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Kapitel 41 / Der Losstand

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Kapitel 41 / Der Losstand

Kapitel 41 / Der Losstand

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“Und, sollen wir weiter?“

„Yesssss.“

Die beide latschen in dem eisig schönen, Schnee bedeckten Wetter durch den zufällig erschienenen Weihnachtsmarkt durch. Die Luft ist klar und hat den leisen Beigerucht von Zimt und gebrannten Mandeln.

Man merkt an den beidne das sie sich amüsieren, ungezwungen und leicht,

Der Markt ist überraschen leer für jugendliche. Nur Familien mit kleinen Kindern schlendern zwischen den Ständen umher, die Lichterketten glitzern, der Duft von Glühwein und Zuckerwatte kommen noch hinzu. Es ist die klassische Weihnachtsstimmung, die einem den Winter lieben lässt.

„Und… Was sollen wir nun machen, Haru~?“ Freya zieht spielerisch an seiner Jacke, ihre Augen funkeln.

„Lass uns mal dahin gehen!“ Er zeigt auf den Losstand, die typische Mischung aus Kirmesglanz und Glücksspielglück.

Der Losstand: Der heilige Gral des Weihnachtsmarktes. Entweder man geht als Gewinner raus, oder verliert sein Geld. Natürlich ist die Gewinnchance geringer als geboren zu werden, aber Haru lässt sich davon nicht abschrecken. Mal schauen, ob die beiden dem Glück heute verfallen sind oder nicht.

Ich hoffe ich werde mein Geld nicht verbraten hier.

„Willkommen, ihr Süßen.“ Ein Mann mittleren Alters lächelt sie an.

Denkt wirklich jeder hier wir sind ein paar? Haru runzelt leicht die Stirn, doch sein Grinsen bleibt.

Der Stand ist simpel: Für zwei Euro bekommt man fünf Pfeile, fünf Ballongs hängen an der Wand. Wenn man sie zerplatzen lässt, sichert man sich den Hauptgewinn. Ganz einfach.

Ganz einfach oder?

Wir werden sehen, wie sich Freya, oder Haru jetzt zeigen werden.

„Meine Hübschen, der Hauptgewinn ist ein Einhorn-Plüschtier, für das man drei Ballons treffen muss. Zwei Treffe bringen nur den Einsatz zurück. Weniger, und ihr verliert.“ Er sagt es so locker als würde er jeden Tag viele Leute abziehen.

Haru grinst und nickt selbstbewusst. „Ich nehme zwei!“

Freya beugt sich leicht vor, und flüstert ihm zu: „Bist du dir sicher?“

„Na dann hier deine fünf Pfeile. Ich bin gespannt auf dich. Gerade war noch einer hier, der das Einhorn gewonnen hatte.“

Muss der mir soviel Druck machen…? Egal. Ich werde diesen Verkäufer und den vorherigen Typen zeigen, wie ein echter Champion aussehen wird. Und natürlich werde ich das Freya auch beweisen, so ein Gentleman wie ich bin. Hehe.

Er atmet tief ein, schließt kur die Augen, sammelt sich. Dann öffnet er sie wieder: der erste Pfeil fliegt.

Und…

TREFFER!

Perfekt! Noch zwei weitere, dann hab ich‘s. Ich geb’s dann einfach Freya, ich hoffe sie freut sich.

Doch Freya zieht an Harus Jacke. „Mir wird langsam kalt kannst du dich ein bisschen beeilen?“

Er beugt sich seitlich zu ihr und antwortete ihr. „Ich mach‘s ja, wenn ich damit fertig bin, ok?“ Er nimmt den nächsten Pfeil von der Theke.

„Ab zur nächsten Runde!“, kündigt der Verkäufer an.

Haru wiederholt das Ritual: tief einatmen, Augen schließen, und sammeln. Dann wirft er den Pfeil, direkt in den Ballon nebenan.

Der Verkäufer applaudiert überrascht. „Nicht schlecht, Junge. Der letzte Ballon und das Einhorn gehört euch.“

Yessss. Ich werde dieses Einhorn nehmen. Ich habe noch drei Versuche übrig. Aber ich darf mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn gerade macht es sogar Spaß. Dieses Gefühl, dieses Kribbeln, diese Aufregung ist grad eine 10/10.

Haru hebt den dritten Pfeil. Doch diesmal zittert seine Hand ein wenig.

„Oh, oh.“ Freya murmelt neben ihm, und beschäftigt sich mit dem Reiben ihrer Hände gegen die Kälte, nicht auf die Ballons schauend.

Danke für die eigenartige Motivation Freya. „Dritter Pfeil.“ Er schluckt.

Du hast die ersten zwei getroffen. Du schaffst das. Kein Druck. Nur jeder guckt gerade zu…. Nur deine Würde steht auf dem Spiel. Kein Ding.

Dann…

Wurf!

TREFFER!

Konfetti regnet aus dem Stand, und der Applaus kommt wie aus der Seele des Verkäufers raus. „Herzlichen Glückwunsch. Ihr bekommt nun das Einhorn, als Hauptpreis.“

Man hört hinter Haru und Freya, wie ein paar Leute stehen geblieben sind und nur mit einem offenen Mündern und großen Augen dort da stehen. Er nimmt mit glitzernden Augen das Einhorn, was der Verkäufer sofort in eine Tüte steckt. Anschließend gehen die beiden weiter.

„Kommt mal wieder!“ und der Verkäufer winkt ihnen hinterher.

Ich hoffe er hat‘s uns nicht extra leicht gemacht, weil wir wie ein Paar aussehen. …Oder?

Kurz vor dem nächsten Stand bleibt er stehen.

„Freya…“

„Hm? Warum bleibst du stehen?“

„—willst du ein Geschenk?“ Er hebt die Tüte und seine Augen treffen sich mit ihren.

Freya errötet leicht, ein scheues Lächeln entsteht in ihrem Gesicht, „Ich dachte, du würdest nie fragen. Aber danke. Es bedeutet mir sehr viel~.“

Die beiden gehen weiter, schlendern durch den Markt. A n diesem sonst so hässlichen Wochentag den Montag haben sie ihr Glück der Woche gefunden.

Ihre beiden Hände streifen gelegentlich, flüchtige Berührungen, die sie unbewusst wegen der kalte tun.

Sie kehren zum Park zurück, setzem sich auf eine Bank und haben den Blick zum zugeschneiten Spielplatz.

„Ach, heute zu schwänzen war eine geile Entscheidung, nh?“ Haru lehnt sich zurück, die Hände in die Taschen gesteckt.

„Yesss.“

„Lass uns mal sowas öfter machen. Das ist so eine schöne Abwechslung.“ Er dreht sich zu ihr um und lächelt sie an. Freya senkt ihren Blick, die Wangen gerötet, aber dennoch ein leises lächeln darauf.

„Was ist los? Hab ich was Falsches gesagt?“

„…Es ist nix.“

Hä? Egal, Hauptsache musste ich heute nicht in dem kack Klassenzimmer sein. Dafür bin ich einfach dankbar. Ich liebe es einfach draußen zu sein. Im Winter eher weniger, wenn dort kein Schnee fällt, aber im Sommer ist es ein muss. Schon komisch, wenn man im Sommer zuhause bleibt.

Sie gehen langsam zurück zur Schule. Es ist 15:20 Uhr, und die Mädchenschule ist schon in Sichtweite.

Was plötzlich ins Harus Auge trifft ist eine Silhouette die sich am Tor der Schule anlehnte. Freya bemerkt es ebenfalls als sein Blick nicht mehr von der Gestalt abwendet.

Komisch… so vertraut.

Es ist nämlich sein alter Mathe Lehrer. Herr Winter.

„Freya, könntest du bitte die Tüte nehmen und schonmal in die Schule gehen? Ich habe glaub ich noch was zu erledigen.“

Ohne zu hinterfragen stimmt sie zu. „O-kay?“

„Ich bin gleich zurück.“

Sie läuft vor und eilt zu Harus Zimmer hin. Freya hat im gleichen Moment vorhin den Schlüssel zum Zimmer bekommen und geht sofort hoch. Und es beginnt ein altes Widersehen mit seinem Lehrer.

Er dreht sich zu Haru und fängt an ihn zu begrüßen. „Wie gehts Haru?“

„Mir gehst gut, wie gehts ihnen?“ Sein Herz fängt ein bisschen schneller an zu schlagen. Er weiß selber nicht mal warum, aber wahrscheinlich das er mit einem Mädchen gesehen wurde und die Schule geschwänzt hat.

„Auch gut. Vorab du musst nicht mehr mit mir so höflich sprechen.“

„Ok? Dann red ich normal.“

„Perfekt. Also ich wollte mal fragen, wie dein Schulalltag nun mit den Mädchen aussieht? Hast du Freundschaften geschlossen, wie sind die Lehrer und hat sich in deinem Leben irgendwas geändert?“

Als er die Frage hört fängt sein Herz wieder an langsamer zu schlagen. Er hat kurz Angst gehabt, dass er darauf angesprochen wird.

Ja, es hat sich einiges verändert. Ich habe fast schon ein Team geschlossen, werde noch wenn die Zeit reif ist meine Rache nehmen und vielleicht ein paar neue Mitglieder bekommen. Und danach… wird mein Schicksal zeigen wie es laufen wird.

„Eigentlich… nicht so viel.“

„Schön. Ich wollte dich auch fragen, wie sind deine Noten bisher? Das erste Halbjahr ist ja schon fast um. Im Januar bekommt man ja die Halbjahrszeugnisse.“

„Eigentlich gleich geblieben. Nur die Umgebung ist halt, gewöhnungsbedürftig.“

Ich glaube mein Zeugnis wird eine große Katastrophe werden. Doch ich versuche mal so entspannt wie möglich zu reagieren.

„Eigentlich wollte ich dich wegen was anderes Fragen.—“

„Ja??“

„—Gibt es an der Schule manchmal Dinge, die dir… seltsam vorkommen?“

Er schaut ihn planlos an. Haru denkt das ihm sein alter Lehrer damals vor den Sommerferien nicht alles erzählt hatte,

„Wenn sie so danach fragen. Natürlich.“

„Und was denn?“

„Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Die Schule ist einfach komisch. Die Mädchen vorallem. Sie haben zwei Sportplätze auf dem Grundstück, aber chillen lieber am Handy, oder bleiben sogar in den Klassenzimmern. Und die Lehrer sind auch irgendwie nicht von dieser Welt.“

„Das klingt schon wirklich komisch. Aber hast du dir auch mal den Keller der Schule angesehen. Vielleicht ist da etwas.“

„Was meinen Sie?“

„Guck einfach in den Keller, vielleicht sind da deine antworten auf deine Fragen. Weil im laufe des letzten Jahres hatte ich immer bemerkt, dass du deinen Blick fast nie von der Mädchenschule abwenden konntest. Und ich sage dir es mal so, ich hatte das gleiche Gefühl wie du. Es war komisch. Und das du dafür ausgewählt wurdest, war auch schon seltsam.“

„Wie meinen sie mit ‚ich wurde ausgewählt‘?“

„Ich meine, es ist ja eine Mädchenschule und warum sollte ein Junge dahin gehen und warum sind die Gardinen zu, weißt du was ich mein?“

„Genau! Das mit den Gardinen frag ich mich auch.“

„Apropos Gardinen, was war eigentlich mit deinem ersten Wunsch?“

Haru kratzt sich nervös am Kopf. „Ach das… ich habe mein eigenes Zimmer bekommen.“

Herr Winter glaubt seinen Ohren nicht, was er da gehört hat. „Das ist schon krass für dich. Aber hast du dich mal gefragt, warum du ausgerechnet ein Zimmer bekommst?“

„Ne…“

„Sind nicht irgendwann mal vertrauliche Informationen zu dir durchgesickert oder so?“

Haru überlegt nur. Er erinnert sich aber nur an die ersten beiden Tage der Schule. Danach lief ja fast gar nichts mehr. Keine Action nichts. Und er hatte sich selber aufgebaut erstmal, nach dem Downfall.

Downfall…

„Doch! Ich hatte mal jemanden belauscht, der gesagt hatte, dass ich nicht der einzige Junge in dieser Schule war.“

„Das wollte ich wissen. Gibts noch irgendwelche Sachen?“

„Ich glaube nicht.“

„Okay, pass auf. Wenn du willst könnte ich dir helfen. Weil die Schule interessiert mich auch. Das Problem ist, leider bin ich ein Lehrer und kein Schüler.“

„Ich check. Okay, ich gucke mal. Wenn wir uns das nächste mal über die Wege laufen, aknn ich ihne davon bereichten, was danach passiert ist.“

„Okay, machen wir.“

Die beiden geben sich einen Fistbump. Haru geht die Treppe hoch, das Herz von ihm noch leicht rasend, und die Gedanken noch bei den letzten Stunden.