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Kapitel 06 - Gefährliche Nähe

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Kapitel 06 - Gefährliche Nähe

Kapitel 06-Gefährliche Nähe

Sakura POV

Einige Wochen waren inzwischen vergangen, und erstaunlicherweise hatte sich eine beinahe unheimliche Ruhe über das Akatsuki-Anwesen gelegt. Mein Alltag bestand mittlerweile hauptsächlich daraus, auf der Terrasse zu sitzen, die Sonne zu genießen und mich durch die Bücher zu arbeiten, die Itachi mir großzügigerweise überlassen hatte. Wie gnädig von ihm.

Die meisten davon waren irgendwelche staubtrockenen Fachbücher, deren Inhalt mich ungefähr so sehr begeisterte wie eine dreistündige Vorlesung über Steuerrecht. Aber gut, besser als nichts. Zwischen all den langweiligen Schriften fanden sich glücklicherweise auch einige Fantasyromane, in denen ich mich regelrecht verlieren konnte.

An diesem Abend saß ich wieder auf der Terrasse. Die Sonne versank langsam hinter den Bergen und tauchte den Himmel in ein wunderschönes Rot. Meine absolute Lieblingszeit des Tages. Gedankenverloren ließ ich meinen Blick über den Horizont schweifen. Meine Gedanken wanderten nach Konoha, zu meinen Freunden und all den Menschen, die ich zurückgelassen hatte. Ob Naruto und die anderen noch nach mir suchten? Ob sie mich inzwischen aufgegeben hatten? Ich wusste es nicht.

Und dann war da noch Akatsuki. Mein neues Zuhause. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Organisation gefürchteter S-Rang-Nuke-Nin zu einer Art Ersatzfamilie werden könnte? Man hatte mich mein Leben lang vor diesen Leuten gewarnt. Doch wenn ich ehrlich war, glich das Anwesen eher einem Kindergarten. Nur eben mit erwachsenen Männern, gefährlichen Jutsu und gelegentlichen Morddrohungen. Irgendwie hatte ich mich daran gewöhnt. Vielleicht sogar mehr, als ich sollte.

Ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Wand und schloss für einen Moment die Augen. Die angenehme Abendluft strich über meine Haut. Meine Lider wurden schwerer, meine Gedanken verschwommener. Nur ein paar Minuten, redete ich mir ein. Ein kleines Nickerchen würde schließlich nicht schaden.

Doch plötzlich veränderte sich alles.

Die vertrauten Geräusche verschwanden. Kein Wind, kein Vogelgezwitscher, nicht einmal das leise Rascheln der Blätter war zu hören. Stattdessen breitete sich eine unheimliche Stille aus. Als ich die Augen öffnete, befand ich mich an einem Ort, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ein endloser, nebelverhangener Raum erstreckte sich vor mir.

In einiger Entfernung stand eine Gestalt.

Eine Frau.

Ich wollte auf sie zugehen, doch mein Körper gehorchte mir nicht. Meine Beine waren wie festgewurzelt. Panik kroch langsam meinen Rücken hinauf. Ich versuchte zu schreien, doch kein einziger Laut verließ meine Kehle.

Was zum Teufel war hier los?

Die Gestalt begann sich zu bewegen. Langsam, beinahe schwebend, kam sie näher. Erst jetzt konnte ich ihre Erscheinung erkennen. Schneeweißes Haar fiel ihr über die Schultern, ihre Haut war beinahe unnatürlich blass und ihre Augen ... ihre Augen leuchteten in einem tiefen, blutroten Farbton.

Sie blieb direkt vor mir stehen.

Ohne ein Wort zu sagen, sank sie auf ein Knie und nahm vorsichtig meine Hand. Ihre Lippen berührten meinen Handrücken in einem beinahe ehrfürchtigen Kuss.

Im selben Augenblick kehrte die Kontrolle über meinen Körper zurück.

„Sakura ...“, flüsterte sie. Ihre Stimme klang sanft, beinahe erleichtert. „Ich habe so viele Jahre auf dich gewartet.“

Ihre Finger glitten über meinen Handrücken, während sie mich mit einem Ausdruck ansah, den ich nicht richtig deuten konnte. Hoffnung. Verzweiflung. Vielleicht sogar Angst.

„Du bist unsere letzte Hoffnung. Die Rettung, auf die wir so lange gewartet haben.“

Ich wollte etwas erwidern, doch sie kam mir zuvor. Ihre Hand wanderte sanft über meinen Rücken, während sie sich näher zu mir beugte.

„Du musst endlich erwachen. Die Zeit wird knapp. Bitte ... du musst den Uchiha-Jungen um Hilfe bitten. Er weiß, was zu tun ist.“

„Warte! Was soll das bedeuten? Wer bist du überhaupt?“

Ihre Augen weiteten sich. Für einen winzigen Augenblick schien sie etwas sagen zu wollen, doch dann begann ihre Gestalt zu flimmern. Kleine Lichtpartikel lösten sich von ihrem Körper und verschwanden im Nebel.

„Bitte ... vergiss nicht, was ich dir gesagt habe.“

Dann war sie verschwunden.

Zurück blieb nichts als eine erdrückende Leere.

„Sakura ... Sakura!“

Ein weiteres Mal hörte ich meinen Namen. Diesmal jedoch klang die Stimme anders. Näher. Vertrauter.

Schlagartig riss ich die Augen auf.

Vor mir befand sich Itachi. Seine dunklen Augen musterten mich aufmerksam, und seine sonst so gelassene Miene wirkte ungewöhnlich angespannt. Verwirrt hob ich eine Hand an mein Gesicht. Erst jetzt bemerkte ich die Feuchtigkeit auf meinen Wangen.

Hatte ich etwa geweint?

„Alles in Ordnung?“, fragte er leise.

Ich antwortete nicht sofort. Mein Kopf fühlte sich an, als hätte jemand darin eine ganze Horde Shinobi gegeneinander kämpfen lassen. Die Worte dieser fremden Frau hallten noch immer in meinen Ohren wider.

Du bist unsere letzte Hoffnung.

Ich wollte einfach nur verschwinden, nachdenken und versuchen, das eben Erlebte zu verstehen. Also erhob ich mich wortlos.

Doch kaum hatte ich einen Schritt gemacht, schlossen sich Itachis Finger um mein Handgelenk.

„Sakura.“

Seine Stimme war ruhig, aber ungewöhnlich bestimmt.

Ich drehte mich langsam zu ihm um. Sein Blick lag fest auf meinem Gesicht.

„Was ist passiert? Warum hast du geweint?“

Für einen Moment zögerte ich. Normalerweise hätte ich irgendeinen dummen Spruch gebracht, um die Situation aufzulockern. Doch diesmal fehlte mir selbst dafür die Kraft.

„Können wir reden, Itachi? An einem Ort, an dem uns niemand hören kann?“

Er betrachtete mich einige Sekunden, ehe er knapp nickte.

„Komm.“

Ohne weitere Fragen führte er mich ins Anwesen und die Treppe hinauf. Wir gingen direkt zu seinem Zimmer. Kaum waren wir eingetreten, schloss er die Tür hinter uns.

Sein Zimmer war ordentlich, beinahe schon unverschämt ordentlich. Typisch Itachi. Kein herumliegendes Kleidungsstück, keine herumstehenden Tassen und erst recht kein Chaos, wie es in meinem Zimmer mittlerweile zur Grundausstattung gehörte.

Er setzte sich auf sein Bett und lehnte sich gegen das Kopfteil. Mit einer beiläufigen Handbewegung deutete er auf den freien Platz neben sich.

„Setz dich.“

Ich kam seiner Aufforderung nach und ließ mich neben ihm nieder. Für einen Moment herrschte Schweigen.

„Also?“, fragte er schließlich. „Was ist los?“

Ich verschränkte nervös meine Finger miteinander.

„Ich hatte einen ziemlich merkwürdigen Traum. Da war eine Frau ... Sie hatte schneeweißes Haar und unglaublich rote Augen. Sie hat mich beim Namen genannt und behauptet, ich wäre ihre letzte Hoffnung. Außerdem sollte ich dich um Hilfe bitten.“

Itachis Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig.

Sein Blick wurde ernst. Beinahe regungslos saß er neben mir, als hätte ich gerade etwas ausgesprochen, das er niemals hatte hören wollen.

„Was genau hat sie gesagt?“

Ich wiederholte ihre Worte so gut ich konnte. Je länger ich erzählte, desto angespannter wurde seine Haltung.

Als ich schließlich endete, stand er abrupt auf.

„Bleib hier.“

„Ähm ... ja? Wohin soll ich denn sonst gehen?“

Er ignorierte meinen Kommentar und ging zu seiner Kommode. Eine der Schubladen öffnete sich mit einem leisen Knarren. Daraus holte er eine kleine, schwarze Holzkiste hervor. Sie sah alt aus, beinahe antik. Auf dem Deckel befand sich ein merkwürdiges Symbol, das ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Neugierig erhob ich mich und trat neben ihn.

„Itachi, was ist das?“

Er strich mit dem Daumen über den verzierten Deckel.

„Die Geheimnisse von Hashira.“

Ich runzelte die Stirn.

„Das klingt überhaupt nicht geheimnisvoll.“

Er warf mir einen kurzen Seitenblick zu. „Du solltest vielleicht erst einmal abwarten, bevor du urteilst.“

Na wunderbar. Jetzt wurde ich auch noch von einem Uchiha belehrt.

Itachi öffnete die Kiste. Darin befanden sich mehrere vergilbte Schriftstücke, ein paar alte Schmuckstücke und ein Foto, dessen Oberfläche bereits deutliche Gebrauchsspuren aufwies.

Ich beugte mich darüber.

Und erstarrte.

Das Blut gefror mir förmlich in den Adern.

„Das ... das ist sie.“

Meine Stimme klang kaum mehr als ein Flüstern.

Auf dem Foto war dieselbe Frau zu sehen, die mir gerade noch in meinem Traum erschienen war. Das schneeweiße Haar, die blasse Haut und diese unverwechselbaren roten Augen.

Ich hob langsam den Blick zu Itachi.

„Wie ist das möglich?“

Er betrachtete das Foto nachdenklich.

„Sakura, du trägst eine besondere Blutlinie in dir. Diese Frau war deine Urgroßmutter. Ihr Name war Hashira.“

Ich starrte ihn an.

Einmal.

Zweimal.

„Willst du mich eigentlich verarschen?“

„Nein.“

„Itachi, ich bin gerade dabei, meinen Verstand zu verlieren, und du erzählst mir, dass eine Frau aus meinem Traum meine Urgroßmutter ist?“

Er legte das Foto zurück in die Kiste.

„Deine Familie hat ein Geheimnis bewahrt, das über Generationen hinweg in Vergessenheit geraten ist. Eine Fähigkeit, die einst als eines der gefährlichsten verbotenen Jutsu galt.“

Ich schluckte.

„Was für eine Fähigkeit?“

Itachi drehte sich zu mir. Seine dunklen Augen trafen meine.

„Du besitzt die Fähigkeit, das Chakra anderer Menschen zu beeinflussen. Du kannst es vollständig unterdrücken oder vervielfachen. Ein Talent, das selbst die mächtigsten Shinobi nicht unterschätzen sollten.“

Ich brauchte einige Sekunden, um seine Worte zu verarbeiten.

„Und was hat das mit Sasuke zu tun?“

Sein Blick verfinsterte sich.

„Deswegen wollte Sasuke dich haben. Deswegen haben die Dorfältesten dich als Bedrohung betrachtet. Deine Fähigkeiten könnten das Kräfteverhältnis der gesamten Shinobi-Welt verändern.“

Meine Hände begannen zu zittern.

Plötzlich ergab so vieles einen Sinn. Die Verfolgung, die Angst, die verzweifelten Versuche, mich in Konoha festzuhalten. War mein ganzes bisheriges Leben eine einzige Lüge gewesen?

Itachi bemerkte meine Unruhe sofort. Behutsam nahm er meine Hände in seine und schloss seine Finger darum. Seine Daumen strichen beruhigend über meine Handrücken.

„Hey. Sieh mich an.“

Ich hob langsam den Kopf.

„Du bist hier sicher, Sakura.“

Seine Stimme war leiser geworden.

„Ich werde nicht zulassen, dass dir jemand etwas antut.“

Für einen Augenblick verlor ich mich in seinen dunklen Augen. Es war merkwürdig, wie beruhigend seine Nähe sein konnte. Dieser Mann, vor dem ich mich anfangs beinahe gefürchtet hatte, schaffte es tatsächlich, mir ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Ich nickte schwach.

Gerade wollte ich meine Hände aus seinen lösen, da zog er mich mit einer fließenden Bewegung auf seinen Schoß.

„He!“

Überrascht stützte ich mich an seinen Schultern ab.

„Was soll das denn jetzt?“

Ein schelmisches Grinsen legte sich auf seine Lippen.

„Hierbleiben, Sakura.“

Ich blinzelte ihn an.

„Entschuldige bitte, aber seit wann entscheidest du, wo ich mich hinsetze?“

„Seit du beschlossen hast, mich mit deinen Problemen zu belästigen.“

Ich riss empört die Augen auf.

„ICH BELÄSTIGE DICH?“

Sein Lachen erfüllte das Zimmer.

Verdammt. Dieser Mann hatte wirklich eine unglaubliche Fähigkeit, mich innerhalb weniger Sekunden auf die Palme zu bringen.

Ich versuchte, mich aus seinem Griff zu befreien, doch er schien sich köstlich darüber zu amüsieren.

„Regel Nummer eins, Sakura“, begann er mit gespielt ernster Stimme. „Folge niemals einem Mann allein auf sein Zimmer.“

Ich starrte ihn an.

„Du hast mich hierhergebracht!“

„Ein unwichtiges Detail.“

„ITACHI!“

Er lachte erneut und ließ mich schließlich los. Doch kaum hatte ich mich aufgerichtet, stand er bereits auf, hob mich kurzerhand hoch und warf mich mit einer überraschend mühelosen Bewegung aufs Bett.

„ITACHIIII!“

Mein Rücken landete auf der weichen Matratze.

Der Uchiha stand vor mir und lachte so herzlich, dass ich ihn für einen Moment tatsächlich sprachlos betrachtete.

War das derselbe Itachi, der normalerweise aussah, als würde ihn absolut nichts auf dieser Welt interessieren?

„Du bist unmöglich!“, beschwerte ich mich und griff nach einem der Kissen.

Noch bevor er reagieren konnte, flog es direkt gegen seine Brust.

Sein Lachen verstummte.

Langsam hob er eine Augenbraue.

Oh.

Vielleicht hatte ich gerade einen Fehler gemacht.

„Ach, tatsächlich?“

Er griff nach einem zweiten Kissen.

Ich quietschte auf und versuchte, mich hinter dem ersten zu verstecken, doch es war längst zu spät. Innerhalb weniger Sekunden entwickelte sich eine ausgewachsene Kissenschlacht.

Wir lachten, warfen uns gegenseitig die Kissen entgegen und ignorierten dabei vollkommen, wie albern wir uns eigentlich benahmen.

Irgendwann landeten beide Kissen auf dem Boden.

Ich nutzte den kurzen Moment und kletterte auf seine Hüfte, um ihn mit meinem letzten verbliebenen Kissen zurückzudrängen.

„HA! Gewonnen!“

Itachi sah mich an.

Dann grinste er.

Dieses verdammte Grinsen.

„Was?“, fragte ich misstrauisch.

Anstatt zu antworten, legte er eine Hand an meine Seite und drehte uns mit einer einzigen Bewegung herum.

Im nächsten Augenblick lag ich unter ihm.

Meine Augen weiteten sich.

„Du bist mir hoffnungslos unterlegen, Sakura.“

Sein Gesicht befand sich nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Eine dunkle Haarsträhne war ihm über die Stirn gefallen. Sein Blick wanderte kurz über mein Gesicht, ehe er wieder meine Augen fixierte.

„Und jetzt?“, fragte ich trotzig.

Ein kaum sichtbares Schmunzeln erschien auf seinen Lippen.

„Sollen wir unser kleines Spiel unter der Dusche fortsetzen?“

Mein Gesicht wurde augenblicklich heiß.

Oh, dieser verdammte Mistkerl.

„Du bist so eingebildet, Uchiha.“

Ich drückte ihm die Hände gegen die Brust, doch anstatt sich zurückzuziehen, lachte er leise.

„Und du wirst gerade ziemlich rot.“

„Mir ist warm!“

„Natürlich.“

Ich kniff die Augen zusammen.

Nein. Ganz bestimmt würde ich ihm nicht die Genugtuung geben, dieses kleine Spiel zu gewinnen.

Mit einem plötzlichen Ruck brachte ich ihn dazu, sein Gleichgewicht zu verlieren, und schaffte es, mich wieder aufzurichten. Meine Hände wanderten unter den Saum seines Shirts, gerade weit genug, um seine warme Haut zu berühren.

Itachi hielt für einen Moment inne.

Sein Blick senkte sich zu meinen Händen, ehe er mich wieder ansah.

„Sakura ...“

Seine Stimme klang plötzlich anders.

Ruhiger. Tiefer.

Ich lächelte unschuldig.

„Was denn? Du wolltest doch spielen.“

Meine Fingerspitzen glitten langsam über seine Bauchmuskeln. Erst jetzt wurde mir bewusst, wie durchtrainiert er tatsächlich war. Unter dem schwarzen Stoff hatte ich das bisher kaum wahrgenommen.

Interessant.

Sehr interessant sogar.

„Du solltest wirklich aufpassen, was du tust“, murmelte er.

Ich beugte mich ein wenig näher zu ihm.

„Oder was?“

Sein Blick hielt meinen fest.

Für einen kurzen Moment war von seinem üblichen Grinsen nichts mehr zu sehen.

„Du könntest herausfinden, dass ich nicht immer so geduldig bin.“

Mein Herz machte einen kleinen Satz.

Verdammt.

Warum musste er ausgerechnet jetzt so schauen?

Ich wollte gerade etwas erwidern, als er mich plötzlich an der Hüfte packte und mich mit einer fließenden Bewegung wieder auf die Matratze beförderte.

„AH!“

Ein triumphierendes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

„Ich habe dich gewarnt.“

Er beugte sich über mich. Sein Haar fiel seitlich an seinem Gesicht herab, während seine dunklen Augen für einen Augenblick auf meinen Lippen verweilten.

Die Nähe zwischen uns fühlte sich plötzlich anders an.

Kein Lachen mehr. Keine albernen Sprüche.

Nur diese merkwürdige Stille.

Ich konnte seinen Atem spüren.

Und für einen winzigen Moment fragte ich mich, ob er ebenfalls bemerkte, wie sich gerade etwas zwischen uns verändert hatte.

Seine Hand hob sich langsam und berührte meine Nasenspitze. Anschließend strich sein Daumen sanft über meine Wange.

„Du bist wirklich eine Herausforderung, kleine Kirschblüte.“

Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Dann beugte er sich vor und hauchte mir einen zärtlichen Kuss auf die Wange.

Ich blinzelte überrascht.

„Wir sollten aufhören“, murmelte er schließlich.

Sein Blick ruhte noch immer auf meinem Gesicht.

„Bevor ich vergesse, dass ich eigentlich vernünftig sein sollte.“

Er richtete sich langsam auf und fuhr sich mit einer Hand durch sein dunkles Haar.

Ich blieb wie angewurzelt liegen.

Was zum Teufel war das gerade gewesen?

Und warum hatte mein Herz plötzlich das Bedürfnis, einen Marathon zu laufen?

Verdammter Uchiha.