05. Oktober - Seelenfänger
05. Oktober - Seelenfänger
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 05.10.2025
Fandom: The Exorcist
Stichwort: Seelenfänger
Der Wagen preschte mit hoher Geschwindigkeit über die Schotterstraße. „Fahr links“, rief Marcus Keane.
Ohne langsamer zu werden, riss Tomas Ortega das Lenkrad herum und bog scharf nach links ab.
Sie wurden durch den Wagen geschleudert, aber Tomas schaffte es, auf der Straße zu bleiben. Er gab wieder Gas und der Wagen jagte weiter – immer ihrem Ziel entgegen. Beide Exorzisten hofften nur, dass sie nicht zu spät kamen.
Sie hatten von dem Vorfall leider eben erst erfahren und sich auch sofort auf den Weg gemacht, um die junge Familie zu retten.
Ein Seelenfänger war aus der Hölle gekommen und machte Jagd auf Menschen. Denn Seelen waren in der Hölle wie eine Art Währung.
Da interessierte es die Dämonen auch nicht, ob die Menschen noch am Leben waren. Sie würden sie einfach töten und ihnen ihre Seele stehlen.
„Wie gehen wir vor?“, fragte Tomas. Ihr Ziel kam in Sicht und er bremste hart ab.
Sofort war Marcus ausgestiegen und öffnete die hintere Tür des Wagens. Dort lagen seine Bibel und das Weihwasser. Einen Kragen besaß er nicht mehr, denn er war offiziell kein Priester mehr, im Gegensatz zu Tomas.
„Wir tun, was wir tun müssen, und schicken den Seelenfänger zurück in die Hölle“, gab er zurück.
Tomas knirschte mit den Zähnen.
Welche andere Antwort hätte er auch von Markus erwarten sollen? Er kannte seinen Freund und Partner viel zu gut.
Bevor Marcus jedoch das Haus betreten konnte, legte er ihm eine Hand auf den Arm.
„Bitte sei vorsichtig. Ich weiß, dass ich dir das nicht sagen muss“, fügte Tomas noch hinzu, als er Marcus’ Blick bemerkte.
Nur zu gut war Tomas klar, was Marcus gerade dachte. Sie kannten sich beide viel zu gut. Immerhin waren sie nicht nur Freunde und Partner, sondern auch ein Paar.
Er liebte den anderen Mann und konnte den Gedanken nicht ertragen, dass ihm etwas zusteht. Allerdings waren beide Exorzisten und die Gefahr gewöhnt.
„Das gleiche gilt auch für dich, Tomas.“ Sie nickten sich zu, bevor sie nach drinnen gingen.
Während Marcus die Bibel umklammerte, zog Tomas ein Amulett aus der Tasche. Es war nichts Besonderes und eher kitschig, aber es hatte ihnen gute Dienste erwiesen. Denn beide glaubten gerne daran, dass es von Gott auf die Erde gesandt worden war. Mit dem Amulett konnten sie das Böse zumindest ein wenig bannen. Es war ein Hauch von einem Schutz.
Kaum hatten sie das Haus betreten, erkannten sie im Flur auch schon die erste Leiche. Sofort kniete Marcus nieder, aber wie nicht anders zu erwarten, war der Mann nicht mehr zu helfen.
Aus dem Wohnzimmer drangen Geräusche und beide schlichen darauf zu. Auf der Couch lag eine gefesselte Frau, während der kleine Sohn im Sessel kauerte und bitterlich schluchzte.
Daneben standen zwei Dämonen und lachten. Sie schienen die Neuankömmlinge noch nicht einmal bemerkt zu haben.
Diesen Umstand wollte Marcus unbedingt ausnutzen.
Er konnte sich blind auf Tomas verlassen und das tat er jetzt auch. Während er begann, eine Beschwörungsformel zu rezitieren, nahm Tomas das Weihwasser und betrat das Wohnzimmer.
„Seid gegrüßt“, sagte er und kippte ihnen das Weihwasser ins Gesicht.
Währenddessen wurde der Singsang von Marcus immer lauter. Die Dämonen kreischten und schrien, als ihre Haut rot anlief. Einer stürzte auf Tomas zu, aber er wich aus. Der andere holte zum Schlag aus und traf Tomas an der Schulter.
Der Exorzist brüllte auf und taumelte ein paar Schritte zurück. Dabei umklammerte er das Amulett fester und hielt es wie einen Schutz vor sich.
Wie nicht anders zu erwarten, wichen die beiden Dämonen zurück. Hinter ihm betrat Marcus den Raum und hob das Kreuz auf Schulterhöhe. Sein Beten und Flehen an Gott wurde immer lauter und die Dämonen immer unruhiger.
Sie fluchten und wüteten, hatten aber gegen die Macht Gottes keine Chance.
„Das werdet ihr büßen“, rief einer von ihnen und rannte hinaus zur Tür.
Der andere wand sich zu ihren Füßen wie unter starken Schmerzen. Das war gut, denn damit war er für den Moment kein Gegner.
Ohne weiter darüber nachzudenken, gab Marcus ihm den Gnadenstoß.
Danach befreite er die Frau von ihren Fesseln.
„Danke. Sie haben meinen Mann getötet“, stammelte sie und Tränen liefen über ihr Gesicht.
„Sie sind weg und komme nicht wieder. Rufen Sie am besten die Polizei“, meinte Tomas.
Die Frau nahm ihren Sohn in die Arme und wiegte ihn hin und her.
„Ja. Danke“
Zusammen gingen Tomas und Marcus zum Auto. Sie hatten den Mann nicht retten können, aber zumindest ging es der Frau und den Jungen gut.
Der Seelenfänger war besiegt. Jetzt konnten sie sich um ihre Wunde kümmern und sich versichern, dass sie noch da waren.
ENDE