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Kapitel 49 / Zwischen Schuld und Rettung

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Kapitel 49 / Zwischen Schuld und Rettung

Zwischen Schuld und Rettung

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Am Montag vor den Weihnachtsferien knarrt die Tür auf, dann stürzt ein Mädchen mit aufgerissenen Augen in den Raum.

„Meisterin. Meisterin! Yuki... sie plant etwas gegen dich."

Auf dem Thron am Ende des Raumes sitzt eine Silhouette, kaum mehr als ein Schatten, der sich im Halbdunklen Raum abzeichnet. Nur die kalten Augen sind etwas erkennbar.

Ihre Meisterin sitzt am Thron. Ihr Gesicht bleibt gleichbleibend und frei von jeglicher Emotion.

„Also... sie rührt sich endlich. Gut. Ich habe nichts anderes von ihr erwartet."

„Am Donnerstag. Nach 17 Uhr. Sie will hierherkommen... um, sie, zu befreien." Das Mädchen deutet mit zittrigem Finger auf Sora, die geduckt in einer Ecke steht.

Ein leises, spöttisches Lächeln formt sich auf den Lippen von der Meisterin. „Aber sag mir: Wer hat dir erlaubt, ohne Einladung in meinen Palast einzutreten?"

Die Stimme schneidet die Luft um dem Mädchen vor ihr. Sie zuckt kurz zusammen, ihre Knie wanken. „I-ich dachte... du wolltest es wissen. Wie immer."

Langsam erhebt sich die Meisterin vom Thron. Jeder Schritt hallt dump durch den Raum, bis sie direkt vor dem Mädchen steht.

„Du dachtest, ich würde deine Informationen brauchen?" Ihr Blick eiskalt. „Du warst nie mehr als ein Köder. Ein Spielzeug für mich. Ein geldgieriger Köter."

Die Wort lassen ihr Blut fast gefrieren. „Aber... ich habe dir geholfen. Immer. Alles erzählt, was ich wusste—"

Klatsch!!

Die Ohrfeige hallt durch den gesamten Raum durch. Der Kopf des Mädchens wird zur Seite geschleudert. Tränen fliegen durch die Luft.

„Kein Wort mehr."

Sie hält ihre brennende Wange. Doch noch mehr schmerzt ihr Herz. Ihre Herrin lächelt und beugt sich hinab, ein grausames Lächeln bildet sich auf ihren Lippen.

„Deine Aufgabe ist erfüllt. Der Köder ist gelegt. Der Fisch wird anbeißen. Und dann... gehört sie mir."

„Ich dachte... ich wäre dir wichtig..."

„Wichtig?" Ein Kichern danach. „Ein geldgieriges Hündchen hat für mich nur ein Nutzen. Nützlich sein. Und wenn es nicht mehr vom nutzen ist, dann braucht man ihn nicht mehr. Nicht wahr?"

Die Augen des Mädchens sind leer, als hätte man ihre Seele herausgerissen. Sie taumelt zurück, stolpert aus dem Raumm. Die Tränen strömen aus ihr hinaus.

„Sollen wir sie wirklich davonlaufen lassen?" Jemand kommt maskiertes kommt aus dem Schatten hervor.

„Sie ist wertlos. Aber beschattet sie. Sollte Cleo doch noch was im Schilde führen, will ich es wissen."

Nur zu Schade Cleo, denn ich weiß—

„Aber du hast doch gesagt, dass sie Nutzlos—"

„Du kennst das Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

„Jetzt leuchtet's mir ein."

Sora kniet währenddessen auf dem Boden, und macht die Drecksarbeit den Raum. Ihre Blicke wandern immer wieder zum Raum wo Yuki eingesperrt ist.

„Yuki...", haucht sie leise. „Ich schwöre, ich werde dich hier rausholen."

„Was denkst du, was du da machst Sora, hm?" Eine schrille Stimme fährt ihr in den Nacken. Sie dreht sich panisch um. Es ist das kleine Mädchen die neulich da war, als Yuki noch mitten im Raum in Ketten war.

„Unsere Putzfrau wird sehr unhöflich, wenn der Boss nicht hinsieht."

„Ach, ist das so?" Die kalte Stimme vom Boss rollt durch den Raum. „Dann soll sie den ganzen Raum noch einmal reinigen. Einschließlich des Eingangsbereiches und jede kleine Ecke wo Schmutz sich anlagern könnte."

Das Mädchen kichert vor Sora. „Hast du gehört? Aber keine Angst. Ich helfe dir schon... ein kleines bisschen."

Sora beißt sich die Zähne zusammen.

Wenn ich euch nur in die Finger bekomme...!

Aus Yukis Zelle kommt eine heiseres flüstern. „So... Sora?"

Später steht Cleo auf dem Dach der Schule. Die Sonne geht unter. Und die Drahtzäune reflektieren etwas das Licht.

Ihr fließen ein paar Tränen.

„Yuki... es tut mir leid!"

Sie ballt die Fäuste.

Ich dachte sie ist eine vertrauenswürdige Person... aber ich war verloren in dem Moment. Verloren im Geld. Ich habe mit dir Verhandelt und mit ihr...

Ihre Stimme bricht.

„Sie hatte aber immer bessere Angebote gemacht...

Ich habe dir vielleicht immer nur die halbe Wahrheit erzählt...

Und ihr habe ich immer alles von dir erzählt. Egal was du gemacht hast, ich habe ihr alles weiter erzählt. Obwohl du mir vertraut hast.

Ich habe dein Vertrauen mit Füßen zertreten... ES TUT MIR LEID...!"

Dein Opfer... soll nicht umsonst gewesen sein. Ich werde dich noch retten. Koste es was es wolle. Ich werde mich von meinem Geldwahn versuchen mich zu distanzieren.

Ich glaube du weißt es noch Yuki... wo ich mal gestartet hatte.

Sie presst die Hände vor's Gesicht. Die Erinnerungen schießen in ihr hoch.

Ein Wohnzimmer, stickig und dunkel. Die Briefe stapelten sich.

„Mama, was heißt ‚Sozialhilfeantrag'? ...Hier steht auch ‚Meldepflicht'."

Die sechsjährige Cleo saß am Küchentisch mit einem Wörterbuch neben sich. Die Mutter weint, der Vater schweigt.

Ich musste stark tun. Ich musste übersetzen, verstehen, damit wir überhaupt weiterkamen. Ich musste die Sprache mir selber beibringen. Buchstabe für Buchstabe, auf dem Schulhof, mit Serien im Fernseher, oder beim einkaufen.

„Geld war nie Luxus für uns. Wir hatten immer nur soviel für's Überleben."

Wir lebten in relativer Armut immer. Wir hatten zwar Geld, aber landeten statistisch gesehen im unteren Durchschnitt. Dennoch bin ich dankbar an meine Eltern, dass sie mich großgezogen haben und sich zeitgleich um alles andere, wie Essen, Miete und Arbeit   sich gekümmert haben.

Sie sieht Yuki vor sich: Ehrlich, und vertrauend. Und sie hatte dieses Vertrauen verraten.

„Danke für die Infos."

„Ich habe doch garnichts großartiges gemacht."

„Mit deinen Angaben schlage ich der Schlampe den Garr aus!"

Ihre Tränen kommen heftiger. „Du hast mir vertraut. Und ich habe alles zerstört."

„Ich werde es wieder gutmachen. Ich weiß auch schon wie. Bald wirst du wieder lachen könnten. Ich verspreche es dir."

Später am Abend wälzt sich Cleo im Bett. Die Müdigkeit ist nicht da. Sie ist hellwach. Ein Alptraum ist der Deal gewesen und die Realität würde bald ihren Preis fordern: Yuki wird kommen. Und die Meisterin würde vorbereitet sein.

„Warum habe ich das angefangen?", flüstert sie in die Dunkelheit. „Ich habe dich verkauft. Es tut mir leid, Yuki. Wirklich."

Am nächsten Tag bahnt sich Cleo vorsichtig den Weg durch den Flur. Sie trifft Yuki zufällig auf halber Strecke.

„...Hi, Yuki."

„Hi, wie geht's?"

Cleo muss schlucken. „Gut. Ich... ich wollte meinen Plan für den Überfall am Donnerstag noch einmal durchgehen. Willst du mit?"

Yuki zuckt. „Ehh... nein. Ich würde dich nur stören."

Sie klingt unsicher, nicht die Yuki, die Cleo aus der Erinnerung kannte.

Cleo verlässt sie, ihr Herz fühlt sich schwer an. Was würde die Yuki denken, wenn sie die Wahrheit wusste? Würde sie ihr jemals verzeihen? Oder würde Yuki sie hassen, womöglich sie angreifen?

Sie stellt sich vor, wie eine Konfrontation verlaufen könnte: Die Flure leer, Yuki stumm, ihr Blick kalt wie Stahl. Cleo in der Mitte, die Hand zittrig am Umschlag mit dem Geld.

Yuki steht vor ihr. Nachdem sie ihr die Wahrheit gesagt hatte. Nach dem Geständnis war die Faust nicht mehr weit von Cleos Bauch entfernt.

Sie krümmt sich nach dem Schlag und kann nur noch schwer atmen. Denn sie hat wie ein Profi direkt an eine kritische Stelle gezielt. Der nächste Schlag trifft ihren Hals bis sie auf dem Boden ist.

Yuki, die ihr ins Gesicht schreit: „Du hast mich verkauft. Für Geld??" Die

„Du... hast was getan?" Ihre Stimme ist leise, aber jedes Wort hallt wie ein Echo in meinem Kopf

„Ich... habe dir vertraut, Cleo." Noch ein Schlag aufs Gesicht. „Und du hast mich verkauft... für Geld??" Ihre Nase fängt an stark zu bluten. Danach packt Yuki sie an den Haaren, zieht sie hoch und schaut tief in ihre Augen rein. „Das werde ich dir niemals verzeihen. Selbst der Tod wird dich nicht von mir retten werden!"

Nach der Ansage lässt sie Cleo fallen. Sie hört nur, wie Yukis Schritte sich immer weiter von ihr entfernen. Bis es irgendwann nur noch Stille ist.

Bevor Cleo ihre Augen schließ, höre ich wie eine Lehrerin schreiend auf mich zukommen

Nein, nein, nein! Wie denke ich über sie?? Würde mir aber Yuki wirklich so etwas antun? Oder... würde sie vor mir weinen? Aber andererseits ist sie eh schon auf dem Teller der Teufelin... Sie ist verloren. Und ich traue mich nicht ihr zu sagen, dass ihr fast kompletter Plan an die Teufelin schon übergeben wurde.

Sie geht zurück in die Klasse und fantasiert während sie im Unterricht sitzt, wie die Meisterin Yuki erniedrigen und demütigen wird.

Das Klassenzimmer, der Unterricht ist der selbe Standart wie immer. Lehrer fragt fragen am Anfang der Stunde und die Schüler antworten. Danach wenn die worm-up Phase zu ende ist, fängt der reguläre Unterricht an. Das heiß Buchseite aufschlagen, anfangen zu lesen und am Ende der Stunde vorstellen.

Was soll ich tun in dieser Situation? Soll ich sie davon abhalten, die Mission zu starten gegen sie? Ich sehe jetzt schon wie die Teufelin gerade im Unterricht sitzt und sich überlegt, wie sie Yuki bestmöglich foltern wird.