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02. Oktober - Der erste Frost der Saison

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02. Oktober - Der erste Frost der Saison

Hallo zusammen,

hier die Geschichte von heute:

Datum: 06.10.2025

Fandom: Knightfall

Stichwort: Der erste Frost der Saison

Es war spät im Jahr, bald würde das neue Jahr 1299 beginnen. Landry du Lauzon konnte es noch gar nicht glauben, dass sie bald das Jahr 1300 schreiben würden.

Zuerst jedoch mussten sie ihren Auftrag zu Ende bringen.

Sein Hengst Valero schnaubte und stampfte mit einem Huf auf. „Ja, mein Junge, wir reiten gleich weiter.“

Das Tier war ein wunderschöner schwarzer Hengst, stark und stolz mit einer langen geflochtenen Mähne. Er warf den Kopf herum und wieherte. Landry beugte sich im Sattel nach vorn und strich ihm über die Stirn.

„Wir sollten sehen, dass wir noch ein Stück schaffen. Ich nehme an, wir werden die Nacht im Freien verbringen“, sagte er und wandte sich an seinen Freund Tankred.

Dieser lenkte sein Pferd Aristo neben ihn und ließ die Zügel locker. Valero und Aristo waren erfahrene Kriegspferde und die beiden Männer konnten sich auf ihre Tiere verlassen, denn sie waren bei der Ausbildung dabei gewesen.

„Das denke ich auch. Unser Ziel erreichen wir heute nicht mehr“, gab Tankred zurück.

Sie waren auf dem Weg nach Norden zum Pfalzgrafen von Sachsen nach Goseck, um eine Nachricht von ihrem Komtur zu überbringen. „Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Dann sind wir wenigstens alleine.“

Landry streckte die Hand aus und legte sie auf Tankreds Knie. Dieser sah sich um, ob jemand in der Nähe war, aber niemand war gerne bei dem Wetter unterwegs. Zu ihrem Glück regnete es wenigstens nicht.

„Eine ungemütliche und kalte Nacht im Wald? Das klingt wenig verlockend in meinen Ohren“, gab Tankred zurück. „Ja, aber wie ich bereits sagte, sind wir alleine. Ich wärme dich dann auch. Ein Grund mehr, unter einer Decke zu liegen.“

Landry grinste und Tankred erkannte die Liebe zu ihm in dessen grünen Augen. Wie konnte er da böse sein?

Sein Herz machte einen Satz und er streckte die Hand aus und verflocht seine Finger mit Landrys. Dafür musste er sich zwar etwas zur Seite neigen, aber das störte ihn wenig.

Auch wenn es kalt war, so trugen sie keine Handschuhe, und er war dankbar dafür. „Komm auf mein Pferd“, bat Landry leise.

Es war nicht unüblich, dass man sich ein Pferd teilte, sei es nun wegen des schlechten Wetters, um sich warmzuhalten, oder weil sie eines der Tiere schonen wollten.

Natürlich hatte niemand so eine Absicht wie Landry und Tankred, denn sie wollten einander berühren.

„Denkst du, das ist eine gute Idee? Wir sind Tempelritter“, gab Tankred zu bedenken.

„Wir sind alleine. Niemand ist hier, und wenn uns jemand begegnet, nehmen wir Aristo als Packpferd“, antwortete Landry.

Tankred schwieg einen Moment. Hin und her gerissen, zwischen dem Wunsch, zu Landry aufs Pferd zu steigen und dessen Nähe und Wärme zu genießen, und der Angst, entdeckt zu werden.

Schlussendlich seufzte er ergeben und brachte sein Pferd zum Stehen. Elegant stieg Tankred aus dem Sattel und reichte seinem Freund die Zügel. Grinsend nahm Landry diese auf und half seinem Freund auf Valeros Rücken.

Wie immer setzte sich Tankred vor ihn, sodass Landry seine Arme um ihn legen konnte.

Der eisige Wind zerrte an den beiden Männern, aber dennoch spürte Tankred nichts von der Kälte. Er lehnte sich nach hinten an die breite Brust und war versucht, für einen Moment die Augen zu schließen.

Diese kleinen gestohlenen Momente der Einsamkeit waren in der Tat etwas ganz Besonderes. Wenn er mit Landry alleine sein konnte, nahm er auch gerne das schlechte Wetter in Kauf.

„So ist es doch gleich viel gemütlicher und ich kann dich riechen.“ Landry küsste Tankred in den Nacken und dieser erschauderte. Nicht nur wegen der Worte und des Kusses, sondern auch wegen des Wissens, was sie später tun würden.

Landry gab Valero mit sanftem Schenkeldruck zu verstehen, dass es weiterging. Willig folgte Aristo ihnen, denn für den Hengst war dies nichts Neues.

Wenn es nach den beiden Männern ging, könnte der Weg bis nach Goseck noch viele Wochen dauern, denn sie nutzten jeden kleinen Moment, um zusammen zu sein. Egal wie kalt es draußen war.

ENDE