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Kapitel 61 / Die Nacht vor der Prüfung

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Kapitel 61 / Die Nacht vor der Prüfung

Die Nacht vor der Prüfung

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Der Abend ist längst hereingebrochen. Haru sitzt auf seinem Balkon, ein kalter Drink in der Hand, während die kühle Nachtluft sein Gesicht streift. Eigentlich hat er nachts immer Angst, überfallen zu werden. Dennoch lehnt er trotzdem ab, dass die Mädchen bei ihm übernachten dürfen. Er braucht seine ruhe. Egal wie viel Stress ansteht.

Vor ihm erstreckt sich die grüne Fläche hinter der Schule: Bäume, Sträucher, ein paar flackernde Straßenlaternen weiter hinten. Und dahinter, erst in der Ferne sichtbar, die leuchtende Stadt. Als hätte man die beiden Schule mitten im nirgendwo gebaut.

Ach... ich denke gerne zurück an damals. So sorgenfrei das Leben nur so war. Man hatte keine Verantwortung für irgendwas. Einfach essen, schlafen, video games, und ein bisschen Hausaufgaben gepaart mit den Freunden draußen abzuhängen. Das war die beste Zeit.

Die Zeit wo alle Läden, Schulen und alles andere zu war, habe ich mit meinen Jungs in der Party gechillt und wir hatten den Spaß unseres Lebens. Ich weiß noch das Spiel wo dort Typen waren deren Haare zu Berge stiegen und gold im Anschluss waren. Die Arena war immer ein komplett weißer Raum, wo nur ein Gebäude und dort spielte eine Musik die einfach befreiend war. Es hatte sich immer so angefühlt, als wäre ich beim letzten Schultag schon angekommen.

Morgen ist schon die Prüfung...

Heute nach der Schule hatte er mit Jeanne in der Bibliothekt Schach spielen wollen. Ein Versuch, den Kopf klarzubekommen. Er hat zehn Mal gespielt. Neunmal verloren.

„Nicht die beste Quote...", murmelt er und streckt sich durch, bis es in den Schultern knackt.

Aber für den Kopf ist Schach schon ein Gamechanger. Hoffe ich. ...Ich hoffe es wirklich.

„Aber... bevor ich schlafen geh, zieh ich mir meinen Lieblingsstrohhut noch rein. Habe noch ein bisschen aufholpotenzial."

Er geht ins Zimmer, schließt die Gardinen, setzt sich aufs Bett und startet den Fernseher. Zwei Folgen die jeweils zwanzig Minuten dauern. Das ist sein Abendritual. Zu dem Zeitpunkt wo er fertig geworden ist, ist es schon bereits 1 Uhr Nachts.

Auf dem Nachttisch liegt sein silberner Ring mit dem X-Symbol, das Geburtstagsgeschenk seiner Gruppe. Als würde er einen Heiratsantrag bekommen haben.

Ich hoffe niemand hat unterbewusst gedacht, dass ich verheiratet bin oder so.

Er lässt das Licht seiner Nachttischlampe erlöschen und schläft innerhalb von zwei Sekunden ein.

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In seinem Traum steht er in einem Feld aus hohem Gras. Der Vollmond hängt groß am Himmel, und taucht die Umgebung in silbriges Licht. Ein paar Meter vor ihm steht eine Silhouette. Die Kleidung der Gestalt bewegt sich im Wind, und im Gras hinter ihr sitzen ein paar Menschen. Auch hinter Haru sitzen ein paar Gestalten. Jedoch kaum zu erkennen.

Er schwebt über ihnen. Als wäre er ein Geist, der das Geschehen beoabchtet. Und trotzdem... können sie ihn sehen.

Als er seinen Blick kurz von ihnen abwendet, sind sie verschwunden.

Ein stechendes Gefühl trifft ihn. Etwas kaltes. Etwas, das ihn aus dem Leben schmeißen könnte.

Er dreht sich um.

Und plötzlich stehen alle direkt hinter ihm.

Er reißt die Augen auf und erwacht schweißgebadet, mit Herzrasem und kaltem Atem auf. Blitzschnell richtet er sich auf und atmet tief ein.

„Wieso ausgerechnet...?"

Der Regen prasselt gegen sein Fenster. Er wirft sich wieder nach hinten und blickt die Decke an.

Ich sollte nicht daran denken... nicht vor der Prüfung.

Er greift zu seinem Handy. Es ist 7:30 Uhr.

Halbe Stunde noch... ich penn noch kurz weiter.

...

Ruckartig schießt er hoch. Nur 2ß Minuten sind vergangen. Ein Stein fällt ihm vom Herzen.

Er wankt ins Bad, macht sich frisch. Während er die Zähne putzt, denkt er immer noch ans gestrige Meeting. Die Prüfung wurde nicht erklärt, nur grobe Hinweise wurden erwähnt. Wie immer macht die Schule ein Geheimnis daraus.

Komische Schule... nach der Prüfung will ich einfach mal chillen.

Er stylt sich. Setzt seine etwas längeren Haare in einen Mittelscheitel. Währenddessen vergehen Acht Minuten.

Oh shit!

Er sprintet aus dem Zimmer. Zum Glück hatten sie gestern den Prüfungsort der einzelnen Gruppen mitgeteilt.

Hauptsache etwas würde ich mal sagen.

Er sschließt die Tür ab und rennt den Gang nach rechts. Doch bevor er sie erreicht, sieht er das es abgesperrt ist. Mit einer Tür, die nach Schulbeginn verriegelt wurde.

Jetzt fühl ich mich auf ernst wie in einem Gefängnis.

Er rennt zurück und geht zur anderen Treppe die direkt im selben Gang ist wie sein Zimmer.

Der Flur ist voller Schüler, die schon warten. Viele schauen erstaunlich wach aus, als hätten sie zehn Stunden Schlaf bekommen.

„Ich hoffe, bin nicht spät dran.", murmelt er zu sich selber.

Mit einem etwas verschlafenem Gesicht hebt er seine Hand und geht ins Klassenzimmer rein. Die Mädchen schauen ihn an, als würde er sie garnicht bemerkt haben. Oder ganz einfach keinen Bock auf sie haben.

Selbst wenn ich mich damit ein bisschen unbeliebt gemacht habe, ist es mir völlig egal.

Er hängt seine Tasche an den Tisch und beugt seinen Kopf auf den Tisch um noch eine Runde zu schlafen. Mit etwas Glück will er noch ein bisschen seine Ruhe bekommen, obwohl es schon auf dem Gang etwas lauter wird.

Aber gerade als er langsam wegdriftet, spürt er Blicke. Schwere, brennende Blicke, wie er sie schon oft bekommen hatte am Anfang des Schuljahres.

Vier Mädchen treten zu ihm. Eines zieht einen Stuhl umgedreht vor ihn und setzt sich breitbeinig drauf. Die anderen drei stehen hinter ihm, Arme verschränkt, Blick eiskalt, fast schon angeekelt. Wie in einem amerikanischem Mobber Film.

Sie tippt ihm mit dem Finger gegen seine Stirn.

Er öffnet langsam die Augen. Seufzt. Nichtmal richtig hörbar, aber deutlich genervt. Er richtet sich auf, schlägt den Arm hinter die Lehne und wirft ein Bein über das andere.

Mobber. Es gibt viele Arten von ihnen. Einmal die Schläger und die andere Sorte, die sich in der Gruppe jemanden vornehmen wollen.

„...Also? Was wollt ihr? Ihr habt meine Ruhe gestört. Sagt jetzt besser was Wichtiges."

Sein Ton ist herunterblickend, als würde er keine Angst haben, dass er eingekesselt von denen ist.

„Willst du 'ne Abreibung?", zischt eine der Mädchen hinter ihm. Er kennt sie nicht. Bestimmt jemand aus seiner Parallelklasse.

Wie ich solche Menschen hasse. Worte können nicht beschreiben, was ich dabei fühle.

„Bleib ruhig, Viola", sagt die Vorderste. „Weißt du... ich hab mich schon gefragt—"

„Ich hab keinen Bock auf eure Scheiße. Tschüss und auf nimmer Wiedersehen."

Er steht sofort auf und geht aus dem Klassenzimmer raus. Sie versuchen ihn nicht einmal festzuhalten.

Die haben meinen Morgen gefickt... kann man nicht EINEN ruhigen Tag haben?

Er betrachtet seinen Ring am Mittelfinger. Als würde es sein einziger Lichtblick heute sein.

Es ist 8:05 Uhr, als er sich an die gegenüberliegende Wand lehnt.