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Rescue

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Rescue

Rescue (= Rettung)

Oneshot

11. Oktober RESCUE

Osamu schloss gähnend das Hotelzimmer auf, das er sich mit Atsumu teilte.

Er war so müde...

Das Spiel gegen Karasuno war hart gewesen und auch Osamu fühlte sich regelrecht erschlagen.

Dass sie auch noch verloren hatten, machte es nicht besser.

Die Fahrt vom Stadion bis zum Hotel hatten sie größtenteils schweigend verbracht. Suna war sogar bereits eingeschlafen. Selbst Atsumu hatte die Klappe gehalten.

Nun, da das Adrenalin fort war, spürten sie nämlich alle die Erschöpfung, die an ihren Körpern klebte wie Kaugummi.

Auch Osamu wollte jetzt einfach nur noch ein paar seiner selbstgemachten Onigiri essen und schlafen.

Atsumu wankte an ihm vorbei und ließ sich auf eines der beiden Einzelbetten fallen. Wahrscheinlich war er frustriert von der Niederlage. Osamu ließ ihn in Ruhe und schaltete die Deckenlampe an. Atsumu stöhnte auf.

Hm? Was war denn mit dem los? Osamu runzelte die Stirn und schaltete das Licht wieder aus. Ein erleichtertes Aufseufzen war von Atsumu zu hören.

„Alles okay, Tsumu?“

„Mhm.“

„Na gut, wenn de meinst.“ Osamu ging zu der kleinen Küchenzeile hinüber.

„Haste Hunger?“, fragte er seinen Bruder und öffnete schon den kleinen Kühlschrank. „Ich hab gestern Abend noch Thunfisch-Sushi gemacht.“

„Nee...“, murmelte Atsumu.

Osamu hielt inne. Warte, was? Er schloss den Kühlschrank wieder und drehte sich stirnrunzelnd zu Atsumu. Okay, DAS war jetzt wirklich besorgniserregend. Normalerweise hatte Atsumu doch immer Hunger, vor allem auf sein geliebtes Thunfisch-Sushi. Er ging die paar Schritte zu Atsumus Bett. Sein Bruder hatte den Kopf in seinem Kissen vergraben.

„Tsumu? Wirklich alles okay?“

„Ja, lass mich...“

„Ich glaub dir nich'. Was is' los?“

Atsumu hob den Kopf und funkelte Osamu an. Er war blass.

„He, irgendwas stimmt doch mit dir nich'.“ In Osamus Stimme schwang nun doch etwas Besorgnis mit. „Du siehst aus wie 'ne Wasserleiche.“

„Kopfschmerzen...“, murmelte Atsumu und ließ sich stöhnend zurück in sein Kissen sinken.

„Oh.“

Jetzt war alles klar. Atsumu neigte dazu, sich in intensiven Spielen zu sehr zu konzentrieren und dann Kopfschmerzen zu bekommen. Warum war Osamu da nicht gleich draufgekommen? Das passierte doch ständig. Er hätte sich ohrfeigen können.

„Warte kurz.“ Osamu ging erst eilig zum Fenster und öffnete es, um frische Luft hineinzulassen. Danach lief er zu seinem Koffer hinüber und fischte eine Packung Schmerztabletten heraus. Schließlich nahm er noch eine Wasserflasche, ging mit beidem zu Atsumu zurück und ließ sich auf dessen Bettrand nieder.

„Komm, ich helf dir.“

„Was willste denn machen?“, fragte Atsumu erschöpft und rieb sich den Kopf.

„Erstma' hab ich hier Schmerztabletten.“ Osamu brach eine Tablette aus der Packung und öffnete die Wasserflasche.

Atsumu setzte sich mühsam auf.

„Danke“, murmelte er und nahm die Tablette ein.

„Kein Ding.“ Osamu betrachtete seinen blassen Zwilling besorgt. Ihm schien es wirklich nicht gut zu gehen... „Wie geht's dir sonst? Is' dir schwindlig? Is' dir übel?“

„Nee, nur Kopfschmerzen...“, antwortete Atsumu und rieb sich erschöpft die Schläfen.

Osamu beobachtete seinen Zwilling dabei. Immerhin waren es wohl keine Kopfschmerzen, die Übelkeit hervorriefen. Die hatte Atsumu schließlich auch hin und wieder. Diesmal schien es eher ein Mix aus normalen Kopfschmerzen und Müdigkeit zu sein. Osamu hatte volles Mitleid mit ihm, aber das würde sein Bruder sicher nicht hören wollen. Wenn er ihm doch nur irgendwie helfen könnte... ohh, warte.

„Ich hab 'ne Idee.“ Osamu rückte etwas näher an Atsumu heran. „Halt still. Vielleicht kann ich dir noch'n bisschen bei den Kopfschmerzen helfen.“

„Was haste vor?“

„Lass mich einfach machen.“ Osamu streckte die Hände aus und legte die Fingerkuppen behutsam an Atsumus Kopf. Mit ganz sanftem Druck begann er, seinem Zwilling ein wenig in Kreisbewegungen die Schläfen zu massieren.

„Ohh...“ Atsumu hielt sofort still.

„Wenn's mehr wehtut oder nix bringt, sag Bescheid. Dann hör ich auf.“

„Nich' nötig, 's tut voll gut...“ Atsumu entspannte sich merklich.

„Wirklich, so gut?“ Osamu fuhr gleichmäßig fort.

Aus Atsumus Stimme war ein Lächeln zu hören. „Jaa...“

„Dann mach ich gern weiter.“ Auch Osamu lächelte, als er spürte, wie Atsumu sich sogar in die sanfte Berührung hineinlehnte.

„Bist echt meine Rettung, Samu“, murmelte Atsumu und seufzte entspannt.

„Kein Ding, Tsumu.“

Es vergingen ein paar Minuten, in denen angenehmes Schweigen herrschte. Osamu massierte Atsumu sanft weiter, welcher die Augen geschlossen hatte und es einfach nur genoss.

Schließlich hörte Osamu langsam auf und nahm die Hände weg. „Isses besser geworden?“

„Ja.“ Atsumu lächelte müde. „Danke.“

„Immer wieder gern.“ Osamu lächelte kurz zurück und gähnte. „Vielleicht sollten wir beide 'n bisschen schlafen. Ich fühl mich total platt.“

„Ich auch.“ Atsumu gähnte synchron mit Osamu. „Das Spiel war anstrengend.“

„Mhm.“

„Aber es war auch echt cool, oder? Schade, dass wir verlor'n haben.“

„Stimmt. Die Krähen war'n besser als gedacht.“ Das musste Osamu anerkennen.

„Jep.“

„Naja, ändern können wir das Ergebnis eh nich' mehr.“ Osamu zuckte mit den Schultern. „Denken wir an was andres. Ans Essen beispielsweise.“

„Du denkst doch dauernd ans Essen.“

„Essen is' ja auch toll. Apropos“, Osamu stand auf. „Wir sollten noch'n paar Onigiri beziehungsweise Thunfisch-Sushi essen und dann schlafen gehen.“

Ein Grinsen schlich sich auf Atsumus Lippen. „Das sind erstaunlich gute Ideen...“

„Hör bloß auf, sonst kriegste gleich noch 'ne Kopfnuss.“

Atsumu verzog das Gesicht. „Dann krieg ich aber noch mehr Kopfschmerzen und du hättest mich grad umsonst massiert.“

Osamu zuckte mit den Schultern. „Dann mach ich's halt nochmal.“

„Ernsthaft?“

„Klar. Ich mach das immer gern, wenn de Kopfschmerzen hast. Sag halt Bescheid, wenn ich's machen soll, okay?“

„Okay, mach ich.“

„Sehr gut. Und jetz' essen wir was. Ich hol's uns.“ Osamu drehte sich zur Küchenzeile.

„Samu?“, erhob Atsumu noch einmal die Stimme.

„Hm?“ Osamu drehte sich wieder zurück.

„Weißte was? Nächstes Jahr gewinnen wir wieder. Auch gegen die Karasuno.“ Atsumu hielt Osamu müde, aber entschlossen seine Faust hin.

„Klar doch.“ Auch Osamu streckte seine Hand aus.

Zwei Fäuste stießen zusammen und besiegelten das Versprechen.