08. Oktober - Das war nicht der Wind
08. Oktober - Das war nicht der Wind
Hallo zusammen,
hier die nächste Geschichte:
Datum: 08.10.2026
Fandom: Buffy - Im Bann der Dämonen
Stichwort: Das war nicht der Wind
Wie jeden Abend drehte die Vampirjägerin Buffy Summers ihre Runde über den Friedhof von Sunnydale.
Man mochte es gar nicht so recht glauben, aber auf diesem war immer etwas los. Von Dämonen bis zu Vampiren, riesigen Insekten oder auch Hexen. In Sunnydale gab es eben alles, was es an anderen Orten nicht gab. Daher war es wohl auch kein Wunder, dass die Jägerin nun hier lebte. Der Ort lag schließlich über dem Höllenschlund.
Früher nannte man ihn auch Boca del Infierno.
Kein guter Name und auch kein schöner Ort. Buffy verstand bis heute nicht, warum man hier leben konnte oder auch wollte. Aber auch sie war ja hier hergekommenem wenn auch nicht ganz freiwillig wie sie sich eingestehen musste. Nachdem was in ihrer alten Schule geschehen war, hatten sie Los Angeles verlassen müssen. Ihre Mutter hatte einen neuen Job in der Galerie in Sunnydale gefunden und nun waren sie hier.
Auch wenn es Buffy ungern zugab so schlimm war diese Stadt gar nicht, vor allem wenn man von den Vampiren absah.
Sie hatte in Willow und Xander Freunde gefunden. Sogar ihren Wächter mochte sie ganz gerne.
Die junge Frau seufzte und blieb dann wie angewurzelt stehen, als ein Geräusch an ihre Ohren drang.
Etwas huschte durch die Nacht und ließ die Blätter rascheln.
Konzentriert blieb sie stehen und lauschte.
Die Blätter einer gewaltigen Eiche in der Nähe raschelten wie bei einem Sturm, dabei ging kein Wind.
Buffy umklammerte den Pflock fester, rührte sich aber nicht von der Stelle. Ihr Herz schlug viel zu schnell, aber Angst verspürte sie keine.
Wieder raschelte etwas. Es war kein Tier, so viel war ihr bereits klar.
Jetzt wünschte sie sich doch, sie hätte Angel mitgenommen. Aber sie hatte zuerst eine kleine Runde drehen wollen, bevor sie zu ihm ging.
Leise machte sie einen Schritt nach vorn und lauschte in die Nacht.
„Hallo Buffy“, sagte eine Stimme.
Die angesprochene fuhr erschrocken herum und legte eine Hand auf ihr Herz. Mit der anderen hob sie den Pflock.
Angel stand wenige Schritte hinter ihr und lächelte sie an.
„Angel!“
„Ich habe dich gesucht“, erwiderte er.
Buffy ließ den Pflock sinken.
„Du kannst nicht einfach so hinter mir auftauchen!“, beschwerte er sich.
Angel hob eine Augenbraue. „Ich bin ein Vampir.“
„Das ist keine Entschuldigung.“
„Für einen Vampir in Sunnydale eigentlich schon.“
Buffy musste trotz allem lächeln. „Was machst du überhaupt hier?“
„Ich wollte dich sehen.“
Die Antwort kam so selbstverständlich, dass Buffy für einen Moment vergaß, was sie gerade noch beunruhigt hatte. „Du hast mich gesucht?“
Angel trat näher. „Ja, das habe ich.“
Buffy sah ihn an.
Die Dunkelheit des Friedhofs schien plötzlich weit weg zu sein. Zwischen ihnen war nur noch dieser eine kleine Moment, in dem keiner etwas sagte.
Dann legte Buffy die Arme um ihn.
Angel erwiderte die Umarmung und zog sie näher an sich.
„Ich habe dich vermisst“, flüsterte Buffy.
„Ich dich auch.“
Ihre Lippen trafen sich.
Für einige Sekunden gab es nur Angel, Buffy und die kühle Herbstnacht.
Dann raschelte es erneut. Buffy löste sich von ihm. „Hast du das gehört?“
Angel sah über ihre Schulter. „Ja.“
„Das war nicht der Wind.“
„Das weiß ich.“
Buffy griff wieder nach ihrem Pflock. „Warum muss eigentlich immer dann etwas passieren, wenn ich gerade einen schönen Moment habe?“
Angel zog eine Mundwinkel nach oben. „Vielleicht solltest du dich daran gewöhnen.“
Wieder raschelten die Blätter der alten Eiche.
Diesmal bewegte sich deutlich etwas zwischen den Ästen.
Buffy und Angel sahen gleichzeitig nach oben.
Ein Schatten huschte über den Stamm.
Buffy machte einen Schritt nach vorn. „Okay.“
Angel trat neben sie. „Was ist?“
Buffy umklammerte den Pflock. „Jetzt finden wir heraus, was das ist.“
Angel sah sie an. „Gemeinsam?“
Buffy lächelte ihn verliebt an. „Natürlich gemeinsam.“
Und irgendwo über ihnen raschelte es erneut.
Diesmal klang es beinahe wie ein leises Lachen.
ENDE