Damit der Popo nicht friert. Denn sonst müssten sie auf dem Boden sitzen.
Der Raum sieht nicht sehr einladend aus für Leute von außen, jedoch fühlen sich die drei dort wohl.
„Mary, setz sie hin!“
Yuki wird auf den Stuhl hingesetzt der an dem Tisch ist.
Doch Sie träumt…
Bin ich wirklich nur ein Versager laut dir — Meisterin? Wir haben doch so viele schöne Sachen erlebt. Wir haben als Beispiel, den Kult gegründet, wo du leider das Oberhaupt davon geworden bist. Ich war deine rechte Hand noch vor einem Jahr. Ich habe mich sehr mühevoll hochgekämpft. Und — wir hatten so einen Spaß dabei…
Aber jetzt…
Hast du keine Verwendung mehr für mich…
Du hast sogar verboten, dass ich dich beim Namen nennen darf. Du sagtest mir, weil ich so oft versagt hatte, dass du mich zu einem regulären Mitglied degradierst hast.
Ich erinnere mich an den Satz, den sie immer zu mir gesagt hatte. Egal wann.
Sie stellt sich die Meisterin auf ihrem Thron vor. Sie kniet zugleich auf dem roten Teppich vor ihr nieder.
„Yuki Schätzchen, es überlebt nur der stärkere in dieser Welt. Und stärke wird von erledigten Aufgaben hier ermittelt. Doch du…—“ und sie schaut sie von oben herab an. „—Du bist es nicht würdig eine starke zu sein. Somit wirst du ein ganz normales Kultmitglied.“
Ich bekam in dem Moment, wo der letzte Satz einen kalten Schauer über den Rücken. Hatte sie alles vergessen, was ich für sie getan hatte…? Noch vor einem Jahr war ich ihr Liebling. Ich habe vielleicht nur ein paar mal versagt…
Ihre Augen beginnen zu glitzern, während Tränen langsam hervortreten.
Bin ich für dich nur Abschaum geworden? Bin ich nichts anderes als eine Schachfigur für dich…? Bin ich dir überhaupt noch wichtig ____?
Aber als du mich angefangen hast zu Foltern, seit ich versagt habe die Jungs zu foltern, habe ich mir geschworen, dich zu erledigen. Ich habe für diesen Moment zwei Verbündete fürs erste rekrutiert. Vielleicht ist das im Moment wenig, aber in naher Zukunft, werde ich eine Armee gegen dich aufstellen. Koste es was es wolle! Ich weiß gerade noch ganz gut Bescheid, dass ich keine Chance gegen dich habe. Selbst wenn ich mich erst auf deine Seite stellen muss, werde ich es tun, um die Mittel gegen dich zu sammeln!
Ich hasse sie! Und doch… brauche ich sie. Ohne sie bin ich ein niemand…
Sie fängt auf einmal ruckartig dumpf die Stimme von Leyla zu hören.
„Hallo Yuki.“, sie schnipst vor ihren Augen. „Was murmelst du da? Was willst du gegen der Meisterin machen und was war das für ein Name?“, fragt Leyla sehr neugierig.
Yuki springt kurz vom Schock auf.
„Hab ich gemurmelt?“, fragt sie während sie schwer atmet.
„Jetzt — erzählst du uns was wir gegen die Meisterin tun sollen!“, fordern die beiden. „Ich finde sie… sie spielt mit uns nur Machtspielchen. Ich meine—
Während des ganzen Gesprächs sieht die Meisterin zu. Denn sie hat es geschafft durch eine ihrer Handlangerinnen eine Kamera oben rechts in der Ecke des Raum zu platzieren. Die Kamera ist so klein, dass sie im Schatten garnicht zusehen ist.
…
Die Meisterin lacht auf.
„Also — so denkst du über mich Yuki. Interessant.“
Man hört Leyla durch den Screen durch.
„— sie benutzt uns wie Schachfiguren nur. Wir bringen sie erstmal Haru und danach nehmen wir sie vor. Ich versprech‘s!“
„Ich bin gespannt, Yuki Schätzchen. Und ich will den Jungen lebend und sauber haben! Ich habe noch etwas mit ihm zu bereden.
Mädels ihr könnt die Übertragung abbrechen.“
…
„Deswegen müssen wir uns ein Plan ausdenken, Leute.“
„Genau.“
„Wir legen erstmal mal die Karten auf den Tisch.“, befehlt Yuki.
„Unser Ziel ist er. Haru. Er ist seit 4 Monaten hier. Er hat normale durchschnittsnoten aktuell. Dazu ist er ein Junge, der den Umgang mit Mädchen nicht kennt.—“
„Ok, und weiter?“
„— Als wir ihn das erste mal gefoltert hatten. Hatte es ihm schon eine riesige Wunde beim ihm geöffnet.—“
„Ja.“
„— Aber das hatte nicht ausgereicht und die Meisterin befahl uns drei, dass wir ihn wieder aufsuchen sollten um ihn noch mehr zu brechen.—“
„Das hat ja eigentlich auch gut funktioniert oder?“, fragt Leyla.
„Das hat es auch eigentlich, aber…“
„Aber?“
„— sehen wir es uns nochmal an. Ich habe ihn erstmal verraten, dann gefoltert, danach zur Sicherheit von der Meisterin noch mal gefoltert. Mit dem Ziel das man die offene Wunde nicht mehr schließen kann.
Es sah in etwas so aus:
[Verraten —> Foltern —> Sicherheitsfolter = Verwundbarer / Zerbrechlicher Haruki]
Es sollte eigentlich auch so sein, aber jemand kam uns davor…—“
„Freya — oder nicht?“, äußert sich Mary.
Yuki hebt ein Bild raus und klatscht es auf den Tisch.
„Genau. Freya. Sie hat irgendwas mit ihm gemacht, dass anstatt der Formel der Meisterin, nun eine andere Formel herrscht. Aber ich weiß nicht, wie die Formel lautet. Ich habe nur eine ungefähre Ahnung was sie gemacht haben könnte.
Und zwar anstatt diese Formel:
[Verraten —> Foltern —> Sicherheitsfolter = Verwundbar.]
Hat sie so eine Formel angewendet:
[Verwundbar —> Freya —> ??? —> ??? —> ??? = gestählter / starker Haruki]
Die Anzahl der Fragezeichen, sind aus Zufall dar. Ich weiß selber nicht wie viele Schritte sie gebraucht hat um Haru von dieser Verlorenheit wieder rauszuholen.
Ich checke wirklich nicht, wie sie das geschafft hat. Ich dachte ich habe es richtig dosiert, dass er aus dem Loch nicht mehr heraus kann.
„Und was ist dein nächster Plan? … Ihn wieder zu foltern?“, fragt Leyla.
„Eben nicht! Wir werden den der Meisterin ausliefern und wir hoffen dann, dass er komplett Down sein wird.“
„Das ist wirklich ein teuflischer Plan, Boss.“, reagiert Mary.
„Um die Meisterin zu besiegen nehme ich jedes Opfer in Kauf. Auch unseren süßen Haru.“
Vielleicht ist der süß, aber tzzzt. Ich würde alles tun um ____ zu besiegen. Aber vor meinem Plan bleibt mir noch ein Problem vor ihm… und zwar du — Freya!
Sie beißt sich in den Fingernagel.
Ich habe seit unserem letzten aufeinander treffen hart trainiert. Beim nächsten mal werde ich meine Ehre als Idol der Schule zurückholen! Die kann mir garnichts mehr!
„Was ist los Boss?“
„Das Meeting ist für heute beendet. Wir machen morgen wieder weiter.“
Mary und Leyla denken im Moment, dass es eigentlich noch zu früh für das Ende des Meetings ist. Das zeigen sie auch mit voller Fragezeichen in deren Gesicht. Aber sie sind überzeugt das ihr Boss Yuki alles richtig macht und gehen trotzdem aus dem Raum raus.
Yuki bleibt jedoch noch ein bisschen alleine im Raum.
Sie nimmt sich Harus Bild.
„Ach Haru Maus. Ich liebe dich zwar, aber ich brauche dich für etwas anderes.“
Daraufhin küsst sie das Bild von Haru.
Ich hätte dich wirklich zu meinem Freund gemacht… wärst du nicht nur ein Schwächling gewesen. Du solltest der Erste sein, der meine ersten Erfahrungen stehlen sollte… aber jetzt…? Ich liebe dich aber trotzdem~
Yuki schüttelt den Kopf. „Was mach ich da?“ Und lässt das Bild vor Schreck fallen.
„Doch du — wirst mein nächstes Ziel, meine Liebe.“, und hebt gleichzeitig Freyas Bild.
„Ich freu mich schon auf unser zweites Date.“
Doch für heute ist sie zu Müde geworden und geht mit ihrem Regenschirm wieder nachhause.
Der Regen ist immer noch so stark, wie am Anfang. Er prasselt hart gegen den Regenschirm. Der Boden war so genässt, sodass sogar die Lichter von Ampeln, oder die Scheinwerfer von den Autos vom Boden reflektierten.
Ich hasse Regen eigentlich. Aber wenn das Licht vom Boden reflektiert wird, dann sieht es immer so schön aus. Regen ist irgendwie so eine Hass-Liebe für mich.