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16. Oktober- Regenküsse

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16. Oktober- Regenküsse

Hallo zusammen,

hier die nächste Geschichte:

Datum: 16.10.2026

Fandom: Heated Rivalry

Stichwort:  Regenküsse

Den Kopf eingezogen, hastete Shane Hollander durch die dunklen Straßen.

Natürlich hätte er auch ein Taxi nehmen oder einen Teamkollegen fragen können. Aber Shane hatte allein sein wollen. Also war er ohne Regenschirm losgezogen.

Das Wetter hatte sich in Quebec jedoch deutlich verschlechtert. Es regnete nun schon seit Stunden – zumindest fühlte es sich für den jungen Mann so an.

Das Wetter passte sehr gut zu seiner eigenen Stimmung. Er war niedergeschlagen und aufgewühlt, und das hatte ausnahmsweise nichts mit dem Sport zu tun.

Immer wieder musste er an einen gewissen anderen Spieler denken.

Ilya Rosanow.

Er wollte ihn vergessen.

Und doch konnte er es nicht.

Wütend auf sich selbst und die ganze Welt ballte Shane die Hände zu Fäusten.

Schon vom ersten Moment an hatte er sich zu Ilya hingezogen gefühlt, obwohl das überhaupt nicht hätte passieren dürfen.

Ihre erste Begegnung lag inzwischen eine Weile zurück, und trotzdem konnte Shane nicht anders. Immer wieder dachte er an ihn.

Zu sehr.

So sehr, dass er inzwischen selbst nicht mehr wusste, was er eigentlich wollte.

In Gedanken versunken und ohne auf den Verkehr zu achten, wollte er die Straße überqueren.

Ein Hupkonzert und einige wütende Beleidigungen ließen ihn innehalten.

Erschrocken blickte Shane auf.

Das Auto hatte er nicht einmal bemerkt.

Der Fahrer schimpfte noch etwas aus dem Fenster und fuhr dann weiter – allerdings nicht, ohne Shane mit einer gewaltigen Wasserfontäne komplett nass zu spritzen.

Shane machte einen Satz zurück und stieß dabei mit jemandem zusammen.

Er wollte fluchen und schreien, denn genau das hatte ihm jetzt noch gefehlt.

Doch die Worte blieben ihm im Hals stecken, als er sich umdrehte.

Shane blinzelte sich den Regen aus den Augen und öffnete den Mund.

Kein Laut kam über seine Lippen.

Vor ihm stand er, Ilya, der Mann, an den Shane die ganze Zeit dachte.

Sein Herz machte einen Satz und er starrte ihn an.

„Was ist mit dir, Hollander? Du bist ganz nass.“

Shane sah sich um und erkannte nun den Regenschirm, den der andere in der Hand hielt.

„Das ist mir bewusst“, brummte er und fühlte sich wie ein Idiot. Warum musste er ausgerechnet jetzt Ilya begegnen? Konnte es nicht irgendjemand anderes sein?

„Dann solltest du nicht hier im Regen herumstehen. Wir haben bald ein Spiel. Es wäre ärgerlich, wenn du krank wärst“, sagte Ilya.

Shane funkelte ihn wütend an.

„Ich werde dich beim nächsten Mal schon besiegen“, knurrte er.

Ilya lachte und machte einen Schritt nach vorn, sodass auch Shane unter dem Regenschirm stand – auch wenn es bei ihm eigentlich nichts mehr brachte. Der andere war inzwischen klatschnass.

„Wollen wir zusammen baden gehen? Ich kann dafür sorgen, dass dir warm wird.“

Die Worte waren leise gesprochen, und Shane blinzelte. Hatte er sich gerade verhört?

„Du Arsch“, fauchte er.

Doch Ilya lachte nur.

„Immer schön langsam, Hollander. Es hat dir doch immer gut gefallen.“

Dem konnte Shane nicht widersprechen. Der Gedanke, mit Ilya allein zu sein, gefiel ihm. Er machte einen winzigen Schritt nach vorn, sodass sie sich berührten.

Dabei war ihm inzwischen egal, dass Ilya dadurch ebenfalls nass wurde.

Natürlich wäre es besser gewesen, den anderen zu vergessen und sich abzuwenden.

Aber das wollte er nicht.

Oder viel eher: Er konnte es nicht.

Er spürte Ilyas Wärme und seine Nähe. Ilya war immer warm, und Shane sehnte sich nach dieser Nähe. Er wollte nicht mehr wegrennen.

Er wollte fühlen.

Am liebsten wäre er in Ilyas Arme gesunken und hätte ihn geküsst.

Als er den Kopf hob, blickte er in Ilyas wissende Augen. Das Lächeln des anderen war so breit, dass Shane gar nicht anders konnte.

Es war sicher der falsche Ort dafür.

Aber das störte ihn nicht.

Shane schlang einen Arm um Ilya und presste sich an ihn. Dieser neigte den Schirm ein wenig zur Seite, und schon spürte Shane die Lippen des anderen auf seinen.

Eine Hand legte sich in seinen Nacken, und Shane seufzte leise in den Kuss hinein. Er schlang beide Arme um Ilya und drängte sich an ihn.

Der kalte Wind, die nassen Straßen, die vorbeifahrenden Autos – für einen Moment verschwand alles um sie herum.

Shane spürte nur noch Ilya.

Zum ersten Mal seit Wochen wollte er vor diesem Gefühl nicht mehr davonlaufen.

„Wir sollten wohl besser gehen, bevor wir einen Skandal auslösen“, flüsterte Ilya, als er sich schließlich von ihm löste.

Der Regen strömte auf sie herab, und auch der Regenschirm schützte sie inzwischen kaum noch.

„Das ist eine gute Idee. Jetzt bist du auch nass“, gab Shane zurück.

Ilya neigte leicht den Kopf.

„Dann komm mit. Wir schälen uns aus den nassen Sachen.“

Eng an Ilya geschmiegt machten sie sich auf den Weg zu dessen Hotelzimmer.

ENDE