18. Oktober – Frostriesen
18. Oktober – Frostriesen
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 18.10.2025
Fandom: Marvel / Thor
Stichwort: Frostriesen
Herauszufinden, wer man wirklich war, war nie einfach. Er hatte schon immer gewusst, dass er anders war als Thor und seine Eltern. Zu der Zeit hatte er aber immer noch geglaubt, dass sie seine wirklichen Eltern waren und Thor sein Bruder.
Allerdings hat sich Loki da getäuscht.
Er war kein Ase und stammte nicht von Asgard. Er war ein Hrimthurse, ein Frostriese von der Welt Jotunheim.
Zu allem Überfluss war er auch noch der Sohn des Königs Laufey.
Es gab Tage, da fragte sich Loki, was schlimmer war. Die Tatsache, dass sein Vater Odin ihn jahrelang belogen hatte, oder dass er in dem Glauben aufgewachsen war, dass er und Thor nur Brüder wären.
Denn wenn Loki eines wusste, dann, dass er in Thor nie nur einen Bruder sah. Vielleicht noch, als sie klein waren, aber dies hatte sich schon seit vielen Jahrhunderten verändert.
Für ihn war Thor so viel mehr. Ein Mann, den er aus tiefster Seele begehrte. Wie lange er den anderen schon liebte, konnte er nicht einmal sagen, und das spielte auch keine Rolle. Wichtig war nur, dass er es tat und welche Konsequenzen das Ganze mit sich brachte.
„Wo bist du denn schon wieder mit deinen Gedanken, Loki?“
Besorgt sah Thor seinen Freund an und strich ihm dann über die schwarzen Haare. „Du darfst das nicht tun“, gab Loki zurück.
Verwundert blickte der andere ihn an und Loki zuckte hilflos mit den Schultern.
„Ich verstehe immer noch nicht, warum du überhaupt etwas für mich empfindest“, platzte er schließlich mit der Sprache heraus.
„Ich bin ein Frostriese, ein Monster und dennoch bist du hier. Ich verstehe einfach nicht, warum du dich nicht von mir abwendest. So wie es auch andere tun. Ich gehöre nicht nach Asgard und das habe ich nie.“
Im Gegensatz zu sonst waren seine Worte voller Schmerzen. Der Junge mit der Silberzunge, der immer genau wusste, was er sagen musste, war verschwunden.
Tiefstbetrübt blickte Thor ihn an. Dann setzte er sich langsam auf, und zwang Loki, indem er ihm einen Finger unter das Kinn legte, ihn anzusehen.
„Kennst du mich so wenig? Du weißt, dass ich es nicht so sehe. Dann bist du eben ein Frostriese! Natürlich muss ich mich erst an diese Tatsache gewöhnen. Aber das ändert nichts an meiner Liebe zu dir. Glaubst du mir denn so wenig? Ich habe mich immer auf deine Seite gestellt. Ich habe den Zorn von Vater ertragen. Ich weiß, dass beide es nicht gern sehen, dass wir zusammen sind, und es ist mir egal. Es geht mir hierbei nur um dich. Wir sind zusammen aufgewachsen und ich kenne dich. Du bist nicht so wie Laufey. Du bist besser und vor allem stärker als er.“
Damit hatte Thor auch recht. Denn kein anderer Frostriese konnte sich in einen Menschen verwandeln. Zudem besaß Loki noch unsagbare magische Fähigkeiten. Seine Kräfte überstiegen mittlerweile sogar die von Freya, ihrer Mutter.
„Ich habe nur Angst dass ich dich blamiere und du dich irgendwann von mir abwendest. Immerhin bin ich nicht das, was du erwartet hast.“ Wütend biss Loki die Zähne zusammen und kämpfte darum, nicht zu weinen.
Er wollte keine Schwäche zeigen, vor allem nicht vor Thor.
Denn wenn Loki etwas war, dann sicherlich nicht schwach.
„Das kann nun wirklich nicht passieren. Du bist immer derjenige, der genau weiß, was er sagen muss. Wenn dann bin ich es, der sich blamiert. Außerdem hat sich doch nichts geändert.“
In die grünen Augen trat ein Funkeln, welches Thor nur zu gut kannte. Sein Freund war wütend.
„Es hat sich nichts geändert? Thor, das kannst du nicht wirklich glauben. Alles hat sich geändert. Ich bin kein Ase. Schau mich doch an.“
Damit setzte er die Verwandlung in Kraft.
Bis vor ein paar Wochen hatte er nicht einmal gewusst, dass er dazu überhaupt in der Lage war.
Es dauerte nur wenige Sekunden und Loki wuchs, sodass er um einiges größer als Thor war. Seine Haut färbte sich blau und schwarze Muster bildeten sich darauf. Wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass diese sich sogar bewegten.
Sein Haar verwandelte sich von Schwarz in Hellblau und die Augen glühten wie rote Diamanten.
Der Anblick konnte erschreckend sein, aber Thor war nicht bereit, sich davon abbringen zu lassen.
Langsam, wo er eine Hand und legte sie an Lokis Wange.
„Wenn du wie sie wärst, würde es mich zu Eis verbrennen. Aber das tut es nicht.“ Sanft fuhren seine Finger über den Kiefer bis hinab zur Brust. Die Kleidung war bis auf eine Hose völlig verschwunden. Es war überraschend, wie muskulös sein Freund plötzlich geworden war. Er war so anders und er würde eine Weile benötigen, um sich daran zu gewöhnen. Aber er musste zugeben, dass es auch etwas für sich hatte.
„Du bist immer noch wunderschön, und wenn du mir nicht glaubst, dann finde es heraus.“
Die roten Augen glühten regelrecht, als Loki sich ein wenig nach vorne beugte. „Ist das etwa eine Einladung? Und das in dieser Gestalt? Ich könnte dich trotzdem verbrennen.“
Aber Thor schüttelte den Kopf. Denn wenn er eines wusste, dann, dass Loki ihm niemals etwas antun würde.
Vielleicht war er ja deswegen auch so mutig und ließ seine Finger weiter an diesem fremden Körper hinab wandern. Auf eine ganz besondere Weise war dieser Frostriese nämlich wirklich sehr begehrlich.
ENDE