Starkregen
Starkregen
Kapitel 49: Starkregen
„Draußen geht die Welt unter. Wie seid ihr drei so trocken geblieben?“
Peters Tante, May Parker, winkte uns tiefer in die kleine Wohnung auf der sechsten Etage des hellbraun geziegelten Blockgebäudes herein, vor das Happy uns erst wenige Minuten zuvor mit plakativ strengem Blick in Peters Richtung abgesetzt und mir seine spätere, ganz sicher überpünktliche Ankunft um sieben zugesichert hatte.
Wir folgten ihr durch einen schmalen Flur und einen Türbogen in ein seicht chaotisches Wohnzimmer mit nektarinengelben Wänden und einer offenen Küche mit altmodisch weißen und mintfarbenen Theken und Regalen.
„Happy Hogan hat uns gefahren“, erklärte Peter, während Ned strahlend nickte.
Es roch nach Humus, Knoblauch und Chili, vermutlich ein aromatisches Überbleibsel ihres gestrigen Abendessens, das die Wohnung noch nicht ganz verlassen hatte, und um meine Fußknöchel wanderte ein leichter Luftzug, der von nicht ganz dichten Fenstern und Türen kündete, auch wenn es ansonsten angenehm warm in ihrem Zuhause schien.
„Tony Starks Fahrer hat euch heimgebracht?“ May Parkers dunkelbrauner Blick sprang zu mir herüber. „Richtig, entschuldige … Peter redet ständig von dir, aber ich vergesse andauernd-“
„ May “, unterbrach Peter sie leise empört und ließ seinen Rucksack neben die weiße Essecke fallen, die anscheinend die fließende Grenze zwischen ihrer Küche und ihrem Wohnzimmer markierte, denn direkt dahinter bemerkte ich Regale, Sessel und Fernseher.
„Keine falsche Bescheidenheit“, gluckste sie. „Ihr beide habt mir schon so viel über Sola erzählt, ich habe das Gefühl, wir kennen uns längst.“ Trotz ihrer Worte ließ sie einen winzig interessierten Blick über mich wandern. Zugegeben, in einfacher grauer Jeans und seidengrüner Bomberjacke gab ich kein sonderlich hervorstechendes Bild ab, denn so ziemlich jeder dritte Teenager auf Queens Straßen lief zurzeit in ähnlichem Outfit herum, aber vielleicht war es genau das, das sie gewogen schmunzeln ließ. „Schön, dass Peter dich endlich eingeladen hat. Wurde auch Zeit.“
„Sie ist wegen der Präsentation hier“, erinnerte Peter.
„Oh.“ May zeigte sich sacht verblüfft, vielleicht sogar etwas beeindruckt von seinem vermeintlichen Vorwand. „Ihr arbeitet an einem Vortrag?“
„Sie war Donnerstag nicht in der Schule, als die Teams aufgestellt wurden. So ziemlich alle wollten sie dabei haben, also hat Mr. Cobbwell am Ende ausgelost, bei wem sie mitmacht …“
„Wir haben gewonnen“, verkündete Ned zufrieden.
May schenkte mir einen heiter mitfühlenden Blick. Dass das vermeintliche Preisgeld meiner Beteiligung sich höchstwahrscheinlich schon binnen der nächsten zwei Stunden als blanke Niete entpuppen würde, machte die Angelegenheit nur noch peinlicher.
„Ich hatte dir gestern davon erzählt“, erinnerte Peter lau unterwältigt.
„Ja, richtig …“ Geistesabwesend nickte sie. Ihre langen, braunen Haare wippten entlang ihrer Schulterblätter, als sie sich der Küchenzeile zuwandte und einen kleinen Stapel Teller ergriff. „Diese … UN-Sache mit dem Superhelden-Abkommen. Das hat mit diesem Durcheinander in Deutschland zu tun, in das du neulich fast hineingeraten bist, richtig? Ich verstehe immer noch nicht, wieso du für dieses Betriebspraktikumsseminar nach Europa musstest, wenn es doch hier in New York stattfindet.“ Als seien wir uns nicht gerade erst begegnet und als kenne sie mich in der Tat bereits ihr halbes Leben, sah sie gesprächsselig zu mir weiter. „Schicken sie wirklich alle Stark Industries-Praktikanten so kurzfristig außer Landes? Tony Stark sagte, es sei essentiell, um dieses Praktikum wahrzunehmen, aber es wirkte am Ende alles sehr überstürzt, nicht wahr? Er hatte nicht einmal einen Reisepass … Peter, meine ich.“
Mager hob ich die Schultern. „Ich … umm , weiß nicht genau. Ich kenne keine anderen Praktikanten, ehrlich gesagt.“
May kniff sacht die Stirn. „Es gibt doch sicher noch mehr von ihnen?“
„Ja, ich meine nur, vielleicht hat es damit zu tun, dass es nicht das … richtig klassische Praktikum ist?“
„Sein Aufgabenfeld ist ungewöhnlich? Ja, der Gedanke kam mir auch. Ich wollte nichts sagen, es läuft schließlich erst seit ein paar Wochen und es ist eine so wundervolle Chance und eigentlich verstehe ich nur ein Drittel von allem, was er mir so davon erzählt. Peter liebt es … Aber ich habe den Eindruck, er ist kaum noch daheim. Natürlich, es ist Manhattan und es dauert ein wenig durch den Abendverkehr, Bahnen verspäten sich-“
„Oder sie fallen aus“, wandte Ned schnell ein. „Sollte man nicht meinen, was? Weil … niemand berichtet so wirklich darüber, also … über außergewöhnlich häufige Ausfälle.“ Eilig sah er zu Peter weiter und wieder zu uns beiden zurück. „Ich denke … okay, ich sag es, ich denke … sie fälschen die Statistik. Ja .“ Ein nervöser Glanz trat auf seine Stirn. „Jedenfalls machen diese Bahnen echt ständig Probleme, sie gehen kaputt, blockieren die Strecke, werden gekidnappt, manchmal werden Geiseln genommen oder es dreht jemand durch oder es fängt darin zu brennen an und Spider-Man muss die Passagiere befreien --- … Ich will nur sagen, es gibt echt vieleee Erklärungen, warum Peter so selten hier ist.“
May blinzelte.
„Wir … umm “, setzte Peter schon an, „wir zeigen Sola mein Zimmer, okay?“
Es war seltsam erleichternd endlich einmal nicht diejenige zu sein, die aktiv von ihrem Elternteil abzulenken versuchte. Dass Ned außerdem irgendetwas vor May zu vertuschen versuchte, war mehr als offensichtlich, denn Peter sandte einen gänzlich stummen und nichtsdestotrotz energischen Blick in seine Richtung.
Erwischt hob Ned beide Brauen und sah mich schnell an. „New York, nicht wahr?“
-/_\-
„Es ist nicht aufgeräumt ... aber, na ja … das ist es.“ Peter rieb sich verlegen den Hinterkopf, als wir sein Zimmer betraten, dann schlängelte er sich auch schon gekonnt an uns vorbei, sammelte zwei Kleidungsstücke vom Boden, warf sie in einen halb offenstehenden Wandschrank und schloss ihn, ehe er dumpf ausatmete und vage befangen von seinem Inventar zu mir herübersah. „Es ist … nicht besonders groß, schätze ich.“
„Es ist eigentlich genauso groß wie mein altes Zimmer“, gestand ich.
„In New Hampshire?“
Sacht betroffen weitete Ned die Augen, als ich nickte. „Das, bei deiner Mum? Wart ihr am Wochenende dort?“
Ich schüttelte den Kopf. „Das Haus war gemietet. Irgendjemand anderes lebt jetzt dort. Es war nicht groß, eigentlich schon etwas alt, aber … na ja, uns hat’s gefallen.“ Ich wich aus, denn meine Brust wurde unversehens enger: „Das Fenster geht fast bis zum Boden, das ist cool. Du kannst auf die Straße runtersehen, oder?“
Peter sah über die Schulter. „Ja.“ Ein kleines Lächeln setzte sich in seinem Mundwinkel fest, während er gegen die Schlieren aus Wasser stierte, die das Fensterglas herabrannen und das Licht der nahen Straßenlaternen, Nachbarfenster und kurzweilig vorbeitänzelnden Blaulichter zu hellen kreisrunden Flecken verzerrten.
Seine Einrichtung balancierte zwischen geordnetem Chaos und wachsendem Durcheinander. Auf seinem Schreibtisch und seinen Regalen türmte sich Elektronik, angestoßene Bücher, Star Wars-Sammelfiguren und eine Vielzahl anderer Kram. Hosen und Hoodies lagen im Raum verteilt, farbige Poster hingen an den graubeigen Wänden, sogar eine altmodische Stadtkarte von Manhattan. Und, in beinahe jedem Winkel platziert, eine Schreibtischlampe. Allein auf den ersten Blick zählte ich fünf.
Sicher, dass Tony kurzerhand eine Entrümpelungsfirma beauftragen würde, sollte mein eigenes Chaos jemals in spontanen Stapeltechniken wie diesen entarten, bemühte ich mich, nicht erneut zu tief in Erinnerungen an mein früheres Zuhause abzudriften.
Ja, es war ein wenig chaotisch und irgendwie unterschrieb es Mays vorangegangenen Kommentar, denn es sah ganz wie der Ort aus, an dem er nicht mehr als kurze Zwischenstopps einlegte, um Kram loszuwerden und gegen anderen einzutauschen, aber es war trotz allem sauber und auf seine eigene Weise fast organisiert.
Sein schmaler Teppich musste frisch abgesaugt sein, denn der recht abgenutzte Flor gab angenehm unter meinen Socken nach, als ich meinen Rucksack neben seinem Schreibtischstuhl abstellte.
Ich warf einen zweiten Blick auf die helle Stadtkarte, ehe ich ein kleines, massives Schachbrett bemerkte, dessen angeordneten Figuren, trotz ihres Balanceakts auf einem kleinen Haufen Bücher und Elektronik, sichtbar von einer laufenden Partie zeugten.
„Du schläfst unten?“, erkundigte ich mich, als mein Blick zu seinem Etagenbett aus graulackiertem Eisen herüberglitt, da sowohl Ned als auch Peter damit fortfuhren mich zu beobachten. Das obere Stockbett schien von mehreren transparenten Aufbewahrungsboxen belagert.
Er hob eine Achsel. „Meistens.“
Während er unversehens auch schon etwas Platz auf seinem Schreibtisch herzustellen begann und Ned es sich mit einem herumliegenden Comicheft auf dem Boden gemütlich machte, ließ ich mich auf dem Schreibtischstuhl nieder, griff mir meine nur halb gehefteten Sozialwissenschaftsunterlagen und zog mein StarkPhone aus der Jackentasche.
Schnell warf ich einen Blick drauf.
Harleys irrwitzige Kunstpräsentation schien geglückt, denn gerade unterhielt er Daphne, die immer noch kränkelnd im Bett lag, mit seinem Bewertungsbogen und einer kurzen Aufnahme eines Mitschülers, der den entscheidenden Moment seines völlig blanken Slides und der allgemeinen Reaktion als Reel für die Nachwelt festgehalten hatte. Sogar Cooper und Lila schienen aus der Versenkung ihres Wochenendes mit auf ihrer Farm herumstochernden FBI-Agenten aufgetaucht und beteiligten sich am Gespräch. Cooper schien angesichts Harleys Erfolg geneigt, seine minimalistische Präsentation für ein eigenes Schulprojekt wiederzuverwerten, was Lila, all ihren aufploppenden Kommentaren nach zu urteilen, für einen völlig unterbelichteten Plan und den Weg zu einem ebenso minimalistischen Begräbnis auf ihrem noch unbestellten Acker hielt. Harley wiederum gab den Cheerleader.
Abgesehen vom Malibu 5 -Chat war es allerdings Tonys frisch eingegangene Sprachnachricht, die mich zögern ließ.
Obwohl ich wenig Lust auf potentiell weitere spontan platzierte Enttäuschungen oder Planänderungen hatte, wie sie zuletzt kontinuierlich stattfanden, rief ich sie ab und hob das StarkPhone gewissenhaft an mein Ohr.
„FRI sagte, du bist in Queens untergetaucht.“ Im Hintergrund waren Gläserklirren als auch ein heiteres Glucksen und summende Worte zu vernehmen, die nach Pepper klangen, aber viel zu unklar blieben, um dies mit Sicherheit zu sagen. Es musste ausgesprochen lebendig um ihn herum sein, denn es kam trotz aller exzellenter Filter bei mir an. „Bin nicht sicher, wie es gerade bei euch ausschaut“, fuhr Tony fort, „vermutlich nicht weiter dramatisch, aber mehrere meteorologische Stationen melden inzwischen, dass es doch etwas Größeres wird, was da im Moment bei euch reinzieht. Die Radardaten decken sich, New York geht heute Abend durch den Waschgang, so viel steht fest, und ich dachte ... tja, eine kurze Vorwarnung schadet nicht. Wie auch immer, bleibt trocken, macht das Beste draus und, für alle Fälle … ich bin erreichbar.“ Mehrere Menschen lachten und irgendetwas klimperte auf. Tony seufzte. Seine Stimme ermattete sacht. „Klartext, richtig …“ Er schien sich fortzubewegen, denn plötzlich versandete der Hintergrundpegel in technisch heruntergeregelte Stille – oder vielleicht wechselte er auch von seiner FRIDAY-unterstützten Brille aufs StarkPhone. „Soll einfach heißen, ich bin auf dem Absprung, okay? Jetzt gleich, neun Uhr, Mitternacht … völlig egal, Pokerface. Ich habe Mark-47 im Gepäck. Dauert im Ernstfall keine halbe Stunde. Sollte irgendwas hochkommen oder die ganze Sache zu ungemütlich --- zu damals werden, sag Bescheid und ich streich hier die Segel und mach einen Abflug. Pepper lässt ausrichten, es ist meine einzige legitime Ausrede, also … falls ich den Champagner für ein paar Tacos und Churros stehenlassen und den ultimativen Expresslieferanten geben soll … Kurzes Handzeichen reicht.“
Ich schielte zum Fenster. Der Regen kam tatsächlich noch genauso fest herunter wie vor gut einer Viertelstunde, aber es sah nicht sehr ungewöhnlich aus und gewittern tat es bislang auch nicht.
Obwohl ich seit Wandas magischer Blockade keine einzige Panikattacke mehr erlebt hatte, spürte ich, wie sich das leise Unbehagen der Erfahrung in mir regte.
Tony befand sich gegenwärtig mit Pepper bei einer Benefiz-Veranstaltung in L.A. und damit am völlig anderen Ende des Kontinents. Sie waren bereits heute Morgen aufgebrochen, während ich noch meine Sachen für die Schule zusammengekramt hatte und Tony nach wie vor nur verhalten begegnet war, unser Wechselbad vom Wochenende noch immer nur halb verdaut.
Es war ohnehin ein nüchterner Tagesanbruch gewesen, ein wenig ausgelaugt, geschäftig, begleitet von abwesend unaufgeregten Worten und überschattet vom Autopiloten des just wiedereinsetzenden Alltags nach vier langen Tagen des Realitätsballetts.
Uns beiden schien klar gewesen, dass es keinen Zweck hatte, den anstehenden Wohnungsswitch Ende dieser Woche weiter durchzukauen. Schon am Sonntag vor unserem Rückflug aus Nashua hatten wir die Angelegenheit nicht weiter zur Sprache gebracht. Spätestens seit Samstagnacht bei Daphne war mir auch ziemlich klar, dass Tonys anvisierte Wohnsitz-Rotation gesetzt bleiben würde, also hatte ich damit aufgehört, ihn mit mauernder Wortkargheit auf Distanz zu halten, so wenig mir die ganze Sache auch gefiel und so verstimmt ich deswegen weiterhin blieb.
So gesehen war es irgendwie gut, dass er unsere ursprünglich für heute Nachmittag geplante gemeinsame zweite S.E.N.F.-Sitzung wegen seines philanthropisch anmutenden L.A.-Kurztrips auf einen erstmal unbestimmten Zeitpunkt hatte verschieben müssen.
Ich war – genau betrachtet – sogar froh, denn andernfalls wäre es sehr wahrscheinlich ich gewesen, die unseren Vortrag für Cobbwells Unterricht als Ausrede genutzt hätte, um mich aktiv vor der anstehenden Simulationstherapie zu drücken.
Früher oder später wäre diese Ausrede ganz sicher nach hinten losgegangen, spätestens, wenn Tony es mir irgendwann als Beweis meiner schon wieder so mau gesäten Kooperationsbereitschaft in Sachen Aufarbeitung und emotionaler Transparenz unter die Nase zu reiben begonnen hätte.
Er war unbestritten fabelhaft darin, mein Verhalten je nach Bedarf auf wiederkehrende Muster und Scheinheiligkeiten zu sezieren. Und dass ich mich bemühte, bedeutete nicht, dass er sich nicht bereits für meinen nächsten hirnverschmorten Kurzschluss bereithielt.
Trotzdem verspürte ich einen Funken Enttäuschung.
Abgesehen von der Entdeckung der magischen Zensur in meinem Kopf, war unsere erste gemeinsame Sitzung vor zwei Wochen sogar irgendwie … schön gewesen.
Ja, wir hatten uns auf ganz unverfängliche Momente ohne Mum oder Jane konzentriert; es war noch nichts dabei gewesen, worauf diese Sitzungen am Ende tatsächlich hinauslaufen würden; ich machte mir keine Illusionen, Tony hatte S.E.N.F. nicht für Millionen von Dollar entwickeln lassen, um nun lediglich ein begehbares Fotoalbum daraus für mich zu kreieren --- nope , er wollte, dass ich mich der Vergangenheit stellte, allumfassend Abschied nahm und jedes einzelne magisch blockierte Unheil verarbeitete. Aber zumindest dieser Teil hatte gestimmt: Dass es nicht wehtun würde, ein wenig gemeinsam hineinzuschnuppern.
Denn das hatte es nicht.
Und etwas in mir war bereit, es nochmal zu versuchen; wollte es sogar.
Wenn auch nicht heute.
Nun, die Sache hatte sich von allein erledigt.
Und das war ganz sicher nicht die einzige halbglückliche Fügung dieses Tages.
Statt also meine Zurückhaltung bezüglich seiner Wundertechnik mit weiteren ausgeklügelten Schlagfertigkeiten, fordernder Unverblümtheit und bestechendem Charme weich zu kneten, befand Tony sich nun mit Pepper an der Westküste als gemeinsame Repräsentanten von SI und der Avengers und stellte blumige Checks aus.
Und da seine Rückkehr erst für morgen Nachmittag geplant war, nährte ich … sagten wir, vage Hoffnung, dass dieser gemeinsame Trip sie beide irgendwie wieder aus ihrer ominös andauernden Pause katapultieren mochte. Schon allein deswegen würde ich einen Teufel tun und Tony heute Abend vorzeitig heimrufen, mochte dies auch bedeuten, dass ich die anstehende Unwetternacht damit alleine im Penthouse zubringen und ganz auf Wandas magische Blockade in meinem Kopf vertrauen musste.
Es war sowieso nur der Auftakt zu meiner ganz eigenen Allein-Zuhause-Saga.
Ich würde ihn vermutlich auch die restliche Woche kaum zu Gesicht bekommen.
Sein Terminkalender las sich aktuell mehr wie eine Schnellschalte quer durchs Land, besser also, ich machte das Beste draus.
Niemand hatte zuletzt übertrieben, wie ich eingestehen musste. Ob Pepper oder Rhodey oder Tony selbst, sie alle hatten genau dies für die kommenden Wochen und Monate angekündigt.
Mehr noch, all die kurzen Zwischenstopps in Manhattan, die er die nächsten Tage immer wieder einlegen würde, waren mir allein verschuldet, fast alle davon notdürftig hineingeschoben, weder effizient, noch erholsam, aber den Großteil der Woche würde ich Tony trotz allen eng getakteten Sicherheitsstopps wohl lediglich aus der Ferne erreichen und mein eigenes Sololeben in unserem gewaltigen Penthouse führen, assistiert von Happy und FRIDAY, und … ja, das war ungewohnt und, ja, auch irgendwie beunruhigend und, im Anbetracht aller Umstände, vermutlich genau der Auslöser seiner so spontan platzierten Umzugspläne ins Hauptquartier.
Aber genau deshalb war ich so entschlossen, diese Woche zu meistern.
Ich wollte nicht, dass Tony dachte, dass ich nicht einmal ein paar Tage auf mich allein gestellt verbringen konnte, ohne dass alles gleich wieder aus dem Ruder lief und eskalierte.
Ich war fünfzehn, nicht fünf .
Ich --- würde auch ohne ihn klarkommen. Für den Moment.
Eine weitere meiner seit Tagen gärenden Befürchtungen hatte sich schließlich ebenfalls noch gleich an diesem Morgen in Luft aufgelöst.
Nachdem ich zwei ganze Schultage gefehlt hatte und das ausgerechnet inmitten des weit und breit thematisierten Massenausbruchs aus dem Raft-Gefängnis, hatte ich mich insgeheim für so ziemlich alles gewappnet, was mich bei meiner Rückkehr an der Midtown erwarten mochte. Doch als ich an diesem Morgen meinen Spind aufgeschlossen hatte, waren mir bloß die schiefen Stapel meiner eigenen Bücher und Blöcke begegnet.
Von gekritzelten Hassbotschaften keine Spur.
Es hatte mich so überrumpelt, diese Normalität , dass ich für eine Sekunde bloß irritiert dagestanden und über meine eigenen Sachen geblickt hatte, auf der Suche nach der bösen Genialität einer neuen , etwas ausgeklügelten Gehässigkeit nach guten Wochen der dämlich offensichtlichen Sticker, Federn und Kritzeleien.
Aber da war … nichts gewesen.
Natürlich hatte ich das Sekretariat letzten Mittwoch in einem ersten, sehr kurzgefassten Aufschlag über die Situation informiert, aber ich hatte keineswegs damit gerechnet, dass es bereits seine Wirkung zeigen würde, noch ehe ich das eigentliche Gespräch mit Direktor Morita und Mr. Flannigan hatte führen können.
Vielleicht hatten sie jemanden bereits während meiner Abwesenheit auf frischer Tat ertappt, erwog ich, auch wenn ich vermutete, dass Mr. Morita mich darüber spätestens im Laufe dieses Schultages informiert hätte.
Wahrscheinlicher blieb, dass mein Besuch im Sekretariat durchgesickert war. Was bedeutete, dass einfach niemand in eine potentiell ausgelegte Falle hatte tappen wollen. Was sie von Tony oder dem Bruch der Avengers oder mir hielten, musste demnach einen neuen Kanal finden und hoffentlich war es einer, der mich nicht weiter touchierte.
So oder so hatte es für einen Moment leiser Erleichterung in mir gesorgt und meine anfängliche Anspannung restlos gelöst.
Mit all den aufgeregten und bohrenden Fragen meiner Mitschüler zum Gefängnisausbruch im Long Island Sound und allen zugehörigen wilden Berichten rund um Tony oder mich konnte ich umgehen, wenn es denn sein musste. Das war halb so schlimm, so enervierend es auch sein konnte, die immer gleichen Sätze und Wahrheiten von mir zu geben.
Kurzerhand hatte ich entschieden, doch keinen Umweg über Mr. Moritas Büro zu nehmen, wie eigentlich vorgenommen, hatte das Elternformular zu meinen Abwesenheiten lediglich kurz im Sekretariat eingeworfen und war direkt in meine morgendliche Klassenstunde aufgebrochen. Ja, ich hatte Tony versprochen, die Schulleitung über die Hassbotschaften zu informieren, damit eine Lösung gefunden werden konnte, die ihn selbst nicht in ganzer peinlicher Pracht und Glorie auf den Plan rief, aber technisch gesehen hatte ich das bereits.
Und da das Problem sich anscheinend feige früh gelöst hatte, gab es auch nichts weiterzuverfolgen, das nicht länger weiterzuverfolgen war.
Nicht, solange es nicht wieder anfing.
Es gab genug andere Dinge, die ich zu lösen hatte.
Meine Sozialwissenschaftsnoten zum Beispiel.
Ansonsten würde das nämlich demnächst in einer regelrechten Blamage enden.
Allein die Tatsache, dass die Anderen sich anscheinend schon am vergangenen Donnerstag in meiner Abwesenheit über meine Beteiligung an ihrem Vortrag zu den Vereinten Nationen in die Haare bekommen hatten, sprach Bände.
Niemand ging ernsthaft davon aus, dass ich dieses Thema vermasseln konnte. Ich saß schließlich an der Quelle. Wir besprachen die UN . Das vermaledeite Sokovia Abkommen , das Tony selbst mit geformt und unterzeichnet hatte.
Nein, das hier musste gut laufen. Es musste ein makelloser Vortrag mit feuersicherem Auftreten und – bestenfalls – entwaffnendem Spezialmaterial aus FRIDAYs Archiven werden. Nicht nur um meiner nächsten Quartalsnote willen, sondern auch, weil Tony – sofern er es tatsächlich hinbekam – demnächst in einer von Cobbwells Stunden vorbeisehen würde, um von dem Abkommen und seinen Auswirkungen aus erster Hand zu referieren. Etwas, das die gesamte Midtown High jetzt schon aufrieb.
Wenn ich mich nun vor allen blamierte und aus diesem Vortrag bloß ein weiteres C- machte, während mein eigener Vater schon bald danach den exzellenten Stargast und Keynote-Redner als Hauptakteur der Sache gab, würde ich jedenfalls im immer klebrigen, linoleumgrauen Boden versinken.
Sacht atmete ich aus.
Nein, das hier durfte ich nicht verhauen.
Ich gab Tonys Unwetter-Pep-Talk ein minimalistisches Daumenhoch, um zu signalisieren, dass ich keinen Anlass zur unmittelbaren Panik sah, dann tippte ich auch schon in einem Anflug harscher Motivation drauflos.
17:46 Uhr Ich: Ist es ok, wenn FRI uns beim Vortrag hilft?
17:46 Uhr IronDad: Definiere „hilft“.
17:47 Uhr Ich: Beim Recherchieren und Drüberlesen. Für den Faktencheck. Und vllt beim Üben.
17:47 Uhr IronDad: Geht klar.
Der kleine Ball lauer Nervosität verwandelte sich prompt in verboten weiches Glück.
„Ihr hattet schon angefangen, oder?“, fragte ich und hob meinen Blick von dem transparenten Display in meiner Hand.
Entspannt nickend warf Ned den Comic beiseite und begann seinen Laptop aus seinem mit Blöcken und Büchern überladenen Rucksack zu manövrieren. „Wir hatten Freitag schon ein paar Slides vorbereitet … Das war aber eigentlich nur Brainstorming. Es sind die Schlagwörter, die wir auf jeden Fall aufgreifen sollen-“
Ich blätterte durch meine losen Aufgabenblätter. „Die Liste mit den Stichworten?“
„Ja, die. Mr. Cobbwell sagte, das sei der Erwartungshorizont. Jede Gruppe hat so eine Liste bekommen. Aber wenn wir mehr aufgreifen, können wir richtig was rausholen. Ich meine --- der UN-Sicherheitsrat?“ Ned strahlte mich an. „Dein Dad hat schon vor ihm gesprochen . Die Avengers arbeiten jetzt mit ihm zusammen. Der Sicherheitsrat hat gerade erst dieses neue Gremium gebildet, das nur für Superheldeneinsätze im Ausland zuständig ist, richtig? Und dein Dad ist der neue Avengers-Direktor --- quasi das, was Fury früher war. Das heißt, er hat direkt mit ihnen zu tun, steuert alles, stellt ein neues Team zusammen ... Ich mein, das ist unglaublich cool , oder?“
Ich nickte, auch wenn sich in mir gleich wieder ein fester Ball der Überforderung bildete. „Okay, und wo … fangen wir an?“
„Wir könnten die einzelnen Schlagwörter aufteilen, dann erledigt jeder einen Part“, sprudelte Ned mit bemerkenswerter Vorfreude weiter, „--- oder wir gehen es gemeinsam durch. Heißt, einer tippt und die beiden anderen suchen und werfen alles rein, was wir erwähnen sollten …“
„Wir haben nur noch knapp eine Stunde, bis Happy mich abholt“, erinnerte ich.
Neds Optimismus fiel in sich zusammen, nur um gleich wieder aufzuleben. „Aber wir können es morgen per FaceTime fertigmachen --- Jaaah , das sollte gehen.“ Er begann schnell zu tippen. „Der ganze Spezialteil, der muss auf jeden Fall rein. So cool. Aber das schaffen wir nicht alles. Wir müssen nochmal etwas für morgen abmachen.“
„Na ja, ich …“, begann Peter ein wenig befangen, nur um gleich wieder abzubrechen, kaum dass ich zu ihm aufsah. Er warf einen auffällig bedeutungsschwangeren Blick in Neds Richtung, nicht ganz unähnlich dem, den er schon kurz zuvor vor May verwendet hatte. „Ich … ich meine, vielleicht ist es etwas kurzfristig … mit dem Election Day und so …“
„Oh, stimmt.“ Ned sah enttäuscht drein. „Aber Mittwoch sind wir auf Exkursion und Donnerstag tragen wir schon vor … Wenn wir jetzt nicht fertig werden-“
„FaceTime passt“, versicherte ich schnell. „Ich hab morgen noch nichts vor.“
Ned sah auf. „Echt nicht?“
Verwirrt runzelte ich die Stirn.
„Geht ihr nicht … auf so eine Präsidentengala oder so?“
Eine magere Mischung aus Glucksen und belustigtem Grunzen entfuhr mir.
Nun, es stimmte, morgen entschied sich, ob Präsident Ellis für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden würde oder nicht. Und für das präsidentielle Avengers-Dekret, unter dem Tony seit gut drei Wochen auf nationaler Ebene agierte, mochte diese Frage vermutlich auch ziemlich relevant sein, obwohl er dazu bislang kein einziges sonderlich beschäftigtes Wort vor mir hatte fallen lassen, noch auffällig viele generelle. Aber gut, das bedeutete nicht viel, schließlich war es nicht so, als schüttete Tony mir in Sachen Iron Man und dem laufenden Superheldengeschäft allzu häufig sein Herz aus. Seine Transparenz und Vorwarnzeit in diesen Dingen betrugen seit Leipzig endgültige null Komma nichts, flankiert von schiefen Blicken und einer sich rapide verdunkelnden Miene, sobald ich irgendeine Form von Neugier zeigte.
Nein, für mich würde es nicht mehr als ein schulfreier Tag werden.
Und davon gab es diese Woche gleich zwei. Also konnte ich durchaus einen dafür opfern, Mr. Cobbwell und alle anderen zur Abwechslung einmal von meiner grundsätzlichen Intelligenz zu überzeugen.
„FRI ist an Bord“, ließ ich die beiden Jungs wissen. „Sie schaut mit drauf und ergänzt, was noch fehlt, in Ordnung?“
Ned strahlte gleich noch einen Tick fester auf. „FRI --- warte, ist das-“
„Dads KI, ja.“
„Und --- wir dürfen das?“
„Ich hab ihn gefragt. Er sagt ja … also, für die Korrektur und für Infos …“
Seine Augen wuchsen besorgniserregend weiter. „Du hast Tony Stark gefragt, ob wir seine KI für unseren Vortrag benutzen dürfen?“
Ich hob eine Achsel. „Meistens erlaubt er es nicht. Hausaufgaben korrigiert sie nur. Und manchmal gibt sie Tipps, wenn ich … keine Ahnung, echt keinen Plan hab. Er hat diesen angemessenen Lösungszeitraum hinterlegt, schon letztes Jahr, deshalb darf sie mir Antworten für die Schule erst geben, wenn ich mich lange genug selbst damit beschäftigt hab. Ich kann ihr nicht meine Hausaufgaben geben, damit sie sie für mich erledigt, oder so … Nicht mehr jedenfalls, das hat er blockiert.“
Ein leises Grinsen wanderte über Peters Miene. „Du hast sie deine Hausaufgaben machen lassen?“
Dumpf verlegen zögerte ich. „Das war im Homeschooling …“ Und dann, etwas gelangweilter, weil mich beide viel zu unterhalten anstarrten: „Es war nur einmal. Ich hatte schon alles erledigt. Dad --- na ja, er hat dieses nächste Modul gestartet, weil … ich hab ihn irgendwie genervt und … umm , es war nicht richtig ernst gemeint, dass sie mir die Antworten geben soll, aber er hat es danach angepasst. FRI war überfordert. Sie soll mir immer bestmöglich assistieren, aber in dem Fall hätte sie die Aufgaben für mich lösen müssen, die sie selbst für mich erstellt hatte, also … moralisches Dilemma oder so.“ Peter und Ned grinsten mich unverändert begeistert wie unterhalten an. Ich rollte mit den Augen. „Lasst uns anfangen, okay?“
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Schon eine gute halbe Stunde darauf klopfte May Parker an die angelehnte Zimmertür und schob den Kopf herein.
Beinahe ging es im trommelnden Klang des fegenden Regens gegen Peters Fenster unter.
„Hey, ich weiß, ihr seid noch nicht fertig, ich wollte nicht stören, aber draußen herrscht gerade Sintflut“, informierte sie uns. „Ich dachte, ich gebe besser kurz Bescheid.“ Rasch sah sie ins Wohnzimmer zurück, aus dem ein paar Stimmen aus dem Fernseher zu vernehmen waren. „Mehrere Tunnel sind geflutet. Sie machen im Moment die Interstate dicht. Angeblich wird es noch schlimmer … An unserer Straße sieht es ähnlich aus. Ich hab unten nachgesehen. Das Wasser steht schon über den Knöcheln.“
„Gleich hier?“ Überrumpelt brachte sich Ned auf die Beine.
Da wir inzwischen im losen Dreieck auf dem Hochflorteppich beisammensaßen, folgten Peter und ich ihm mit Blicken empor, als Ned ans Fenster hinübertrat und probehalber auf die Straße hinabstierte.
Ich bezweifelte, dass durch das schlierend nasse, dunkle Fenster viel zu erkennen war, aber er wirkte bekümmert.
Nun, da keiner mehr etwas sagte, vernahm ich auch die klaren Fragmente sich überholender Sirenen aus der Ferne, die Peter schon seit ein paar Minuten immer wieder stirnrunzelnd aus unserer Vortragsarbeit hatten aufmerken und unruhig zu seinem Schreibtisch blicken lassen, als sei irgendetwas auffälliger daran als gewöhnlich.
Bislang waren wir klasse vorangekommen.
Die Zeit hatte für einen Augenblick jegliche Konturen verloren. Während wir uns von Stichwort zu Stichwort gehangelt, Internetseiten durchforstet und Textblöcke auf ihre wesentlichen Aspekte eingedampft hatten, hatten wir zeitgleich über unser Foliendesign diskutiert, geradezu energisch mit ihnen herumexperimentiert und FRIDAY zum – zugegeben, unermüdlich begeisterten – Schiedsrichter erklärt. Peter und Ned entpuppten sich jedenfalls als fantastische Gruppenarbeitspartner: konzentriert und manchmal notorisch exakt, aber dann wieder locker, unbeschwert, fast schon risikofreudig und konstant fasziniert.
Zum ersten Mal seit Schulbeginn an der Midtown High hatte ich das Gefühl an etwas zu sitzen, das Mr. Cobbwell ähnlich deutlich überzeugen konnte wie Mr. Chakrabarty oder einen meiner anderen Wissenschafts- und Wirtschaftslehrer. Und ein Großteil davon war eindeutig Neds Verdienst, der mit geradezu hellseherischer Gewissheit an jeden einzelnen Aufgabenteil heranging.
Unvermittelt schwor ich mir, ihn Tony vorzustellen, sobald es irgendwie ging.
Ich war derart erleichtert, in ihrer Gruppe gelandet zu sein, dass mein Magen regelrecht weich wurde, wenn ich nur an die Alternativen und all die damit umschifften anderen Ausgänge dachte. Wichtiger noch, ich fühlte mich wohl, ich fühlte mich … real an, wenn ich hier auf Peters rauem Hochflorteppich saß, seinen Wandschrank im Rücken und umgeben von ihrer beider manchmal schier beeindruckendem und dann wieder konstant beeindruck ten Gequassel. Als existiere diese neue Version von mir tatsächlich, die beide Seiten kannte, die beides war, niemand von Bedeutung und doch irrwitzig berühmt, und beides irgendwie zugleich .
„Glaubt ihr, es wird in einer Stunde besser?“
Neds verunsicherte Frage riss mich zurück in die Gegenwart.
„Sie sagen, es wird weiterregnen.“ May schien pessimistisch. „Am besten bleibst du hier. Ich rufe zu Hause an, damit sich niemand Sorgen macht. Ihr habt morgen ohnehin schulfrei, das ist am einfachsten.“
Er nickte erleichtert und fast ein wenig beschwingt. „Hey, wir könnten mit dem Todesstern weitermachen“, schlug er Peter prompt vor.
Dieser nickte, wenn auch etwas verhaltener. „Klar.“
May sah bereitwillig zu mir weiter. „Vielleicht gibst du auch daheim Bescheid. Ich kann die Couch im Wohnzimmer bettfertig machen. Genug Platz ist da. Das bekommen wir hin. Ihr solltet beide übernachten, es ist wirklich kein Problem, und dann muss niemand mehr durch dieses Wetter. Stimmt‘s, Pete?“
Er nickte rasch. „Ja, klar … Kein Thema.“
Sie schenkte ihm ein Lächeln, ehe sie wieder zu mir sah. „Im Moment ist ohnehin kein Durchkommen.“
„Es sei denn, ihr habt ein Boot“, bemerkte Ned locker scherzend.
Hatten wir , dafür legte ich nach meiner bereits augenöffnenden Immobilienrecherche auch ohne näher nachzufragen meine Hand ins Feuer. Eine irrwitzig exklusive Yacht, vermutlich, die Tony bislang einfach keine explizite Erwähnung wert gewesen war, auch wenn ich bezweifelte, dass sie – sofern existent – derzeit in Lower Manhattan ankerte.
Peter erhob sich, schüttelte beiläufig seinen Arm aus und trat zu Ned ans Fenster.
Auch, wenn Happy das just aufkommende Hochwasser ganz sicher bereits auf dem Schirm hatte und vermutlich gerade dabei war, tatsächlich auf Marine umzusatteln, griff ich mein StarkPhone, um ihn aus erster Hand wissen zu lassen, wie sinnlos die Lage aussah, und setzte dann eine schnelle Nachricht mit dem gleichen Update und Mays Übernachtungsangebot an Tony ab.
Ich glaubte nicht wirklich, dass viel daraus wurde. Vermutlich ließ Tony eher eigenhändig ganz Queens abpumpen, als dass er mich in einem völlig durchschnittlichen New Yorker Apartment ohne die geringste Security oder auch bloß einen Portierdienst übernachten ließ. Aber zumindest wurde es damit nicht zu meinem Problem, wenn ich hier länger verblieb, bis jemand einen trockenen Weg fand, mich von hier aufzusammeln.
Dass Tony gleich die SUN-1 aussenden würde, um mich heimzubringen, hielt ich für arg unwahrscheinlich. Obwohl mir diese Möglichkeit in den Sinn kam, widersprach die beruhigend simple Logik: Er würde die Existenz meines Anzugs, vielbeschworene Saving Unit hin oder her, bestimmt nicht wegen eines kleinen Hochwassers und ein paar unterspülter Tunnel so kurz nach dem unterzeichneten Sokovia Abkommen zur nächsten öffentlichen Debatte machen, mochte er heute Nacht weit entfernt in Malibu Point hocken oder nicht.
„Wusstet ihr, dass New York City langsam im Meer versinkt?“, erkundigte sich Ned, als May das Zimmer verließ, um nach dem Abendessen zu sehen.
Fernes, noch unhörbares Gewitterlicht färbte die rechte Gesichtshälfte beider Jungs für einen Sekundenbruchteil schwach violett, während sie einhellig hinausstierten.
„Der Meeresspiegel steigt an“, erklärte Ned und hob selbsterklärend die Achseln. „Außerdem ist das Sediment nicht besonders stabil und für so viele Hochhäuser geschaffen. Es sinkt jedes Jahr ein paar Millimeter ab.“
Peter schien beeindruckt. „Wirklich?“
Ned nickte, regelrecht fröhlich vor Stolz. „Außerdem ist die Stadt komplett unterhöhlt, voller ungenutzter alter Tunnel und Kanäle und Grundwasserhöhlen. Deshalb bricht auch ständig irgendwo die Straße ein.“
Ich sah vom StarkPhone auf. „Die Straße bricht ein?“
Er nickte weiter. „Manchmal sind es richtig große Senklöcher und es erwischt einen Bus oder ein Auto, nicht wahr?“ Er sah zu Peter. „Dieses eine Loch, letztes Jahr in Brooklyn? Wie groß war das?“
„In Sunset Park?“
„Ja.“
Peter schüttelte den Kopf. „ Umm , keine Ahnung … zwanzig Fuß?“
„Und es gab noch dieses andere, das noch größer war, nach dem Wurmloch-“
„Stimmt, ja ...“ Peter zögerte. „Sechzig Fuß, sagte Ben. Das war riesig.“
Meine Brauen stiegen. „Sechzig Fuß … tief ?“
Beide Jungs bestätigten mit so feierlichem Nicken, dass ich begriff, dass sie mich nicht auf den Arm nahmen, sondern der Boden unter New York tatsächlich hin und wieder zusammenbrach und ein Loch in der Größe eines fünfstöckigen Hauses zurückließ.
Überrascht schob ich mich am Wandschrank empor zurück auf meine vom langen, angewinkelten Sitzen sacht kribbelnden Beine. „Und das hatte nichts mit der Invasion zu tun?“
„Nein.“ Ned hob die Schultern. „So ein alter Kanal ist zusammengebrochen. Passiert öfters. Eigentlich ständig.“
„Einfach so?“
Peter wiegelte ab. „Na ja, meistens regnet es vorher stärker wie gerade. Oder es wird irgendwo in der Nähe gebaut oder gegraben. Kam hier in Queens auch schon vor. Diese Löcher sind nicht immer krass tief, aber …“
„Ab und zu bricht die Straße eben weg“, endete ich.
Er hob die Achseln und behielt sie unbewegt überführt oben.
Im selben Moment begann das StarkPhone in meiner Hand zu summen. Mein Blick sprang darauf zurück, wie auch der Blick beider Jungs.
„Sorry, ist mein Dad“, murmelte ich und ging dran, während Ned auch schon sichtlich strahlend ein glucksend gesenktes „ Tony Stark! “ raunte, als ginge Peter ihm nicht längst in seiner Werkstatt persönlich zur Hand.
„Einverstanden.“
Verwirrt blinzelnd hielt ich inne.
„Die spontane Pyjamaparty? Parker?“, führte Tony irritierend unbekümmert aus. „Geht klar. Happy sammelt dich morgen auf, sobald die Straßen wieder trockenliegen. --- Hey, Waterworld , bist du dran?“
„Ja --- umm , jupp, klar …“, stotterte ich just drauf los. „Ich darf übernachten?“
„Sagte ich gerade.“ Fast konnte ich Tony die Augen angesichts meiner Reaktion unversehens misstrauisch gemacht zusammenkneifen sehen. „Ihr beide seid nicht allein, seid ihr?“
„ Was ? Nein ... Seine Tante ist hier. Ned bleibt auch.“ Aus dem Augenwinkel sah ich Ned gleich noch etwas begeisterter dreinsehen. „Die Straße steht unter Wasser“, erinnerte ich.
Tony schien jemanden anzulächeln, denn plötzlich war da diese kurze irreguläre Pause, die mich daran erinnerte, dass er vermutlich nach wie vor durch irgendeinen Saal mit glänzenden Böden, kunstvollen Obstarrangements und europäischen Kristallgläsern wie auch dutzenden finanzierungsbedürftigen Genies und Milliardären in Samtfliegen und japanischer Seide flanierte. Seine Stimme setzte sich in geschmeidigem Kontrast zum sanften Rhythmus des im Hintergrund spielenden Bossa-Novas: „Okay, alles nach Standardprozedere-“
„Ich sag FRIDAY Bescheid, wenn mir etwas komisch vorkommt“, bestätigte ich. „Wenn was passiert, geh ich in Deckung, du machst dein Ding … Armband bleibt dran. Die ganze Charta, check .“ Ich atmete aus. „Kein Unsinn, kein Alkohol, kein --- gar nichts , versprochen.“
„Das gerade? Klang wie AC/DC in meinen Ohren.“
Ich verdrehte die Augen. „Jupp, lustig.“
„Sag Peter, ich kenne seine Sozialversicherungsnummer.“
„Werde ich nicht.“
So unmöglich, wie nur er es konnte, sprang er ohne den geringsten Tonwechsel von Stichelei zu Ernsthaftigkeit zurück: „Und falls der Kopf loslegt, auch nur ein winziges, komisches Zwicken-“
„Erfährt FRI es“, parierte ich gekonnt. „Tagebuch, schon klar.“
„Sie bekommt dich in fünf Minuten in die MedBay oder zu Dr. Palmer, wenn es sein muss“, erinnerte Tony unbeirrt. „Kein Risiko. Egal, was die Prognose sagt, fangen deine Werte an Samba zu tanzen, beenden wir die Party, bevor sie Fahrt aufnimmt.“
Ich gab einfach einen weiteren dicht zustimmenden Laut von mir.
Ich fühlte mich prima, aber besser ich stellte mein Glück nicht mit zu offen demonstriertem Optimismus auf die Probe. Dass er Mays Übernachtungsangebot ohne aberwitzige Vorkehrungen á la Mark-43-Bodyguard zustimmte, blieb rätselhaft genug.
Selbst , wenn Tony mich nach den Wogen des Wochenendes bloß mit demonstrativ unkompliziertem Auftreten wieder für sich zu gewinnen versuchte, während er klammheimlich eine seiner Überwachungsdrohnen aussandte, damit diese für den Rest der Nacht über uns kreiste, war ein nach außen glattes und vollkommen simples Geht klar ganz sicher nicht das, was ich erwartet hatte.
„Cool, also, dann …“ Möglichst gleichgültig beeilte ich mich das Gespräch zu beenden. „Bis morgen?“
Vielleicht in Ermangelung verbliebener Schlagfertigkeiten schnaufte Tony bloß sacht. „Alles klar. Viel Spaß. Haltet die Füße trocken.“
„Jupp.“
Er legte auf.
-/_\-
„Ihr baut den LEGO-Todesstern?“
Fette Regentropfen prasselten noch immer unbändig gegen das Fenster, als ich eine gute Stunde später kurzerhand auf Peters höher gelegenes Bett kraxelte, um ihm dabei zu helfen, die Aufbewahrungsboxen beiseite zu räumen.
„Ja“, bestätigte er. „Aber wir können auch etwas anderes machen, ehrlich, wir können einen Film schauen oder-“
„Ist das nicht eines von diesen Sets mit irre vielen Teilen?“, unterbrach ich.
Er zögerte. „Über dreitausend, ja.“
„Wow.“ Hob dumpf ich die Brauen. „Das Set ist … irre teuer, oder?“
Peter musterte mich, bis ich die Augen verdrehte und mich einfach den Boxen zuwandte. „Ich hab‘s nicht, ehrlich. Wenn wir Star Wars schauen, redet Louis bloß immer davon … Devs kleiner Bruder.“
Gewieft hob er die Mundwinkel. „Also … schaust du Star Wars öfter?“
Ich gluckste. „Wer nicht?“
Wir hatten gerade gegessen, einfaches gebackenes Mac’n’Cheese und dazu ein paar sehr knusprige Chicken Nuggets. Mein Magen fühlte sich fast etwas zu voll an, als ich mich reckte, die erste Box packte und mitten in der Bewegung eine Strategie zu suchen begann, sie über die eiserne Reling des oberen Etagenbetts zu schieben. Kaum jedoch, dass Peter die Arme hob und nach ihr griff, verschwand sie schon ohne mein weiteres Zutun Richtung Boden.
Kurzerhand erklärte ich meine Unterstützungsmission für beendet, ließ mich in das zweite Bettzeug zurücksinken und studierte die Aussicht an die blanke, von gelegentlichem Wetterleuchten ergrünte und dann wieder für Sekundenbruchteile blaumarmorierte Zimmerdecke.
„Ned hat echt lange gespart …“, setzte Peter unversehens wieder an. „Er hat auf paar Geburtstagsgeschenke verzichtet, seinen Cousins Nachhilfe gegeben und einem seiner Onkel mit der neuen Website für seinen Laden geholfen.“
Die zweite Aufbewahrungsbox neben mir verschwand, als sei sie nicht mehr als eine große Packung Zuckerwatte.
Ich legte den Kopf zur Seite und schielte zwischen den Eisenstangen zu ihm herab. „Stemmst du eigentlich Gewichte oder so?“
Peters Kopf fuhr verunsichert herum. „ Hm ?“
„Ich meine nur …“ Unentschlossen setzte ich mich wieder auf. „Sieht bei dir manchmal echt super leicht aus. Heben und werfen und laufen … und all das. Nicht immer, nur … ab und an eben. Irgendwie seltsam.“
Er gluckste, merklich verlegen und doch irgendwie auf der Hut. „Was?“
Ich zuckte die Achseln. „Ist nicht nur mir aufgefallen“, versicherte ich unbewegt. „MJ sagt es auch. Trainierst du irgendwie?“ Ein magerer Verdacht beschlich mich. „Ist es … wegen Flash?“
Peter stockte. „Nein --- ich, na ja, ich helfe May meistens beim Tragen“, wich er aus, „und … manchmal auch Nachbarn, mit Sachen, Einkäufen, du weißt schon … “
Ich nickte langsam.
„Da ist nicht viel drin“, beteuerte er und wies zu den beiden aufgestapelten Boxen. „Ehrlich, nur so Zeug ...“ Sacht befangen rieb er sich den Hals. „Flash … redet bloß viel Schwachsinn, mehr nicht …“
Mein Blick glitt zum Fenster zurück.
Vom oberen Bett aus sah man tatsächlich bis auf die Straße hinab. Als der Regen dank eines böigen Windwechsels für einen Augenblick wieder dünner wurde, entdeckte ich zwei zur Hälfte vom Hochwasser verschluckte Scheinwerfer, die ihr gedimmtes Licht in den Abend aussandten. Das Auto schien eingepfercht zwischen halb treibenden Müllsäcken und Straßenlaternen im Dunst der blauen Neonlichter eines kleinen Reparatur-Elektronikladens. Hart und beständig trommelten die Tropfen auf das Blechdach nieder.
Das gedämpfte Gurgeln und Schnaufen der überforderten Kanalisation, das bis zu uns hinauf raunte, kroch wie Geisterfinger mein Rückgrat empor.
Als der Straßenblock gewitterbleich aufhellte, nur um just wieder in nächtlich fragmentiertes Zwielicht zu fallen, bemerkte ich eine blonde Frau im Beifahrersitz.
Sachte erstarrte ich.
„Ich glaub, da unten steckt jemand fest“, bemerkte ich lau, gerade als Ned mit einem Tablett voller Nachos, Cracker und Cheetos zu uns ins Zimmer zurückkehrte.
Peter merkte auf. „Auf der Straße?“
„Ja, da steht ein Auto. Ich glaub, es hat sich festgefahren oder so.“
Er trat neben mich, in die kleine Bucht zwischen Bett und Fenster.
„Diese Frau da“, wies ich hinab.
„Wo?“
„Im Auto.“
Ich beugte mich weiter vor und an seinem Kopf vorbei. Die Wärme seines Gesichts streifte mich. Aus direkter Nähe roch er vage nach Wachs und Kastanien.
Die Fremde schien auf ihre Füße zu schauen. Vielleicht war sie eingeschlafen oder ohnmächtig, realisierte ich, denn sie schien sich nicht weiter zu regen. Im bläulichen Neonlicht wirkte ihr blondes Haar fast gespenstisch. „Dort“, murmelte ich. „Auf dem Beifahrersitz.“
„Was ist los?“ Belustigt trat Ned näher, doch kaum, dass er unsere Gesichter sah, gesellte er sich stirnrunzelnd dazu und trat hinter Peter. „Ist irgendwas passiert?“
„Sola sieht jemanden.“ Peter wandte den Blick nicht von der Straße ab. „In dem … Corolla?“
„Ja, gleich hier unten, der mit den eingeschalteten Lichtern.“ Ich blinzelte, denn plötzlich war da niemand mehr. Sie war nicht länger da. Verwirrt ließ ich meinen Blick springen, über die schwarzen Schemen der sacht treibenden Müllsäcke, Flaschen und Kartonage und den hastig unordentlich gestapelten Sandsäcken vor den angrenzenden Ladentüren. „Gerade eben noch --- sie war im Auto. Ist sie ausgestiegen?“
Peters Augen schweiften umher, während mir unversehens die Stimme wegblieb.
„Ich sehe niemanden. Sie war auf dem Beifahrersitz?“
Ich sagte nichts, denn unversehens wurden die Geisterfinger in meinem Rückgrat schäbig kalt.
Sie hatte wie Jane ausgesehen, wisperte es in meinem Hinterkopf. Es war Jane gewesen.
Knapp schluckend stierte ich weiter in den Regen. Meine Kehle wurde trockener mit jeder Sekunde.
„Vielleicht war es eine Spiegelung?“, vermutete Ned und griff sich zwei Cheetos vom Tablett.
Ich hob die Achseln. „Ja.“ Doch mein Magen vollzog einen kleinen Flip.
Es war keine Spiegelung gewesen. Die Frau war da gewesen, so absolut unverkennbar deutlich, dass ich umgehend begriff, dass es schon wieder geschehen sein musste. Eine Phantomerinnerung , eine blanke Halluzination, geboren aus der magischen Blockade in meinem Kopf, eine vollkommen irrationale Komplementierung der Realität, ohne die geringste Vorwarnung. Das Fantasieergebnis einer unvollendeten Gehirnaktivität, die Wanda bewusst in partiellen Dornröschenschlaf versetzt hatte, damit ich hier sitzen und sprechen konnte, als sei mir nie etwas in Starkregen, Gewitterblitzen und knirschendem Blech widerfahren.
Simple Rückkopplungslücken, hatte ich es in Ermangelung anderer Erklärungen vor Tony genannt.
Dieselben unheimlichen neuronalen Artefakte, die S.E.N.F. nicht anders bildlich darzustellen vermochte als in spiegelnd öliger Zensur. Eine Leere, ohne Struktur oder Textur oder Boden. Informationen, die sich bei der geringsten bewussten Annäherung selbst zerlegten, verzerrten, verschluckten .
Sachte erschauerte ich. Tony --- durfte nichts hiervon erfahren.
Dass er von der magischen Blockade wusste, war bereits unglücklich genug.
Wenn er erkannte, dass sie nicht nur jede emotionale Aufarbeitung durch undurchdringliche Zensur blockierte, sondern auch meine tatsächliche Urteilskraft im Hier und Jetzt durch lebensechte Halluzinationen sabotierte, würde er ---
Ich hatte keine Ahnung, was er würde. Aber was auch immer es war, es würde alles nur noch schwieriger machen.
Absolut alles .
„Ned hat recht“, wiederholte ich hastig, getragen von der blassen Woge meiner aufkeimenden Unruhe. Ich rutschte die Leiter des Etagenbett herab und sah Peter nicht allzu genau an. „Sorry, war nur das Licht.“
Anscheinend kaufte er es mir ab, denn er hob matt die Achseln und nickte, aber er sah dennoch noch einmal hinaus.
Obwohl absolut satt, griff ich rasch nach dem Snacktablett in Neds Hand und schnappte mir ein paar Cheetos. „Also, der Todesstern? Wie weit seid ihr?“
„Hat Peter ihn dir nicht gezeigt?“ Ned wies über die Schulter. „Ich hol ihn schnell, er ist-“
Peters Statur verhärtete. Es war seltsam, denn er machte keinen Laut, aber etwas in seiner abwesenden Bewegung ließ Ned mitten im Satz abbrechen und merklich beunruhigt zu ihm herübersehen. Also tat ich es ihm gleich.
Er fuhr herum. „Ja, umm , lasst uns-“
„ Ohh , verdammt, da ist doch jemand“, raunte Ned nervös auf, als er sich schon an ihm vorbeischob. Seine Stimme beschleunigte sich. „Ich glaube --- Peter, ich glaube, sie brechen gerade ein. --- Denkt ihr, das dort unten ist ihr Fluchtwagen?“
Überfordert scherte ich ebenfalls zum Fenster aus und folgte den drei dunkel gekleideten Schemen, die sich tatsächlich soeben an der Eingangstür des Elektronikladens zu schaffen machten und dabei den kleinen Wall aus spärlich aufgetürmten Sandsäcken kollabieren ließen. Es schien ihnen nichts auszumachen, sie platschten konsequent durchs wadentiefe Wasser. Einer von ihnen hielt eine dunkle Tragetasche bereit.
„Schätze, sie sind hier, um zu plündern“, bemerkte Peter still. „Der Regen macht es einfach.“
„Sie wissen, dass wegen des Hochwassers niemand schnell genug hier sein wird, selbst wenn man sie erwischt“, verstand ich. „Aber … ist das nicht bloß ein Laden für Reparaturen?“
Missgünstig hob er eine Achsel. „Sie haben teure Geräte. Elektronik. Bauteile. Viel, das sich trotzdem gut verkaufen lässt.“
Die Tür des Ladens sprang auf und ein halbherziger Alarm ging los, kaum mehr als ein Hintergrundsingen vor dem donnernden Regen und den dunkel röhrenden Wolken. Es währte nur fünf lange Sekunden, ehe die orangeblinkende Anlage auch schon mit roher Gewalt außer Kraft gesetzt schien und wieder verstummte, kurz nachdem die Unbekannten im Gebäude verschwanden.
Das Wasser vor dem neonblauen Schaufenster schimmerte im Sprühnebel des dicht aufschlagenden Regenschauers und erschwerte die Sicht.
„Sollten wir nicht die Cops rufen?“, fragte ich angespannt, da Ned und Peter bloß weiter unruhig hinabstierten und auf der Stelle scharrten. „Ich meine, stimmt, ja , es ist gerade wahrscheinlich überall jede Menge los, aber …“
Ned sah Peter fest in die Augen.
Ich begriff nicht, was sie beide so unerklärlich stumm hielt, dass es Peters Blick geradezu nervös über sämtliche Schemen am überfluteten Boden umherspringen ließ.
„Leute?“, intonierte ich etwas drängender. „Okay, ich --- ich ruf jetzt einfach an.“
Aber ehe ich noch ganz mein StarkPhone aus meiner Jeans gefischt bekam, platzte Ned schwer raunend los: „ Mann , Alter, sie ist seine Tochter. Wenn du es nicht ihr sagen kannst, wem dann?“
Verwirrt hielt ich inne. „Mir was sagen?“
Peter verschränkte die Arme, ohne mir eine Antwort zu liefern, nur um sie gleich wieder aus ihrer halbgaren Umklammerung zu lösen, sein aufgewühlter, fast panischer Blick ganz und gar auf Ned gerichtet. „ Hey , du hattest versprochen -“
„ Jaah , aber sie räumen dort unten gerade den Laden aus. Direkt hier. Vor deiner Wohnung .“ Ned fuchtelte mit seiner tablettfreien Hand zum Fenster. „Und --- Mann , das ist genau dein Ding !“
„N ed !“, unterbrach Peter hilflos raunend, packte ihn bei der Schulter und schob ihn diese winzige Armlänge mit sich beiseite, die überhaupt noch an Freiraum zwischen uns und seiner Zimmerecke existierte, womit prompt eine kleine Menge Cheetos und Chips zwischen ihnen zu Boden regneten.
Irritiert beobachtete ich sie.
Was zum Teufel ging gerade vor sich?
„Die Cops werden nicht schnell genug hier sein“, beharrte Ned, während Peter noch einen halb erstickten Versuch startete, ihn weiter zu unterbrechen. „ Alter --- ich mein‘, komm schon . Tony Stark weiß es doch auch .“
„Weiß was ?“, wiederholte ich überfordert. „ Hey --- geht es um Spider-Man?“
Beide Jungs erstarrten.
„Kannst du ihn …“ Meine Stimme brach ab. Herrufen , hatte ich fragen wollen, aber dann war da plötzlich nur noch Peter und sein just unselig ertappter Blick und – mehr noch – Neds bestätigend geweitete Augen und ---- scheiße, oh --- oh, OH , scheiße verdammt .
Fast ließ ich mein StarkPhone fallen. Meine Finger wurden weich.
Nein .
„Du bist er “, begriff ich. „Du bist --- du bist ---“
Mein Kopf schuf neue Netzwerke in Sekundenbruchteilen und plötzlich war da so viel Klarheit, so viel Offensichtlichkeit , eine irrsinnige Menge von Sachen, die plötzlich zusammenpassten und ineinandergriffen und --- einfach alles erklärten, was absolut absurd und zufällig und irrwitzig erschienen war; was direkt vor mir gelegen hatte und sie alle umschifft hatten wie den tonnengroßen Leuchtturm blanker Logik , der es war. Tony. Peter. Ned. Happy .
„Das bist du gewesen, an Halloween.“ Mein Gehirn sprang im Zick-Zack. „Und in Leipzig. Dort am Flughafen …“ Mein Magen sank. Natürlich . „Du warst dort. Du warst --- überall . Deswegen das Praktikum … Die Chemikalien aus der Schule. Die Fluidstudie --- die verdammte Fluidstudie!“
Ich wusste nicht, warum ich wütend wurde, aber ich war es. Schlagartig war ich es.
„Mr. Stark hat es mich schwören lassen“, begann Peter sofort. „Er --- er sagte, dass du es nicht erfahren darfst, egal, wie .“ Verzweifelte Hast verblieb in seiner Stimme. „Er sagte, wenn du damit zu tun bekommst, es nur erfährst --- wenn ich es dir sage und dich irgendwie mit reinziehe, dann … dann bin ich raus, Game Over . Er sagte, dann war’s das.“ Überfordert atmete er aus. „Er hat sich diese Geschichte ausgedacht, mit dem Betriebspraktikum und dem Seminar und --- ich musste schwören, dass es unter uns bleibt.“
Fassungslos hielt ich seinen Blick. „Er sagte, du sollst mich anlügen?“
Peter zögerte. „Na ja … Irgendwie . Mr. Stark sagte, wenn du Fragen stellst, soll ich ihm Bescheid geben und … na ja, er klärt es dann.“ Unglücklich sah er beiseite.
Mein Ärger verwandelte sich. Plötzlich wurde er schwer und fast unerträglich dicht, aber er war jäh vollkommen und gänzlich reglos.
„Leute“, unterbrach Ned befangen. „Ich glaub, sie … ähm , sie hauen gleich ab.“
Peters Kopf fuhr herum.
„Los“, murmelte ich. „Mach schon. Schnapp sie.“
Prompt zog er sich den Hoodie vom Kopf, fischte eine ikonisch bekannte Maske aus seinem Rucksack und begann aus seiner Hose zu steigen, nur um direkt darunter die wohlbekannten hautengen, roten und blauen Partien zu offenbaren. Ich beobachtete ihn, insgeheim nach wie vor fassungslos, wie offensichtlich es alles plötzlich wirkte und wie blind ich gewesen war und anscheinend auch fortwährend und absolut kalkulierbar blieb .
Er hat mir nicht zugetraut, es selbst zu begreifen.
Und er hatte recht behalten.
Ich wollte nicht darüber nachdenken, was dies bedeutete, nein, was dies entgegen seiner so ungeheuerlich zusprechenden Worte von vor zwei Wochen bewies . Ich wollte nicht darüber nachdenken, was es bedeutete, dass Tony mich für derart kurzsichtig und leicht zu täuschen hielt, dass es ihn bloß eine absurd konstruierte Geschichte um ein vollkommen irreguläres Praktikum vor einer Horde verdächtig seltsamer Zufälle abverlangte, um unbesorgt in den Schlaf zu fallen.
Peter war bereits an der Zimmerdecke, als ich den Gedanken angestrengt herabschluckte. Ich hatte nicht einmal mitbekommen, wie er hinaufgekommen war, aber seine kopfüber hockende, schier physikalisch unmögliche Position in Maske und Anzug spülte jeden noch so leise leugnenden Zweifel gewaltsam in alle Himmelsrichtungen davon.
Peter war Spider-Man.
Er war es die ganze Zeit selbst gewesen.
Kein Mittelsmann. Kein cleverer Fährtenleser. Nein, er selbst .
Der erbarmungslose Regenschauer, der seit mehreren geschlagenen Stunden über New York City niederging, schien mit seinem Prasseln und Donnern just das gesamte Zimmer zu erfüllen, als Peter das Fenster aufschob und flink in die fallenden Fluten hinausverschwand.
Irgendwo ächzten Kräne im brausenden Brüllen.
Ich trat zum Schreibtisch herüber und ließ mich auf den Stuhl sinken.
Ned sah verhalten kurz zu mir herüber. „Er hat es wirklich niemandem gesagt, ehrlich. Nicht einmal May weiß es. Ich … na ja, ich war neulich einfach zufällig hier, als er hereinkam. Er wusste nicht, dass ich hier war --- hätte ich es nicht gesehen-“
„Schon klar“, murmelte ich und nickte schnell.
Wir schwiegen im Rauschen des nach wie vor geöffneten Fensters. Ned stierte hinaus, angestrengt bemüht, etwas von dem zu erkennen, was vor sich ging, aber ich sah nicht mehr als das halb begonnene Schachspiel direkt vor mir.
In meinem Kopf fügte sich das Bild weiter und weiter zusammen, unaufhaltsam in seinen just sichtbaren Einzelheiten.
Nicht nur Tonys seltsam unkompliziertes Okay zur völlig spontanen Übernachtung, ergab nun Sinn.
Nein, ein ganz anderer Verdacht breitete sich in mir aus.
Es war sein Vorschlag gewesen. Ich schluckte. Als ich vor gut fünf Monaten entschieden hatte, die Bosworth High zu verlassen, war es Tony gewesen, der die potentiellen Alternativen auf unsere letztendliche Wahl heruntergebrochen hatte. Tony hatte die Midtown High in den Ring geworfen, er hatte sie ausgewählt. Und er hatte es keineswegs bloß wegen ihrer so unglaublich vorteilhaften wissenschaftlichen Ausrichtung getan, wie ich schal begriff.
Ich hätte es riechen müssen.
Natürlich tauschte Tony Stark keine exzellent gesicherte und technisch abgeriegelte Prestige-Schule für eine völlig unbewachte öffentliche High School ein, nicht nach allem, was bereits im Frühling dieses Jahres geschehen war; nicht nachdem man mich binnen weniger Monate unter seinem Dach bereits erfolgreich entführt und noch dazu um ein Haar ermordet und damit jede einzelne seiner gleißenden Befürchtungen bestätigt hatte.
Und ja , mir war klar gewesen, dass Tony die eine oder andere Absicherung abseits der SUN-1 installiert haben musste. Die neuen Sicherheitskameras in den Schulfluren waren kein Zufall und irgendwo auch kein Geheimnis, eventuelle Absprachen mit Morita mussten ganz sicher existieren, private Satellitenverbände, die meine Schulumgebung im Blick behielten, Musteranalysen, die er mithilfe von FRIDAY fuhr ---
Aber niemals hätte ich mir ausfantasieren können, dass er einen eigens hierfür akquirierten und bewusst gesponserten Undercover-Superhelden in meiner eigenen Schulklasse in der Hinterhand hielt.
Er hatte Peter nicht zufällig als Unterstützung für Steves Festnahme angeworben.
Er hatte ihn lange davor bereits auf dem Schirm gehabt. Er hatte gewusst, wer Spider-Man war, was er tat und --- dass er mit mir in ein und demselben Unterricht saß.
Er hatte ihn identifiziert. Uns drei in perfekte Konstellation geführt. Und ihn instrumentalisiert.
Als Absicherung.
Für mich .
Wissend, dass Peter niemals zögern würde einzugreifen, sollte ein weiterer Stane oder Fanning oder Lax jemals in seinem Beisein an unser Klassenzimmer klopfen. Wissend, dass er da sein würde, lief jemals irgendetwas an diesem Ort schief.
Und es wäre alles nur halb so irrwitzig, wirklich nur halb so unbegreiflich , wenn er mir wenigstens diese raffiniert installierte strategische Notvorkehrung anvertraut hätte, auf die er anscheinend nie und nimmer zu verzichten vermochte. Aber Tony hatte entschieden, mir in diesem zweiten Anlauf einfach eine Illusion von Normalität zu belassen, die nichts weiter als eine grandios inszenierte Lüge blieb.
Ich hatte meine gewöhnliche High School bekommen.
Etwas, das nach autarker Selbstbehauptung aussah , so gut es eben jemals für mich in Frage kam. Das mir dabei half zu leugnen, wer er war und was es für mich bedeutete.
Keine Elite-Bodyguards vor dem Klassenzimmer, keine meterhohen Eisenzäune, keine schuleigenen Drohnen.
Stattdessen saß ich mit einem Avenger im Klassenzimmer, von dem ich nichts ahnte.
Einem Anwärter, zugegeben , aber dennoch, Peter war --- ein verdammter Superheld.
Etwas in mir platzte fast vor Bewunderung, vor Unglauben, vor schierer Überforderung. Dass das die Lösung war, die Tony kurzerhand erschuf, um mir zu geben, was ich wünschte . Aber da war genauso viel harsche, unleugbare Entzauberung, die fahle Erkenntnis, für dumm verkauft worden zu sein, ahnungslos gehalten worden zu sein, mit Nachdruck und aller bestehenden Absicht.
Ned sprudelte umgehend los, als Peter rund zehn Minuten später wieder im Fenster erschien. „Hast du sie-“
„Erwischt? Ja ...“ Rinnsale von Wasser tropften seinen Anzug herab, als er sich zügig zurück ins Zimmer schlängelte, sichtbar mühelos von der Decke herabfallen ließ, seine Maske abzog und das Fenster schloss. Das Rauschen und akustische Hageln dimmten umgehend auf ein dumpfes Rattern hinab. „Hab sie eingeschnürt und den Nachbarn Bescheid gegeben, damit sie die Cops rufen …“
Entgegen seiner Worte klang Peter nicht stolz, sondern als habe er auf dem Heimweg die letzte Bahn verpasst und sei eine halbe Stunde im Starkregen dahin getrottet.
Mit Daumen und Zeigefinger rieb er sich kurz das Ohr und warf einen zögerlich unentschlossenen Blick in meine Richtung.
Seine Haare waren trocken geblieben, standen aber chaotisch nach allen Seiten ab. Um ihn herum verdunkelte sich der Teppichboden, während die Tropfen beständig von seinem Anzug abperlten.
Mein rechtes Bein halbherzig angezogen erwiderte ich die nahezu schicksalshaft ergebene Stille.
„Keine Sorge“, versicherte ich knapp, ließ mein Bein zurück zu Boden klappen und erhob mich. „Ich verrat ihm nicht, dass ich es weiß.“
Peters Schultern entspannten. „Okay …“ Er klang verunsichert.
„Ich meine, wenn das euer ganzer Deal war …“ präzisierte ich schwach. „Ich ruiniere es nicht, keine Angst.“
„Ja, umm , cool …“
Etwas in mir wollte Tony konfrontieren, aber es würde Peter diese Sache kaputt machen; ich würde sie ihm nehmen und --- was brächte es? Ich wusste ohnehin, wie Tonys Erwiderung ausfallen würde. Wie wenig imponiert, wenig ertappt , es ihn zurücklassen würde. Die Erklärung kannte ich bereits. Tony wurde schließlich nicht müde, sie als ausschlaggebenden Faktor bei einfach allem anzuführen, seit er mich überhaupt kannte .
Schlimmer noch, er hatte jeden Grund dazu.
Ich wusste , was er dachte.
So wenig er es mir auch abnahm, diesen Punkt hatte ich begriffen.
Er war der Klügere von uns beiden.
An Intelligenz, an Auffassungsgabe und an Erfahrung. Nicht bloß ein Genie, ein Superheld mit Historie. Erprobt, desillusioniert und zielstrebig in seiner Mission.
Ich war nicht die Einzige, die fürchtete, jemanden zu verlieren.
„Wenn wir es ihm beide nicht sagen, erfährt er es nicht“, hielt ich mit lau brütendem Blick fest. „Und wenn er es nicht weiß, ist es kein Problem, oder? Du kannst weiter … dabei sein und alles.“
Peter stockte, ehe er schon mager die Schultern hob. „Ja … schätze, ja.“
„Na dann, abgemacht.“ Ich nickte. „Wir behalten es für uns. Ganz einfach.“
Und drehen den Spieß um.
Wenn Tony nicht erfuhr, dass ich im Bilde über Peters heimliche Superhelden-Tätigkeit war, besaß er auch keinen Grund, irgendetwas an dieser Konstellation zu ändern, die er selbst heraufbeschworen hatte. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erkannte ich meinen Vorteil.
Vielleicht würde ich nun endlich etwas von dem begreifen, was unentwegt um mich herum vor sich ging, wenn es nun zumindest Peter gab, der vor mir nicht länger ein Geheimnis daraus machte. Ich brauchte nicht alles zu erfahren, nur eben ein wenig mehr als die spärlichen, herabgefilterten Schnipsel, die Tony mir dann und wann zuwarf, wenn Transparenz unausweichlich wurde.
Ich betrat hiermit kein Avengers-Territorium, nein, das hier war keine Dummheit , ich verschaffte mir bloß den notwendigen Durchblick, um --- dieses Leben zu bestreiten, in dem ich nun steckte. Als die, die ich längst war .
Iron Mans Tochter.
„Wow, ihr wisst, was das bedeutet, oder?“, raunte Ned, als wir drei nichts weiter mehr taten, als uns leise verschworen anzublicken. Er glühte vor Freude. „Spider-Man hat jetzt sein eigenes Netzwerk. Einen Geheimbund.“ Japsend stieß er Peter an. „Alter, wir sind jetzt deine Crew !“
Musik:
Disparate Youth - Santigold
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Schlussbemerkung: Mit dem großen Geheimnis aus dem Weg und einem neuen platziert betreten wir in der Dynamik zwischen Peter und Sola ganz neue Pfade. Manche von euch ahnen es sicher bereits, aber es wird noch die eine oder andere Konsequenz mit sich bringen, die Tony in dieser Sache ganz sicher nicht so vorgesehen hatte. ;)
Lieben Dank auch für den neuen Empfehlungsstern! Lasst mich gerne auch an euren Gedanken teilhaben. Ich freue mich immer, auch wenn es ein paar Wochen dauern mag, bis ich antworte. ;)