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23. Oktober – Lagerfeuergeschichten

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23. Oktober – Lagerfeuergeschichten

Hallo zusammen,

hier die Geschichte von heute:

Datum: 23.10.2025

Fandom: Die Musketiere

Stichwort:  Lagerfeuergeschichten

Die Sonne war schon lange untergegangen, als die vier Musketiere sich eine windgeschützte Stelle im Wald suchten, um dort ihr Nachtlager aufzuschlagen. Das Wetter meinte es noch einmal gut, denn es war trocken.

„Wir machen ein Lagerfeuer“, beschied Athos. Aktuell befanden sie nicht im Krieg, sondern waren auf einer Mission für Mister Treville, noch zwei Tagesreisen von Paris entfernt.

Daher war ein Lagerfeuer auch ungefährlich, so zumindest Athos Hoffnung.

„Gute Idee. Ich kümmere mich zusammen mit Porthos um das Holz“, erklärte Aramis und zwinkerte den Freunden zu. Sollten sie sich ruhig um die Pferde kümmern. Athos nickte flüchtig und stieg vom Pferd. Sein Freund und Kampfgefährte d’Artagnan stand schon neben seinem treuen Reittier.

Unterdessen gingen Porthos und Aramis auf die Suche nach Feuerholz. Es war schon fast zu dunkel, um etwas zu erkennen, aber es dauerte nicht lange, bis sie die Arme voll hatten. Das Holz war zum Glück trocken, damit würde es auch gut brennen. Ein wenig Wärme würde ihnen allen guttun.

Als sie zu den Pferden zurückkamen, standen d’Artagnan und Athos bei den Pferden und unterhielten sich leise. Aramis schmunzelte zufrieden. Vor wenigen Tagen hatten beide einen Streit gehabt, der sich jedoch recht schnell wieder gelegt hatte. Ihr junger Gascogner war eben ein Hitzkopf, und manchmal fiel es Athos schwer, dagegen anzugehen. Daher war es nicht schlecht, wenn sie etwas Zeit für sich hatten.

Aramis legte das Holz ab und sie holten noch einmal Nachschub.

Wenig später brannte ein wärmendes Feuer und die Freunde setzten sich auf einen Baumstamm drumherum. Dabei rückten sowohl Aramis als auch Porthos zusammen, genau wie Athos und d’Artagnan. Offenkundig nur, um sich zu wärmen, aber sie brauchten eher die Nähe des anderen.

Athos schlang einen Arm um seinen Freund und zog ihn näher an sich heran. Eine Decke lag über ihnen Beinen, denn die Nacht würde kalt werden.

Ihr Mahl bestand aus Brot, Käse und ein wenig Wurst. Viel war es nicht, aber es würde reichen. Sogar ein paar Äpfel hatten sie noch in ihrem Gebäck.

„Wer erzählt eine Geschichte?“, fragte Aramis. Er lehnte an Porthos und ließ sich von ihm wärmen. Der große Musketier war eine erstaunliche Wärmequelle, und hier in der Natur mussten sie auf niemanden Rücksicht nehmen. Sie waren alleine und durften ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen.

„Was willst du hören? Eine Geistergeschichte?“, erkundigt sich Athos.

„Ja, klar. Passt doch.“ Porthos lachte und nahm einen Schluck Wein. Die anderen blickten ihn gespannt an und Athos räusperte sich. Aber erst durch d'Artagnans Ermutigung begann er zu erzählen.

„Wir waren vor einer Weile im Chateau de Veauce. Dieses Gemäuer ist alt und viele würden es auch verflucht nennen. Es ist gut gelegen, wenn ihr euch erinnert. Man hat einen guten Blick und kann den Ort auch verteidigen, da sie auf einem Felsvorsprung liegt“, begann er.

Sein Freund nickte zustimmend, schmiegte sich aber näher.

„Momentan wird es Hospital benutzt, denn der letzte starb auf unerklärliche Weise. Dafür gehörte es Baron Guy de Daillon. Dieser verliebte sich in ein junges Dienstmädchen, was seine Frau erzürnte.“ Er machte eine kleine Pause und sah in die Runde. „Na die Frauen wieder. Da war die Gattin wohl eifersüchtig? Vielleicht war sie ein Drache und der gute Gatte wollte eine jüngere Frau“, meinte Aramis.

„Ja, genau. Das kennen wir ja alle“, lachte Porthos.

„Es geht aber noch weiter. Das junge Mädchen Lucie erwiderte die Gefühle des Barons und die Tendelei war im ganzen Schloss bekannt. Als der Baron dann in den Krieg zog, konnte er Lucie nicht mitnehmen. Da witterte die Baronin de La Fayette ihre Chance. Sie verdonnerte das Mädchen zu harter Arbeit und wollte sie am liebsten loswerden. Aber Lucie war stärker als gedacht und verrichtete ihre Arbeit. Da sperrte die Baronin Lucie in den Uhrenturm. Angeblich ist sie dann dort an Hunger und Kälte gestorben.“ Kurz senkte er den Blick, denn so einen Tod wünschte er niemandem, vor allem keinem armen Mädchen.

„Damit war sier aber nicht tot. Viele berichten, sie käme wieder. Man sieht sie nachts über den Wehrgang wandeln. Sie weint und sucht nach dem Baron. Einer der Wache hat in der Nacht schon ihre Schreie gehört. Der Baron hat nie erfahren, was mir ihr geschah. Sei sucht ihn dennoch jede Nacht und kann ihn nicht finden. Ihr ruheloser Geist wandelte dort im Schloss umher.“

Die anderen schwiegen und auch d’Artagnan war still geworden. „Das ist nur eine Geschichte“, setzte Athos hinzu.

„Armes Ding“, meinte Porthos. „Zu verlieren, wenn man liebt.“ Dem konnte Aramis nur zustimmen. Die Stimmung war etwas gedrückt, denn jeder hing seinen Gedanken nach.

„Du beschützt mich aber vor den Geistern, oder?“ D’Artagnan richtete sich etwas auf und blitze Athos an. „Nicht, dass mich je ein Geist holt.“

Aramis lachte laut und schlug sich die Hand vor den Mund. Das konnte auch nur ihr Jüngster.

„Das schwöre ich mit meinem Leben“, antwortete Athos.

„Fein, dann die nächste.“ Porthos klatschte in die Hände und begann zu erzählen.

ENDE

PS: Die Geschichte von Lucie und dem Schloss habe ich online gefunden. Ob es zu der Zeit passt kann ich nicht genau sagen, ich habe es etwas angepasst.