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26. Oktober - Leichenraub

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26. Oktober - Leichenraub

Hallo zusammen,

hier die Geschichte von heute und eines meiner neuen Lieblinge.

Datum: 26.10.2025

Fandom: Bodies

Stichwort:  Leichenraub

Die Hände in den Taschen seines Mantels vergraben, stand Detective Inspector Alfred Hillinghead neben dem Grab und sah hinein.

Es war das vierte Grab in nur zwei Nächten. Dies war nicht das erste Mal, dass Gräber geplündert wurden. Aber noch nie hatte ein Dieb, es so offensichtlich zurückgelassen.

In den meisten Fällen wurde der Diebstahl nicht einmal bemerkt.

„Was denkst du?“ Henry Ashe trat zu ihm, die Kamera in der Hand. „Ich weiß es nicht“, gab Alfred zurück.

Er sah sich um, aber die Constables achtetet nicht weiter auf sie.

„Wie bist du durch die Absperrung gekommen“?, fragte Alfred.

Der junge, blonde Mann drehte den Kopf und Alfreds Magen begann zu flattern. Sein blondes Wunder, wie er ihn gerne nannte, konnte mit einem einzigen Blick seine Gedanken beeinflussen. Alfred sah nur ihn und es störte ihn wenig; dabei waren sie an einem Tatort und nicht alleine.

„Ich sagte, ich mache Bilder für euch. Das hat er mir abgekauft.“ Unschuldig zuckte er mit den Schultern und Alfred seufzte. Was hatte er auch anderes erwartet?

„Dann solltest du das tun. Wir brauchen Antworten.“ Alfred sammelte sich und ging um das Grab herum.

„Das kann kein normaler Dieb gewesen sein. Die Leiche lag hier seit acht Jahren, die war nicht mehr frisch. Damit kann er sie nicht verkaufen.“

Leichenraub war immer noch ein großes Problem in dieser Stadt. Die meisten Kinder in der Unterschicht starben vor ihrem ersten Lebensjahr. Wenn es überlebte, lebte in Hunger, Armut und Krankheit und ging elend zu Grunde.

Henry biss sich auf die Lippen, denn er wusste nur zu genau, woran sein Freund gerade dachte. Um sich abzulenken, machte er Bilder.

Dieser Ort war denkbar schlecht geeignet für diese Art von Gefühlen.

„Das ist sehr eigenartig.“ Henry setzte die Kamera ab und blickte ihn an. „Hast du etwas gefunden?“

Neugierig sah er auf die Stelle, auf die Alfred deutete. Fast schien es, als habe dort jemand mit der Hand gegraben und das nicht von außen. Wie konnte das sein? War ihr Dieb ein Spinner?

Alfred sah sich um, als er Schritte hörte.

„Was will der Schmierfink hier, Hillinghead?“, knurrte Inspector Webster.

„Er macht Bilder für uns“, erklärte Alfred so ruhig wie möglich. Sein Kollege schien wenig angetan von der Idee. „Wir haben selber Fotografen. Der nutzt diese Bilder doch nur für seine Zwecke.“ Webster kniff die Augen zusammen. Es war kein Geheimnis, dass er Henry nicht mochte und ihn am liebsten wegsperren wollte. Da war er nicht der einzige Beamte. Denn Henry war unter ihnen bekannt, zumal er Männer mochte.

Wäre Alfred nicht, so hätte man ihn nie herkommen lassen.

„Seine Aufnahmen sind detaillierte als die unserer Fotografen. Er hat eine ruhige Hand“, gab Alfred zurück.

Webster kniff verärgert die Augen zusammen. „Entfernen Sie ihn. Ist eines der Bilder heute Abend in der Zeitung, ist er fällig, und ich sorge dafür, dass er in New Gate landet.“

Henry ließ langsam die Kamera sinken. Der Kerl war ein Arsch und sprach, als wäre er nicht da.

„Sicher. Ein Bild möchte ich noch machen lassen.“ Alfred zwang sich zur Ruhe und deutete auf eine Stelle neben dem Grabstein. Henry kam dem Wunsch nach und schoss das Bild. Dann ließ er die Kamera sinken.

„Ich kümmere mich um den Fall“, brummte Webster. „Die Bilder will ich haben“, setzte er noch hinzu.

Wütend ballte Alfred die Hände zu Fäusten. Was erdreistete sich dieser Mann? Sein Blick wandert zu Henry und dieser schüttelte unmerklich den Kopf.

Webster rief nach einem Constable und Alfred wandte sich ab. So schnell würde er nicht aufgeben.

Dank Henry würde er gute Bilder haben, denn gelogen war es nicht. Dessen Bilder waren gut und eine große Hilfe für ihn.

Zusammen mit Henry verließ er kurz darauf den Friedhof. „Willst du dich aus dem Fall zurückziehen?“, fragte Henry.

„Nein, das werde ich nicht. Ich dachte, du hilfst mir und wir finden gemeinsam den Dieb“, gab er zurück.

„Na klar, ich bin dabei. Aber es gibt zu viele Friedhöfe. Wir müssen erst herausfinden, was der Dieb sucht, um herauszufinden, wo er wieder zuschlägt.“

Henry klemmte sich die Kamera unter den Arm und ging etwas zu dicht bei Alfred.

Dieser hätte ihn gerne berührt, aber das war nun einmal unmöglich.

„Du hättest zur Polizei gehen sollen.“ Sie sahen sich an und diese wunderschönen blauen Augen leuchteten schelmisch. „Vielleicht. Aber ich habe da eine Idee, wie wir die Wartezeit wegen der Bilder überbrücken können.“

Dass dies nichts mit dem Fall zu tun hatte, war beiden klar, aber Alfred nahm diesen Vorschlag gerne an. Vor allem als sich Henry über die Lippen leckte. Da konnte die Wartezeit gerne länger dauern.

ENDE