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Bake

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Bake

Bake (= backen)

Oneshot

24. Oktober BAKE

Tendou summte leise vor sich hin und balancierte eine Schachtel zum Clubraum der Shiratorizawa. Dort angekommen riss er wie immer die Tür auf, rief ein beschwingtes „Guten Morgen!“ hinein und betrat den Raum.

„Guten Morgen“, kam es vielstimmig zurück. Der Raum war schon voll, fast der gesamte Volleyballclub war da. Bis auf Wakatoshi, bei dem Tendou wusste, dass er vor dem Training immer noch eine Runde auf dem Schulgelände joggen ging. Und die beiden Trainer würden erst in ein paar Minuten kommen.

Tendou ließ seine Sporttasche auf den Boden fallen, die Schachtel behielt er in den Händen. Breit grinsend drehte er sich zu seinen Kameraden.

„Ich hab gestern Kekse gebacken!“

Yamagata, der sich gerade die Knieschoner anzog, hielt mitten in der Bewegung inne. „Du hast was?“

„Also wirklich, Gati, vielleicht solltest du dein Gehör überprüfen. Ich sagte, ich habe Kekse gebacken!“

„Ookay...“

„Schaut her!“ Tendou klappte die Schachtel auf. „Tada!“

In ein paar Tagen war Halloween. Daher hatte er kleine Mumien gebacken. Sie bestanden aus runden Schokoladenkeksen, die er liebevoll mit weißer Schokolade und weißen Schokodrops als Augen zu Mumien verziert hatte.

„Die sehen ja toll aus!“ Goshiki bewunderte die Kekse. Tendou grinste zufrieden.

„Danke, danke.“

„Wo hast du die denn gebacken, Satori?“, wollte Semi stirnrunzelnd wissen.

„Na, in der Mensaküche! Wo denn sonst, Semi-Semi? In meinem Zimmer mit einem Bunsenbrenner?“

„Würde ich dir zutrauen.“

„Niemals, Wakatoshi würde mich doch umbringen.“

„Würde ich ihm auch zutrauen.“

„Jetzt hör aber auf, Semi-Semi!“

Die Tür ging auf und Wakatoshi kam herein. Er betrachtete Tendou und den ganzen Rest, dann fiel sein Blick auf die Keksschachtel.

„Was ist hier los?“

„Waka!“ Tendou wirbelte schwungvoll zu Wakatoshi herum. „Ich verteile die Kekse, die ich gestern gebacken habe! Hier, du bekommst noch einen!“ Er drückte Wakatoshi eine der Mumien in die Hand.

„Danke.“

„Noch einen?“, echote Reon.

„Na klar, er hat gestern schon einen bekommen! Das sind die Vorzüge, mit mir in einem Zimmer zu wohnen!“ Tendou lachte und begann damit, die Kekse an alle zu verteilen.

Jedes Mitglied des Volleyballclubs bekam einen Keks. Bis auf Wakatoshi, der würde heute Abend noch einen dritten Keks bekommen. Und sich selbst hatte Tendou noch ein paar Kekse in seinem Zimmer als Mini-Vorrat beiseitegelegt. Goshiki würde vielleicht heute Abend auch noch einen zweiten Keks bekommen. Aber ansonsten bekam jeder einen! Es sollte ja niemand behaupten, dass er jemanden bevorzugte, haha...

Er verteilte so lange Kekse an seine Kameraden, bis drei Kekse in der Schachtel zurückblieben. Einen davon nahm Tendou für sich selbst heraus und biss herzhaft hinein. Ohh, die Kekse waren ihm wirklich hervorragend gelungen!

„Oh, lecker!“, entfuhr es Goshiki, nachdem er sich seinen Mumien-Keks in den Mund geschoben hatte.

„Stimmt, der schmeckt echt gut“, gab Semi zu.

Auch die anderen lobten Tendou, wie er zufrieden feststellte. Von Wakatoshi bekam er ein Nicken und selbst Shirabu aß seinen Keks ganz zufrieden. Erfolg auf ganzer Linie!

„Ich wusste gar nicht, dass du backen kannst“, staunte Soekawa.

Tendou grinste und nickte weise. „Ihr wisst vieles nicht über mich, meine Kleinen.“

„Für wen sind denn die restlichen beiden Kekse?“, wollte Kawanishi mit Blick auf die Schachtel wissen.

„Ach, die sind für die Trainer!“, antwortete Tendou.

Alle hielten inne und starrten ihn an, als hätte er sich plötzlich als Weihnachtsmann entpuppt.

„Du willst den beiden wirklich Kekse anbieten?“, fragte Semi fassungslos. „Das traust du dich?“

Tendou legte grinsend den Kopf schief. „Na klar. Mein Gefühl sagt mir, dass sie auch welche wollen!“

„Dein Gefühl?“ Kawanishi wirkte reichlich skeptisch.

„Na klar, ich bin doch das Guess-Monster! Meine Guesses gelten in allen möglichen Lebenslagen!“

„Ah ja...“

„Das kannst du mir ruhig glauben, Taichi, mein Kleiner!“

Tendou horchte auf, als er Schritte hörte, die am Clubraum vorbeigingen. Oh, das mussten die Trainer sein! Er rannte zur Tür und riss sie auf. Trainer Washijo und Trainer Saitō fuhren zusammen.

„Satori!“ Saitō atmete tief durch. „Reiß doch die Tür nicht so auf!“

„Hasse'n Knall, oder wat?! Willste, dass ich 'nen Herzkasper bekomm?!“, herrschte Washijo Tendou an.

„Nein, sorry, sorry!“ Tendou hob abwehrend seine Hand.

Washijo blickte ihn scharf an, beließ es aber dabei und ging mit Saitō weiter.

„Moment noch, Trainer!“, flötete Tendou und folgte ihnen mit seiner Schachtel.

Washijo hob die Augenbrauen. Saitō schaute neugierig.

Tendou grinste sie an. Er wusste, dass er hier mit dem Feuer spielte. Aber wie hieß es so schön? No risk, no fun!

„Ich hab Halloween-Kekse gebacken! Wollen Sie einen?“ Er hielt den beiden Trainern einladend die Schachtel mit den beiden Schokoladenkeks-Mumien hin.

Hinter ihm hielt der gesamte Volleyballclub den Atem an.

Washijo betrachtete die Kekse schweigend.

Tendous zuversichtliches Lächeln wackelte. Hatte sein Guess etwa falschgelegen?

„Hm“, machte Washijo. „Selbst gebacken, ja?“

„Ja, Trainer.“ Tendou nickte eifrig. „Sehr lecker, wirklich! Ich habe mich exakt ans Rezept gehalten!“

„Hm.“ Washijo streckte die Hand aus und nahm einen Keks. Er betrachtete ihn kurz und führte ihn zum Mund. Er biss ab und kaute.

„Net schlecht.“

Ha! Ein Lob! Tendous Grinsen wuchs wieder.

„Danke! Lassen Sie es sich schmecken!“ Tendou drehte sich fröhlich zu Saitō und hielt auch ihm die Schachtel hin. „Für Sie!“

„Danke, Satori.“ Der Co-Trainer nahm den letzten Keks heraus und biss hinein. „Oh ja, wirklich gut.“

„Nochmal danke!“

„Habta alle solche Kekse gehabt?“, fragte Washijo und musterte die Mitglieder des Volleyballclubs.

Tendou nickte. „Ja, jeder hat einen bekommen!“

„Hm. Von mir aus. Dann laufta jetzt ma fünf Runden um die Schule! Ihr sollt ja fit bleiben, Jungens!“

„Ach Mist...“ Vielleicht hätte Tendou die Kekse lieber nach dem Training verteilen sollen.

„Ab mit euch!“ Washijo nickte in Richtung Ausgang.

Kollektives Seufzen ging durch die Shiratorizawa, doch keiner wagte es, sich Washijo zu widersetzen und so liefen sie gemeinsam mit Wakatoshi an der Spitze los.

Tendou drehte sich noch einmal zu den Trainern um und sah zu, wie Washijo seinen Keks zu Ende aß und dabei sogar ganz zufrieden schaute.

Sogar der alte Washijo mochte die Kekse. Dann war es all das definitiv wert gewesen!