27. Oktober - Götter und Dämonen
27. Oktober - Götter und Dämonen
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 27.10.2025
Fandom: Spartacus
Stichwort: Götter und Dämonen
Dieser Ort musste der Orcus sein. Anders konnte man es gar nicht nennen.
Er spürte nichts als Schmerz. Es war nicht der körperliche Schmerz, auch der Schmerz in seinem Herzen. Er hatte Sura, seine Frau, verloren. Es tat immer noch weh, zu wissen, dass er sie nie wiedersehen würde.
In manchen Nächten wünschte sich der Thraker, den man den Namen Spartacus gegeben hatte, den Tod.
Das Leben hier im Ludus von Quintus Lentulus Batiatus war kein Leben – es war ein langsamer und qualvoller Tod. Denn es glich eher dem Orcus.
Es gab nichts außer Leid und Schmerz. Training, wenig Essen, Schläge und Elend.
Die ersten Tage und Wochen waren die schlimmsten gewesen. Der Sieg in der Arena, in der er zum Tode verurteilt worden war, hatte ihm wenige Sekunden Ruhm gebracht, die jedoch schon lange verblasst waren.
Jetzt war er nichts weiter als ein gebrochener Mann, wenn Varro nicht wäre.
„Hier, trink“, sagte dieser mit einem sanften Lächeln und reichte ihm den Becher mit Wasser.
Nur zögerlich setzte Spartacus sich auf.
Sein Rücken schmerzte von den Peitschenhieben und er bekam dank der Schläge in den Magen immer noch schlecht Luft.
Dennoch nahm er den Becher und führte ihn an die Lippen.
„Danke, mein Freund.“
Ein viel zu kleines Wort und dennoch so viel. Sie waren mehr als Kampfgefährten, sie waren Freunde und sich doch viel näher.
„Ich habe Ashur bezahlt für eine Salbe. Darf ich dir den Rücken eincremen? Ich würde die Striemen vorher auch auswaschen“, bot er an.
Jeden anderen hätte Spartacus für diese Worte angeknurrt, aber nicht Varro. Der blonde Römer meinte es gut mit ihm. Auch wenn sie alle hasste und tot sehen wollte, so konnte er ihn nicht hassen.
Nicht nachdem sie das Lager miteinander geteilt hatten.
Als hätte Varro seine Gedanken erraten, lächelte er scheu. Sein Gegenüber leerte den Becher und stellte ihn ab, dann rückte er näher an Varro heran.
„Du bist zu gut für diesen Ort.“ Er legte ihm eine Hand auf die Wange. Seine Finger waren rau und Varro seufzte.
Er legte seine Stirn gegen Spartacus und sie atmeten einen Moment zusammen. Dieser kleine Moment war nicht in Worte zu fassen. Es war Frieden und Ruhe. Seine Gedanken verstummten und nichts quälte ihn.
Sollte es in diesem Grauen doch etwas Gutes geben? Wenn Varro bei ihm war, konnte er die Schatten vergessen. Dann sah er nur ihn und spürte nichts anderes.
„Sag das nicht. Ich will nur, dass es dir besser geht. Drago gibt mir ein paar Stunden, damit ich mich um dich kümmern kann.“
Er leckte sich über die plötzlich trockenen Lippen und Spartacus nutzte diesen Moment. Sein Körper reagierte ganz automatisch. Er beugte sich nach vorn und er küsste Varro.
Ihre Lippen legten sich aufeinander und sie öffneten ihre Münder. Es war nicht schnell, nicht drängend, sondern langsam und träge.
Unwillkürlich stöhnte Varro auf und schlang die Arme um den Thraker. Dieser drängte sich näher an ihn heran.
Er fühlte sich wie im Elysium.
Viel später lag Spartacus auf dem Bauch und Varro säuberte ihm den Rücken. Es war schmerzhaft, aber die Wunden hatten aufgehört zu bluten. Die Haut war empfindlich und stark gerötet. Varro war nur froh, dass er keine Knochen sah.
Seine Fingerspitzen strichen sanft über die heiße Haut. Dieser Mann war wunderschön und stark. Andere hätten aufgegeben und sich fallen lassen, aber nicht Spartacus.
„Ich habe heute Agron und Duro zusammen gesehen. Die zwei sind keine Brüder“, sagte er.
„Wie meinst du das?“, fragte Spartacus schläfrig. Diese Behandlung tut gut und er wollte sie um nichts auf der Welt beenden.
„Auf dem Weg zu Ashur bin ich am Bad vorbei. Dort lehnten beide an der Wand und küsten sich. Sie hatten mich nicht bemerkt, bis es zu spät war. Na ja, nachdem ich es sah, erklärte mir Agron, sie seien über mehrere Ecken verwandt und hätten den Römern immer erzählt, sie seien Brüder, damit man sie nicht trennt. Was auch ganz gut geklappt hat“, erzählte er.
„Das würde Agrons Eifersucht und dessen große Aufmerksamkeit erklären. Ich freue mich für beide. Es wäre nur besser, es wüsste niemand.“
Das war in der Tat besser. Ihre besondere Verbindung durfte auch niemand erfahren, denn dann würde man sie trennen, und das wollte Spartacus nicht.
„Ich erzähle es niemanden. Aber wir müssen besser aufpassen.“ Damit meinte Varro auch sich selber. Hier waren sie jedoch für eine Weile fernab der Realität und er durfte sich um diesen wunderbaren Körper kümmern.
ENDE