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Kapitel 3 / Drama in der Nacht

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Kapitel 3 / Drama in der Nacht

Drama in der Nacht

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Haru seufzt.

Es sind immer noch Sommerferien. Der Vorfall mit meinem Schwesterchen liegt schon eine Woche hinter uns. In der ersten Woche ist auch nichts sonderbares vorgefallen. Ich bin meist zwischen 11 und 14 Uhr in den Garten gegangen und habe Körbe geworfen. Dribblings versucht zu perfektionieren und neue Tricks zu lernen.

Am Nachmittag haben wir meistens mit der Familie etwas unternommen. Zum Beispiel im Park spazieren gegangen oder ins Einkaufszentrum gefahren.

Jetzt liege ich im Bett mit den Händen an meinem Hinterkopf und denke immer noch an die Situation, wo mich die zwei Mädchen beobachteten. Ich frage mich immer noch, warum sie mich überhaupt verfolgt haben. Und warum haben sie an der Mädchenschule Uniformen an?

Ich meine… wir sind nicht in Japan, wo jede Schule eine eigene Uniform hat.

Und ich habe auch vergessen meinen Eltern zu sagen, dass ich auf die Mädchenschule wechseln werde. Ich hab noch einige Sachen auf meiner to-do-liste die ich noch machen muss.

Dabei streckt er seinen Arm nach oben und lässt ihn direkt wieder fallen.

Danach dreht er sich zur Seite und befürchtet das morgen der selbe langweilige Tag sein wird, wie Gestern und Vorgestern und Vorvorgestern…

Ich glaube ich schreibe mal Mika an. Der soll mal wieder zurück kommen.

[(O) Mika          ]

[Ey]

[Wann kommst du zurück?] 1:01 Uhr

Daraufhin machte ich mein Handy aus.

Danach schließe ich kurz meine Augen.

10 Minuten später vibrierte mein Handy

Ich blicke drauf.

Es ist nur eine Nachricht vom Gruppenchat…

Wieder 20 Minuten später vibriert das Handy erneut.

[Komme in 2 Wochen wieder zurück] 1:21 Uhr

[Und? Wie ist es dort?] 1:31 Uhr

[Leben könnt nicht besser laufen bro]

[Strand]

[Hotels]

[Alles was du willst] 1:32 Uhr

[Peak bro]

[Komm mal schnell zurück damit ich mal jemanden habe mit dem ich was machen kann]

[Unnormal langweilig hier jeden Tag das selbe zu machen] 1:35 Uhr

[Wenn ich wieder zurück bin dann werden wir jeden Tag draußen sein]

[Ok?] 1:35 Uhr

[Das wäre sehr süß] 1:37 Uhr

Darafhin schließt Haru das Handy und versucht einzuschlafen.

Doch bevor er einschläft flüstert er noch: „Einfach zwei Wochen muss ich noch warten.“

— Ein paar Momente später —

Plötzlich öffnet sich die Tür mit einem lauten Knall.

Bevor er reagieren kann, springt Ruka auf ihn drauf.

„Unser Kampf ist noch nicht vorbei!—“, ruft sie und setzt sich dabei auf ihn.

„—Ich bin hier wegen meiner Revanche!“

Er starrt sie völlig überfordert und genervt an.

„Was?! Was denkst du dir bei so einer Situation? Ich dachte das von letzten mal kann man nicht mehr übertreffen, aber das toppt alles! Und warum zum Teufel, bist du hier und weckst mich so auf? Du nervst einfach!!!“

Haru versucht in dem Moment so ruhig zu bleiben, dass seine Eltern keinen Verdacht schöpfen. Denn eigentlich sollen sie jetzt schlafen. …In der Regel zumindest.

Doch dann kommt Harus Vater völlig übermüdet an die Tür. Er reibt sich die Augen und erstarrt kurz.

„Also Kinder, wenn ihr sowas machen wollt, dann bitte nicht in meinem Haus.“

„Wir machen schon nichts Papa. Geh wieder schlafen.—“, versucht er ihn zu versichern.

„—Und kannst du bitte die Tür schließen?“

Ruka errötet dabei.

„ … Schämst du dich etwa wegen deiner Aktion Ruka?

DAS SOLLTEST DU NÄMLICH AUCH.“

Sie versucht dabei ihr Gesicht zu verbergen. Haru richtet seinen Körper auf und flüstert zu ihrem Ohr.

„Na? Warum schämst du dich?“

„Halts Maul!“

Er führt es fort: „Warum sitzt du eigentlich auf mir? Denn ich habe keine Lust auf so ein Inzestscheiß!“

„Du Peversling! Ich hatte nicht mal die Absicht es zu machen.“

„ …Junge! Warum sitzt du dann auf mir?!“

Sie antwortet mit einem Achselzucken und spielt die Unschuldige.

„Es hat sich einfach so ergeben.“

Haru seufzt tief.

„Papa dachte gerade, wir wollen du weißt schon was machen.“

„Boah ist mir egal!—“, entgegnet sie genervt.

„—Ist mit scheiß egal, was der denkt!“

„So egal, war es wohl grade doch nicht, so rot du im Moment warst.“

Er lacht nachdem er zu ihr spricht. Doch Ruka ist so wütend auf ihn geworden, dass sie ihn einfach eine gescheuert hat.

Haru lässt sich danach auf sein Bett fallen.

„… Aus dir wird man einfach nicht schlau. Und… was willst du von mir? Darf ich nicht mal einmal ruhig schlafen?“

„Ach nix bestimmtes.“

Sie rollt dabei mit dem Finger durch ihre Haare. Sie vermeidet in dem Moment den Augenkontakt mit Haru.

Ich checks einfach nicht, was die von mir will.

„Du bist echt ‘ne Nervensäge, weißt du das?“

Er bricht die Stille und beginnt weiterzureden. Man hat gemerkt das Haru aufs äußerste genervt ist.

„Ich wollte einfach nur meine Revanche. Aber du musst ja wie immer ausrasten und alles schlimmer machen als es ist.“

„Junge… du stürmst mitten in der Nacht in mein Zimmer, hast mich aus meinem Schlaf rausgerissen und auf mich gesetzt! Und by the way du machst es immer noch.“

Während er zu Ruka spricht, versucht Haru sie runterzubekommen. Doch sie hat sich regelrecht an ihn gefesselt. Ihre Beine haben den perfekten Sitz gefunden.

Sie rollt mit den Augen.

„Boah. Du bist so langweilig Haru.“

„Langweilig?—“

Gleichzeitig richtet er seinen Oberkörper wieder auf.

„—Du und deine behinderten Aktionen! Manchmal will ich mal wissen, was in dieser Birne vor sich geht.“, sagt er tippend an ihrer Stirn.

Doch sie schaut ihn mit einem selbstbewussten Blick an. Sie setzte ihre Hände an die Hüfte.

„Zumindest passiert in meinem Leben etwas! Du bist immer nur hier, mit deinem Basketball und deinem gleichbleibenden Alltag. Kein Abenteuer, keine Herausforderungen. Stumpf immer das selbe!“

Er lässt sich erneut fallen und atmet tief ein und wieder aus.

„Weißt du… manchmal beneide ich Leute die so Impulsiv und unberechenbar handeln. Aber wenn ich dich dann so sehe, dann danke ich Gott dafür, dass ich nicht so einer bin.“

Ruka zieht eine Augenbraue hoch.

„Oh. Also gibst du zu, dass du mich beneidest.“

„Das war kein Kompliment.“

Sie lacht leise bevor sie zurück antwortet.

„Du kannst ruhig zugeben, dass ich die coolere von uns beiden bin. Das würde dein Image zwischen uns auch nicht ruinieren.“

„Wenn man das „cool“ mit „Katastrophe“ tauschen würde, dann hättest du Recht.“

„Ich weiß doch selber das du innerlich mich cooler als dich findest.“ reagiert sie selbstbewusst.

„… Vielleicht hast du Recht.“

„Mit was denn? Ich verstehe dich heute so schlecht.“

„ … Ich muss glaube mal manchmal wirklich aus meiner Komfortzone ausbrechen um das Leben richtig zu genießen.“

Sie grinst.

„Na geht doch, Brüderchen.“

„Das heißt aber nicht das du sowas wie Heute jeden Tag abziehen darfst.“

Sie steht dann endlich von mir auf und geht zur Tür.

Während sie dahin läuft sagt sie noch: „Ach, sei kein Spielverderber. Ich lasse dich jetzt aber schlafen. Herr Langweilig. Gute Nacht. Meine Revanche ist aber noch nicht zu ende.“

„Ja, ja. Und mach die Tür leise zu.“

Ruka wirft noch einen letzten Blick, bevor sie endgültig die Tür schließt.

Haru atmet endlich wieder erleichtert auf.

„‘ne Schwester zu haben ist echt ein Abenteuer für sich. Auch denke ich nicht, dass das letzte mal war, dass sie mich nachts aus dem Bett zerrt. Und ehrlich gesagt, dass macht mir ein bisschen Angst.“