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01.Oktober – Goldener Herbst

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01.Oktober – Goldener Herbst

Hallo zusammen,

auch in diesem Jahr gibt es wieder meinen Kalender für den Oktober.

Es werden wieder  31 kleine Geschichten zu verschiedenen Fandoms und Stichworten. Aber alles dreht sich um den Herbst und Halloween.

Datum: 01.10.2026

Fandom: Outlander

Stichwort:  Goldener Herbst

Der Herbst hatte Einzug gehalten. Die Tage wurden wieder kürzer, die Nächte kühler, und am frühen Morgen lag oft ein feiner Nebelschleier über den Hügeln.

Die Blätter der Bäume leuchteten bereits in warmen Gold-, Rot- und Orangetönen. Einige hatten sich schon vom Wind lösen lassen und bedeckten raschelnd die Wege. Überall sammelten Kinder Kastanien und Eicheln, während in den Wäldern die ersten Pilzsucher mit gefüllten Körben nach Hause zurückkehrten.

An diesem Tag jedoch schien die Sonne von einem beinahe wolkenlosen, tiefblauen Himmel. Ihre Strahlen tauchten die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht, sodass man für einen Moment hätte glauben können, der Frühling sei zurückgekehrt.

Viele Menschen genossen das ungewohnte schöne Wetter, denn es konnte sich in den Highlands jederzeit schnell ändern.

James Alexander Malcolm Mackenzie Fraser stand auf dem Hof und beobachtete die letzten Vorbereitungen für den Winter. Knechte stapelten Brennholz, Säcke mit Getreide wurden in die Scheune gebracht, und in den Ställen herrschte geschäftiges Treiben.

Er und seine Frau Claire waren erst vor Kurzem nach Schottland zurückgekehrt. Hier wollten sie gemeinsam ein neues Kapitel ihres Lebens beginnen – zumindest hoffte Jamie von ganzem Herzen, dass ihnen dieses Glück vergönnt sein würde. Er wusste nur zu gut, dass das Leben selten den einfachen Weg wählte.

Umso dankbarer war er für die reiche Ernte dieses Jahres. Die Speicher waren gut gefüllt, und zum ersten Mal seit Langem konnte er dem kommenden Winter mit vorsichtigem Optimismus entgegensehen.

Leise Schritte näherten sich ihm. Ein vertrauter Schatten trat an seine Seite, und Jamie musste sich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, dass Claire gekommen war.

Sie legte ihre Hand in seine.

„Heute ist wirklich ein wunderschöner Tag“, sagte sie lächelnd. „Ich glaube, genauso muss sich ein goldener Herbst anfühlen.“

Dabei kannte sie es auch ganz anders. Beide hatten schon so viel er tragen müssen in ihrem Leben.

Jamie nickte und ließ den Blick über die bunt gefärbten Hügel schweifen.

„Aye“, antwortete er leise. „Wenn der Herbst immer so wäre, könnte der Winter sich ruhig noch ein wenig Zeit lassen.“

Claire konnte ihm nur zustimmen. Sie wusste nur zu gut, wie hart ein Winter in den Highlands werden konnte. Wenn sie sich nicht rechtzeitig um die Ernte und ihre Vorräte kümmerten, konnte es geschehen, dass die Nahrung knapp wurde.

„Ich muss mich später noch um meine Kräuter kümmern“, sagte sie nachdenklich. „Einige möchte ich trocknen, damit wir im Winter genug davon haben.“

„Natürlich“, erwiderte Jamie. „Wenn man den Alten glauben darf, wird es ein langer Winter. Noch haben wir keinen Schnee und die Sonne scheint, aber das kann sich schnell ändern.“

Claire nickte zustimmend. Sie war froh, dass Brianna wieder in ihrer eigenen Zeit war. Natürlich vermisste sie ihre Tochter, doch gleichzeitig gab ihr der Gedanke Trost, dass Brianna dort sicher war und ihr eigenes Leben führen konnte.

Sanft drückte Jamie ihre Hand. Claire seufzte leise, atmete tief ein und genoss seine Nähe.

Sie sahen sich an, und Claire lehnte den Kopf an seine Schulter.

Ja, so fühlte sich Glück an.

Sie hatten gemeinsam so viel erlebt und ertragen. Kriege, Verluste, Abschiede und unzählige Prüfungen hatten sie nie voneinander getrennt.

Noch einen Moment blieben sie einfach stehen und genossen die stille Nähe des anderen, bevor die Arbeit sie wieder rufen würde. Der Winter würde ihnen mehr Ruhe schenken, wenn draußen Schnee und Eis die Highlands bedeckten.

Claire fröstelte bei dem Gedanken. Die langen, dunklen Winterabende hatten ihr nie besonders gefallen. Auch damals nicht als sie noch in ihrer eigenen Zeit gewesen war. Doch diesmal war sie nicht allein. Jamie war an ihrer Seite.

Und solange sie einander hatten, konnten sie allem begegnen, was vor ihnen lag. Daran glaubte sie ganz fest.

ENDE