22. Oktober - Knochen
22. Oktober - Knochen
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 22.10.2025
Fandom: Sister Boniface Mysteries
Stichwort: Knochen
Peggy Button setzte sich ihren Hut auf und verließ gut gelaunt das Haus. Heute wollte sie sich mit einer Freundin treffen und den Tag genießen.
Das Wetter spielte zu ihrem großen Glück auch mit.
Für Ende Oktober war es tatsächlich noch ein schöner, sonniger Tag. Nur ganz kurz dachte sie an ihren Vorgesetzten und fragte sich, was er heute vorhatte. Sie waren auf der Polizeiwache so etwas wie eine Familie, immerhin waren sie nicht viele Leute.
DI Sam Gillespie und DS Felix Livingstone waren für sie Freunde, und sie traute sich nicht einmal in Gedanken, sie beide beim Vornamen zu nennen. Dabei kannte sie sich schon lange und gerade in Sam sah sie eine Art großen Bruder.
Sie selber liebte ihren Job bei der Polizei ebenfalls. Bis jetzt war sie nur ein junger Constable und hoffte trotzdem auf ein bisschen mehr. Zumindest war sie die erste Frau hier in Great Slaughter im Polizeidienst, aber sie hoffte, dass es mehr wurden.
Sie schlenderte den Weg entlang und blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. Verwundert blinzelte sie, aber das Bild blieb.
„Wie kann das sein?“, stammelte sie vor sich hin.
Unsicher drehte sie sich im Kreis, als suche sie nach Hilfe, dabei war sie eine Polizeibeamtin.
„Reiß dich zusammen, Peggy“, mahnte sie sich selbst.
Dann ging sie langsam auf das Gebilde zu. Neben einem kleinen Strauch lagen mehrere Knochen. Zu ihrem großen Glück war weder Fleisch noch Blut zu erkennen. Auch wenn sie von der Anatomie nicht wirkliche Kenntnisse besaß, so wusste sie, dass das Rippen und Armknochen waren. Immerhin hatte sie bei Schwester Boniface ganz gut aufgepasst.
Peggy holte noch einmal tief Luft und rannte dann so schnell sie konnte zurück nach Hause. Sie musste unbedingt die anderen verständigen und ihre Freundin.
Damit war der freie Nachmittag dahin, aber wirklich böse war sie nicht, auch wenn ihr der Fund nicht gefiel.
Es dauerte gar nicht lange und schon waren die Kollegen vor Ort.
Wie immer kam die Nonne mit ihrem Moped, dem sie den Namen „Mavis“ gegeben hatte, angefahren. Sie war schnell, und wenn Peggy ehrlich war, fuhr sie nicht gerne bei ihr mit. Nachdem sie sich begrüßt hatten, gab Sam seine Anweisungen, denn dieser war mit Felix zusammen im Wagen hergekommen.
Wenig später standen Schwester Boniface, Sam und Felix zusammen mit Peggy neben dem Strauch und sahen auf die Knochen hinab. „Sie lagen schon so da, WPC Button?“, fragte Sam routiniert.
„Ja, Sir, ich habe sie so gefunden. Ich dachte, es sei ein Scherz“, gab Peggy zurück. Sie atmete einige Male tief durch, bis die Schwester ihr eine Hand auf den Arm legte.
„Auf den ersten Blick würde ich sagen, sie stammen auf jeden Fall von Menschen. Sie sind aber sauber und ich kann so auch keine Spuren von Gewalt entdecken. Ich würde sie mir gerne einmal genauer ansehen, damit wir herausfinden können, was hier geschehen ist“, sagte sie.
„Dann nehmen Sie sie mit, Schwester. Aber selbst ich sehe, dass die Knochen nicht vollständig sind. Wo ist denn bitte der Rest davon?“ Das war in der Tat eine sehr gute Frage, auf die bis jetzt niemand eine Antwort hatte.
Hier passierten zwar die verrücktesten Unfälle und leider auch Morde, aber der Fund von solchen Knochen war für alle neu.
Nachdem alles verpackt war, machte sich die Schwester zusammen mit Sam auf den Weg zum Kloster.
Peggy und Felix würden ihnen später folgen. Zuerst sollte noch der Ort fotografiert werden und sie wollten die Nachbarn befragen.
In ihrem Labor untersuchte die Schwester die Knochen in der Hoffnung, darauf etwas zu finden, was ihnen bei der Identifizierung des Opfers helfen konnte.
„Haben Sie schon etwas für mich, Schwester?“ Sam, der wenig Geduld für diesen ganzen wissenschaftlichen Kram hatte, saß mit einer Tasse Tee am Fenster und blickte hinaus.
"Bis jetzt kann ich nur sagen, dass die Knochen sehr alt sind. Er oder sie könnte bereits 300 oder 400 Jahre tot sein."
Verwundert blickte Sam auf, denn damit hatte er nicht gerechnet. „Was wollen sie mir damit sagen? Dass wir es hier mit einem alten Mordfall zu tun haben?“
Das war ungewöhnlich, aber im Grunde genommen konnte alles möglich sein. Aber wo kamen diese Knochen her?
„Dazu muss ich noch mehrere Tests machen“, gab die Schwester zurück.
„Das müssen Sie gar nicht. Wir haben das Rätsel bereits gelöst.“ Triumphierend betrat Peggy mit Felix das Zimmer und hielt eine Zeitung in der Hand.
Sie stammte aus einem der Nachbarorte. Peggy legte sie auf den Tisch.
Die Schlagzeile lautete: Das Skelette aus dem Museum gestohlen. Wer entwendet Knochen?
„Na das würde auf jeden Fall passen. Dann hat unser Täter hier einige liegen lassen. Wir sollten mit dem Museum sprechen und herausfinden, ob die Knochen wirklich von dort sind.“ Neugierig las die Schwester den Artikel und versuchte so herauszufinden, ob sie tatsächlich die verschwundenen Knochen gefunden hatten.
„Gute Arbeit, WPC-Button“, lobte Sam. Damit war sein Fall geklärt und er konnte vielleicht noch ein Spiel im Radio hören.
Peggy strahlte, auch wenn sie sich den Tag anders vorgestellt hatte.
ENDE