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Kapitel 16 - 16.1 - Getreide

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Kapitel 16 - 16.1 - Getreide

Rotax’ems Beine zitterten, als er vor den Thronsaal trat. Sein Herz hämmerte in seiner Brust, seine Handflächen waren kalt und feucht, in seinem Magen rumorte es. Dann wurde die Tür geöffnet und die Wachen traten beiseite, und Rotax’em trat in den Saal.

X’er saß auf seinem Thron, X’ude saß neben ihm; Xod’rex’ax stand vor ihnen, am Fuße des Podestes. Etwas abseits, im Schatten der Säulen, vor den Dämonen, die ihn mit bewegten Fratzen beobachteten, erkannte Rotax’em eine weitere Gestalt: klein, gebeugt, unsicher. Rotax’ems Herz schlug höher, als er Xi’la erkannte, der so lange geschwiegen hatte. Nun, vor dem König, kehrte er zu ihm zurück.

Rotax’em eilte durch den Saal und warf sich vor dem König in den Staub. Xi’la kauerte sich neben ihm auf den Boden, und Rotax’ems Atem ging tiefer, sein Herzschlag verlangsamte sich, Ruhe kehrte in seine Brust und seinen Magen ein.

“Rotax’em, mein Außenposten und Händler, erhebe dich aus dem Staub. Du bist mir willkommen”, sagte X’er mit lauter Stimme. Rotax’em erhob sich eilig, den Blick weiterhin gesenkt. X’er fuhr fort: “Du hast Getreide gebracht. Dafür danken wir dir.”

“X’ers Lob ist Grund zu Stolz und Freude”, murmelte Xi’la neben ihm. Rotax’em nickte. Sein Körper bebte vor Erleichterung.

“Du hast mir noch ein weiteres Geschenk gebracht”, fuhr X’er fort. Seine Stimme hatte einen warmen Klang angenommen, freundlich. “Du hast die bleichen Götter zu mir geführt. Du hast ihnen Ehre zuteil werden lassen und sie sicher durch den Urwald geführt. Du hast sie zum rechten Zeitpunkt zu uns gebracht, denn so konnten sie die Schlacht gegen Xi’tims Krieger gemeinsam mit uns schlagen.”

Rotax’em wurde schwindelig. Er hatte nie erwartet, so hoch in der Gunst seines Königs zu stehen. Der Boden wankte unter seinen Füßen.

“Komm näher, Rotax’em”, sprach der König.

Rotax’em erstarrte. Nie hatte X’er solche Worte gegen ihn gerichtet. Er wagte es nicht, aufzublicken und sich seinem König zu nähern.

“Du hast dir das Lob verdient”, flüsterte Xi’la eindrinlich. Er spürte die Hand seines Dämons auf seiner Schulter, und das gab ihm Kraft.

Zitternd setzte Rotax’em einen Fuß nach vorn, dann einen weiteren, bis er an dem Podest angelangte. Xod’rex’ax nickte ihm zu, trat dann einen Schritt zur Seite.

“Schau mich an, Rotax’em”, befahl X’er.

Mit Mühe hob Rotax’em den Kopf. Xi’la trat hinter ihn, um ihn zu stützen, und Rotax’em blickte in das Gesicht seines Königs. X’er lächelte und blickte ihn freundlich an, und auch X’ude lächelte. Rotax’em fühlte große Felsen von seinen Schultern und seiner Brust fallen. Das Zittern seiner Arme und Beine ließ nach, seine Brust sog sich voller Luft, seine Schultern strafften sich.

“Du hast uns große Dienste geleistet. Du hast unseren Ruhm über die Grenzen unseres Landes hinaus gemehrt, dass selbst fremde Götter den Weg zu uns angetreten haben. Zum Dank sollst du bei dem Festmahl mit uns speisen, und dann sollst du zwei Tage ruhen, bevor du wieder den Weg in den Handelsposten antrittst”, sprach X’er.

Rotax’em senkte dankbar den Kopf, und Xi’la befahl ihm, sich zu verneigen, und Rotax’em fiel auf sein linkes Knie und hob die Hände als Zeichen der Verehrung über seinen Kopf. “Ich danke dir, X’er, mein König und Gott”, stieß er hervor.

X’er betrachtete ihn zufrieden. “Nun erhebe dich und geh. Wenn die Sonne untergeht, sollst du wieder zu mir kommen und, als verehrter Freund, zu meinen Füßen sitzen.”

“Ja, X’er, mein König und Gott”, wiederholte Rotax’em, dann standen Wachen neben ihm und führten ihn aus dem Thronsaal, und erst als die Türen sich hinter ihm schlossen und Xi’la ihm eine Hand auf die Schulter legte, ließ das Zittern nach und er konnte wieder frei atmen.