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06. Oktober - Tee oder Glühwein?

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06. Oktober - Tee oder Glühwein?

Hallo zusammen,

hier die nächste Geschichte:

Datum: 06.10.2026

Fandom: Bones

Stichwort: Tee oder Glühwein?

Es war ungewöhnlich kalt geworden in Washington, D.C. Nur selten sanken die Temperaturen bereits im Oktober bis an den Gefrierpunkt. Normalerweise war es um diese Jahreszeit noch deutlich wärmer.

Doch in den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrfach Frost gegeben, und die Menschen wunderten sich über das ungewöhnliche Wetter.

Selbst Dr. Temperance Brennan war überrascht. Temperaturen wie diese kannte man normalerweise erst aus den Wintermonaten.

Dennoch wollte sie sich davon nicht stören lassen.

Dick eingepackt schob sie den Kinderwagen vor sich her und hoffte lediglich, dass es in nächster Zeit nicht auch noch schneien würde. Das konnte sie momentan wirklich nicht gebrauchen – auch wenn es sicherlich schön wäre, ihrer Tochter zum ersten Mal Schnee zu zeigen.

Die kleine Christine Booth war gerade erst wenige Monate alt, und Brennan versuchte, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen.

Dabei musste sie sich eingestehen, dass ihr die Arbeit fehlte, sehr sogar.

Sie vermisste das Jeffersonian, ihre Kollegen und die Fälle. Es war seltsam, plötzlich nicht mehr jeden Tag Knochen untersuchen und sich mit den kompliziertesten Rätseln beschäftigen zu können.

Brennan blickte in den Kinderwagen.

„Was denkst du? Wollen wir deine Tante Angela besuchen gehen?“

Christine antwortete erwartungsgemäß nicht. Sie bewegte lediglich eine kleine Hand unter ihrer Decke hervor.

„Das werte ich als Zustimmung.“

Brennan setzte ihren Weg fort.

Da sie ohnehin mit Angela verabredet war, passte es ausgesprochen gut. Die beiden Freundinnen wollten sich in einem kleinen Café ganz in der Nähe treffen.

Als Brennan wenig später dort eintraf, saß Angela bereits an einem freien Tisch und winkte ihr zu.

„Was für ein Wetter, oder?“, begrüßte sie ihre Freundin.

Brennan zog den Kinderwagen neben den Tisch und zog ihre Jacke aus.

Angela betrachtete sie.

„Was möchtest du? Tee oder Glühwein? Bei dem Wetter könnte man tatsächlich einen richtig guten Glühwein gebrauchen.“

Brennan hob eine Augenbraue. „Ist es nicht noch etwas zu früh für Alkohol? Außerdem ist das momentan nicht besonders gesund.“

Angela grinste sie belustigt an. „Ich wusste, dass du das sagen würdest.“

„Dann warum hast du gefragt?“

„Weil ich gehofft habe, dass die Mutterschaft dich verändert hat.“

„Hat sie ja auch.“ Brennan zuckte leicht mit den Schultern.

Angela sah sie erwartungsvoll an.

Brennan deutete auf ihre Tochter. „Ich trinke jetzt Tee.“

Angela musste lachen. „Na schön. Einen Tee für die vernünftige Mutter und einen Glühwein für die Frau, die sich mit einer vernünftigen Mutter angefreundet hat.“

Brennan sah sie ernst an. „Du bist nicht vernünftig?“

„Nicht annähernd.“

„Das erklärt einiges“, lachte Brennan.

Angela grinste ebenfalls und winkte der Bedienung.

Brennan schüttelte den Kopf, doch ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht.

Während Angela die Bestellung aufgab, beugte sie sich über den Kinderwagen.

„Und wie geht es unserer kleinen Christine?“

Das Mädchen hatte inzwischen die Augen geöffnet und betrachtete Angela aufmerksam.

„Sie wächst“, stellte Brennan fest.

Angela sah ihre Freundin an.

„Bones, Babys machen das.“

„Ich weiß.“

„Und wie geht es dir?“, wollte Angela wissen. Ihr eigener Sohn war bei ihrem Vater und dort hoffentlich gut aufgehoben.

Brennan schwieg einen Moment. Ihr Blick wanderte zu Christine. „Gut“, sagte sie schlicht.

Angela wartete, denn sie kannte ihre Freundin gut genug um zu wissen, dass es nicht alles war.

Brennan seufzte schließlich leise. „Ich vermisse das Jeffersonian.“

„Das dachte ich mir.“

„Woher?“ Überrascht sah Bones sie an.

„Weil du gestern eine E-Mail an mich geschickt hast, in der du mir einen Artikel über eine neue forensische Untersuchungsmethode geschickt hast.“

Brennan runzelte die Stirn. „Der war sehr interessant.“

„Natürlich war es das.“ Angela legte ihre Hand auf Brennans.

„Du darfst deine Arbeit vermissen, Bones. Das bedeutet nicht, dass du Christine weniger liebst.“

Brennan sah ihre Freundin an und für einen Moment sagte sie nichts.

Dann nickte sie. „Das weiß ich.“

Draußen tanzten die ersten gefrorenen Blätter über den Gehweg.

Angela nahm ihren Glühwein entgegen und Brennan ihren Tee.

„Auf den kalten Herbst“, sagte Angela.

Brennan hob ihre Tasse. „Und darauf, dass es bald wieder wärmer wird.“

Angela lächelte. „Das war jetzt  wieder sehr Brennan.“

Beide Frauen lachten, bevor sie  einen Schluck tranken.

ENDE