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13. Oktober - Karamelläpfel

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13. Oktober - Karamelläpfel

Hallo zusammen,

hier die nächste Geschichte:

Datum: 19.10.2026

Fandom: Loki und Thor oder auch nordische Götter

Stichwort: Karamelläpfel

Es gab einige Dinge, die Thor auf Midgard gefielen. Die Welt der Menschen war so völlig anders als Asgard, aber er fand das nicht schlecht.

Auch wenn Odin es nicht gerne sah, dass sie sich auf Midgard aufhielten, war er schließlich doch wieder gemeinsam mit Loki hierhergekommen.

Unerkannt von den Menschen schlenderten sie Hand in Hand durch die Straßen.

Der Herbst hatte Einzug gehalten und es war kühl geworden. Thor störte die Kälte wenig, und auch Loki schien sie nicht weiter zu beachten. Dennoch hatten sie ihre Kleidung der Jahreszeit und vor allem den Gepflogenheiten der Menschen angepasst.

Niemand sollte wissen, wer sie wirklich waren.

Das war eine der wichtigsten Regeln ihres Vaters Odin.

Und beide wollten sich daran auch halten.

Sie waren schon öfter auf Midgard gewesen. Besonders in der Weihnachtszeit hatte diese Welt ihren ganz eigenen Reiz. Auf keiner anderen Welt wurde das Weihnachtsfest so gefeiert wie hier.

Die Menschen versuchten, ihr Leben in dieser Zeit etwas ruhiger anzugehen.

Auch wenn das bei den meisten nicht besonders gut funktionierte.

Thor hatte sogar manchmal das Gefühl, dass sie ausgerechnet in der Weihnachtszeit noch hektischer waren als sonst.

„Wollen wir wieder einen Karamellapfel essen?“, fragte Loki.

Sie waren auf dem Weg zu einem kleinen Herbstmarkt. Solche Märkte gab es inzwischen in vielen Städten, aber auf einen riesigen Markt mit unzähligen Menschen hatten sie beide keine Lust.

„Ja. Ich dachte, wir schauen, ob sie Karamelläpfel haben. Mutter würde sich darüber bestimmt sehr freuen.“

Loki hob eine Augenbraue.

Er musste allerdings zugeben, dass sich Frigga bisher immer sehr über die kleinen Dinge gefreut hatte, die ihre Söhne von ihren Reisen mitbrachten.

Für die schöne Göttin war es vermutlich längst keine große Überraschung mehr, dass ihre beiden Kinder mehr als nur Freunde waren.

Zumal Thor und Loki nicht miteinander verwandt waren.

Ihre Liebe konnte man aus Sicht der Götter sogar als eine Art politischen Glücksfall betrachten. Schließlich gab es zwischen den Eisriesen und den Asen wenigstens keinen Krieg.

Loki mochte sein Erbe trotzdem nicht besonders.

Er kannte kein anderes Leben als das bei Odin auf Asgard und fühlte sich mehr als Ase denn als Frostriese.

Thor drückte seine Hand. „Du denkst schon wieder zu viel.“

Loki sah ihn von der Seite an. „Und du denkst zu wenig.“

„Das ist nicht wahr“, verteidigte sich Thor.

„Doch“, gab Loki zurück.

„Nein gar nicht wahr.“

„Oh doch mein Schatz.“

Thor grinste. „Dann brauchen wir wohl dringend einen Karamellapfel.“

Loki musste lachen und schüttelte dann mit dem Kopf. Da war mal wieder so typisch.

Wenig später erreichten sie den kleinen Markt. Zwischen bunten Ständen, Kürbissen und herbstlich geschmückten Buden lag der süße Duft von gebrannten Mandeln und Äpfeln in der Luft.

Thor blieb abrupt stehen.

„Da!“

Loki folgte seinem Blick.

An einem Stand lagen tatsächlich Karamelläpfel.

„Du bist wirklich schlimmer als ein Kind.“

„Aber ein Kind mit sehr gutem Geschmack.“

Loki schüttelte den Kopf und zog ihn zum Stand.

„Dann los, Prinz von Asgard.“

Thor grinste. „Nicht so laut. Wir wollen doch unerkannt bleiben.“

Loki beugte sich zu ihm. „Keine Sorge. Ich verrate dich nicht.“

Und als sie wenig später mit zwei Karamelläpfeln durch den Herbstmarkt schlenderten, waren sie für einen kurzen Moment einfach nur zwei junge Männer, die den kühlen Abend und ihre gemeinsame Zeit genossen.

Eine kleine Katze saß unter einem Stand mit Kürbissen und beobachtete die beiden.

Als Thor ihr ein kleines Stück Karamell anbot, sah sie ihn empört an.

Schließlich hatte sie Würde.

Ein winziges Stück nahm sie trotzdem.

Als sie viel später nach Asgard zurückkehrten, hatten sie nicht nur Karamelläpfel dabei, sondern auch ein kleines Geschenk für Frigga.

„Hallo, Mutter. Wir haben dir etwas mitgebracht“, sagte Thor fröhlich.

Die Göttin strahlte die beiden an und erhob sich von ihrem Platz.

„Ich nehme an, ihr beiden hattet einen schönen Tag?“

Manchmal sah sie in ihnen eben immer noch ihre Kinder, und das würde sich vermutlich niemals ändern.

Loki strich sich eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht und umarmte sie. Die beiden waren sich schon immer sehr nah gewesen. Schließlich hatte Loki seine Magie von ihr erlernt.

„Ja, wir hatten einen sehr schönen Tag auf Midgard. Der Herbstmarkt dort hätte dir bestimmt auch sehr gut gefallen“, erklärte er.

Ein warmes Lächeln erschien auf Friggas Gesicht.

„Das freut mich wirklich sehr, meine Kinder.“

Dann schnupperte sie leicht.

„Da es aus eurer Tüte so süßlich riecht, nehme ich an, ihr habt auch Karamelläpfel gekauft.“

Thor wurde leicht rot und sah zu Boden. Es war nun wirklich kein Geheimnis, dass er Süßigkeiten mochte. Seine Mutter lachte.

„Ich habe hier trotzdem noch etwas für dich“, sagte Thor. „Loki meinte auch, dass es dir gefallen würde.“

Damit reichte er ihr die andere Tüte.

Frigga sah neugierig hinein.

Im Inneren lag ein bunter Herbstkranz mit vielen verschiedenen Blumen, kleinen Zweigen und bunten Blättern.

„Dieser ist wunderschön. Ich danke euch beiden sehr.“

Sie hob den Kranz vorsichtig heraus und betrachtete ihn.

„Jetzt müssen wir dafür nur noch einen schönen Platz finden.“

Fast schon schwebte sie durch den Saal und begann nach einem geeigneten Ort für den Herbstkranz zu suchen.

Loki sah ihr lächelnd hinterher. Thor schlang einen Arm um seinen Freund und zog ihn an sich.

„Dieser Tag war wirklich schön.“

Loki lehnte sich gegen ihn.

„Ja. Das war er.“

Und während Frigga noch immer nach dem perfekten Platz für ihren neuen Herbstkranz suchte, standen die beiden einfach eine Weile so da.

Vielleicht war Midgard anders als Asgard.

Vielleicht war die Welt der Menschen laut, hektisch und manchmal viel zu kompliziert.

Aber manchmal fanden auch Götter dort kleine Dinge, die sie mit nach Hause nehmen wollten.

Einen Karamellapfel.

Einen Herbstkranz.

Und einen besonders schönen gemeinsamen Tag.

ENDE