Kapitel 70 / Kommt her, meine Lieben
Kapitel 70 / Kommt her, meine Lieben
Kommt her, meine Lieben
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[„Aber, bevor du was unüberlegtes tust, lass es mich untersuchen lassen. Also still bleiben!"]
„...Maaaan. Warum so 'ne Spaßbremse geworden? Davor warst du viel cooler."
[„..."]
Enttäuscht lehnt Haru sich gegen die Wand. Vor ihm liegt der nächste Gang, dunkel, still. Um die Wartezeit zu überbrücken pustet er mit dem Atem seine Haare nach hinten. Direkt danach setzt er seinen schwarzen Haarreifen drauf.
„...Boaaaah. Ich langweile mich zu Tode. Ich dachte, ich mach's zack-bumm-bam, und jetzt ‚warten'."
Seine Enttäuschung ist deutlich hörbar. Doch tief in ihm brodelt die Freude auf Action.
Aber... der Trieb für den Spaß ist nicht zu bändigen. Er kann gegen sie nicht ankämpfen und lässt aus seinem tiefsten inneren diesen Satz raus: „Ladies. Ihr könnt rauskommen. Ich beiße nicht."
Er steht einfach so da. Schaut nach rechts und nach vorne. Doch niemand da.
Oder?
Fünf Sekunden später erscheinen sie— Personen in Umhängen, diesmal mit roten Akzenten. Zuerst von der Treppe, von der er gekommen war. Und ohne eingeschüchtert zu sein, pfeift Haru ihnen zu.
Fast zeiglich tauchen auf dem Gang vor ihm weitere auf. Je fünf auf jeder Seite. Eingekesselt? Ach, denkt er, diese Mädels bring ich im Handumdrehen in die Schranken.
[„Ich registriere Feindaktivitäten in deinem Umfeld. Du hast doch nicht was... unüberlegtes getan, oder?!"] Ihre Stimme ist ruhig, fast schon wie von einem professionalen Strategen. Aber das kurze Zögern hat alles verraten. Obwohl sie ihm es gesagt hat, hat er ihre Befehle nicht befolgt.
Haru zuckt kurz zusammen. Obwohl Jeannes Stimme ruhig rüberkommt fühlt sie sich schlimmer an als jeder Vorwurf. „...Ehhh, Naja... ich glaube, ich habe was gemacht."
Jeanne schnaubt ins Mikrofon rein. Sie will ihre wertvolle Kraft nicht fürs schreien oder beschuldigen verschwenden und knallt ihm stattdessen eine klare Ansage rein:
[„Wenn du die alle beseitigst, alleine, dann haben wir's vergessen. Wenn nicht..."]
Ihre Stimme ist ruhig, aber das Lächeln im letzten Teil des Satzes ist nicht zu überhören. Dabei nimmt sie sich nicht mehr die Mühe den Satz zu ende auszusprechen.
Sein Herz zeiht sich zusammen. Die Bedingungen sind klar: Töten oder getötet werden.
Von beiden Seiten nähert sich jeweils eine. Sie unterstellen ihm Schwäche. Als würde er nicht würdig genug sein um die alle auf einmal zu schlagen. Er bleibt aber ruh
Von den beiden Seiten nähern sich jeweils zwei. Als würden die denken, dass Haru der schwächste Junge aller Zeit wäre. Aber er bleibt ganz ruhig, mit den Händen in den Hosentaschen.
Soll mir das etwa Angst machen? Kommen die wie ein Villain zu mir angelaufen.
Doch bevor sie gefährlich nah zu Haru kommen, holen sie aus ihrem Mantel einen langen Stab jeweils raus.
Direkt holt Haru seine Waffe raus. Wohingegen er zwei Holzstäbe hat, die ungefähr nur halb solang wie die von seinem Gegenüber ist.
„Man sagt ja, auf die Größe kommt es nicht an, aber... scheiße."
Dann stürmen sie los.
Der erste Schlag kommt horizontal, blitzschnell. Haru hebt kaum sichtbar den Arm. Klack— geblockt.
Der nächste Schlag von oben kommt ohne Ankündigung. Er blockt diagonal, spürt den Ruck bis ins Handgelenk.
Scheiße schnell... zu stark.
Mit seinen Reflexen schafft er es noch diagonal zu blocken. Doch es wäre fast in die Hose gegangen. Sein Handgelenk wird ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen.
Sie koordinieren sich... okay. Ein tänzchen zu dritt also?
„Ganz ruhig, meine Süßen. Ihr wollt doch nicht, dass ich böse werde."
Die Antwort: Ein Hieb von oben mit ganzer Wucht. Er spürt den Druck bis ins Schulterblatt.
Ein heftiger Schlag von oben traf ihn. Der Druck ist bis zu seinem Schulterblatt spürbar. Doch als er droht zurückgedrängt zu werden, spannt er seinen Körper an, federt ab und drängt die beiden zurück. Ein Stab legt er locker auf die Schulter, der andere Arm bleibt hinterm Kopf gebeugt.
„Ihr seid stärker als ich gedacht habe."
Ein schwaches hellblaues Leuchten huscht über seine Augen. Nun nahm er sie ernst. Kampfhaltung. Knie leicht gebeugt. Stäbe fest umklammert.
„Kommt her, meine Süßen. Ich habe euch einen Tanz versprochen."
Sie nehmen ebenfalls Kampfstellung an. Füße leicht versetzt, der Körper dabei tief. Sauberer Stand, als würden es erfahrene sein.
Diesmal der Ansturm synchon. Er reagiert in Bruchteil einer Sekunde, dreht die Augen anch links, dann rechts. Holz kracht auf Holz. KRACK!
Ungünstiger Winkel... Zu nah... Meine Handgelenkte... da geht nicht die volle Kraft durch.
Die hintere bricht den Angriff ab, während die vordere Harus aufmerksamkeit auf sie lenkt. Dann wirbelt sie tief und zieht einen Sweep. Harus Bein wird weggeschnitten. Alles innerhalb sekunden.
Fuck!
Ein Schlag von oben kommt gleichzeitig. Als wäre es nciht schon genug hinzufallen. Doch er versucht irgendwie die Stäbe zu überkreuzen. KRACK!
Der Aufprall fährt durch seinen Oberkörper. Die Gegnerinnen schmunzeln. Es scheint, als würden sie mit ihm spielen.
Doch er gibt nicht auf. Instinktiv reißt er seine Beine hoch und umschlingt eine. Die vordere kippt nach vorne, der Griff von ihrem Stab lockert sich.
Yes.
Dann ein gezielter Tritt— hart, direkt und schmerzhaft. Harus Atem stockt, ein dumpfer Schmerz kriecht vom Unterleib bis in den Bauch. Fast fällt er in Ohnmacht. Die hintere zuckt überrascht aus.
Aus Mitleid lassen sie ihn aufstehen. Doch er spürt immer noch die Schwäche in den Beinen. Fließen ist unmöglich, die Wege blockiert. Dabei noch auf sich alleine gestellt.
[„Haru! Was ist los?? Warum bewegst du dich so komisch?"]
Sie sieht auf dem Bildschirm, dass sein Pfeil sich in alle Richtungen kurzzeitig gedreht hat. Als würde er auf irgendjemanden gestoßen sein.
Er muss flüstern um zu sprechen. Jedoch bringt es nichts zu flüstern und spricht deswegen in normaler Lautstärke. Sein Blick dabei ist kurzzeitig verschwommen, wie bei einem Schockmoment.
„...ruf Freya... und Natsu. ...Bitte."
[„Warum?"]
Er antwortet nicht mehr. Kurzerhand danach lässt er seine Stäbe fallen. Der Aufprall hallt im ganzen Gang.
Er geht erneut in Kampfposition. Ein Bein vorne. Der Körper etwas gebeugt. Die Hände zu Fäuste geballt, wie ein Boxer.
Ich habe die Schnauze voll von euch. Zwei gegen eins. Das ist nicht lache. Ich werde euch ins Jenseits schicken!
Danach lassen die beiden ebenfalls ihre Stäbe fallen.
„Jetzt ein' auf Ehre tun? Tzzt!"
Er sprintet zu Gegnerin eins. Sie kann kaum reagieren, die Deckung offen. Ein schneller Schlag — Swusch! — wird geblockt. Die andere stürmt gleichzeitig von hinten. Das Ziel: sein Schulterblatt. Haru checkt kurz die Situation — zu spät.
Ein peitschender Schlag trifft, er fällt zu Boden, stützt sich auf den Armen ab. Schmerz durchfährt ihn, der Oberkörper ungewollt komplett angespannt. Sie verschränken die Arme, und lachen leise. Jedoch stöhnt er, doch innerlich ist er bereit: Er hat noch nicht verloren.
Plötzlich drehen seine Gegnerinnen ihren Kopf nach hinten. Sie lassen Haru für einen Moment vollkommen aus dem Blick. Ein Fehler – aber einer, der ihnen gerade egal ist. Langsam, vorsichtig, bewegen sie sich zur Treppe. Sie starren ungläubig.
„Was zum..."
Sie knien sich neben eine der Bewusstlosen. Ein Finger an den Hals. Puls da. Atmung flach, aber stabil. Sie drehen den Kopf leicht zur Seite.
Keine Prellung. Kein Schlagmal.
„Die sind nicht geschlagen worden."
Die andere hebt bereits die Kapuze eines weiteren. Lila Lippenstift. Leicht verschmiert, als wäre der Körper beim Fallen noch minimal verrutscht.
„Bewusstlos. Sauber. Lautlos."
Ein kurzer Blickwechsel. Zu sauber. Sie stehen wieder auf. Langsam. Wachsam. Instinktiv treten sie einen Schritt auseinander, sichern gegenseitig ihre Flanken.
„Wie lange...?"
„Maximal zwei Minuten", antwortet die andere leise. „Vielleicht weniger."
Stellen sich wieder auf, blicken zurück in den Gang. Augen geweitet, der Atemstockt. Und diesmal spüren sie eine Spannung. Als wäre etwas nun anders.
„..."