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18. Oktober – Das Nebelhorn

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18. Oktober – Das Nebelhorn

Hallo zusammen,

hier die nächste Geschichte:

Datum: 18.10.2026

Fandom: Torchwood

Stichwort:  Das Nebelhorn

Es war kalt geworden in Cardiff, Wales. Der Herbst hatte nun endgültig Einzug gehalten, was man leider auch deutlich spürte. Im Gegensatz zu seinen Kolleginnen und Kollegen mochte Ianto Harkness-Jones diese Jahreszeit jedoch. Sie hatte für ihn einen ganz besonderen Reiz, und schon als Kind hatte er den Herbst sehr gern gehabt.

Denn jetzt konnte man Kastanien sammeln, um sie im Winter an die Tiere zu verfüttern. Sicher, es war nicht schön, dass es bereits so früh dunkel wurde, aber das störte Ianto weniger. Seine Arbeit war ohnehin so aufreibend, dass er meistens nicht viel Zeit zu Hause verbrachte. Und wenn er dort war, war es meistens sowieso schon dunkel.

Vor über zwei Jahren hatte Jack ihm ein Haus gekauft. Es lag wundervoll im Grünen, und Ianto war sehr gern im Garten beschäftigt. Allerdings ließ sein Job bei Torchwood dafür natürlich wenig Zeit. Sie waren so oft bei irgendwelchen Einsätzen unterwegs, dass er kaum dazu kam, sich um das Haus zu kümmern.

Ein Grund mehr, warum Ianto froh war, dass es heute ausnahmsweise keinen Alarm gegeben hatte.

Jack war trotzdem losgefahren. Irgendetwas hatte er im Hub erledigen müssen, während Ianto beschlossen hatte, den freien Nachmittag zu Hause zu verbringen.

Allerdings spielte das Wetter nicht wirklich mit.

Vom Wasser her war dichter Nebel aufgezogen und hüllte den Garten inzwischen vollständig ein. Die Bäume am Grundstücksrand waren kaum noch zu erkennen. Nur ihre dunklen Umrisse zeichneten sich schemenhaft im grauen Dunst ab.

Ianto stand am Fenster und hielt eine Tasse Tee in beiden Händen. Da war es wieder.

Ein tiefes, langgezogenes Geräusch. Er runzelte die Stirn.

„Ein Nebelhorn?“

Das konnte eigentlich nicht sein. Das Wasser war ein ganzes Stück entfernt. Außerdem hatte Ianto in all den Jahren, die er in Cardiff lebte, noch nie eines gehört.

Er stellte die Tasse ab und ging zur Haustür. Draußen war es still. Fast schon unnatürlich still. Er hörte weder Vögel noch andere Tiere, was unwahrscheinlich war, denn es seit ein paar Tagen wohnte auch ein Eichhörnchen bei ihnen im Garten.

Nachdenklich blieb Ianto stehen und sah sich um.

Dann ertönte das Geräusch erneut. Diesmal klang es näher.

Ianto trat einen Schritt auf die Veranda hinaus. „Das ist doch nicht möglich ...“

Im Nebel bewegte sich etwas. Nur ein Schatten und irgendwo darin ertönte wieder das tiefe Horn.

Ianto hielt den Atem an. Dann hörte er die Stimme erneut. „Ianto?“

Er kannte diese Stimme. Doch sie konnte unmöglich hier sein.

Denn Jack war gerade noch im Hub.

Ianto ging vorsichtig die wenigen Stufen von der Veranda hinunter. Der Nebel war inzwischen so dicht, dass er kaum noch seine Hand vor Augen sehen konnte.

„Jack?“

Keine Antwort. Nur dieses seltsame, tiefe Geräusch des Nebelhorns, was ihm eine Gänsehaut über den Körper jagte. Warum hatte er seine Waffe nicht dabei

Ianto machte noch einen weiteren Schritt.

„Jack, wenn du das bist, dann sag gefälligst etwas! Das ist nicht witzig.“

„Ich bin hier.“

Plötzlich tauchte eine Gestalt direkt vor ihm auf.

Ianto erschrak so sehr, dass er einen Schritt zurückwich. „Verdammt, Jack!“, schimpfte er.

Jack grinste ihn an. „Schön, dich auch zu sehen.“

Ianto starrte ihn an. Jack sah vollkommen normal aus. Ein wenig zerzaust, seine Jacke war feucht vom Nebel, aber ansonsten schien ihm nichts passiert zu sein.

„Was machst du hier?“

„Nach Hause kommen?“

„Du warst im Hub.“

„War ich auch.“

Ianto blinzelte. „Das ergibt keinen Sinn.“

„Willkommen bei Torchwood.“

Ianto musste trotz allem lachen. Dann trat er auf Jack zu und zog ihn einfach an sich.

Für einen Moment sagte keiner von ihnen etwas.

Ianto hatte erst jetzt bemerkt, wie sehr er sich erschrocken hatte. Seine Hände lagen fest um Jacks Rücken, während Jack ihn ebenso fest hielt.

„Ich dachte, dir wäre etwas passiert“, murmelte Ianto.

„Mir geht es gut.“

„Du bist einfach aus dem Nebel aufgetaucht.“

„Das war nicht ganz geplant.“

Ianto löste sich ein wenig von ihm und sah ihn misstrauisch an. „Was hast du angestellt?“

Jack grinste. „Eigentlich wollte ich dir etwas zeigen.“

Er griff in seine Jackentasche und holte ein kleines, metallisch schimmerndes Gerät hervor.

Kaum hatte er es in der Hand, ertönte wieder dieses tiefe Dröhnen.

Ianto sah das Gerät an. „Das ist das Nebelhorn?“

„So ungefähr.“

„Jack was soll das schon wieder?“

„Es stammt von einem Schiff. Einem außerirdischen Schiff.“

Ianto hob eine Augenbraue.

„Natürlich.“ Wie sollte es auch anders sein?

„Ich dachte, du würdest es interessant finden.“

„Du bringst mir außerirdische Technik mit nach Hause und wunderst dich, dass sie seltsame Geräusche macht?“

„Ich wollte dir eine Freude machen.“

Iantos Gesicht wurde weicher. „Das hast du auch.“

Jack lächelte. „Wirklich?“

Ianto nickte und zog ihn wieder näher zu sich.

„Aber beim nächsten Mal rufst du mich an, bevor du aus einem Nebel auftauchst.“

„Versprochen.“

Neben ihnen raschelte es.

Runa, die Katze der Nachbarin kam aus dem Nebel spaziert, setzte sich vor die beiden und sah demonstrativ zu dem Gerät.

Das Ding gab einen tiefen Ton von sich.

Runa blinzelte, fauchte leise und wandte sich ab um wohl nach Hause zu gehen.

Ianto musste lachen.

„Ich glaube, sie ist nicht beeindruckt.“

Jack sah ihr hinterher. „Dann bleibt mehr außerirdische Technik für uns.“

„Solange sie nicht noch mehr Lärm macht“, meinte Ianto.

Jack legte einen Arm um Iantos Schultern. „Komm. Ich mache uns Tee.“

„Du machst Tee?“ Ein wenig skeptisch war er schon.

„Ich habe schließlich noch etwas gutzumachen.“

Gemeinsam gingen sie zurück ins Haus. Hinter ihnen lag der Garten still im Nebel.

Und irgendwo weit draußen ertönte noch einmal das geheimnisvolle Horn.

Diesmal klang es beinahe wie ein Abschiedsgruß.

ENDE