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Gefühlschaos

Leidenschaftliche Differenzen Oder Der Einsame Mann Im Alten Haus — www.fanfiktion.de · All chapters

Gefühlschaos

Hallo meine Lieben,

heute gibt es eine kleine Warnung zum Thema Sterben. Dabei geht es um Severus`und Harrys Tod. Dieser wird zwar nicht ausführlich thematisiert, aber wer das heute überhaupt nicht gebrauchen kann, sei gewarnt!

Ich weiß, das Kapitel heute ist ziemlich kurz, daher gibt es schon am Samstag die deutlich längere Fortsetzung.

Viel Spaß beim Lesen!

Feerja

***

„Du hast ihn also echt berührt? So mit voller Körperlänge?“, Ronald Weasley verzog angeekelt das Gesicht. „Sex mit Männern finde ich ja schon strange, aber bei Snape an ein sexuelles Wesen zu denken ist echt abartig! Sorry, Harry“, fügte er schnell hinzu. „Das ändert doch aber nichts, oder? Ich meine, ich weiß, wie verwirrend das sein kann. Als Pavati mich damals bei dieser Party so überschwänglich umarmt hat -“

Harry kannte die Geschichte noch zu gut! Ron hatte eine volle Woche gebraucht, um wieder zu wissen, was er wollte. Er hatte ständig über ihre Motive spekuliert und sich in Fantasien ergangen.

Nun ja, Pavati war durchaus eine schöne Frau. Obwohl Hermine sie um Längen übertraf. Sie mochte äußerlich nicht so zurechtgemacht sein, wie Ginny oder ihre alte Schulfreundin, aber mit ihrem Charakter überstrahlte sie jeden.

Weshalb Harry sich auch ziemlich über Ron geärgert hatte. Er war drauf und dran gewesen, seiner besten Freundin alles zu erzählen, als Ron zu Verstand gekommen war. Manchmal fragte er sich, ob die beiden wirklich so gut zusammenpassten, aber was wusste er schon? Er fühlte sich von einem Mann angezogen, mit dem er ständig stritt!

„Aber er ist steinalt, geht nie aus dem Haus, war unser Lehrer und ist ein Miesepeter! Und nicht zu vergessen“, beugte Ron sich raunend vor und suchte den Blickkontakt, „es ist Snape von dem wir hier sprechen, Harry! SNAPE!“

Angesprochener atmete tief durch. Es war, wie immer um diese Zeit, voll im tropfenden Kessel. Und es herrschte eine gewisse Lautstärke. Einer der Gründe, weshalb sie gerne herkamen. Er griff nach seinem Becher. Auf diese Weise konnten sie sich ungezwungener unterhalten, ohne befürchten zu müssen, belauscht zu werden. Das war einer der Nachteile des Heldentums.

„Also“, sagte er gedehnt und bereute schon, seinem besten Freund davon erzählt zu haben. „Ja, es war irgendwie seltsam! Aber das heißt doch nicht gleich, dass ich irgendwelche Gefühle entwickeln muss!“ Genau!, sagte er zu sich selbst. Anziehung bedeutet nicht zwangsläufig Romantik! „Es war halt komisch, das ist schon alles!“ Er schnappte sich den anderen Krug, den er nicht hatte anrühren wollen und nahm einen Schluck. Sein Freund raubte ihm gerade den letzten Nerv.

„Dann bin ich ja beruhigt“, brummte Ron und trank seinerseits. „Obwohl ich immer noch nicht begreife, warum du dich eigentlich mit ihm abgibst!? Ist dir klar, dass es schon Gerüchte über euch gibt?“

„Gerüchte?“, Harry hob den Kopf. „Nein, davon höre ich zum ersten Mal.“ Ihm wurde mulmig zumute. Eigentlich scherten ihn solche Dinge nicht. Aber er konnte es gar nicht gebrauchen, dass Severus davon erfuhr. Sonst würde es noch eine Sache werden, die er als Ausrede benutzen konnte, um ihm aus dem Weg zu gehen. „Was sagt man denn über uns?“

Ron zog eine Grimasse und wischte sich dann Schaum von der Oberlippe. „Du weißt schon, so das Übliche: Das du mit dem Gerichtsurteil nicht einverstanden warst und ihn deshalb auf eigene Faust überwachst, oder das -“

Harry fuhr dazwischen: „Das ist doch Unsinn! Ich habe mit meiner Aussage schließlich selbst dafür gesorgt, dass er freikam!“

Sein Freund zuckte die Achseln. „Mit Logik brauchst du solchen Leuten nicht zu kommen!“

Ärgerlich trank Harry einen großen Schluck aus dem Krug. „Was sagen sie noch!?“

Der andere grinste ihn an. „Das wirst du noch weniger lieben ...“

Harry stieß einen Klagelaut aus. „Lass mich raten - Es hat was mit einer Beziehung zu tun!?“

Nun lachte sein Freund auf. „Freundlich ausgedrückt! Es geht da mehr um wilden Sex und Peitschen.“

„Wie bitte!?“, entsetzt riss Harry die Augen auf und verschluckte sich an seinem Getränk.

Ron beugte sich zu ihm und schlug ihm kräftig auf den Rücken. „Es sind wirklich teils wilde Gerüchte. Andere könnten durchaus wahr sein.“ Er drückte seine Schulter und lehnte sich wieder zurück. „Keiner versteht, weshalb du ihn besuchst. Schließlich ist allgemein bekannt, dass er nicht gerade nett in unserer Schulzeit war. Vor allem zu dir.“ Er nahm sich eine Erdnuss aus einer Schale auf dem Tisch und knackte sie. „Und es hilft nicht gerade, dass er nie aus dem Haus geht.“

Harry verzog das Gesicht. Was sollte er auch dazu sagen? Er hatte es Ron oft genug erklärt. Obwohl Severus so viel älter war, fühlte er sich ihm näher, als den meisten. Abgesehen von Ron und Hermine natürlich. Sie waren alle auf eine Weise mit ihm verbunden, wie niemand sonst. Auch wenn der ältere sehr gemischte Gefühle in ihm wachrief.

Und da war noch die Sache mit dem Sterben. Bei dem Gedanken zog sich etwas in ihm zusammen. Außer Severus würde das keiner verstehen. Er schluckte. Sie waren beide freiwillig in den Tod gegangen. Und sicher, sie lebten noch. Aber ein Teil von ihnen war gestorben und würde nie wieder zurückkehren können. Weil seine Augen feucht wurden, beugte er sich vor. Ron musste das nicht sehen! Er hatte über vieles in seiner Therapie gesprochen, doch für dieses Gefühl fehlten ihm die Worte. Seine besten Freunde bildeten da keine Ausnahme.

Als er seine Hand zum Krug ausstreckte, zitterte sie. Er zog sie schnell zurück.

„Also, erzähl mal. Hat sich was bei ihm getan, als du dich gegen Snape gelehnt hast oder nicht!?“, fragte Ron, sein Gesicht zeigte Abscheu, aber auch Neugier. „Du weißt schon, wo ich meine!“

Harry blinzelte ihn an. Wie kam er jetzt wieder auf dieses Thema? „Ich weiß nicht“, murmelte er und starrte von seinem geleerten Becher zu dem halb vollen Krug vor ihm. Eigentlich hatte er nur einen Schluck vom Drachengrog probieren wollen, das Zeug schmeckte widerlich! Trotzdem stürzte er ihn todesmutig hinunter.

„Nein“, brummte er schließlich, obwohl er sich gar nicht erinnern konnte. „ Ich glaube nicht. Nein!“ Wenn er schon Schwierigkeiten bei dem Gedanken an diese Nähe hatte, würde Snape es sogar abtörnend finden. Da hatte also gar nichts passieren können!

Ron steckte sich ein paar Nüsse in den Mund und kaute ausgiebig. „Sei besser froh drum! Das letzte, was du jetzt gebrauchen kannst, ist ein notgeiler Snape! Der hat doch seit dem Krieg nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ Er verzog das Gesicht.

Das brachte Harry wieder vollends zurück in die Realität. Er sollte sich nicht in der Vergangenheit verlieren und Dingen nachtrauern, die er nicht ändern konnte! Was geschehen war, war nun einmal passiert. Er würde nicht der alte sein können, aber er hatte gelernt, dass das ok war. Veränderung war ein natürlicher Teil des Lebens. Er würde trotzdem er selbst bleiben.

Entschlossen richtete er sich auf und sah zu seinem Freund. In Ermangelung von Hermines Anwesenheit warf er ihm einen strafenden Blick zu. „Ich denke, dass es Snape schlecht geht und er sich nicht helfen lassen will. Das bedeutet aber nicht, dass er verrückt ist!“

Der andere wirkte wenig beeindruckt, rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf. „Klar ist er das! Vor ein paar Wochen hat er Robards angegriffen, als der ihn besuchen wollte. Und er war nicht der Erste!“

Harry versteifte sich. Er ärgerte sich heute noch über den Vorfall! „Er hat ihn vorher gewarnt und ihn außerdem für einen Vielsaftler gehalten!“, rechtfertigte er ihn hitzig. Robards war damals echt zu weit gegangen, als er Schutzzauber außer Kraft gesetzt und einfach Severus` Grundstück betreten hatte. Wer hätte da anders reagiert!?

„Sag mal -“, Ron beugte sich plötzlich vor und sah ihn scharf an, „hast du mich etwa angelogen und bist heimlich in ihn verknallt!? Ich hab mir ja früher nichts dabei gedacht, wenn du ihn verteidigt hast, aber jetzt -“

„Was!?,“ schoss Harry sofort zurück. Das brachte ihn auf hundertachtzig! „Ich!? Niemals!“ Das sollte wohl ein schlechter Scherz sein!!! Konnte man einem anderen nicht mal mehr beistehen, ohne gleich so absurd verdächtigt zu werden!? Er zog die Augenbrauen zusammen, schob das Kinn vor und erwiderte ärgerlich den Blick seines Freundes: „Er hat uns alle gerettet, Ron! Das kannst du doch nicht ignorieren!?“

Gleichgültigkeit traf ihn. „Und deshalb sollen wir ihn alle lieben? DU hast uns auch gerettet. WIR haben alle gerettet. Sollen deswegen alle vor uns niederknien?“

Harry verdrehte die Augen. Dieses Argument brachte Ron immer, wenn Harry von seiner Dankbarkeit gegenüber Severus sprach. Natürlich wusste er, dass gerade Harry es total hasste, wenn man ihm eine solche Verehrung entgegenbrachte. Er knirschte mit den Zähnen und versuchte sich zu beruhigen. Schließlich fiel ihm etwas ein. „Also gut, lassen wir das Thema“, lenkte er ein. „Wie läuft es zwischen dir und Hermine? Hat endlich jemand nachgegeben?“ Sie stritten schon seit Wochen wegen einem Sofa, dessen Platz nie der Richtige zu sein schien.

Gedankenverloren spielte er mit dem Henkel seines Kruges und starrte vor sich hin, während Ron sich über etwas ereiferte. Es wurmte ihn noch immer, dass Severus ihm am Tag es Überfalls eine Eule mit einem Dokument geschickt hatte. Es schilderte detailliert, wie er angegriffen worden war und wie er sich verteidigt hatte. Und natürlich hatte er es unterschrieben. Ein Severus Snape wusste schließlich, was er tat! Er verzog das Gesicht. Jetzt konnte er dies nicht zum Anlass nehmen, bei ihm vorbeizuschauen. Das war sicherlich beabsichtigt gewesen ...

Manchmal fragte er sich schon, ob er sich vielleicht nur etwas einbildete. Wollte Severus ihn tatsächlich nicht sehen und wäre froh, wenn er aus seinem Leben verschwände? Der Gedanke schmerzte.

Ohne Minervas regelmäßige Ermutigungen hätte er sicherlich schon aufgegeben. Schließlich wollte er kein Stalker oder dergleichen sein! Sie jedoch, war der festen Überzeugung, dass der Kontakt ihnen gut tun würde. Anscheinend bildeten sie eine Art Mini-Selbsthilfe-Gruppe. Harry schmunzelte in sich hinein. Es war zwar mehr ein Scherz zwischen ihnen, doch sie hatte durchaus recht. Bisweilen empfand er es ebenso.

-

Gedankenverloren trat Harry hinaus in die Nacht. Er war froh, dass Ron und Hermine noch immer seine besten Freunde waren. Es kam ihm wie ein Traum vor, dass sie ihre Ziele hatten erreichen können und alle beim Ministerium arbeiteten. Seine beste Freundin war in der Abteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe tätig, während er und Ron tatsächlich in der Aurorenabteilung aufgenommen worden waren. Und es machte durchaus Spaß, leitender Auror zu sein. Auch wenn er manchmal unter großem Druck stand. Ohne seine besten Freunde würde er das niemals schaffen! Er war wirklich dankbar für sie!

Gedankenverloren schlenderte er weiter. Ein Spaziergang nach der vollen Gaststube und dem Alkohol schien ihm genau das Richtige. Seine Gedanken schweiften umher. Ja, es war toll, Freunde zu haben. Aber manchmal konnten sie auch extrem nerven! So wie Ron heute! Er verzog den Mund und starrte düster vor sich hin. Hatte er es vorhin erfolgreich geschafft, alle unliebsamen Überlegungen zu verdrängen, kehrten sie mit Macht zurück. Wieso musste das Leben nur so kompliziert sein!? Er knirschte mit den Zähnen.

Ein kalter Wind blies ihm ins Gesicht und kühlte die erhitzten Wangen. Er hob den Kopf und sah hinauf zum hellen Mond. Vollmond. Fühlte er sich deswegen so durcheinander? Vielleicht lag es auch daran, dass sein Gespräch mit Ron ihn an seine letzte Beziehung erinnerte. Sie war schon lange her. Nach Ginny hatte es ein paar kurze Begegnungen mit Männern und Frauen gegeben und eine Liaison mit einem Muggel, die immerhin fast ein Jahr gehalten hatte, aber nichts davon hatte sein Herz berührt.

Er schüttelte den Kopf. Als ob Severus da die Antwort sein könnte! Er war doch viel zu alt für ihn, zu anstrengend und, verflucht noch mal, zu verliebt in seine Mutter gewesen! Und außerdem, wie Ron es auf den Punkt gebracht hatte, es war nun mal SNAPE! Trotzdem setzte sein Herz einen Schlag aus bei der Vorstellung, dass dieser Mann Gefühle für ihn entwickeln könnte. Allein seine Intelligenz, sein Zaubergeschick und seine brutale Ehrlichkeit. Er seufzte. Das waren Eigenschaften, die ihn schwach werden ließen.

Seine Hand krampfte sich zusammen. Bedauerlicherweise war es längst nicht so einfach! Ginny besaß diese Wesenszüge ebenfalls, wenngleich in geringerer Ausprägung. Doch leider war Anziehung allein kein Indikator für eine funktionierende Beziehung. Wo das endete, hatte man bei ihnen beiden gesehen. Er zog eine Grimasse. Warum nur, hatte Ron ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt!?

Selbstvergessen apparierte er im Schatten zweier Häuser, es gab schönere Orte für einen nächtlichen Spaziergang und kam wankend am Zielort an. Einen Moment blieb er stehen, weil sich alles um ihn herum bewegte. Ihm war übel. Dann bemerkte er, wohin ihn sein Körper gebracht hatte. Statt auf ein malerisches Bachbett schaute er auf einen morschen Gartenzaun. Verwirrt betrachtete er das verrußte Gebäude, den nicht vorhandenen Sichtschutz und die abgebrochenen Pflanzenstängel. Fast meinte er noch Rauch aufsteigen zu sehen, roch verbranntes Holz, modrige Erde und eine wilde Mischung aus Kräutern und Kupfer.

Kupfer – etwa Blut!?

Seine Hand glitt in die Robentasche, packte den Zauberstab. Eben noch benebelt, straffte sich seine Haltung und er spitzte die Ohren, war schlagartig hellwach. Konnte es sein, dass der Tränkemeister aufs Neue angegriffen worden war? Warum sonst waren keine Schutzzauber aktiv? Da stimmte doch was nicht!? Wachsam blickte er sich um.

Bei genauerer Betrachtung war der Anblick durchaus beruhigend, alarmierte ihn aber auf andere Weise. Es gab keine neuerlichen Beschädigungen am Grundstück, jedoch auch keinerlei Reparaturmaßnahmen. Alles sah genauso aus wie vor zwei Tagen. Er schluckte und biss die Zähne zusammen. Es sah dem peniblen Mann nicht ähnlich, sich um nichts zu kümmern! Er hütete seine Besitztümer wie seinen Augapfel. Oder war er etwa so schwer verletzt worden, dass er das Haus noch immer nicht verlassen konnte!? Er musste ihm helfen!

Entschlossen schlich er auf das Gartentor zu und drückte die Klinke herunter. Es schwang lautlos auf.

Sich in den Schatten haltend, bewegte er sich auf das Haus zu. Auch wenn er am Liebsten seine Kollegen gerufen hätte, hielt er sich zurück. Noch hatte er keine Beweise. Und er wollte sie wirklich nicht unnötig aus dem Schlaf reißen! Kurz fragte er sich, ob der Drachengrog wohl sein rationales Denken beeinflusste, aber der Gedanke verflog so rasch, wie er gekommen war.

Kies knirschte unter seinen Schuhen, der Weg ums Haus war gut in Schuss. Hierher hatte sich keiner der Eindringlinge gewagt. Vielleicht lag es an den mächtigen Verwirrungszaubern, die absolut jeden trafen und sich nur von Severus beeinflussen ließen. Harry wusste nicht, wann es passiert war, aber eines Tages hatte er problemlos hindurch schreiten können. Und so schlich er vorwärts, vorbei an den Gewächshäusern, das Fenster im Blick, durch welches er sehen würde, ob sich der andere im Bett befand. Wieder blitzte in seinem Geist auf, dass diese Idee unangebracht war, aber er überging das sofort. Immerhin ging es um Severus Sicherheit! Da hatte er keine Zeit für irgendwelche Gewissensbisse! Außerdem hatte er ihm einmal höchstselbst diesen Notausgang gezeigt!

Efeuranken wanden sich auf einem Gitter die Hauswand empor und reichten fast bis zum Schlafzimmer des Tränkemeisters. Falls er in seinem Bett liegen würde, könnte Harry wieder beruhigt nach Hause apparieren und ihn morgen auf eine etwaige Depression ansprechen. Wenn jedoch nicht, dann würde er durchs Fenster steigen und - er streckte eine Hand aus, griff nach einer Ranke.

„Incarcerus!“, ertönte es jäh über ihm.

„Protego!“, rief Harry automatisch, versuchte auszuweichen, und verlor das Gleichgewicht. Bevor er sich abfangen konnte, knallte er gegen die nächste Hauswand und hörte ein unangenehmes Knacken in seiner Wirbelsäule. Ein eigenartiges Gefühl ergriff ihn, ihm wurde übel. Ein Kribbeln zuckte durch seinen Körper, er fühlte sich so schwer an.

„Potter!?“

War das etwa Snapes Stimme? Harry hob mühsam den Kopf. Just setzten dröhnende Schmerzen ein, ein dumpfes Brennen breitete sich in seinen Rücken aus. Trotzdem schrie er erst auf, als er unvermittelt eine kalkweiße Monsterfratze erblickte, die sich aus dem Fenster beugte. Er wollte seinen Zauberstab hochreißen und krachte mit dem Arm gegen einen Vorsprung. Ein hässliches Knacken ertönte. Dann der stechende Schmerz. Eine Feuerglut schoss seinen Arm hoch bis in die Schulter und bildete eine Symphonie mit dem dumpfen Brennen in seinem Rücken und dem Dröhnen seines Kopfes. Er würgte.

„Incarcerus!“, rief es wieder und diesmal war Harry nicht schnell genug. Sein gemurmelter „Protego“ kam zu spät. Er stöhnte gequält auf, ein dickes Seil schlang sich unbarmherzig um seine Mitte.

„Wingardium Leviosa!“ Mit einem Ruck wurden seine Fesseln angehoben und mit ihnen stieg auch Harry auf. Er keuchte, ihm wurde schwarz vor Augen. Dann war er weg.

***

Na, was denkt ihr, was da los ist? Wie gefällt euch die Geschichte bisher? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen, so kurz oder lang sie sein mag.

Ganz liebe Grüße und kommt gut durch die Hitze,

Feerja

PS: Die dritte Staffel der Krimiserie wurde inzwischen komplett von der lieben Elaka vertont und auf Youtube hochgeladen. Wer sie anhören möchte, findet hier den Link: https://www.youtube.com/watch?v=Y6G7ox2xm-s&list=PLRtFxS1nrORrv-8iirJUdXFth2kncWy0r