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14.4 - Ohne Unterlass

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14.4 - Ohne Unterlass

Rot’aix war kein guter Führer, wusste tatsächlich nicht, wo sich die Stadt des X’er befand. Er kannte das Reich seines eigenen Königs, wusste auch, wo sich X’ers Reich befand. Aber seine Stadt? Das wusste er nicht.

Ceptus entschied, dass die ungefähre Richtung ausreichte und trieb seine Männer ohne Unterlass voran. Er ärgerte sich darüber, dass er die Gefangenen zu früh hatte hinrichten lassen; ein Mann, der eine fremde Sprache beherrschte, musste der Anführer seiner Gruppe sein. Davon war er ausgegangen, aber er hatte sich getäuscht. Wieder einmal war er voreilig gewesen. Don Pedros Verachtung hallte in seinem Kopf wider, als stünde er direkt neben ihm.

“Die Männer sind am Ende”, sagte Salivar nach einigen Tagen unermüdlichen Marsches.

“Die Männer haben noch zuviel Energie”, entgegnete er. “Ich sehe ihre Blicke; ich sehe, was hinter diesen hölzernen Stirnen vor sich geht.”

“Gönnt ihnen eine Pause, Herr Hauptmann”, bat Salivar. “Die Männer können nicht mehr.”

Ceptus starrte Salivar an, ließ dann seinen Blick über die Soldaten schweifen, die sich vor ihm durch das dichte Unterholz schlugen. Schließlich nickte er.

“Lass sie rasten.”

Salivar bedankte sich und eilte durch die Reihen, um den Befehl zu geben. Die Männer atmeten erleichtert auf, und innerhalb weniger Minuten war ein behelfsmäßiges Lager aufgeschlagen und das Feuer für den Koch entfacht.

Ceptus schritt durch das Lager und betrachtete die Soldaten, die ängstlich und vorsichtig zu ihm emporblickten. Schließlich stellte er sich in die Mitte des Lagers. Aller Augen waren auf ihn gerichtet.

“Männer!“, rief er mit donnernder Stimme, und die Soldaten erstarrten. “Ich weiß, dass ich euch antreibe. Ich weiß, dass ich euch viel abverlange. Aber wir alle sind unserem König verpflichtet. Wir sind hier, dieses Land in seinem Namen in Besitz zu nehmen, und niemand hat das Recht, sich dem Befehl unseres Königs zu entziehen. Fünf eurer Kameraden sind desertiert. Fünf Kameraden haben euch diese Anstrengungen aufgebürdet. Sie wussten, dass wir sie nicht ziehen lassen können, sie wussten, dass wir sie jagen und zur Strecke bringen müssen. Dennoch sind sie desertiert. Sie haben euch diese Strapazen auferlegt. Ihr wart ihnen gleichgültig. Eure Mühen und Schmerzen, eure Anstrengungen, euer Blut ... All das war ihnen gleichgültig. Sie haben für sich den leichten Weg gewählt und euch alle ... uns alle zum harten Weg verdammt. Deswegen müssen wir weitermachen. Deswegen müssen wir sie jagen. Deswegen müssen wir sie einfangen. Und deswegen werden wir ihnen ihre gerechte Strafe zukommen lassen!”

Ceptus sah sich finsteren, feindseligen Blicken gegenüber. Die Männer schwiegen, keiner wagte es zu atmen.

“Hektor und Callidus waren ihre Freunde”, sagte Salivar leise neben ihm. “Sie gönnen ihnen die Flucht.”

“Noch.” Ceptus lächelte. “Aber sie werden umdenken. Sie werden erkennen, wer ihnen die Schmerzen eingebracht hat, und sie werden lernen, ihre Freunde zu hassen. Sie werden lernen, Hektor und Callidus zu verteufeln. Bis wir sie gefunden haben, werden sie bereit sein, die Deserteure zu zerreißen.”

Salivar lächelte, und Ceptus klopfte ihm auf die Schulter.

“Wir dürfen sie nicht überspannen”, sagte er dann. “Aber wir werden sie heiß machen.”