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01. Oktober - Domina

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01. Oktober - Domina

Hallo zusammen,

dann kommt hier auch gleich die erste Geschichte.

1. Oktober

Serie: Domina – Livia und Gaius

Wort: Goldenes Licht

Der Herbst zeigte sich von seiner besten und im Moment ruhigen Seite, zumindest was dieses Land betraf. Dabei war Livia Drusilla nur Rom und natürlich die warmen Länder gewohnt. Hier in Germanien war es anders. Das Land war viel rauer, unwirklicher und sie wollte zurück nach Rom.

Sie zügelte ihre Stute und sah über das weite Land. Die Sonne schien und sorgte für goldenes Licht. Der Wind ließ die Blätter tanzen. Zu ihrer Überraschung war es nicht kalt. Dabei hatte es schon Frost gegeben. Die Frostgötter in diesem Land kamen früh und blieben lange. Ein Umstand, den Livia nicht mochte, aber nicht ändern konnte - egal wie mächtig sie war.

Dennoch war dieses Land auf seine eigene Weise schön und sie verstand, warum Rom und vor allem ihr Mann Gaius es wollte. Schon sein Adoptivvater Cäsar war in Germanien eingefallen, um es Rom anzugliedern, denn Rom brauchte immer mehr Macht und neue Sklaven.

Ohne Sklaven war ein Leben kaum möglich. Zudem brauchte Rom auch Geld. Auch wenn sich Livia nicht vorstellen konnte, was es hier an Gold geben sollte. Die Menschen besaßen wenig.

Sie waren auf dem Weg zu den Hermunduren, einem Volksstamm, der zu den Sueben gehörte. Bis jetzt hatte sie sich noch nicht gegen Rom entschieden und Gaius hoffte auch, dass es so blieb. So ein Feldzug kostete Geld und Soldaten – bis jetzt besaß Gaius beides.

„Woran denkst du, meine Liebe?“, fragte Gaius.

Er lenkte seinen Hengst neben die Stute seiner Frau. „Das Land hat tatsächlich seine Reize. Das goldene Licht macht es noch schöner“, gab Livia zurück.

Überrascht blinzelte Gaius und sah nach vorn. Der Anblick über das Tal war in der Tat reizvoll. Die Sonne kämpfte sich durch die Wolken und ließ die Blätter schimmern.

„Ungewöhnliche Worte aus deinem Munde“, sagte er.

Livia drehte den Kopf und legte ihm eine Hand auf den Oberschenkel. „Auch ich kann den Frieden erkennen. Wollen wir hoffen, dass dieses Land nicht von römischem Blut gedrängt wird.“

Seine Miene verfinsterte sich. „Sollte es passen, werden sie es uns bitter büßen.“

Sie nickte. „Ich weiß.“

Dennoch blieben sie einen Moment stehen und genossen den Anblick. Die Soldaten würden schließlich auf sie warten.

ENDE