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Ohne Kamera

Hinter Der Kamera (Ff Oc X Emil Jakobsen) — www.fanfiktion.de · All chapters

Ohne Kamera

Das Restaurant, dass Astrid gebucht hatte, lag auf dem Weg nach Odense. Von hieraus würden Per und Lykke nach Hause fliegen, danach würde der Rest nach Kerteminde zurückkehren, wo die meisten ihre Autos geparkt hatten. Sie hatte einen separaten Raum für das Team anmieten können, so dass Jacob ganz offen über die weiteren Pläne reden konnte.

Zunächst bedankte er sich bei allen für ihre Mitarbeit, dann gab er noch bekannt, dass die Termine für Per, Lykke und Emil per Mail verschickt würden. Das Team würde in derselben Besetzung auch diese letzten Aufnahmen machen. Astrid musste sich bei dieser Ansage zurückhalten. Sie atmete einfach tief durch. Ein letzter Abschlußtermin, in dem allen die Endproduktion vorgestellt würde, war für spätestens September in Kopenhagen vorgesehen, die Dokumentation sollte im Oktober bereits ausgestrahlt werden.

Als der Nachtisch serviert wurde, stahl Astrid sich kurz davon. Sie lief zu dem kleinen Torhaus, dass sie bei der Anfahrt gesehen hatte. Es hatte ein Türmchen und sah aus wie ein verkleinertes Schloss. Mit einem Lächeln zückte sie ihre Kamera und fing an Fotos zu machen. Sie hätte gerne auch das Innere gesehen, doch es war abgeschlossen und sah nicht bewohnt aus. Sie versuchte durch ein Fenster hineinzusehen, doch sie konnte kaum etwas erkennen. Als sie rückwärtsging, prallte sie auf einen Körper: Emil. Er hatte ihre interessierten Blicke für das Torhaus schon im Bus bemerkt. Als sie sich vom Essen wegstahl, war es mehr als eine Vermutung. Sie würde sich das genauer ansehen, wahrscheinlich fotografieren. Er fragte beim Buffettier nach, ob man das Torhaus von innen ansehen konnte. Der war zwar etwas erstaunt, doch er gab ihm einen Schlüssel, da das Haus sowieso leer stand.

„Stalkst Du mich schon wieder, Jakobsen?“ fragte Astrid, nachdem sie etwas Abstand zu Emil gewonnen hatte. „Für jemanden, der etwas netter wäre, hätte ich eine kleine Überraschung“ gab Emil zurück. Er konnte ja nicht ahnen, dass Astrid gerade eine kleine Antipathie für ‚nett sein‘ entwickelt hatte. So presste sie die Lippen zusammen: „Ich brauche keine Überraschung.“ Emil war zwar etwas irritiert über ihren harschen Tonfall, doch er holte den Schlüssel aus seiner Tasche und ließ ihn vor ihrer Nase baumeln. „Hast Du Interesse, das Innenleben zu erkunden? Es muss aber schnell gehen, ich bekomme Ärger, wenn ich zu spät zur Abfahrt komme“ spottete er. Sie sah ihn misstrauisch an: „Woher hast Du den?“ „Ich habe einfach nett gefragt.“ „Was willst Du dafür haben?“ „Nichts, Astrid. Gar nichts, ich möchte nur auch mit reinkommen.“ Ihre Neugierde gewann.

Der Innenraum war eingestaubt, dass wenige Mobiliar alt. Doch trotzdem hatte der Innenraum eine gewisse Atmosphäre und sie begann rasch Aufnahmen zu machen. Es gab noch ein weiteres Stockwerk, doch die passende Leiter für die Dachluke fehlte. Obwohl sich Astrid umsah, konnte sie nichts finden, was ihr helfen würde, hochzuklettern. Emil begriff sehr schnell, was sie suchte, so bot er ihr an: „Ich kann eine Räuberleiter machen.“ „Würdest Du das wirklich machen?“ Er zuckte nur mit den Schultern, verschränkte die Finger ineinander und ging leicht in die Knie. Ein breites, echtes Strahlen legte sich auf Astrids Gesicht – die professionelle Maske war komplett vergessen. Sie stützte sich auf seine Schulter, setzte den Fuß in seine Hände und ließ sich von seiner Kraft mühelos nach oben hieven. Oben gab es nichts Besonderes, ganz im Gegenteil, der Verfall war hier noch deutlicher, so dass Astrid auch gar nicht viel herumlief. „Ich komme wieder runter“ rief sie durch die Luke. „Ich fange dich auf. Lass dich einfach fallen.“

Sie zögerte einen Wimpernschlag lang. Dann schob sie sich rückwärts durch die Öffnung und ließ sich blind nach unten gleiten. Emils Arme schlossen sich um ihre Taille. Er fing ihr Gewicht ab, als wöge sie nichts. Für den Bruchteil einer Sekunde blieb sie eng an ihn geschmiegt, spürte die harte Kontur seiner Brust und die beruhigende Sicherheit, die er ausstrahlte. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, und es hatte nichts mit der Höhe zu tun. Hektisch trat sie einen Schritt zurück, um die Distanz wiederherzustellen, doch sie sah ihm direkt in die Augen. „Danke, Emil.“

„Gern geschehen“, erwiderte er leise, und das raue Knistern in seiner Stimme verriet ihr, dass der Moment auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen war. Dann gingen sie gemeinsam zum Restaurant zurück.

Emil konnte kaum glauben, was für eine verheerende Wirkung eine glückliche Astrid auf ihn hatte. Ihre Begeisterung für das Häuschen, ihr Strahlen, als er ihr seine Hilfe angeboten hatte. Er ertappte sich bei dem Gedanken, sie gerne häufiger so sehen zu wollen. Dann noch der Körperkontakt, der zwar kurz war, aber in ihm einen Sturm ausgelöst hatte. Er fühlte sich deutlich zu ihr hingezogen, doch er hatte keine Idee, wie er sich nun weiter verhalten sollte.

Die Verabschiedung von Per und Lykke fiel kurz aus. Jacob begleitete seine Stars noch in den Flughafen, dann ging es zurück. In Kerteminde trennte sich die Filmcrew dann endgültig. Astrid musste schmunzeln, als sie sah, dass Freja schon erwartet wurde. Sie flog dem sympathisch wirkenden Mann förmlich an den Hals. Dann verabschiedete sie sich von allen, zog Astrid allerdings nochmal kurz zur Seite: „Denk daran, wir sollten telefonieren, wir wollten uns doch nochmal treffen.“ „Das würde ich gerne, doch ich muss jetzt erstmal mindestens zwei Tage am Stück schlafen. Dann muss ich meine Termine checken.“ „Melde Dich einfach, Du hast ja meine Nummer. Ich würde mich freuen.“ „Ich melde mich“ versprach Astrid.

Emil hatte sich längst vom restlichen Team verabschiedet. Als er schließlich allein auf Astrid zuging, schlug sein Herz merklich schneller. „Es gibt da einen besonderen Ort in meiner Heimat“, sagte er und versuchte, seine Stimme beiläufig klingen zu lassen. „Ich würde ihn dir gerne zeigen.“ Astrid hielt in ihrer Bewegung inne. Sie sah ihn nicht an, als sie antwortete: „Das… ist keine gute Idee, Emil.“ „Warum nicht? Du sammelst doch solche Orte.“ „Ich habe keinerlei Verpflichtungen dir gegenüber“, erwiderte sie kühl. „Meine Arbeit hier ist erledigt.“ „Und wenn du es nicht als Verpflichtung sehen würdest?“ Astrid drehte sich langsam zu ihm um. Ihr Blick war schneidend. „Als was soll ich es denn sonst sehen, Emil?“ Das brachte ihn zum Schweigen. Die Frage traf den wunden Punkt, denn er wusste es selbst nicht genau. „Ich wollte nur…“, stammelte er. „Mir deine Heimat zeigen? Oder deine Briefmarkensammlung?“, spottete sie. Sie hatte sein Zögern sofort registriert und nutzte es als Schild. Eigentlich mochte sie ihn inzwischen weitaus mehr, als sie sich eingestehen wollte. Das Torhäuschen war eine verdammt süße Geste gewesen. Doch der Stachel seiner Worte über die unterschiedlichen „Ebenen“ saß einfach zu tief. Sie ärgerte sich über sich selbst, weil sie sich fast von ihm hatte einwickeln lassen. Er blieb nun mal der gefeierte Sportstar – und sie die unbedeutende Produktionsassistentin. Das Blut schoss Emil in die Wangen, dicht gefolgt von einer Welle des Zorns. Wenn sie ihn jetzt mit Per in einen Topf warf, dann war dieses Treffen tatsächlich die schlechteste Idee überhaupt. „Es war ein Angebot. Mehr nicht“, erklärte er mit eiskalter, distanzierter Arroganz. „Vergiss es einfach.“ „Schon vergessen, Jakobsen. Ich finde meine Motive auch ohne dich. Gute Reise.“ Sie ging los, und jeder ihrer Schritte zementierte die unsichtbare Mauer zwischen ihnen.

Emil sah ihr hinterher. Er wusste nicht, ob er laut auflachen oder frustriert gegen die nächste Wand treten sollte. Bei dieser Frau schien er einfach nie den richtigen Ton zu treffen. Jedes Wort wurde im Mund umgedreht, jede Geste missverstanden. Eigentlich hätte er verdammt gerne noch Zeit mit ihr verbracht – abseits von Kameras, Klemmbrettern und der giftigen Präsenz von Per. Doch als er tief durchatmete, redete er sich ein, dass es so besser war. In zwei Wochen begann die knallharte Vorbereitungsphase in Flensburg. Neue Saison, neue Ziele, unzählige Hallenstunden. Er würde Fünen hinter sich lassen, den Kopf mit Arbeit vollpacken und Astrid einfach vergessen. Am Ende war sie eben doch nur eine von vielen flüchtigen Begegnungen, die das Profileben so mit sich brachte.

Die Enttäuschung saß bei Astrid tief. Wenn Emil einfach nur gesagt hätte, dass er sie kennenlernen wollte, hätte sie eingewilligt. Doch so war sie der Überzeugung, mit ihrer Meinung über ihn dann eben doch richtig zu liegen. Er war nur auf ein kurzfristiges Vergnügen aus. Da hätte sie sich auch mit Per einlassen können. Doch sie konnte sich einfach nicht mit diesen flüchtigen One-Night-Stands anfreunden. Allerdings war es in den letzten Jahren schwierig gewesen, eine vernünftige Beziehung aufzubauen. Sie war immer so viel mit den Produktionen unterwegs, ihre letzte Freundschaft war daran gescheitert, dass sie eben nicht jeden Abend nach Hause kam. Doch auch das würde mit dem Job bei Morten anders werden. Natürlich würde es immer noch Reisen geben, doch zum einen gab es auch einen großen Büroteil bei dem Job und zum anderen würde sie von vornherein darauf achten, dass ihr zukünftiger Partner besser damit würde umgehen können. In dieses Konzept würde so ein Sport-Superstar ja auch gar nicht hineinpassen.

Tatsächlich waren die ersten Tage nach dem Dreh für Astrid sehr entspannt. Sie nahm sich nichts vor, wusch nur ihre Wäsche, schlief und las viel. Erst der Besuch von Bjerre unterbrach ihre kleine persönliche Auszeit. Beide kannten sich, als Freundin würde Astrid die andere Produktionsassistentin jedoch nicht bezeichnen. Daher war Astrid durchaus neugierig, was sie von ihr wollte. Sie trafen sich in Astrids Wohnung und es dauerte nicht lange, bis Bjerre ihr wirkliches Anliegen vorbrachte.

„Ich war nicht krank, ich habe gekniffen“ vertraute Bjerre ihr an. „Warum denn? Für Jacob zu arbeiten, ist ein Privileg“ war Astrid überzeugt. „Es ging mehr um… das Arrangement.“ „Welches Arrangement?“ fragte Astrid, obwohl ihr schon schwante, um was es ging. „Ich habe herausgefunden, warum Jacob mich für den Job wollte. Er wusste, dass ich auf Per Christensen stehe. Ich habe für ihn schon als Teenager geschwärmt. Als bekannt wurde, dass er in dieser Doku mitmachen würde, habe ich mich natürlich um den Job gerissen. Doch Dein Vater… ich weiß nicht, wie ich das jetzt sagen soll…“ „Er wollte, dass Du Per bei Laune hältst“ ergänzte Astrid den Satz. „Ja“ kam es kläglich von Bjerre. „Je näher allerdings die Dreharbeiten kamen, desto mehr war ich davon überzeugt, dass ich das… nicht machen wollte. Ich kam mir vor wie… eine Bezahlung.“ „Wenn Du das meinem Vater gesagt hättest, hätte er Dich rausgeschmissen, richtig?“ „Er hätte meine weitere Karriere ruiniert.“ „Ja, wahrscheinlich.“ Bjerre sah Astrid an: „Ich glaube, er hat sowas schon häufiger gemacht.“

Jetzt war es an Astrid durchzuatmen: „Das wäre… eine böse Anschuldigung.“ „Ja, ich weiß. Zumal ich keinerlei Beweise dafür habe.“ „Was willst Du dann von mir?“ „Es ist schon bekannt, dass Du nicht… naja, dass ihr kein besonders gutes Verhältnis habt. Doch Du arbeitest immer wieder für ihn. Hat er… sowas auch schon von Dir verlangt?“ „Nein, das hat er nie. Er wollte zwar, dass ich Per bei Laune halte, doch er hat nicht explizit verlangt, dass ich mit ihm ins Bett gehe.“ „Astrid… ich habe das Gefühl, ich müsste was machen. Es ist nicht richtig… wie er manchmal mit den Leuten umspringt.“ „Auf der einen Seite hast Du absolut Recht, auf der anderen Seite: hat er wirklich von Dir gefordert, dass Du… mit Per schläfst?“ „Nein, nein das hat er nicht. Er hat nur gemeint, es wäre für mich doch eine Gelegenheit, meinen Schwarm mal ganz nahe zu kommen. Sein Hinweis dazu war, dass er absolut nichts dagegen hätte.“ „Dann ist es sehr schwer, Jacob daraus einen Vorwurf zu machen. Wenn Du niemanden findest, den er wirklich ‚erpresst‘ hat, dann wirst Du nur Schwierigkeiten bekommen.“ „Es ist sexistisch, was Dein Vater macht.“ „Er bleibt immer in einer Grauzone. Er wird nie konkret, das war er auch mir gegenüber nicht. Also was erwartest Du nun von mir?“ fragte Astrid. „So kann das doch nicht weitergehen. Wir müssen… wir müssen was unternehmen.“ „Ohne Beweise? Ohne dass es einen ganz konkreten Fall gibt? Nein, das geht nicht. Er verhält sich wirklich oft wie ein echtes Arschloch, doch ich werde nichts unternehmen, ohne echte Beweise zu haben. Sei mir nicht böse, Bjerre. Doch nur auf einen Verdacht hin, werde ich meinen Vater nicht an den Pranger stellen.“ „Also bist Du auf seiner Seite?“ war Bjerre angefressen. „Nein, ich bin nicht auf seiner Seite. Doch ich werde auch nicht mit Mutmaßungen um mich werfen. Bring mir jemanden, den er wirklich erpresst hat, dann helfe ich Dir mit allem, was ich habe. Doch bis dahin werde ich mich da raushalten.“ „Wenn es von Dir käme, hätten wir eine Stimme.“ „Richtiger wird es dadurch nicht, eher noch schlimmer. Wenn Du sagst ‚wir‘, gibt es jemanden, von dem Du es sicher weißt“ fragte Astrid nochmal nach. Bjerre war nun tatsächlich sauer: „Du glaubst mir nicht.“ „Hör zu, ich mag meinen Vater wirklich nicht besonders, doch es wäre auch falsch, einfach nur Vermutungen anzustellen. Das würde ihn ruinieren. Du weißt selbst, wie es ist. Gerüchte – auch wenn es nur Gerüchte sind – können Menschen vernichten. Da mache ich nicht mit.“ Bjerre stand auf: „Du enttäuschst mich, Astrid. Ich hätte gedacht, Du bist froh, wenn er in seine Grenzen gewiesen wird.“ „Ja, allerdings auch nur, wenn Deine Behauptungen stimmen. Ansonsten ist es genauso schäbig, wie er sich manchmal verhält.“

Bjerre stürmte aus der Wohnung, ohne eine weitere Verabschiedung und schmiss die Tür hinter sich zu. Astrid atmete durch und fragte sich, ob sie richtig gehandelt hatte. Sie beschloss, ihrem Vater bei der nächsten Gelegenheit mal ein bisschen auf den Zahn zu fühlen. Bis dahin sollte sie ihren Vertrag mit Morten in der Tasche haben und nicht mehr erpressbar sein.

An diesem Abend sah sie sich nochmal die Aufnahmen an. Astrid musste zähneknirschend zugeben, dass Jacob sein Handwerk perfekt beherrschte. Er war ein brillanter Strippenzieher, der genau wusste, welche emotionalen Knöpfe er bei seinen Protagonisten drücken musste. Die Interviews waren von einer rohen, nackten Intensität. Doch die professionelle Distanz schwand, als Emils Gesicht das Standbild füllte. Das Ziehen in ihrer Brust war nicht mehr zu ignorieren. Astrid stieß ein kurzes, selbstironisches Lachen aus. Sie hatte sich immer für immun gegen den Charme von Prominenten gehalten; Fankult war ihr schon immer ein Rätsel gewesen. Und doch hatte dieser Handballer ihre Mauern mit einer Leichtigkeit eingerissen, die ihr fast schon Angst machte. Seine Augen, dieses ehrliche, ruhige Lächeln auf dem Bildschirm – er fing sie einfach ein, ganz ohne Drehbuch.

Vielleicht hätte Emil Astrid auch einfach vergessen, doch er musste feststellen, dass er häufig an sie dachte. Er konnte sich gar nicht erklären, warum. Doch sie kam ihm immer wieder so willkürlich in den Sinn. Wenn er morgens seine Laufrunden drehte, merkte er plötzlich, wie er dachte: das wäre ein Ort, den Astrid sehen sollte. Kurz bevor der Sommerurlaub vorbei war, machte er noch einen Ausflug zu seinem Freund Mathias, der dabei war, die Terrasse an seinem Sommerhäuschen zu erweitern. Er half ihm ein wenig, obwohl sein handwerkliches Geschick noch weitaus hinter dem seines Freundes lag. Als am Abend alle gemeinsam noch an einem kleinen Lagerfeuer saßen, war es plötzlich wieder da. „Du hast es so schön hier, Mathias. Das würde Astrid auch gefallen.“ „Astrid? Wer ist Astrid?“ fragte Mathias nach. Seitdem Helena und Emil getrennt waren, hatte er keinen anderen Mädchennamen von seinem Freund gehört. „Äh… niemand.“ „Niemand? Niemandem würde es hier gefallen?“ grinste Mathias. „Nein, so war das nicht gemeint.“ „Also… wer ist Astrid?“ „Ich habe sie nur flüchtig kennengelernt. Sie sammelt einfach schöne oder besondere Orte.“ „Wo hast Du sie denn kennengelernt?“ fragte Katrine, die Freundin von Mathias. „Vergesst es einfach wieder, ja? Sie ist nur eine flüchtige Bekanntschaft. Außerdem mag sie mich nicht einmal besonders.“ „Wie kann man Dich nicht mögen“ lachte Katrine. „Hey – ich bin kein perfekter Mensch. Es gibt bestimmt mehr als eine Person, die mich nicht leiden kann.“ „Ja, ich zum Beispiel, wenn Du mal wieder dafür sorgst, dass wir nicht gewinnen, weil Du zehn Tore machst“ meinte Mathias trocken. „Also spielt sie Handball?“ mutmaßte Katrine jetzt. „Nein, sie hat nichts mit Handball zu tun.“ „Das macht sie mir sympathisch“ erklärte sie sofort. Sie erntete dafür vorwurfsvolle Blicke von den beiden Freunden. „Was denn? Nur weil man nichts mit Handball zu tun hat, ist man doch kein Mensch zweiter Klasse.“ Das traf Emil nun schon wieder. Schließlich hatte er Astrid eben so betitelt: nicht meine Ebene. Er hatte es doch gar nicht so gemeint. Wie sollte er ihr das nur begreiflich machen? Und warum war ihm das irgendwie wichtig?