03. Oktober – Herbstvorräte
03. Oktober – Herbstvorräte
Hallo zusammen,
hier die nächste Geschichte:
Datum: 03.10.2026
Fandom: Spartacus
Stichwort: Herbstvorräte
Der Sommer war dem Herbst gewichen, und mit ihm hatte sich auch das Wetter verändert. Zwar schenkte die Sonne den Menschen noch hin und wieder einen warmen Tag, doch die Nächte wurden kälter und der Wind trug bereits den Duft feuchter Erde und welker Blätter mit sich.
Auch Spartacus und seine Gefährten bekamen den Wechsel der Jahreszeit zu spüren.
Das Nahrungsangebot wurde von Woche zu Woche knapper. Beerensträucher waren fast leer, Wild ließ sich seltener blicken, und für eine stetig wachsende Armee wurde es immer schwieriger, genügend Lebensmittel aufzutreiben.
Diese Sorge bereitete Spartacus weit mehr Kopfzerbrechen als jeder römische Soldat.
Zum Glück wusste er fähige Männer an seiner Seite.
„In der Nähe liegt ein kleines Dorf“, begann Agron. „Dort sollten wir unsere Vorräte aufstocken.“
Der junge Germane, der früher meist nur an den nächsten Kampf gedacht hatte, wusste inzwischen selbst, dass ein Heer ohne Nahrung keine Zukunft hatte.
Spartacus nickte nachdenklich.
„Wie groß ist das Dorf? Werden wir dort genug kaufen können, um unsere Leute wenigstens für eine Weile zu versorgen?“
Agron kaute kurz auf seiner Unterlippe herum, bevor er antwortete.
„Das Geld, das wir den Römern abgenommen haben, sollte reichen. Aber wir müssen vorsichtig sein.“ Er senkte die Stimme. „Wir sollten uns verkleiden.“
Mit dieser Antwort hatte Spartacus gerechnet.
„Wir gehen nur in einer kleinen Gruppe“, entschied er. „Je weniger Aufmerksamkeit wir erregen, desto besser.“
Sein Blick wanderte zu Varro.
„Du kommst mit.“
Anschließend sah er zu Nasir.
„Du ebenfalls.“
Schließlich blieb sein Blick auf Agron ruhen.
„Wir sind nur zu viert.“
Varro nickte schweigend und nahm einen Schluck Wasser aus seinem Lederschlauch.
Am späten Vormittag des nächsten Tages brachen sie auf. Das Dorf lag nur wenige Meilen entfernt, doch Spartacus wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Deshalb wählten sie einen Umweg und mieden die großen Straßen.
Der Herbst zeigte sich an diesem Tag von seiner freundlichen Seite. Zwischen den Wolken kämpfte sich immer wieder die Sonne hervor und tauchte die Felder in ein warmes, goldenes Licht. Der Wind strich durch die bunt gefärbten Bäume und ließ einzelne Blätter lautlos zu Boden gleiten.
Alle vier hatten sich als einfache Händler verkleidet. Unter ihren Mänteln verbargen sie ihre Waffen sorgfältig, falls sie doch entdeckt werden sollten.
Trotzdem blieb Spartacus wachsam.
Vor allem Agron beobachtete er aus den Augenwinkeln. Der junge Germane war mutig und ein hervorragender Kämpfer, doch manchmal ließ er sich zu schnell von seinen Gefühlen leiten.
Spartacus wandte sich an Nasir.
„Du bist heute für ihn verantwortlich.“
Nasir hob überrascht eine Augenbraue.
Agron verschränkte sofort die Arme.
„Ich brauche keinen Aufpasser.“
Ein kaum sichtbares Lächeln huschte über Spartacus' Gesicht.
„Nein“, erwiderte er ruhig. „Aber manchmal braucht dein Temperament jemanden, der dich daran erinnert, erst nachzudenken und dann zu handeln.“
Varro konnte sich ein leises Grinsen nicht verkneifen.
Agron murmelte etwas Unverständliches vor sich hin, während Nasir ihm einen amüsierten Seitenblick zuwarf.
Schließlich setzte sich die kleine Gruppe wieder in Bewegung. Vor ihnen lag das Dorf – und hoffentlich genug Lebensmittel, um ihre Gefährten sicher durch die ersten kalten Herbstwochen zu bringen.
Schon von Weitem hörten sie das geschäftige Treiben des kleinen Marktes. Händler priesen lautstark ihre Waren an, Kinder liefen zwischen den Ständen hindurch und der Duft von frisch gebackenem Brot lag in der Luft. Auf einfachen Holztischen stapelten sich rot glänzende Äpfel, saftige Trauben, Feigen, Granatäpfel und Birnen. Daneben boten Bauern Nüsse, Oliven, Zwiebeln, Kohlköpfe und getrocknete Kräuter an, während große Amphoren mit Olivenöl und Wein auf ihre Käufer warteten.
Spartacus ließ den Blick aufmerksam über den Platz schweifen. Für einen kurzen Moment wirkte alles friedlich. Niemand hätte geahnt, dass sich unter den einfachen Händlern vier Männer befanden, auf deren Ergreifung Rom ein hohes Kopfgeld ausgesetzt hatte.
Agron blieb vor einem Stand mit leuchtend roten Äpfeln stehen. Misstrauisch nahm er einen in die Hand und musterte ihn von allen Seiten.
„Wenn du ihn weiter so anstarrst“, meinte Varro trocken, „bekommst du ihn trotzdem nicht geschenkt.“
Nasir musste sich ein Grinsen verkneifen, während Spartacus bereits mit dem Händler über den Preis verhandelte.
ENDE