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16. Oktober - Beschwörung

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16. Oktober - Beschwörung

Hallo zusammen,

hier die Geschichte von heute:

Datum: 16.10.2025

Fandom: Dead Boy Detectives

Stichwort:  Beschwörung

Ihre neue Klientin, Marian, war, gelinde gesagt, sonderbar, aber Edwin hatte sich entschieden, der Frau zu helfen. Auch wenn Charles dieses Mal nicht seine Meinung teilte.

„Wir können doch aber nichts tun, wenn Menschen uns beschwören. Ich würde es gerne verhindern, aber das können wir nicht“, sagte Charles und klang genervt.

Sie sprachen nicht das erste Mal darüber und er ärgerte sich schon wieder,

„Das weiß ich, Charles, aber vielleicht können wir den Grund für die Beschwörung gefunden. Marian weiß es nicht und es passiert jetzt jeden Freitag. Ich bin der Meinung, wir sollten ihr helfen“, gab Edwin zurück.

So hatte es Charles zwar noch nicht gesehen, aber er gab seinem Freund recht. Es musste einen Grund haben.

Die Lebenden konnten nun einmal die Toten beschwören. Ob dies gut oder schlecht war, konnte er dabei nicht sagen.

Natürlich hätte er gerne etwas dazu geäußert, aber wegen Edwin tat er es nicht.

„Aber was genau gedenkst du dagegen zu tun? Wir können eine Beschwörung nicht aufhalten“, hielt Charles dagegen.

„Ja das mag schon sein, aber ich würde gerne herausfinden, welche Menschen es sind. Ich hatte die Hoffnung, dass wir ihr folgen können und sie beobachten, wer diese Menschen sind. Du weißt genauso gut wie ich, dass sie eine Verbindung zueinander haben müssen, sonst würde es nicht funktionieren. Zudem gibt es mehrere Möglichkeiten, einen Geist herbeizurufen. Entweder ein Ouija-Board oder auch eine Séance. Oder eben auch über ein Medium.“

So sehr Charles seinen Freund Edwin auch liebte, er machte es gar nicht, wenn dieser plötzlich mit all diesem Wissenschaftskram um die Ecke kam. Damit konnte er selber wenig anfangen.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass sich bis heute nie jemand die Mühe gemacht hatte, seinen Geist heraufzubeschwören. Vor allem nicht seine Eltern.

„Na gut, ich höre dir zu. Aber bitte erkläre mir nicht diese verschiedenen Dinge. Ich möchte auf jeden Fall von jemandem beschworen werden. Was sollen wir tun, um ihr zu helfen?“

Das war in der Tat eine sehr gute Frage und Edwin hatte darauf auch noch keine Antwort.

„Ich würde sagen, das Einfachste wäre ihr im Moment ihr zu folgen und sie zu beobachten. Morgen ist schließlich wieder Freitag und ich finde, wir sollten bei Marian bleiben.“ Wirklich glücklich war Charles mit dieser Antwort nicht, aber immerhin war sie ihre Klientin und er würde alles tun, um ihr zu helfen.

„Na gut, ich bin dabei. Aber wenn es nicht geht, dann lassen wir es.“ Er hatte ein verdammt schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache.

Sie trafen sich am frühen Abend mit Marian. Die Zeit für die Beschwörung war fast immer die gleiche. Immer 20:13 Uhr. Uhr. Als ob sich jemand eine Uhr gestellt hätte.

Wer auch immer es war, achtete auf die Zeit.

Nervös tigerte Marian umher und krampfte ihre Hände zusammen. Edwin wollte der Frau so gerne helfen, denn er wollte sich gar nicht vorstellen, wie es war, beschworen zu werden, ohne dass man wusste, wo man war.

Speziell für diesen Anlass hatte er sich einen Zauber gesucht und ihn modifiziert.

Dann war es endlich so weit – die Uhr wandert auf 20:13. Einen Herzschlag später begann Marian zu stöhnen und sich wie unter Schmerzen zu krümmen. Ihre Gestalt flackerte und war in der nächsten Sekunde verschwunden.

Verblüfft starrte Edwin auf die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte, und aktivierte dann den Zauber.

„Wie ist das nur möglich?“, fragte Charles verwundert.

Geister hatten Fähigkeiten, das war kein Geheimnis, allerdings hatte nicht jeder die gleichen.

Es dauerte ein paar wertvolle Sekunden, aber dann hatten sie Marian gefunden und konnten ihr durch den nächsten Spiegel folgen.

Charles packte seinen Rucksack fester und folgte einem Freund. Gedanklich war er schon auf alles gefasst, was sie erwarten könnte.

Verblüfft blieben sie stehen, als sie Marian in einem Kreis entdeckten. Vor ihr saß ein Mann auf einem Stuhl und sah auf. „Wer sind sie?“, fragte er.

„Sie sehen uns?“ Edwin trat näher und wusste, dass sein Freund bei ihm war.

„Ich liege im Sterben und sehe andere Geister. Deswegen habe ich meine Frau beschworen.“ Ein Lächeln huschte über seine Züge. In seinen Augen schimmerte der Schmerz.

„Sie wissen, wie man Geister beschwört“, wunderte sich Edwin.

„Ja, ich habe mich mein Leben lang mit Esoterik und Geistern beschäftigt, aber es hat mir erst jetzt geholfen, Marian zu finden.“ Er senkte den Kopf und streckte die Hand aus.

„Den Kreis braucht sie nicht. Sie ist nicht böse oder rachsüchtig und sie verschwindet auch nicht. Nehmen Sie sich Zeit“, erklärte Edwin.

Er wandte sich an Charles und drängte ihn nach draußen.

„Lassen wir sie alleine“, raunte er und reichte seinem Freund die Hand.

Charles ergriff sie und Sekunden später waren sie zurück in ihrem Büro. Dort drängte sich Edwin an ihn heran und Charles hielt ihn fest.

ENDE