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Kapitel 51 / One on One

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Kapitel 51 / One on One

One on One

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— Währenddessen bei Haru —

Es ist Pause. Haru lehnt sich an seinem Tisch, schaut aus dem Fenster und seufzt. Chemie hatte er gerade in der zweiten Stunde.

Was kann man heute überhaupt machen?

Er streicht sich über den Nacken.

Ich muss dringend mal was anderes sehen. Diese Lehrerin... sie labert und labert. Das Fach heißt zwar ‚Chemie'. aber sie hat einen neuen Stoff erfunden: den Redestoff.

Er lacht kurz über seinen eigenen Witz, schnappt sich seinen Ball aus der Tasche und sprintet direkt zum Schulhof rüber. Der kalte Boden hallt unter seinen Schritten.

Ich habe Bock ein bisschen zu ballen nach dieser trockenen Chemie stunden.

Auf dem Schulhof zieht er die Jacke enger um die SChultern. Das Wetter ist frisch, aber er mag den Wind.

Winterkacle reicht dafür. Dazu noch 'ne Angenehme Prise... sagt man so schön, glaub ich.

Er rennt direkt zu den Basketballplatz rauf. Niemand da, perfekt!. „Wenn die Mädels die Plätze nicht benutzen, kann ich mich daran frei bedienen."

Haru rollt seine Schultern, knackt die Finer, wirft den Ball hoch und fängt an zu spielen. Innerhalb weniger Minuten hat er zehn Körbe in Folge versenkt. Der Rythmus entspannt ihn.

Nach und nach bemerkt er Bewegung im Augenwinkel. Die Mädchen lehnen sich am Geländer, andere hocken an den Fenstern Sie starren herunter auf den Hof.

Ok girls. ihr müsst jetzt nicht so gucken. Kleiner Scherz. Ihr macht mich fucking nervös man. Es ist zwar nicht mehr so schlimm wie am Anfang, aber trotzdem!

Er wirft trotzdem weiter, und versucht sich nicht einschüchtern zu lassen.

Warum liegt eigentlich dieser abgezäunte Basketballplatz eigentlich direkt vor dem Gebäude? Die da oben sehen aus wie Schaufensterpuppen irgendwie. Gruselig.

Er schüttelt den Kopf, atmet tief ein. „Ich hab ewig nicht mehr Basketball gespielt.", murmelt er.

Seit ich auf dieser Schule bin, vielleicht zwei Mal. Mein Alltag war ... intense. Kein Wunder, dass mir das gefehlt hat.

Er beginnt Dreier zu werden, probiert Dunks, trickst sich selbst warm. Dann stellt er sich einen Gegner vor.

„Jetzt gehts in die zweite Runde." Er schließt kurz die Augen. Als er sie wieder öffnet, steht ein schwarzer Schatten vor ihm. Er sieht aus wie Mikail.

„Komm nur her bro!"

Haru zieht die Kapuze hoch, schiebt seine Jacke von den Schultern und wirft sie stilvoll auf den Boden. „Das Duell kann starten."

Er dribbelt langsam auf den Gegner zu. Keine Bewegung, nur seine Augen auf den Ball.

„Wenn du so spielen willst... kannst du haben."

Der Ball prallt jedesmal hart auf.

Dieser Sound... perfekte Motivation. Ich liebe Basketball, aber weißt du, was ich noch mehr liebe? Dich zu schlagen!

Er dribbelt härter, schneller. Links, rechts, Fake. Crossover, schneller Schritt, aber der Ball rutscht Haru fast aus den Händen. Er flucht leise, und fängt ihn knapp wieder. Nächster Versuch.

Der Typ hat keine Angst vor mir? Dann werde ich es ihm zeigen. Jeder verspürt Angst. Sogar imaginäre Menschen!

Stepback, Richtungswechsel, Ball durch die Beine, sein Gegner stolpert kurz.

Haru springt nach, packt den Ball, dreht sich und rennt auf den Korb zu.

Kein Denken mehr. Nur noch der Korb.

Er dribbelt jetzt härter und schneller. Links, rechts, fake. Dann ein Crossover, ein schneller Schritt — doch der Ball fliegt ihm fast aus den Händen.

Er flucht leise. Doch er fängt den Ball noch knapp auf und startet das nächste Manöver zum Gegner.

Er springt-

EIN DUNK

Swuschhh!

Hart. Direkt. Ein perfekter Dunk.

Er landet mit dumpfem Aufprall, und geht in die Knie.

Atemlos. Überrascht.

Ein kurzer Windzug streift über den Platz. Der Gegner steht hinter ihm und applaudiert.

Langsam hebt Haru den Blick, dreht sich um und reißt die Daumen hoch. „Ich habs... geschafft?"

ICH HABS GESCHAFFT!!

——-

Sein Lächeln könnte man aus fünfzig Kilometern Entfernung noch sehen.

Die Glücksgefühle überfluten ihn.

„Noch 'ne Runde."

Diesmal überrumpelt ihn der Schatten. Dieselbe Taktik wie eben und er verliert fünfmal den Ball.

„Nicht schlecht, Mika. Turns out, ich hab dich unterschätzt.

Er atmet schwer von den schnellen Spielzügen, der Schweiß glänzt auf seiner Stirn. Aber er lacht. Die Luft, die Atmosphäre, die Zuschauer, alles ist perfekt. Als wäre er zur richtigen Zeit am rechten Ort.

Seit fast zwanzig Minuten spielt er jetzt, die Umgebung ausgeblendet.

Nur er und sein imaginärer Gegner.

„Runde sechs, Mika. Ich hab vorhin meinen ersten Dunk geschafft, und ich werde noch einen neuen Trick schaffen."

Der Schatten hebt wortlos den Daumen. Nur Haru kann ihn hören.

Ach Mika, ich werde dir noch alles erzählen, was ich bis jetzt erlebt habe. Egal, ob ich mich jetzt hier irgendwann maulen werde, ich werde weiter gegen deinen Schatten spielen.

Denn du, du bist mein allerbester Freund. Ich habe immer gegen dich gerne Basketball gespielt. Du warst zwar immer ein bisschen besser als ich, aber wir haben uns immer gut ergänzt, als wir 2v2 gespielt haben.

Aber das heißt noch lange nicht, dass ich dich nicht schlagen darf. Selbst wenn das nur etwas imaginäres ist: ein Siegt ist ein Sieg!

„Ein Sieg ist ein Sieg? Den hast du von mir geklaut!"

„Kann schon sein — ich liebe deinen Spruch einfach. Was soll ich tun?"

„Bro, ich will jetzt spielen, also gimme your best shot!"

„Ich dachte du würdest nie fragen."

Freya läuft langsam durch den Flur. Ihre Schritte hallen auf dem Boden, während sie an kleinen Gruppen von Schülern vorbeikommt. Überall Köpfe, die sich zu einer Seite neigen: Richtung Schulhof. Vor den Türen drängen sich mehrere Mädchen, einige auf Zehenspitzen, andere mit den Handys in der Hand. Manche kichern, andere starren einfach nur gebannt nach draußen.

Sie zieht eine Augenbraue hoch.

Warum sind da so viele? Ist irgendwas wieder passiert?

Freya schiebt sich zwischen zwei Mädchen, legt eine Hand an den Türrahmen und lehnt sich vor, um hinzuschauen.

„Was ist los?" fragt sie beiläufig, aber ihre Stimme trägt die gewisse Neugier.

Von oben ruft Natsu, die mit verschränkten Armen am Fenster steht, nach unten. Ohr Blick starr nach draußen.

„Guck doch! Haruki spielt dort Basketball. Gegen irgendwen."

Freya kneift die Augen zusammen. „Da ist doch aber niemand."

Noch bevor Natsu ihr antworten kann, grätscht ein anderes Mädchen in die Konversersation hinein. Ihre Augen funkeln und einem Grinsen, was sie kaum zurückhalten kann. Sie zupft dann an Freyas Ärmel und zeigt nach draußen.

„Genau deswegen ja, Freya! Und er sieht dabei so cool aus. Ich dachte am Anfang, er einer von vielen, aber er ist doch einzigartig."

Freya verschränkt die Arme, das Gewicht auf ein Bein verlagert. „Inwiefern denn?"

Das Mädchen holt tief Luft, als hätte es auf diese Frage gewartet. „Er ist einfach cool geworden. Ich weiß nicht mehr, wann das war, aber er hatte mal eine Phase, wo er wie ein Zombie durch die Flure gelaufen ist. Irgendjemand oder irgendetwas hat ihn wieder geheilt. Und ich finde das so cool!"

Freya dreht ihren Kopf leicht zur Seite, ein Augenbrauenzucken begleitet es unbewusst.

Wer das wohl war, ha?

Denkt sie ironisch, während sie unauffällig.

Eine andere Schülerin, die bis eben still war, beugt sich nun zu Freya. Ihr Gesicht glüht vor leichter Aufregung. „Siehst du sein Lächeln? Ich finde ihn sooo süßß~!"

Freya blinzelt langsam. „Findest du? Er sieht doch ganz durchschnittlich aus."

Das Mädchen schnappt empört nach Luft. „Und was soll man über dich sagen?"

Freya richtet sich auf, schiebt sich die vorderen losen Strähnen hinters Ohr und verzieht den Mund.

Das war obviously ein Joke. Warum überreagiert sie so?

Sie senkt kurz die Stimme und spricht fast genervt: „Das war ein Joke junge."

„Dann ist ja gut." Die Schülerin wippt auf den Zehenspitzen, als würde sie vor Aufregung gleich aufspringen. „Ich finde, er ist extrem süß. Sein Auftreten und dass er als einziger Junge bei uns ist, macht ihn so unglaublich attraktiv. Und guck mal, er sieht so glücklich aus, wenn er den Basketball in der Hand hat~."

Freya schaut jetzt wieder hinaus. Haru dribbelt auf dem Platz. Der Schweiß glänzt auf seiner Stirn. Seine Bewegungen flüssig, fast schon tänzerisch. Mit jedem Wurf strafft sich sein Körper, er atmet tief, beißt sich auf die Unterlippe vor Konzentration. Jedes Mal, wenn er trifft, zieht sich ein Raunen durch die Menge am Fenster und an der Tür.

Ein weiteres Mädchen hinter ihr flüstert kichern ihrer Freundin zu: „Er ist voll in seinem Element. Siehst du, wie seine Haare beim dribbeln fallen? Voll wie in einer Serie."

Freya lächelt kurz in sich hinein.

Aber dass du so die Mädchen auf dich ziehst, hätte ich persönlich nicht gedacht. Hätte vermutet, dass du erst in der 13. die Mädels Hals über Kopf in dich verlieben lässt. Aber deine Entwicklung geht wohl schneller als erwartet.