12. Oktober - Alpträume
12. Oktober - Alpträume
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 12.10.2025
Fandom: Fellow Travelers
Stichwort: Albträume
Albträume waren eine wirklich schlimme Sache. Vor allem dann, wenn sie einen jede Nacht quälten und man deswegen so gut wie nie schlafen konnte.
Tim Laughlin hasste seine Alpträume. Sie kamen immer dann, wenn er nicht mit Hawk zusammen war. Sobald er die Nacht mit seinem geliebten Freund verbrachte, schlief er gut, ohne diese schrecklichen Bilder, die ihn sonst immer quälten.
Auch heute Nacht war wieder so eine Nacht. Das Zimmer war dunkel da. Nur das Licht der Straßenlaterne drang in das kleine Schlafzimmer.
Unruhig warf sich Tim hin und her. Er schwitzte und schob das Laken weg, dann wurde ihm wieder kalt.
„Nein, nein, bitte nicht“, stöhnte er.
Seine Augäpfel rollten hinter den geschlossenen Augen. Ein Stöhnen entkam seinen Lippen. Die Hände waren im Laken verkrampft und Schweiß tropfte auf das Kissen hinab.
Der Traum war immer derselbe. Er begann harmlos, fast schon erotisch, dann kam das Grauen.
Er befand sich mit Hawk in dessen Büro. Sie plauderten miteinander, lachten und scherzten. Er durfte in Hawks wunderschöne Augen sehen und ihn bewundern.
Es gab nichts anderes als sie beide.
Dann änderte sich das Bild. Zwei Frauen kamen in das Büro. Ihre Blicke waren kalt und grausam. Sie zeigten mit dem Finger auf ihn und sagten etwas, das er nie verstand. Auf Hawk achtete sie dabei gar nicht. Die Frauen fixierten ihn. Eine von ihnen zog ein Seil aus der Tasche.
„Du gehörst dem Teufel. Dein Leben und das, was ihr tut, ist Sünde. Gott hasst dich dafür, dass du ihn begehrst. Von ihm träumst. Du wirst im ewigen Fegefeuer schmoren“, sagte eine der beiden Frauen.
Sie traten zu ihm und die zweite Frau schlug ihm ins Gesicht. Er wollte zurückweichen, sich an Hawk wenden, aber dieser war nicht zu sehen.
Er stand alleine, ganz alleine. Da änderte sich die Szene, der Raum war dunkel und wurde nur von einigen wenigen Kerzen erhellt.
Tim spürte Kälte, die seine Beine hinaufkroch. Angst schnürte ihm die Kehle zu, als er erkannte, dass er an einen alten Holzpfahl gebunden war. Er zerrte an dem Seil, aber es bewegte sich nicht.
„Hilfe, Hilfe“, schrie er und wusste doch, dass es nichts brachte. Tränen liefen über seine Wange.
„Deine Gier ist Sünde“, sagte eine Stimme aus der Dunkelheit.
Tim brüllte auf und zuckte zurück, aber er kam nicht weit.
„Du bist in der Hölle, kleiner Mensch. Hier in meinem Reich. Weißt du auch warum?“
Etwas schälte sich aus der Finsternis und kam auf ihn zu. Tim erkannte dessen Gesicht nicht, wusste aber, dass es kein Mensch sein konnte. Was war das? Welches Wesen wollte ihm etwas antun?
Die Gestalt, die in einen Kapuzenmantel gekleidet war, trat näher und hob einen Arm. „Wo bin ich?“, fragte Tim.
„Weist du das denn nicht? Das ist die Hölle.“
Das Wesen lachte. „Ein Mann soll nicht beim Manne liegen. Diese Art ist unnatürlich. Dafür gehörst du uns.“ Er lachte und es klang kalt in dem Raum.
„Ich liebe Hawk“, antwortete Tim und spürte die Tränen, die über seine Wangen liefen.
Er schüttelte heftig den Kopf, wusste er doch, was als Nächstes kam. Das Wesen streckte die Hand aus, um ihn zu berühren, und Tim erwachte mit einem Schrei auf den Lippen.
Sein Atem ging keuchend, als er sich aufsetzte und sich umsah.
Auch jetzt spürte er die Tränen, die in seinen Augen schimmerten. Es dauerte eine ganze Weile, bis er sich wieder beruhigt hatte. Als er dann endlich aufstehen konnte, klopfte es leise an der Tür.
Erschrocken blieb Tim mitten im Zimmer stehen. Es klopfte erneut und ein leises „Tim?“ war zu hören.
Eilig wischte er sich über die Augen und öffnete die Tür. Dort stand Hawk und sah ihn an. Seine Augen schimmerten besorgt. Schnell trat er ein, und Tim schloss die Tür.
Danach ließ er sich in Hawks Arme fallen. „Ich habe gespürte, das etwas nicht stimmt. Geht es dir gut?“
Tim seufzte und klammerte sich an ihn. „Jetzt ja.“ Hawk konnte ihn nur festhalten, und das tat er auch.
ENDE