Kapitel 40 / Ein wirklich Winterlicher Tag
Kapitel 40 / Ein wirklich Winterlicher Tag
Ein wirklich Winterlicher Tag
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Ding! Ding! Ding!
Natsu reibt sich die Augen, fummelt am Handywecker herum und dreht sich mit einem müden Seufzer auf die andere Seite. Sofort fällt sie in die Matratze und schläft weiter, ohne das die anderen beiden es bemerken.
— 5 Min später… —
Freya öffnet langsam die Augen. Sie gähnt laut, streckt die Arme nach oben und streicht sich das Haar aus dem Gesicht. Ihr Blick fällt sofort auf Haru, der noch in seinem Nest aus Kissen zusammengerollt liegt. Sein Atem ist noch gleichmäßig, die Augen geschlossen, als sei er völlig in seiner Traumwelt gefangen.
Langsam steht sie auf, die Füße tippen leise über den Teppich, und sie bewegt sich Richtung Badezimmer. Haru dreht sich gerade zu den Gardine, immer noch im Tiefschlaf.
Nachdem Freya ihr Gesicht gewaschen hat, kehrt sie mit feuchten Haaren zurück und tritt vorsichtig neben ihn. Ihre Finger tasten sanft seine Schulter an, als wolle sie prüfen, ob er überhaupt reagiert.
Er darf nicht wissen, dass ich heute Nacht von ihm geträumt hatte. Das war schon ein komischer Traum. Irgendwie war es so, dass ich gefangen genommen wurde, oder so. Und dann kam er, um mich zu retten.
„Haru… aufwachen. Wir haben Schule heute.“
Er murmelt etwas Unverständliches und zieht sich die Decke über sein Gesicht.
Freya verschränkt ihre Amre, die Augenbrauen leicht zusammengezogen, und schüttelt den Kopf „Ist das dein Ernst?“
Natsu schnarcht leise auf der anderen Seite des Zimmer, eingekuschelt in seiner Decke.
Freya atmet schwer aus, geht zurück ins Badezimmer und zieht sich einen seiner Hoodies rüber danach. Sie streckt die Arme nach oben, gähnt erneut und reibt sich die Augen.
Plötzlich öffnet Haru die Augen. Sein Blick ist noch verschwommen, noch halb im Traum. Er blinzelt langsam, seine Augenlider schwer, und reibt sich das Gesicht mit der Hand.
„Freya?“ Seine Stimme klingt noch verschlafen.
„Mhm.“ Sie steht im Türrahmen vom Badezimmer, putzt sich entspannt die Zähne, und die Wangen noch leicht gerötet vom kalten Wasser.
„Ich hab… irgendwas Komisches geträumt.“
Sie zuckt leicht zusammen. Doch ohne dass er es sieht. „Ich auch.“
Sie sehen sich an, ihre Blicke treffen sich für einen kurzen Moment, dann grinst Haru schwach.„Bei mir ist die eine vom Himmel gefallen und hatte mir Mathe erklärt.“
Freya spuckt fast die Zahnpasta aus, ihre Augen weit aufgerissen. „Was zur Hölle?!“
„Ich schwöre. Mit so Flügeln und ‘nem Taschenrechner.“
Sie lachen beide leise. Es ist dieses müde, ehrliche Morgengelächter, das einem sagt, dass der Tag mindestens gut sein wird.
Draußen ist alles weiß. Das Schneeweiß, das einem zeigt, dass der diesjährige Winter schön sein wird. Oder wenigstens, für die kurze Zeit.
Freya zieht die Gardine zur Seite. „Guck. Es schneit.“
„Geil!“ Haru richtet sich auf. Und läuft in immer noch müdem Tempo zum Badezimmer rüber.
„Bock auf ‘ne Schneeballschlacht?“
„Nur wenn du verlierst.“
„Ich? Gegen dich doch nicht.“
Natsu drehte sich auf einmal um und schaut mit strengem Blick die beiden an. „Wenn ihr noch für eine Sekunde laut seid, dann wirf ich euch aus dem Zimmer. Ich habe keine Lust auf Schule heute!“
Sie grinsen beide. Natsu wirkt anders als sonst, fast niedlich in ihrer Reaktion. Alles ist ruhig, und die perfekte Winterstimmung kommt bei allen dreien langsam an.
Die letzte Woche vor den Weihnachtsferien ist angebrochen.
Freya und Haru müssen nun flüsternd sprechen, die Blicke immer wieder zu Natsu schweifend.„Glaubst du, es fällt heute irgendwas aus?“
Haru gähnt ausgiebig und streckt sich. „Wir haben eh Lehrer, die nie blau machen, selbst wenn ein Tsunami kommen würde, würden die irgendwie an die Schule kommen.“
„Irgendwie hast du schon recht.
„Ach… oder sollen wir einfach heute blau machen?“
„Ich hatte auch schon überlegt, seit gerade. Aber wenn du schon so fragst, können wir machen. Aber die Frage ist… wohin?“
Es ist dieser schöne Schnee draußen. Der echte Schnee. Und nicht dieser Staubschnee, der sofort zu Matsch wird. Man meint den Schnee, den man immer in den Filmen sieht.
„Ich komme schon recht in Weihnachtsstimmung durch den Schnee.“
Er lässt sich auf sein Kissen fallen, verschränkt die Arme hinter dem Kopf, die Augen immer noch halb geschlossen. „Ach, Weihnachten. Wenn der Schnee bis dahin bleibt, könnte es einer der unvergesslichsten Weihnachtsjahre meines Lebens werden.“
„Find ich auch.“ Freya legt sich neben ihn, ihr Kopf leicht geneigt, die Haare die ihn leicht am Hals kitzeln.
„Und, was wollen wir heute so machen?“
„Ich hab dir doch genau das selbe gestellt, du Dummi.“ Haru zupft spielerisch an ihren Haaren.
„Aua!“
„Auf was hättest du denn Lust heute?“
„Lass mich überlegen… Hmm… Auf Schule schwänzen.“
Haru schnaubt ironosch. „…tolle Antwort. Ehrlich.“ Doch er ist auch andererseits froh über die Antwort.
Natsumi wirft sich die Decke über den Kopf. „Wenn ihr jetzt nicht rausgeht, dann schmeiß ich euch raus! Und macht die Tür leise zu.“
Freya schmunzelt. „Okay, okay. Ich sage der Tür, sie soll leise sein, Boss.“
Er zieht sich nun auch einen braunen Hoodie mit schwarzen Kordeln und Jeans an. „Vielleicht wird sie auch über Mathe-Engel träumen.“
„Und Freya. Ich bemerke jetzt erst, dass du einen meiner Hoodies angezogen hast.“
„Ich hatte halt keinen. Leb damit!“
Sie schließen die Tür hinter sich, treten hinaus in die frische Luft. Der Schnee knirscht unter ihren Füßen und die Kälte lässt die Wangen erröten. Freya steckt ihre Hände in die Taschen, Haru zieht die Kapuze tief ins Gesicht.
Zum Glück hatte ich noch zwei Winterjacken bei mir im Zimmer übrig. Sonst würde die arme noch erfrieren.
„Ich liebe einfach, wenn der Schnee solche Geräusche macht.“
„Omg, same.“
„Wenn wir beide nicht wissen, wo wir hinsollen, dann lass uns einfach spazieren. Vielleicht finden wir was.“
„Stell dir vor, aus Zufall einen Weihnachtsmarkt zu finden.“
Er lacht kurz. „Das müsste schon ein Riesen Zufall sein.“
„Hey, hey! Das junge Pärchen! Ihr! Ja! Kommt her!“
Ihr vermeintlicher WUnsch wird wahr. Nach nur ein paar Minuten weg von der Schule ist es doch aufgetaucht, wie aus dem nix.
„Er meint uns?“, flüstern sie, ihre Gesichter erröten gleichzeitig.
„Also? Was darf‘s heute sein? Für euch zwei Verliebten habe ich extra ein Winter-Special: Zwei heiße Kakaos, mit Marshmallows, Herzenbecher und Glitzer drauf!“
„Glitzer??“ Haru schaut sie fragend an.
Freya wirft ihm einen flehenden Blick zu. „Bitte sag was.“
„Können wir auch einfach zwei normale Kakaos kriegen? Ohne Glitzer.“
Die Frau blinzelt überrascht, nickt dann aber. „…Feinschmecker also. Na gut.“ Sie dreht sich um, füllt die Becher mit übertriebener Elegant und summt eine Weihnachtsmelodie.
Freya lehnt sich zu Haru. „Ich glaub, wir sind gerade in einer Side-Quest.“
„Dann lass uns die XP danach einkassieren, findest du nicht?“
Die Frau überreicht die Getränke. Haru bezahlt, sie gehen weiter.
„Mhmmmmmmm! Lecker.“
„Passt perfekt zur Winterstimmung. Aber sag mal, warum bist du hier so anders als in der Schule?“
„Na weil… Schule ist anders. Punkt.“
Haru schmunzelt leise, versucht, es nicht zu öffentlich zu zeigen.
Ich glaube, in der Schule kann sie sich austoben, weil sie dort die ein oder anderen Mädchen kennt. Aber draußen kennt sie niemand. Fast wie ein armes Hühnchen außerhalb des Stalls. Ich werde bei ihr sein, auch bei schweren Zeiten. Gleichzeitig wird sie es auch hoffentlich bei mir machen.
„Sollen wir in den Park gehen, Freya?“
„Oh ja. Gute Idee. Zum Glück ist der nächste Park auch 5 Min. zu Fuß von hier entfernt.“
***
Sie sitzt auf einer der Schaukeln, das Holz knarzt leicht unter dem Frost. Haru schubste sie leicht an und sie pendelt hin und her.
Onwohl wir wie ein Paar aussehen, stört mich das nicht. Ich mag sie einfach. Aber wie man sieht, macht sie das ja auch selber. Genauso wie Natsu gerade im Zimmer. Dass Natsu so drauf sein kann, hätte ich persönlich auch nicht gedacht. Ich denke, Freya ist der gleichen Meinung wie ich.
„Weißt du, wann ich das letzte Mal geschaukelt bin?“, fragt Haru ihr.
„He?“
„Ich glaube, so vor ein paar Jahren.“
„WAS?! Wie kannst du ohne Schaukeln überleben?“
„Ehh…“
„Ich komme hier fast immer hin. Ich liebe es, wenn ich so tun kann, als wäre ich wieder fünf. Ich will mein inneres Kind nicht verlieren. Und du solltest es auch nicht!“
Ich glaube, ich sollte mal ihren Rat zu Herzen nehmen. Oder… vielleicht kann ich ja später mein inneres Kind auf andere Weise zum Blühen bringen. Da können Jungs und Mädchen ja auch ein bisschen verschieden sein. Aber Schaukeln macht auch Spaß.
Sie schauen beide in den Himmel, der langsam in ein blasses Blau überging. Die Sonne zeigt sich endlich ein wenig.
„Willst du schaukeln?“
„Glaub nicht, dass ich da reinpasse.“
„Dann schubs mich weiter. Ich bin dein Boss heute.“
„Ok, Boss.“
Sie lachen, die Kälte und der Schnee können ihre Laune nicht verderben. De Tag scheint endlos für die beiden zu sein.