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Kapitel 48 / Zwei Wächter gegen ein Opfer

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Kapitel 48 / Zwei Wächter gegen ein Opfer

Zwei Wächter gegen ein Opfer

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„Gut. Dann will ich dir ein paar Fragen zur Meisterin stellen, wenn du nichts dagegen hättest."

„Natürlich." Nyra senkt leicht den Blick, die Hände sind nervös verschränkt.

„Mary. Aufschreiben!"

„Aye, aye!"

Mary holt sofort aus dem Fach am Tisch, den Notizblock raus. An dem Block ist noch zufälligerweise ein schwarzer Kugelschreiber drangeheftet.

Leyla verschränkt ihre Arme. „Fangen wir mal sofort an. Wer ist sie? Und was ist sie wirklich?"

Nyra atmet tief ein, ihre Augen blitzen kurz auf, als sie ihre Worte wählt. „Ihr Name bedeutet nichts. Aber ihre Taten... die bedeuten alles."

„Was soll das bedeuten?" Mary runzelt die Stirn.

„..."

„Und was warst du denn dann für sie?"

Nyra schweigt nochmal einen Moment und beißt sich auf die Lippe. Dann sieht sie Leyla direkt an. „Ich... ich war für sie ein Werkzeug. Ein Beweis, dass selbst Stärke vor ihr knien kann. Ich war einer ihrer Lieblingsversuche."

Marry knurrt empört. „Kranke scheiße!"

Leylas Arme krallen sich in ihre Arme. „Warum folgen der dann aber so viele? Ich meine... auch du. Und wahrscheinlich auch andere, die so sind wie du."

„Aus Leere." Nyra senkt ihren Kopf. „Die meisten ihrer Anhänger waren leer. Sie sucht sich keine Opfer... Sie sucht sich Menschen aus, die eh schon ausgegrenzt wurden und leer sind. Sie füllt diese Leere mit ihrem... ‚Elixier'."

Mary notiert hastig alles, ihre Hand zittert leicht.

„Was will sie denn damit erreichen?" Leyla presst die Lippen zusammen, die Wut wiegt schwer in ihrer Brust.

„Sie will sehen, wie du fällst. Und wenn man denkt, es geht nicht mehr tiefer... dann gräbt sie weiter. Sie will dich noch tiefer unten sehen." Nyra spricht leise, sie ist kurz schwarz vor Augen.

Ein schwerer Moment der Stille legt sich über den Raum. Leyla und Mary wechseln einen besorgten Blick.

„Hat sie dann überhaupt irgendwelche Schwächen, wenn du sie als so gefährlich beschreibst?" Mary wagt es ihr zu fragen.

Nyra beißt sich auf die Lippen, die Hände ballen sich zu Fäusten. „Sie ist Unberechenbar. Wenn man denkt, sie sieht dich nicht... dann sieht sie dich erst recht. Als wäre sie 24/7 bei dir. Es fühlt sich an, als würde ein Geist von ihr dich immer begleiten."

Leyla schluckt, ihre Brust zieht sich zusammen. Sie rüttelt schwer Nyra als sie fragt: „Und Yuki? Warum will sie Yuki haben?"

Nyra blickt zur Seite und ihre Schutlern ziehen sich hoch.

„Weil Yuki die Hoffnung nie aufgegeben hat. Sie kann sich trotz all dieser qualen von ihr, sich immer über dem Loch halten. Und... es gibt noch ein Mädchen, das Yuki gut kennt... und für die Meisterin arbeitet."

Nach dem Satz bricht Leylas Welt zusammen... Sie bekommt eine gefährliche Vorahnung was passiert sein könnte. ZUm gleichen Zeitpunkt stolpert ihr Herz. Ihr Atem stockt.

Warte mal...

Warte...

Das Mädchen...

Cleo...?

Dann läuft Yuki... Yuki...

Leyla fällt auf den Boden. Nyra fängt sie auf und hält sie fest.

„LEYLA! HEY HÖRST DU MICH?" Marys Stimme überschlägt sich die Panik in ihren Augen deutlich.

Nyra legt ihr Ohr an ihre Brust. Direkt atmet sie auf. „Gut. Ihr Herz schlägt noch."

„Gut? GUT?! Wenn Leyla... wenn ihr was passiert... ich schwöre dir..."

Mary ballt die Fäuste, die Lippen zittern vor Wut.

Mary holt von oben aus und zielt direkt auf ihren Kopf. Blitzschnell packt Nyra ihr Handgelenkt ein paar Zentimeter vor dem Aufprall. Obwohl sie vom Kampf gegen Yuki ermüdet ist, spürt man die geballte Kraft in ihrem Griff.

„Guck mal. Ich kenne dich seit ein paar Minuten, aber deine impulsiven Kommentare gehen mir auf die Eier!" Ihre Stimme rau und gefährlich. Die Augen strahlen nur noch Gefahr aus. „Sei froh, dass Leyla hier ist. Sonst hätte ich dich mindestens schon zehnmal umgelegt."

Marys Körper bebt vor Wut. „Du redest hier, als wärst du hier der Star! Du hast gegen Yuki gekämpft, dann tauchst du hier blutverschmiert auf und dann wird Leyla bewusstlos?! DAS IST HIER KEIN SPIEL!!"

Nyra ballt kurz die Faust, kurz davor Mary eine reinzuhauen. Doch sie entscheidet sich dagegen und entscheidet sich Ruhe zu bewahren. „Guck! Sie kommt wieder zu sich."

Leyla öffnet die Augen und greift sofort nach Nyras Kragen. „Yuki läuft direkt in eine Falle rein!" Dann sackt sie wieder zusammen.

„WIE YUKI... IN EINE FALLE REIN?!" Mary schüttelt Leyla, doch die regt sich nicht. Ihre Knie zittern und ihre Augen weit aufgerissen. „Das ist das Ende..."

Bei Yuki sieht es nach ein paar Tagen nicht besser aus. Sie ist in der Mitte des Raumes. Ihre Arme durch Ketten fixiert. Der Blick direkt auf die Silhouette ihrer Herrin. Doch allein ihre Präsenz lässt die Luft schwer werden.

„Schön, dass du wieder bei Bewusstsein bist, Yuki", flüster sie, ihre Stimme gleichzeitig süß und schneidend. „Ich hoffe du hast die letzten zwei Tage genossen... oder wenigstens nachgedacht, wie machtlos du bist."

Yuki will etwas erwidern, doch ihre Kehle fühlt sich zugeschnürt an. Sie kann nicht einmal schreien. Nur ihre Augen weiten sich, während sie den Blick auf den Thron richtet. Ihre Meisterin sitzt wie eine Königin in ihren Reich oben.

„Du siehst mich an, und ich sehe dich.", sagt sie beim herabsteigen des Thrones. „Jeder deiner Gedanken, jede deiner Hoffnungen... ich kenne sie alle."

Yuki spürt die Ketten an ihren Handgelenken. Die gleichen, die sie in dem einen Raum auch hatte. Ein kurzer scharfer Schmerz als sie zur Seite zu den Ketten guckt, erinnert sie daran, dass sie nicht entkommen kann von ihr. Jede versuchte Bewegung ist Energieverschwendung.

Ich habe nichts mehr zu verlieren. Mein erster Liebespartner... ich habe ihn verloren. Durch meine eigenen Hände. Mein Team ist aufgebaut, aber es nützt mir nichts mehr...

Yukis Hände zittern, bevor aus ihren Augen die Frust rausgleitet.

Haru und ich hatten den Schulhof besichtigt, sind die Treppen zum Klassenzimmer hoch. Alles wirkte normal, doch dann... eine schwarze Silhouette kam. Es war nicht irgendeine... ES WAR SIE!!!

„Hm?" Sie neigt ihren Kopf zu Yuki. „Warum so viele Tränen und dieser Blick?"

„Du kannst zappeln, strampeln, oder weinen so viel du willst. Nichts wird sich ändern. Alles, was du tun kannst, ist mir zuzusehen wie ich die Regeln festlege."

„Du bist wirklich interessant." Erscheint hinter Yuki eine Person. „Ihr Körper ist wirklich fabelhaft. Eine Nummer für sich. Aber für ein Idol muss ja ein gewisser Standart sein, oder nicht?"

Yuki dreht sich panisch um und erblickt eine maskierte Person. In ihrer Hand ein Notizbuch mit einem Stift.

„Ich glaube... ich habe neues Material für meine weitere story."

„Was willst du hier?", fragt ihre Meisterin. Ihr Augen entspannt und ihr Mund etwas nach unten geneigt.

„Ich? Ich bin nur hier, weil mir langweilig Zuhause war. Ich hab mir schon gedacht, dass du hier mit Yuki sein würdest."

„Das ist dein Grund?"

Yuki versteht nichts mehr von der Welt. Als würden sich zwei Mächte mit einander bereden, und Yuki das Opfer sein, dass zufälligerweise zwischen den beiden ist.

Sie nähert sich der maskierten. „Ich habe nicht danach gefragt!" In einem Moment nimmt sie das Notizheft von ihr.

Ihre Augen überfliegen das geschriebene. Nur Stichpunkte, die so aussehen als würde es ein Draft sein. Ein Charaktere namens ‚Bishara'. Dazu noch ist dort eine Szene, die fast eins zu eins ist, wie die von Yuki. Nur das der Charakter von einem kleinen Mädchen gefüttert wird, während sie gefesselt ist.

„Nimm das zurück. Ich bin es wirklich Leid, deine Drafts immer zu lesen. Die sind immer... ‚over the top' und viel zu übertrieben."

Die maskierte fängt das geworfene Notizbuch. „Das musst du gerade sagen. Du bist doch selbst so ähnlich wie der Charakter, den ich erstellen will."

Ohne auch nur die leiseste Geste gemacht zu haben, ignoriert sie die maskierte.

Yuki hingegen ist immer noch leise und hat Angstschweiß an der Stirn.

„Apropo du, weißt du wo Nisha ist? Ich hatte ihr doch gesagt, sie soll heute Morgen hier her kommen."

„Du meinst die kleinste von uns? Ach, die hatt emir gesagt die kommt gleich."

Der Blick von der Meisterin verengt sich und ihre Augenbrauen zeigen nach unten. „Schön. Aber ich habe euch immer gesagt, dass ihr immer Pünktlich sein sollt."

Urplötzlich öffnet sich die Tür. Eine kleine Person tritt ein.

„Ah, da bist du ja", sagt die Meisterin mit einem kaum hörbaren Lächeln. „Ich war gerade dabei zu sehen, wie weit unsere kleine Yuki bereit ist, zu gehen."

Nisha nickt knapp, tretet ein Schritt vor und Ihr Blick haftet an Yuki. Die Ketten an Yuki spüren sich nochmal schwerer an. Drei Präsenzen, die auf sie herabblicken.

„Was habt ihr mit mir vor?", fragt Yuki mit zittriger Stimme. „Oder... was hast du nicht mit mir vor...?"

„Sei still!", unterbricht die Meisterin kalt. „Alles hier"

DIe maskierte Person kritzelt weiterhin in ihrem Notizbuch, ihre Augen blitzen hinter der Lächelnden Maske. „Sehr interessant", murmelt sie. „Zwei Wächter, ein Opfer... und doch ein Funke Rebellion. Perfektes Material für das neue Kapitel."

Yuki schluckt schwer. Sie fühlt die Macht der Meisterin, die Präsenz von Nisha und das stille Beobachten von der maskierten, wie ein unsichtbares Gewciht, das auf ihre Brust lastet. Ihr Kopf dreht sich nur um die Flucht. Ihre normalen Gedankengänge werden unterbrochen von den dreien.

„Ich... ich werde mich nicht...", beginnt Yuki, doch die Worte kommen nicht mehr weiter durch.

„Du wirst tun, was wir wollen", sagt die Meisterin ruhig, fast als würde sie in Yuki hineinsehen können. „Und die maskierte hier, wird sicherstellen, dass du jede meiner Regeln befolgst."

Ein leiser Schimmer von Widerstand regt sich in Yuki. Tief in ihr flackert die Erinnerung an Haru, an das Versprechen, das sie sich selbst gegeben hatte. Doch die Realität schlägt hart zu: Ketten, drei Übermächte, kein Fluchtweg.

„Dann... dann zeigt mir, wie weit ich gehen muss", sagt Yuki schließlich leise, ihre Stimme zittert, aber sie zwingt sich zu sprechen. „Ich werde tun, was nötig ist."

Ihre Meisterin lächelt zufrieden. „Sehr gut. Dann können wir beginnen."

Die maskierte Person tritt vor Yuki und die beiden anderen entfernen sich etwas von ihr. Sie fasst an Yukis Brust und Yuki fällt daraufhin ihn Ohnmacht. Ohne auch nur den Hauch von Widerstand zu leisten.

„Zeig mir jetzt alles von Yuki!"