29. Oktober - Spazieren im Nebel
29. Oktober - Spazieren im Nebel
Hallo zusammen,
hier die Geschichte von heute:
Datum: 29.10.2025
Fandom: Tochwood
Stichwort: Spazieren im Nebel
Es war kalt geworden in Cardiff, in der Hauptstadt von Wales. Ein eisiger Wind wehte vom Wasser her und ließ Ianto Harkness-Jones frösteln.
Er mochte den Herbst, denn er hatte auch schöne Seiten, die viele andere Menschen nicht sahen. Vielleicht lag es an seinem Job bei Torchwood und dem Wissen, dass jeder Tag der letzte sein konnte, aber er wusste, dass jede Jahreszeit auch ihre schönen Seiten hatte.
Allerdings musste es dabei nicht unbedingt der Wind vom Meer sein. Fröstelnd zog er seinen Mantel etwas enger um sich und drapierte den Schal neu.
Ein wenig ärgerte er sich schon, dass er sich nicht dicker angezogen hatte. Der Tag im HUB war ja doch lang gewesen und langsam wurde Ianto müde.
Das einzig Gute an diesem Tag war nur, dass er recht ruhig war. Allerdings bedeutete das nur, dass irgendeine Katastrophe nicht lange auf sich warten ließ.
Erneut warf er einen Blick auf die Uhr und fragte sich, wo sein Ehemann abgeblieben war. Immerhin hat er sich mit ihm, Ianto, hier treffen wollen.
Sicher, er hätte ihn auch anfunken können, aber dann bestand die Möglichkeit, dass er eifersüchtig und nervig erschien. Das waren zwei Eigenschaften, die er nicht mochte.
Eine Gestalt schälte sich aus dem Nebel und Ianto hielt die Luft an. Zum Glück war auch er bewaffnet. Aber die Waffe würde er nicht brauchen, denn es war Jack.
„Tut mir leid. Ich weiß, ich bin zu spät“, sagte der Captain und schnappte nach Luft.
Sein Ehemann lächelte dünn. „Schon gut. Als wenn bei uns mal etwas pünktlich klappen würde.“
Ein Hauch Verärgerung schwang dennoch in seiner Stimme mit.
Jack musterte ihn von oben bis unten und seufzte. „Ich mache es wieder gut mein Schatz. Das verspreche ich. Aber ich musste noch ein paar Anweisungen geben, da es schon wieder einen Alarm gab. Um diesen kümmern sich aber Owen und Tosh. Wir beide gehen jetzt essen. Ich habe einen Tisch bei seinem Lieblingsitaliener reserviert. Das schaffen wir sogar.“
Zumindest wenn die Welt nicht unterging, aber das sagte Jack nicht laut, denn Ianto wusste es auch so.
Die letzten Wochen und Monate waren anstrengend gewesen und er brauchte unbedingt mehr Personal. Allerdings war das nicht so einfach.
Er reichte Ianto die Hand und dieser nahm sie gerne. „Du bist ja ganz kalt“, stellte Jack fest.
Ianto schmiegte sich an ihn. „Ich habe die Handschuhe im Büro vergessen.“ Darüber ärgerte er sich selber.
„Dann lass uns erstmal was essen gehen. Ich habe das Gefühl, der Nebel wird noch dicker und es ist wirklich kalt.“
Jack warf einen Blick in die Bucht und konnte seinem Mann nur zustimmen.
Das Wetter erinnerte ihn etwas daran, auch wenn er es nicht greifen konnte. Er hatte zu viel gesehen und erlebt, um sich immer an Einzelheiten zu erinnern. Etwas, das ihn ärgerte. Aber er hatte auch nicht um dieses Leben gebeten.
Vielleicht hätte Rose Tyler ihn vor so langer Zeit doch sterben lassen sollen. Es gab Tage, da vermisste er sie, aber auch sein früheres Leben.
Ohne sie wäre er jetzt schon lange tot. In manchen Situationen war dies wohl auch besser.
„Woran denkst du?“, fragte Ianto.
Ertappt lächelte der Captain. „An Rose und den Doctor.“ Er holte tief Luft. „Das ist aber nicht wichtig. Ich will jetzt genau hier bei dir sein. Dieses Leben mit dir.“
Er verdrängte jeden weiteren Gedanken daran und zog Ianto mit sich. Immerhin wollten sie essen gehen, und auch er verspürte langsam so etwas wie Hunger. Bis jetzt hatte er den ganzen Tag überhaupt nur wenig gegessen. Was bei ihm nicht ganz ungewöhnlich war.
Das Restaurant war nicht weit entfernt und sie konnten das Stückchen auch gerne einmal zu Fuß gehen.
Hand in Hand schlenderten sie beide durch die verlassenen Straßen Richtung Innenstadt. Kaum jemand war bei dem Wetter noch unterwegs.
„Du weist, das du mit mir darüber reden kannst. Was damals geschah. Ich bin hier, so lange du es möchtest.“
Es waren leise, aber ehrliche Worte, und das wusste Jack.
„Genau dafür liebe ich dich, Ianto Harkness-Jones.“
Das tat er wirklich. Ianto drängte ihn nicht, forderte keine Erklärung, zwang ihn nicht zu reden. Er war da und hörte zu, und genau das war das größte Geschenk, wie Jack fand. Da reichte ein Essen nicht aus, um sich zu bedanken. Er würde seinem Mann einen schönen Abend machen, weit weg von dem Nebel.
ENDE