24. Oktober – Tod im Feld
24. Oktober – Tod im Feld
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 24.10.2025
Fandom: Father Brown
Stichwort: Tod im Feld
Gemütlich trat Father Brown in die Pedale seines alten schwarzen Fahrrades. Eilig hatte er es nicht. Zudem genoss er die Fahrt durch den herblichen Wald in den Cotswolds. Die Landschaft war einfach traumhaft und er schöpfte Kraft in der Natur vor seiner nächsten Predigt. Vielleicht konnte er sogar etwas über das Wetter und den Wald einbringen.
Es wäre mal etwas anderes. Dank eines Kollegen wusste er, dass man seine Predigt auch einmal ändern musste, denn die Leute wollten ja nicht immer das Gleiche hören.
Langsam fuhr er an einer Pfütze des letzten Regens vorbei, und dann war er auch schon fast wieder aus dem Wald heraus.
Er hoffte nur, dass heute nicht wieder etwas schief ging,
Der Nachmittag bei Schwester Boniface war angenehm gewesen. Sie hatten erneut gefachsimpelt und er genoss den geistigen Austausch mit der Nonne sehr.
Sie mochte wie er Kriminalromane und löste diese auch im wahren Leben mit einem Inspector. Das war eine schöne Sache. Vor allem wenn er da an Inspector Edgar Sullivan dachte. Dieser war leider ihm gegenüber recht unkooperativ und lehnte seine Hilfe gerne ab.
Völlig in Gedanken versunken radelte er weiter, bis er eine Vollbremsung hinlegte und dabei fast im Schlamm des Weges ausgerutscht wäre.
Der Father blinzelte mehrfach und putzte sich die Nase. Er hatte schon viel gesehen, und für einen flüchtigen Moment, schien es, als wäre es eine Vogelscheuche.
„Was im Namen Gottes?“, murmelte er und starrte auf das Feld. Es war bereits abgeerntet und für den Winter vorbereitet. Denn der Bauer, den der Father gut kannte, hatte bereits, das Wintergetreide ausgesät.
Er stellte sein Fahrrad ab und ging etwas mehr. Diese Vogelscheuche wollte er sich unbedingt einmal anschauen. Irgendwas daran war seltsam. Natürlich konnten auch Jugendliche sich einen Spaß erlaubt haben. Immerhin war in wenigen Tagen Halloween.
Er selber nicht viel davon, aber die Kinder hatten Freude daran und er fand, sie hatte es verdient, vor allem nach dem großen Krieg, der so viel Leid gebracht hatte.
Die Puppe hing an einem Pfahl, der als Kreuz aufgebaut war. Auf den ersten Blick erschien sie wie ein Mensch, von der Größe her. Aber das war nicht das, was den Father störte. Es war viel mehr die Haltung der Vogelscheuche und vor allem deren Kopf. Als er direkt vor ihr stand und eine Hand auf den Fuß legte, zog er sie erschrocken zurück.
Schnell bekreuzigte er sich und sah sich die Vogelscheuche genauer an.
Die Kleidung war einfach, aber es waren keine Lumpen, wie man normalerweise erwarten würde. Als er das Bein befühlte, wurden seine schlimmsten Befürchtungen zu blanker Realität.
Das hier war keine Strohpuppe, sondern ein Mensch.
Vorsichtig schob er ein Hosenbein nach oben und er blickte Haut.
Ein Sack war über den Kopf gezogen worden und darauf saß ein großer Hut. Normalerweise malte man ein Gesicht auf den Sack, was hier aber fehlte. Die Hände waren rechts und links an das Kreuz gebunden, und beim genaueren Betrachten erkannte er, dass es sich tatsächlich um menschliche Hände handelte und der Täter sich nicht die Mühe gemacht hatte, Handschuhe überzuziehen.
Die Leiche war bereits kalt, und so wandte er sich ab, um zurück nach Kembleford zu radeln und die Polizei zu rufen.
Allein hätte er es nie geschafft, den Leichnam herunterzunehmen.
Als er in der Polizeistation ankam, schnappte er nach Luft. Er war eben nicht mehr der Jüngste und es war anstrengend gewesen, ein hohes Tempo beizubehalten. In der Station traf er auf Sergeant Goodfellow.
„Hallo Hochwürden, was kann ich für Sie tun?“, fragte er.
„Hallo Sergeant Goodfellow. Ich habe eine Leiche im Feld gefunden. Ist der Inspector da?“
Sofort nickte der Mann. Kurz klopfte der Father an, dann betrat er den Raum.
„Sei müssen kommen. Es gab einen Mord“, verkündete er.
Inspector Sullivan blickte ihn verwundert an, aber er stellte die Worte des Mannes aber nicht infrage.
„Wo?“, fragte er.
„Ich zeige es Ihnen. So etwas habe ich noch nie gesehen.“
Das musste schon etwas heißen, wie Sullivan fand. Der Geistliche war in der Regel kaum zu erschüttern.
Auf dem Weg zum Tatort erzählte der Father was er gesehen hatte. Sullivan hörte schweigend zu und fragte sich, wer so krank war, eine Leiche als Vogelscheuche zu verkleiden.
Der Ort sah genauso aus, wie Father Brown ihn verlassen hatte. „Wenn Sie möchten, helfe ich Ihnen“, bot der Father an.
Fast erwartete er, dass Sullivan ablehnen würde, aber als er sah, dass die Leiche echt war, nickte er. Hier war Hilfe sicher eine gute Idee.
ENDE